Klinische Physiologie, Kachel 04 · Stufe PJ

Überempfindlichkeit, Blutgruppen und Transfusionsreaktionen

Wenn die spezifische Abwehr sich gegen Harmloses oder gegen fremde Erythrozyten richtet: vier Reaktionstypen, zwei Blutgruppensysteme und fünf Reaktionen, die Sie am Monitor erkennen müssen.

Lernziele
  • Die vier Typen der Überempfindlichkeitsreaktion nach Mechanismus und Zeitverlauf unterscheiden und je ein klinisches Beispiel zuordnen.
  • Die Sofortreaktion über Immunglobulin E von der Sensibilisierung bis zur Mediatorfreisetzung beschreiben und als Grundlage der perioperativen Anaphylaxie einordnen.
  • Erklären, warum eine AB0-Fehltransfusion sofort hämolysiert, eine Unverträglichkeit im Rhesussystem dagegen erst nach Sensibilisierung wirkt.
  • Die Bedeutung des Rhesussystems für Schwangerschaft und Anti-D-Prophylaxe herleiten.
  • Verträglichkeitsprüfung und Bedside-Test im Prinzip erläutern und ihre unterschiedliche Aussage benennen.
  • Die fünf wichtigsten Transfusionsreaktionen nach Mechanismus und Erkennungszeichen auseinanderhalten.

Zu dieser Lerneinheit

  1. Zehn Lektionen mit einer Abbildung, einer Tabelle der vier Reaktionstypen, einer Tabelle der Transfusionsreaktionen, Merksätzen, vier Aufgaben mit Lösungen 7 Übungsfragen in den Lektionen, einem klinischen Fall mit drei Fragen und einem Abschlussquiz.
  2. Die Einheit baut auf der spezifischen Immunabwehr des vorangehenden Unterkapitels auf und ordnet jede Reaktion nach der Frage, ob der Antikörper bereits vorliegt oder erst gebildet werden muss.
  3. Indikation, Durchführung und Komplikationsmanagement der Transfusion einschließlich der Massivtransfusion stehen in der Einheit Hämotherapie des Moduls Intensivmedizin, das perioperative Gerinnungsmanagement in der Einheit Gerinnung des Moduls Allgemeinanästhesie.

Lektion 1

Warum das klinisch zählt

Zwei immunologische Notfälle entwickeln sich schneller, als jede Diagnostik antworten kann: die Anaphylaxie und die Fehltransfusion im AB0-System. In beiden Fällen ist der Antikörper bereits vorhanden, bevor der Auslöser gegeben wird, und deshalb beginnt die Reaktion in Sekunden bis Minuten. Beide treffen Sie regelhaft in der Anästhesie, und beide zeigen sich unter Narkose nicht als Beschwerde, sondern als Zahl am Monitor.

Die übrigen Reaktionen laufen langsamer und werden gerade deshalb häufig verkannt. Ein Arzneimittelexanthem nach drei Tagen, ein Temperaturanstieg eine Stunde nach der Transfusion, eine Atemverschlechterung sechs Stunden danach: jedes dieser Bilder hat einen anderen Mechanismus und eine andere Konsequenz. Dieses Unterkapitel ordnet die Mechanismen. Indikation, Durchführung und Management der Transfusion einschließlich der Massivtransfusion stehen in der Einheit Hämotherapie des Moduls Intensivmedizin und werden hier nicht wiederholt.

Lektion 2

Die vier Typen der Überempfindlichkeitsreaktion

Eine Überempfindlichkeitsreaktion ist keine fehlerhafte, sondern eine überschießende und fehlgerichtete Immunantwort. Das Antigen ist an sich meist harmlos; erst durch die Reaktion wird es zum Allergen. Auch kleine Moleküle können auslösen, sofern sie an körpereigene Proteine binden; man nennt sie dann unvollständige Antigene. Der Schaden entsteht in allen vier Typen nicht durch das Allergen selbst, sondern durch die ausgelöste Entzündung.

Die Einteilung folgt zwei Fragen: Welcher Träger vermittelt die Reaktion, und wie lange dauert es bis zum Maximum. Antikörpervermittelte Reaktionen sind schnell, weil der Antikörper zum Zeitpunkt des Kontakts bereits vorliegt. T-zellvermittelte Reaktionen sind langsam, weil erst Zellen einwandern und Makrophagen aktiviert werden müssen. Genau diese Zeitachse ist am Krankenbett das verlässlichste Unterscheidungsmerkmal.

Tabelle 1: Die vier Typen der Überempfindlichkeitsreaktion
TypTräger und MechanismusZeit bis zum MaximumKlinisches Beispiel
Typ I, SofortreaktionImmunglobulin E auf Mastzellen und basophilen Granulozyten, Freisetzung von Histamin, Leukotrienen und plättchenaktivierendem FaktorSekunden bis Minutenperioperative Anaphylaxie nach Muskelrelaxans, Antibiotikum oder Desinfektionsmittel
Typ II, zytotoxische ReaktionImmunglobulin M oder G gegen Strukturen auf Zelloberflächen, Komplementaktivierung und PhagozytoseMinuten bis Stundenhämolytische Sofortreaktion bei AB0-Fehltransfusion, medikamentenbedingte Immunthrombozytopenie
Typ III, Immunkomplexreaktionlösliche Komplexe aus Antigen und Antikörper bei Antigenüberschuss, Ablagerung in Kapillaren, Komplementangriff auf die GefäßwandStunden bis TageSerumkrankheit mit Fieber, Gelenkschmerz und Exanthem, Vaskulitis, Glomerulonephritis
Typ IV, verzögerte Reaktionentzündliche T-Helferzellen, zytotoxische T-Zellen und aktivierte Makrophagen ohne Beteiligung von Antikörpernzwei bis vier TageKontaktdermatitis, Arzneimittelexanthem, akute zelluläre Transplantatabstoßung

Übung 2.1

Lektion 3

Die Sofortreaktion über Immunglobulin E

Der Erstkontakt verläuft klinisch stumm. Das Allergen wird von einer B-Zelle aufgenommen und einer T-Helferzelle des zweiten Differenzierungswegs präsentiert; die entstehenden Plasmazellen bilden Immunglobulin E. Dieses zirkuliert kaum, sondern bindet mit seinem antigenunabhängigen Ende an Mastzellen der Haut, der Schleimhäute und der Gefäßwände sowie an basophile Granulozyten. Damit ist die Sensibilisierung abgeschlossen: Die Zellen tragen nun eine geladene Oberfläche, und niemand merkt davon etwas.

Beim erneuten Kontakt bindet das Allergen an die bereits sitzenden Antikörper und vernetzt mehrere von ihnen. Das genügt als Auslöser. Die Mastzelle entleert ihre vorgefertigten Granula innerhalb von Sekunden und bildet zusätzlich neue Mediatoren. Histamin erweitert die Gefäße und erhöht die Permeabilität, Leukotriene verengen die Bronchien und verstärken die Permeabilität, der plättchenaktivierende Faktor unterhält die Entzündung. Tryptase tritt ebenfalls aus und ist deshalb als Marker der Mastzellaktivierung verwertbar.

Bei örtlich begrenzter Reaktion entstehen Quaddeln, Schleimhautschwellung oder Bronchospasmus. Wird der Mediatorschwall systemisch, addieren sich drei Wirkungen zum anaphylaktischen Schock: eine ausgeprägte Weitstellung der Gefäße, ein Verlust von Plasma ins Interstitium und eine Verengung der Atemwege. Der Kreislauf bricht damit nicht wegen eines Blutverlusts ein, sondern weil der zu füllende Raum plötzlich viel größer und zugleich undicht geworden ist. Adrenalin wirkt hier kausal, weil es die Gefäße verengt, die Bronchien weitet und die weitere Mediatorfreisetzung bremst.

Zwei Besonderheiten sind perioperativ wichtig. Erstens können Mastzellen auch ohne Immunglobulin E direkt zur Freisetzung gebracht werden; das klinische Bild ist dann nicht unterscheidbar, obwohl keine Sensibilisierung vorliegt. Zweitens fehlen unter Narkose Juckreiz, Unruhe und Luftnot als Warnzeichen, und die Haut liegt unter der Abdeckung. Der erste sichtbare Befund ist häufig ein Blutdruckabfall, ein steigender Beatmungsdruck oder ein abfallendes Kohlendioxid am Ende der Ausatmung.

Übung 3.1

Lektion 4

Das AB0-System und seine natürlichen Antikörper

Die Blutgruppenmerkmale des AB0-Systems sind Zuckerstrukturen von Glykolipiden und Glykoproteinen der Erythrozytenmembran. Wer das Merkmal A trägt, hat im Plasma regelhaft Antikörper gegen B; wer B trägt, hat Antikörper gegen A; die Gruppe 0 trägt keines der beiden Merkmale und besitzt beide Antikörper; die Gruppe AB trägt beide Merkmale und besitzt keinen der beiden Antikörper. Diese Antikörper heißen natürlich, weil sie ohne vorherige Transfusion und ohne Schwangerschaft entstehen, ausgelöst durch kreuzreagierende Zuckerstrukturen der Umwelt und der Darmflora im ersten Lebensjahr.

Aus dieser Vorabpräsenz folgt die gesamte Dramatik der Fehltransfusion. Sie ist keine Primärantwort, die Tage benötigt, sondern eine Reaktion mit bereits vorhandenem Antikörper. Die AB0-Antikörper gehören überwiegend zur Klasse M und liegen im Plasma als Fünflinge vor. Ein solches Molekül besitzt zehn Bindungsstellen, verklebt deshalb Erythrozyten hochwirksam zu Agglutinaten und aktiviert das Komplementsystem über den klassischen Weg besonders stark. Der Membranangriffskomplex perforiert die Erythrozytenmembran, und die Zellen platzen noch in der Strombahn. Es handelt sich also um eine intravasale Hämolyse, die innerhalb von Minuten nach Beginn der Transfusion einsetzt und mit freiem Hämoglobin, Komplementaktivierung und Kreislaufreaktion einhergeht.

Weil Antikörper der Klasse M die Plazenta nicht überschreiten, führt eine AB0-Unverträglichkeit zwischen Mutter und Kind in der Regel nicht zu einer schweren fetalen Hämolyse. Und weil im Plasma einer Konserve Antikörper mitgegeben werden, ist die verbreitete Vorstellung vom Universalspender nur für Erythrozytenkonzentrate mit geringem Plasmaanteil tragfähig; bei Plasma gilt die umgekehrte Zuordnung.

Zweiteiliges Schema: links die Sofortreaktion mit sensibilisierter Mastzelle, Vernetzung des gebundenen Immunglobulins E und Mediatorfreisetzung, rechts das AB0-System mit Merkmalen am Erythrozyten, natürlichen Antikörpern im Plasma und Agglutination bei Fehltransfusion
Abbildung 1: Zwei Reaktionen mit vorab vorhandenem Antikörper: links die Vernetzung des auf der Mastzelle sitzenden Immunglobulins E mit Freisetzung von Histamin und Leukotrienen, rechts die Begegnung fremder Erythrozytenmerkmale mit den natürlichen Antikörpern des AB0-Systems; in beiden Fällen entfällt die Latenz einer Primärantwort, und die Reaktion beginnt in Minuten. Eigene Darstellung

Übung 4.1

Lektion 5

Das Rhesussystem, Schwangerschaft und die Anti-D-Prophylaxe

Die Merkmale des Rhesussystems sind Proteine der Erythrozytenmembran. Das Merkmal D ist das stärkste Immunogen; wer es trägt, gilt als rhesuspositiv, wer es nicht trägt, als rhesusnegativ. Der entscheidende Unterschied zum AB0-System ist, dass hier keine natürlichen Antikörper vorkommen. Ein rhesusnegativer Mensch bildet Anti-D erst, nachdem er mit D-positiven Erythrozyten in Berührung gekommen ist, sei es durch eine Transfusion oder durch eine Schwangerschaft. Diese Sensibilisierung durchläuft eine vollständige Primärantwort und bleibt zunächst klinisch stumm.

Daraus ergeben sich zwei klinische Konsequenzen. Erstens verläuft die erste Unverträglichkeit im Rhesussystem meist ohne Sofortreaktion; die Hämolyse zeigt sich verzögert nach Tagen bis Wochen mit Abfall des Hämoglobins, Anstieg von Bilirubin und Laktatdehydrogenase sowie Abfall des Haptoglobins. Zweitens verläuft jeder weitere Kontakt rasch und schwer, weil nun Gedächtniszellen und zirkulierende Antikörper vorliegen. Anti-D gehört zur Klasse G und ist damit plazentagängig.

Für die Schwangerschaft bedeutet das: Trägt eine rhesusnegative Frau ein D-positives Kind, treten vor allem unter der Geburt fetale Erythrozyten in den mütterlichen Kreislauf über und lösen eine Sensibilisierung aus. Das erste Kind bleibt davon meist unberührt. In einer Folgeschwangerschaft passieren die mütterlichen Antikörper der Klasse G jedoch die Plazenta, binden an fetale Erythrozyten und führen zu einer fetalen Hämolyse mit Anämie, Herzinsuffizienz und schwerem Ikterus des Neugeborenen.

Die Anti-D-Prophylaxe unterbricht genau diesen Weg. Man gibt der rhesusnegativen Frau fertige Anti-D-Antikörper, die übergetretene fetale Erythrozyten abfangen und dem Abbau zuführen, bevor das mütterliche Immunsystem sie als Antigen erkennen und eine eigene Antwort aufbauen kann. Es handelt sich also um eine passive Immunisierung, deren Zweck die Verhinderung einer aktiven ist. Notwendig ist sie nicht nur nach der Geburt, sondern nach jedem Ereignis mit möglichem Übertritt fetalen Blutes, etwa nach Bauchtrauma, Fehlgeburt oder invasiver Diagnostik.

Übung 5.1

Lektion 6

Verträglichkeitsprüfung und Bedside-Test im Prinzip

Die immunhämatologische Vorbereitung einer Transfusion besteht aus drei voneinander unabhängigen Schritten. Die Blutgruppenbestimmung ermittelt zum einen die Merkmale auf den Erythrozyten des Empfängers, zum anderen in einer Gegenprobe die im Plasma vorhandenen Antikörper; nur wenn beide Befunde zueinander passen, ist die Bestimmung gültig. Der Antikörpersuchtest prüft anschließend, ob der Empfänger irreguläre Antikörper gegen weitere Blutgruppenmerkmale gebildet hat, etwa nach früherer Transfusion oder Schwangerschaft. Die Kreuzprobe schließlich bringt Empfängerplasma mit den Erythrozyten der vorgesehenen Konserve zusammen und beantwortet damit die eigentliche Frage: Verträgt dieser Empfänger diese Einheit. Weil viele Antikörper der Klasse G allein nicht agglutinieren, wird dabei ein Zusatzschritt mit Antihumanglobulin angeschlossen, der die gebundenen Antikörper sichtbar macht. Alle drei Schritte haben eine begrenzte Gültigkeitsdauer, weil sich das Antikörperprofil nach Transfusion oder Schwangerschaft ändern kann.

Der Bedside-Test steht daneben und hat eine völlig andere Aufgabe. Er wird unmittelbar vor der Transfusion am Empfänger selbst durchgeführt und prüft ausschließlich die AB0-Merkmale. Er ersetzt weder Antikörpersuchtest noch Kreuzprobe und kann eine Unverträglichkeit in anderen Systemen nicht aufdecken. Sein Zweck ist ausschließlich die Aufdeckung einer Verwechslung von Probe, Patient oder Konserve, also des Fehlers, der zur folgenschwersten aller Transfusionsreaktionen führt. Genau deshalb ist er unverzichtbar: Das größte Risiko der Transfusion ist kein immunologisches Detail, sondern eine Vertauschung.

Übung 6.1

Lektion 7

Die wichtigsten Transfusionsreaktionen

Fünf Reaktionen sollten Sie ohne Nachdenken auseinanderhalten können, weil sie unterschiedliche Mechanismen, unterschiedliche Zeitfenster und völlig unterschiedliche Konsequenzen haben. Drei von ihnen sind immunologisch vermittelt, eine ist eine reine Volumenfrage, und eine liegt im Grenzbereich.

Tabelle 2: Die wichtigsten Transfusionsreaktionen
ReaktionMechanismusZeitfensterErkennungszeichen
Hämolytische Sofortreaktionvorhandene Antikörper des Empfängers gegen Spendererythrozyten, meist AB0, Komplementaktivierung mit intravasaler HämolyseMinuten nach BeginnFieber mit Schüttelfrost, Flankenschmerz, Blutdruckabfall, rotbrauner Harn, diffuse Blutung durch Verbrauchskoagulopathie, unter Narkose oft nur Hypotonie und Hämoglobinurie
Febrile nichthämolytische ReaktionAntikörper gegen Leukozyten des Spenders oder mittransfundierte Zytokine, keine Hämolysebis zu vier StundenTemperaturanstieg um mindestens ein Grad Celsius, Schüttelfrost, Kreislauf und Harnfarbe unauffällig, Hämoglobin steigt erwartungsgemäß
Allergische ReaktionReaktion auf Plasmaproteine der Konserve, von der örtlichen Mastzellaktivierung bis zur vollen SofortreaktionMinutenUrtikaria und Juckreiz, bei schwerem Verlauf Bronchospasmus, Blutdruckabfall und Schwellung der oberen Atemwege
Transfusionsassoziierte Kreislaufüberlastungkein immunologischer Vorgang, sondern Volumenbelastung bei eingeschränkter kardialer oder renaler Reservewährend oder bis sechs Stunden nach der TransfusionAtemnot, Blutdruckanstieg, gestaute Halsvenen, beidseitige Rasselgeräusche, Ansprechen auf Diuretika
Transfusionsassoziierte LungeninsuffizienzAktivierung neutrophiler Granulozyten in der Lungenstrombahn, häufig durch Antikörper des Spenders, mit Endothelschaden und Permeabilitätsödeminnerhalb von sechs StundenHypoxämie, beidseitige Verschattung, kein Hinweis auf Volumenüberlastung, eher niedriger Blutdruck, kein Ansprechen auf Diuretika

Die klinisch wichtigste Unterscheidung innerhalb dieser Tabelle betrifft die beiden pulmonalen Bilder. Beide zeigen Atemnot und beidseitige Verschattungen innerhalb weniger Stunden, die Behandlung ist jedoch entgegengesetzt: Die Kreislaufüberlastung braucht Entwässerung und Druckunterstützung der Atmung, die Lungeninsuffizienz braucht eine schonende Beatmung und verträgt eine Entwässerung schlecht. Hinweisgebend sind Blutdruckverhalten, Füllungszeichen und das Ansprechen auf Diuretika.

Übung 7.1

Lektion 8

Funktionelles Modell

Drei Fragen ordnen jede der hier behandelten Reaktionen ein. Die erste Frage lautet: War der Antikörper schon da. Wenn ja, beginnt die Reaktion in Sekunden bis Minuten; das gilt für die Sofortreaktion über Immunglobulin E und für die AB0-Fehltransfusion. Wenn nein, muss erst eine Primärantwort ablaufen, und die Reaktion zeigt sich verzögert oder gar nicht; das gilt für den ersten Kontakt mit dem Merkmal D und für den Erstkontakt mit jedem Allergen.

Die zweite Frage lautet: Wer ist das Ziel. Sitzt das Antigen auf einer Zelloberfläche, wird diese Zelle zerstört, und das Bild ist eine Hämolyse oder eine Zytopenie. Liegt das Antigen frei vor, entstehen Immunkomplexe, die sich in Kapillaren ablagern und dort Entzündung erzeugen. Sitzt der Antikörper selbst auf einer Zelle, nämlich Immunglobulin E auf der Mastzelle, wird nicht die Zelle zerstört, sondern ihr Inhalt freigesetzt.

Die dritte Frage lautet: Was ist der Mediator des Schadens. Bei der Sofortreaktion sind es Histamin und Leukotriene, also eine Störung von Gefäßtonus und Atemwegsweite. Bei der zytotoxischen Reaktion ist es das Komplementsystem mit freiem Hämoglobin und Gewebefaktorfreisetzung, also eine Störung von Kreislauf, Niere und Gerinnung. Bei der verzögerten Reaktion sind es aktivierte Makrophagen mit Oxidantien, also ein Gewebeschaden über Tage. Wer diese drei Fragen beantwortet, hat Reaktionstyp, Zeitfenster und Therapieprinzip bereits bestimmt.

Lektion 9

Klinische Übersetzung

Was verändert die Anästhesie?

  • Die Narkose nimmt der Anaphylaxie ihre Frühzeichen. Juckreiz, Unruhe, Übelkeit und Luftnot können nicht geäußert werden, und die Haut liegt unter Abdeckung und Wärmedecke. Übrig bleiben Blutdruckabfall, Tachykardie, steigender Beatmungsdruck und ein fallendes Kohlendioxid am Ende der Ausatmung.
  • Dieselben Zeichen erzeugt auch die Narkose selbst. Ein Blutdruckabfall nach Einleitung ist gewöhnlich, ein Bronchospasmus kann auch durch Manipulation der Atemwege entstehen. Entscheidend ist der zeitliche Zusammenhang zur Gabe einer neuen Substanz und das Ausmaß der Reaktion.
  • Auch der Beginn einer Transfusion verschwindet unter Narkose als Ereignis. Fieber und Schüttelfrost bleiben aus oder werden durch die aktive Wärmung verdeckt, Flankenschmerz kann nicht angegeben werden. Deshalb ist unter Narkose auf Hypotonie ohne andere Erklärung, auf dunklen Harn und auf eine neu aufgetretene diffuse Blutung zu achten.
  • Der Bedside-Test wird unter Zeitdruck und wechselnden Bedingungen durchgeführt. Da nahezu alle schweren Reaktionen auf Verwechslungen zurückgehen, ist die Identitätssicherung unmittelbar am Patienten und nicht am Vorbereitungsplatz der entscheidende Schritt.
  • Eine Betablockade dämpft die Kreislaufantwort auf Adrenalin und kann eine Anaphylaxie schwerer beherrschbar machen. Umgekehrt maskiert sie die Tachykardie als Frühzeichen.

Wann wird diese Physiologie klinisch sichtbar?

  • Perioperative Anaphylaxie. Typischerweise innerhalb von Minuten nach Einleitung oder nach Gabe eines Antibiotikums, eines Muskelrelaxans oder eines Desinfektionsmittels. Die Blutentnahme für Tryptase und die spätere allergologische Abklärung entscheiden darüber, ob die Substanz künftig vermeidbar ist.
  • Hämolytische Sofortreaktion. Wenige Minuten nach Transfusionsbeginn, oft nach einer Verwechslung. Die Transfusion wird sofort beendet, der Zugang bleibt für Volumen und Vasopressoren erhalten, und Konserve sowie Begleitpapiere werden gesichert.
  • Transfusionsassoziierte Kreislaufüberlastung. Bei alten, herz- oder niereninsuffizienten Patientinnen und Patienten, besonders bei mehreren Einheiten in kurzer Zeit. Sie ist die häufigste schwere Transfusionsreaktion und zugleich die am besten vermeidbare.
  • Transfusionsassoziierte Lungeninsuffizienz. Innerhalb von sechs Stunden, mit Hypoxämie und beidseitiger Verschattung ohne Volumenüberlastung. Die Verwechslung mit einer Kreislaufüberlastung führt zu einer falschen und potenziell schädlichen Therapie.
  • Verzögerte hämolytische Reaktion. Tage bis Wochen nach der Transfusion, erkennbar am unerwartet abfallenden Hämoglobin mit Hämolysezeichen. Sie ist die klinische Folge einer früheren Sensibilisierung in einem anderen System als AB0.
Vorsicht

Der Bedside-Test prüft ausschließlich die AB0-Merkmale und ersetzt weder Antikörpersuchtest noch Kreuzprobe. Sein Wert liegt allein darin, unmittelbar am Patienten eine Verwechslung aufzudecken, und er verliert diesen Wert vollständig, wenn er nicht am Empfänger selbst durchgeführt wird.

Aktuelle Evidenz

Die Hämovigilanz ordnet die Risiken anders, als die Lehre der Reaktionstypen es nahelegt. Im Bericht des Jahres 2024 standen 3 998 Meldungen und 59 transfusionsbezogene Todesfälle; das Risiko eines transfusionsbedingten Todes lag bei etwa 1 auf 37 000 ausgegebene Komponenten, die transfusionsassoziierte Kreislaufüberlastung führte die Liste der Reaktionen an, und 83,1 Prozent aller Meldungen beruhten auf Fehlern.1 Die häufigste schwere Reaktion ist also keine immunologische Feinheit, sondern eine Volumenfrage, und die gefährlichste Ursache ist eine Verwechslung. Die transfusionsassoziierte Lungeninsuffizienz ist dagegen selten: prospektiv wurde knapp ein Fall auf 12 000 transfundierte Einheiten beobachtet.2

Auch die Sofortreaktion hat eine Häufigkeit, die sich beziffern lässt. In einer europäischen Untersuchung an 31 127 Anästhesien bei Kindern traten schwere kritische Ereignisse bei 5,2 Prozent auf, ein Bronchospasmus bei 1,2 Prozent.3 Nicht jedes dieser Ereignisse ist allergisch bedingt, doch die Zahlen zeigen, wie häufig Sie das Bild sehen, dessen Differenzialdiagnose die Anaphylaxie einschließt, und wie wichtig der zeitliche Zusammenhang zur zuletzt gegebenen Substanz für die Einordnung ist.

Daraus folgt für die Praxis, dass die wirksamste Vorbeugung in der Indikation liegt. Die Leitlinie zur Thrombozytentransfusion von 2025 empfiehlt eine prophylaktische Gabe unter 10 mal 10 hoch 9 je Liter bei Chemotherapie, unter 20 vor Lumbalpunktion, bedingt unter 50 vor großen Eingriffen und keine Transfusion in der Herzchirurgie ohne Blutung.4 Selbst dort, wo eine liberalere Strategie empfohlen wird, etwa beim akuten Herzinfarkt unterhalb eines Hämoglobins von 10 Gramm je Deziliter, geschieht dies als bedingte Empfehlung bei niedriger Sicherheit der Evidenz.5 Jede nicht gegebene Einheit ist die einzige Transfusionsreaktion, die sicher ausbleibt.

Übung 9.1

Lektion 10

Typische Fehlannahmen

  • Eine Allergie könne schon beim ersten Kontakt eine Sofortreaktion auslösen. Die Sofortreaktion setzt eine Sensibilisierung voraus. Ein anaphylaxieähnliches Bild beim Erstkontakt beruht auf direkter Mastzellaktivierung ohne Immunglobulin E.
  • Eine AB0-Fehltransfusion zeige sich erst nach Stunden. Die Antikörper sind bereits vorhanden, deshalb beginnt die intravasale Hämolyse innerhalb von Minuten nach Transfusionsbeginn.
  • Eine Rhesusunverträglichkeit sei in der ersten Schwangerschaft gefährlich. Die Sensibilisierung erfolgt meist erst unter der Geburt. Gefährdet ist das Kind einer Folgeschwangerschaft, sofern keine Prophylaxe erfolgt ist.
  • Fieber unter Transfusion sei immer eine febrile nichthämolytische Reaktion. Fieber ist auch das erste Zeichen der hämolytischen Sofortreaktion. Bis zur Klärung wird die Transfusion beendet und nicht fortgesetzt.
  • Jede Atemnot nach Transfusion sei eine Volumenüberlastung. Fehlen Füllungszeichen und Blutdruckanstieg und bleibt die Diurese ohne Wirkung, ist eine transfusionsassoziierte Lungeninsuffizienz wahrscheinlicher.

Lektion 11

Klinischer Fall, Merksätze und Aufgaben

Fall 1: Kreislaufeinbruch unter Transfusion im Operationssaal

Ein 71-jähriger Patient wird wegen eines Wechsels der Hüftendoprothese operiert. Nach einem Blutverlust von etwa 900 Millilitern wird ein Erythrozytenkonzentrat angehängt. Zehn Minuten nach Beginn fällt der arterielle Mitteldruck von 78 auf 42 mmHg, die Herzfrequenz steigt auf 126 pro Minute, der Beatmungsspitzendruck bleibt unverändert bei 18 mbar. Im Harnbeutel erscheint rotbrauner Urin, aus dem Operationsgebiet beginnt eine diffuse Sickerblutung. Die Körpertemperatur beträgt 36,4 Grad Celsius, die Sauerstoffsättigung 98 Prozent bei einer inspiratorischen Sauerstofffraktion von 0,4.

Fall 1, Frage 1

Fall 1, Frage 2

Fall 1, Frage 3

Merksätze

  • Ist der Antikörper schon da, zählt die Reaktion in Minuten; muss er erst gebildet werden, zählt sie in Tagen.
  • Das AB0-System hat natürliche Antikörper, das Rhesussystem braucht eine Sensibilisierung. Daraus folgt alles Weitere.
  • Immunglobulin M agglutiniert und aktiviert Komplement, passiert aber nicht die Plazenta; Immunglobulin G passiert die Plazenta und macht die fetale Hämolyse möglich.
  • Die Anti-D-Prophylaxe ist eine passive Immunisierung, die eine aktive verhindern soll.
  • Die Kreuzprobe prüft die Verträglichkeit, der Bedside-Test prüft die Identität. Nur der zweite Schritt verhindert die Verwechslung.

Aufgaben

Aufgabe 1: Welche Reaktion liegt vor, und

Gegeben:
Fünf Minuten nach Beginn der Transfusion des ersten Erythrozytenkonzentrats fällt bei einem narkotisierten Patienten der arterielle Mitteldruck von 75 auf 40 mmHg, der Beatmungsdruck bleibt unverändert, im Harnbeutel erscheint dunkelroter Urin.

Frage:
Welche Reaktion liegt vor, und was ist physiologisch die Ursache des Kreislaufversagens?

Lösung

Das Bild entspricht einer hämolytischen Sofortreaktion, mit hoher Wahrscheinlichkeit nach einer Verwechslung im AB0-System. Bereits vorhandene Antikörper der Klasse M binden an die Spendererythrozyten, aktivieren das Komplementsystem über den klassischen Weg und führen zur intravasalen Hämolyse. Das Kreislaufversagen entsteht durch die Wirkung der Komplementspaltprodukte und freigesetzter Mediatoren mit Weitstellung der Gefäße und erhöhter Permeabilität, verstärkt durch Aktivierung der Gerinnung mit Verbrauchskoagulopathie. Die Transfusion ist sofort zu beenden, der Zugang für Volumen und Vasopressoren zu nutzen und die Konserve zu sichern; das weitere Vorgehen behandelt die Einheit Hämotherapie des Moduls Intensivmedizin.

Aufgabe 2: Warum ist das erste Kind

Gegeben:
Eine rhesusnegative Erstgebärende bringt ein rhesuspositives Kind zur Welt.

Frage:
Warum ist das erste Kind praktisch nie betroffen, und weshalb ist die Anti-D-Gabe trotzdem unmittelbar nach der Geburt sinnvoll?

Lösung

Im Rhesussystem gibt es keine natürlichen Antikörper. Fetale Erythrozyten treten überwiegend erst unter der Geburt in den mütterlichen Kreislauf über, sodass die Sensibilisierung zu einem Zeitpunkt beginnt, an dem das erste Kind bereits geboren ist. Die dabei entstehenden Antikörper gehören zur Klasse G und sind plazentagängig, sodass sie in einer Folgeschwangerschaft fetale Erythrozyten angreifen können. Die Gabe fertiger Anti-D-Antikörper fängt die übergetretenen fetalen Zellen ab, bevor das mütterliche Immunsystem sie erkennt; eine passive Immunisierung verhindert damit die aktive.

Aufgabe 3: Wie ordnen Sie den Befund

Gegeben:
Sechs Stunden nach Transfusion von zwei Erythrozytenkonzentraten entwickelt eine 74-jährige Patientin eine Hypoxämie mit beidseitigen Verschattungen. Der Blutdruck liegt bei 95 zu 50 mmHg, die Halsvenen sind nicht gestaut, eine Diuretikagabe bleibt ohne Wirkung.

Frage:
Wie ordnen Sie den Befund ein, und wie hätte eine Kreislaufüberlastung ausgesehen?

Lösung

Der Befund spricht für eine transfusionsassoziierte Lungeninsuffizienz. Zugrunde liegt eine Aktivierung neutrophiler Granulozyten in der Lungenstrombahn mit Endothelschaden und einem Permeabilitätsödem, häufig ausgelöst durch Antikörper des Spenders. Eine Kreislaufüberlastung hätte sich dagegen mit Blutdruckanstieg, gestauten Halsvenen und deutlichem Ansprechen auf Diuretika gezeigt, weil ihr ein hydrostatisches Ödem zugrunde liegt. Die Unterscheidung ist bedeutsam, weil eine Entwässerung beim Permeabilitätsödem nicht hilft und den Kreislauf zusätzlich schwächt; im Vordergrund stehen Oxygenierung und lungenschonende Beatmung.

Aufgabe 4: Welchem Reaktionstyp entspricht das, und

Gegeben:
Ein Patient entwickelt am dritten Tag einer antibiotischen Therapie ein juckendes Exanthem ohne Kreislaufbeteiligung.

Frage:
Welchem Reaktionstyp entspricht das, und welche praktische Folgerung ziehen Sie?

Lösung

Das Zeitfenster von mehreren Tagen und das Fehlen einer Kreislaufbeteiligung sprechen für eine verzögerte, T-zellvermittelte Reaktion vom Typ IV. Getragen wird sie von entzündlichen T-Helferzellen, zytotoxischen T-Zellen und aktivierten Makrophagen; Antikörper sind nicht beteiligt, weshalb die Reaktion erst ihr Maximum nach zwei bis vier Tagen erreicht. Praktisch bedeutet das, dass keine unmittelbare Anaphylaxiegefahr bei erneuter Gabe besteht, dass die Substanz aber dokumentiert und bis zur Abklärung gemieden wird. Zu beachten sind Warnzeichen schwerer verzögerter Reaktionen wie Schleimhautbeteiligung, Blasenbildung, Fieber und Organbeteiligung.

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Abschlussquiz, etwa 8 Minuten

Abschlussquiz

Acht Fragen. Bestanden ab 80 %.

Zum Nachschlagen

Begriffe und Literatur

BegriffBedeutung
SensibilisierungKlinisch stummer Erstkontakt, nach dem Immunglobulin E auf Mastzellen sitzt oder ein Antikörper gegen ein Blutgruppenmerkmal gebildet ist.
HaptenKleines Molekül, das erst nach Bindung an ein körpereigenes Protein als Antigen wirkt; typisch für Medikamente und Kontaktallergene.
Natürliche Antikörper des AB0-SystemsOhne vorherige Transfusion entstandene Antikörper der Klasse M gegen die fehlenden Merkmale A oder B; Ursache der sofortigen Hämolyse.
AgglutinationVerklebung von Erythrozyten durch mehrwertige Antikörper; Grundlage von Blutgruppenbestimmung, Kreuzprobe und Bedside-Test.
Anti-D-ProphylaxeGabe fertiger Anti-D-Antikörper an eine rhesusnegative Frau; fängt übergetretene fetale Erythrozyten ab und verhindert die eigene Antikörperbildung.
KreuzprobeZusammenführung von Empfängerplasma und Spendererythrozyten mit Antihumanglobulinschritt; prüft die Verträglichkeit der einzelnen Einheit.
Bedside-TestPrüfung der AB0-Merkmale unmittelbar am Empfänger vor der Transfusion; dient allein der Aufdeckung einer Verwechslung.
Transfusionsassoziierte LungeninsuffizienzPermeabilitätsödem durch Aktivierung neutrophiler Granulozyten in der Lungenstrombahn, meist innerhalb von sechs Stunden, ohne Zeichen der Volumenüberlastung.

Literatur

  1. Narayan S, Poles D et al. (Hrsg.). The 2024 annual SHOT report. Manchester: Serious Hazards of Transfusion Steering Group; 2025. doi:10.57911/gwcz-4q04
  2. Toy P, Gajic O, Bacchetti P et al. Transfusion-related acute lung injury: incidence and risk factors. Blood. 2012;119(7):1757-1767. doi:10.1182/blood-2011-08-370932
  3. Habre W, Disma N, Virag K et al. Incidence of severe critical events in paediatric anaesthesia (APRICOT): a prospective multicentre observational study in 261 hospitals in Europe. Lancet Respir Med. 2017;5(5):412-425. doi:10.1016/S2213-2600(17)30116-9
  4. Metcalf RA, Nahirniak S, Guyatt G et al. Platelet transfusion: 2025 AABB and ICTMG international clinical practice guidelines. JAMA. 2025. doi:10.1001/jama.2025.7529
  5. Pagano MB, Stanworth SJ, Dennis J et al. Red cell transfusion in acute myocardial infarction: AABB international clinical practice guidelines. Ann Intern Med. 2025;178(10):1469-1477. doi:10.7326/ANNALS-25-00706

Standardwerke

  • Silbernagl S, Despopoulos A, Draguhn A. Taschenatlas Physiologie. 9. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2018. Grundlagen und Zellphysiologie.
  • Pape HC, Kurtz A, Silbernagl S (Hrsg.). Physiologie. 9. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2019.
  • Rassow J, Hauser K, Netzker R, Deutzmann R. Duale Reihe Biochemie. 5. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022.
  • Boron WF, Boulpaep EL. Medical Physiology. 3. Auflage. Philadelphia: Elsevier; 2017.
  • Gropper MA, Cohen NH, Eriksson LI et al. (Hrsg.). Miller’s Anesthesia. 9. Auflage. Philadelphia: Elsevier; 2020.

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