Das Narkosegerät, genauer der Anästhesiearbeitsplatz, verbindet Gasversorgung, Dosierung von Sauerstoff, Luft und Lachgas, Verdampfer, Atemsystem, Beatmungsgerät, Gasmessung und Überwachung. Wer es sicher bedienen will, muss seinen Aufbau so gut kennen, dass er bei einer Störung in Sekunden auf einen einfachen Ersatz ausweichen kann. Die Anforderungen an die Geräte regelt die Norm DIN EN ISO 80601-2-13; im Detail unterscheiden sich die Geräte der Hersteller erheblich, weshalb die Einweisung in das jeweilige Gerät unverzichtbar ist.
Gasversorgung
Sauerstoff, Druckluft und Lachgas kommen in der Klinik aus einer zentralen Gasversorgung über gasartspezifische, nicht verwechselbare Wandanschlüsse. Am Gerät hängen zusätzlich Reserveflaschen, zumindest für Sauerstoff. Gasflaschen tragen nach DIN EN ISO 32 eine Farbkennzeichnung an der Schulter: Sauerstoff weiß, Lachgas blau, Druckluft weiß und schwarz. Die Farbe ersetzt nicht das Lesen des Etiketts. Fällt der Versorgungsdruck für Sauerstoff ab, gibt das Gerät einen Alarm, und eine Sicherheitsschaltung unterbricht die Lachgaszufuhr. Moderne Geräte begrenzen außerdem das Verhältnis von Lachgas zu Sauerstoff, sodass kein hypoxisches Frischgas eingestellt werden kann. Diese Schaltung schützt nicht vor einem falschen Gas in der Sauerstoffleitung und nicht vor einer Hypoxie durch hohen Verbrauch bei niedrigem Frischgasfluss; dagegen hilft nur die Messung der inspiratorischen Sauerstoffkonzentration.
Der Sauerstoff-Bypass, auch Flush genannt, liefert unter Umgehung von Mischer und Verdampfer einen sehr hohen Sauerstofffluss direkt ins Atemsystem. Er füllt rasch den Beutel, kann aber während der Beatmung zu hohen Drücken führen und verdünnt das Anästhetikum, mit dem Risiko einer zu flachen Narkose.