Klinische Physiologie, Kachel 04 · Stufe PJ

Erythrozyten, Eisenstoffwechsel und Erythropoese

Von der pluripotenten Stammzelle bis zum Abbau in der Milz: wie der Körper seine Sauerstoffträger baut, wie er sein Eisen verwaltet und warum jede Anämie eine Ursache außerhalb des Blutbildes hat.

Lernziele
  • Die Abstammung der Blutzellen von der pluripotenten Stammzelle beschreiben und die beteiligten Wachstumsfaktoren zuordnen.
  • Erythropoetin als Regelkreis der Sauerstoffversorgung erklären und die Retikulozytenzahl als Antwortgröße nutzen.
  • Lebensdauer, Aussonderung und Abbau der Erythrozyten bis zu Bilirubin und wiederverwendetem Eisen verfolgen.
  • Eisenbestand und Eisenbilanz beziffern und die Aufnahme im Duodenum mit ihren Transportwegen darstellen.
  • Die Rolle von Hepcidin für Aufnahme, Speicherung und Recycling des Eisens erläutern.
  • Anämien nach Zellgröße und Hämoglobingehalt einteilen und die Anämie bei chronischer Entzündung davon abgrenzen.

Zu dieser Lerneinheit

  1. Zehn Lektionen mit einer Abbildung zum Eisenkreislauf, einer Übersichtstabelle der Anämieformen, Merksätzen, vier Aufgaben mit Lösungen 6 Übungsfragen in den Lektionen, einem klinischen Fall mit drei Fragen und einem Abschlussquiz.
  2. Die Einheit erklärt, warum die präoperative Anämie behandelbar ist, wenn das Zeitfenster reicht, und warum ein normales Ferritin bei Entzündung einen Eisenmangel nicht ausschließt.
  3. Die Zusammensetzung des Blutes steht im ersten Unterkapitel dieser Kachel, Sauerstoffbindungskurve und Sauerstoffgehalt in Kachel 03 Atmung und Kreislauf; Indikation und Durchführung der Transfusion behandelt die Einheit Hämotherapie im Modul Intensivmedizin.

Lektion 1

Warum das klinisch zählt

Etwa jeder dritte Patient erscheint mit einer Anämie zur größeren Operation, und die Anämie ist einer der wenigen präoperativen Befunde, die sich in den Wochen vor dem Eingriff tatsächlich noch verändern lassen. Wer die Erythropoese und die Eisenverwaltung versteht, weiß, warum eine orale Eisengabe zwei Tage vor der Operation sinnlos ist, warum ein normales Ferritin bei laufender Entzündung einen Eisenmangel nicht ausschließt und warum der Retikulozytenanteil schon nach wenigen Tagen verrät, ob das Knochenmark antwortet oder ob es blockiert ist.

Der zweite Grund ist die Transfusion. Jede Konserve ist ein allogenes Gewebetransplantat mit eigenem Risikoprofil, und die Schwelle, ab der sie mehr nützt als schadet, ist enger und patientenspezifischer, als es die Gewohnheit nahelegt. Die physiologische Grundlage dieser Entscheidung liegt nicht im Hämoglobinwert, sondern im Verhältnis von Sauerstoffangebot zu Sauerstoffverbrauch und in den Kompensationsmöglichkeiten des einzelnen Kreislaufs. Diese Einheit legt die physiologische Basis; die Indikationsstellung und die Durchführung der Transfusion behandelt die Einheit Hämotherapie im Modul Intensivmedizin.

Lektion 2

Von der Stammzelle zur reifen Blutzelle

Blutbildendes Gewebe ist beim Erwachsenen das rote Knochenmark, das sich auf die platten Knochen, also Becken, Sternum, Rippen und Wirbelkörper, sowie die proximalen Abschnitte der langen Röhrenknochen zurückgezogen hat. Beim Fetus übernehmen Leber und Milz diese Aufgabe; unter starker Belastung kann diese extramedulläre Blutbildung im Erwachsenenalter wieder erwachen. Im Mark liegen die pluripotenten Stammzellen. Sie besitzen zwei Eigenschaften, die sie einzigartig machen: Sie können sich in jede Blutzellreihe differenzieren, und sie erneuern sich bei jeder Teilung selbst, sodass ihr Bestand lebenslang erhalten bleibt.

Unter der Wirkung hämatopoetischer Wachstumsfaktoren gehen aus der Stammzelle myeloide, erythroide und lymphoide Vorläuferzellen hervor. Die lymphoide Linie nimmt einen Sonderweg: Ihre Zellen brauchen eine Prägung, die teils im Thymus und teils im Knochenmark stattfindet, und sie werden später nicht nur im Mark, sondern auch in Milz und Lymphknoten nachgebildet. Alle übrigen Vorläufer vermehren sich und reifen bis zur Endstufe im Knochenmark heran und werden erst danach ins Blut abgegeben.

Zwei Hormone steuern diese Reifung übergeordnet. Erythropoetin aus der Niere treibt die rote Reihe an. Thrombopoetin aus der Leber fördert Proliferation und Reifung der Megakaryozyten und damit die Bildung der Thrombozyten. Daneben wirken zahlreiche weitere stimulierende und hemmende Faktoren parakrin innerhalb des Marks. Für die Klinik ist wichtig, dass diese Regelung träge ist: Bis zum Anstieg der Retikulozyten vergehen etwa drei bis fünf Tage, bis zu einem nennenswerten Anstieg des Hämoglobins mehrere Wochen.

Übung 2.1

Lektion 3

Erythropoetin als Regelkreis der Sauerstoffversorgung

Erythropoetin wird beim Fetus in der Leber und nach der Geburt zu etwa 90 Prozent in der Niere gebildet. Der Reiz für seine Ausschüttung ist nicht die Erythrozytenzahl und nicht das Hämoglobin, sondern der Sauerstoffpartialdruck im Nierengewebe. Sinkt dieser, weil weniger Sauerstoff angeboten wird, steigt die Produktion. Mehr Erythropoetin bedeutet mehr Proliferation und raschere Reifung der erythroiden Vorläufer, damit mehr Erythrozyten und wieder ein höheres Sauerstoffangebot. Der Kreis schließt sich, sobald der renale Sauerstoffpartialdruck wieder normal ist.

Bemerkenswert ist, dass Erythropoetin nicht nur die Zellproduktion antreibt, sondern zugleich den dafür nötigen Baustoff heranschafft. Es hemmt die Bildung von Hepcidin und steigert die Expression des duodenalen Eisentransporters sowie des Ferroportins. Damit öffnet dasselbe Hormon die Fabrik und die Materialzufuhr. Auslöser sind in der Praxis Höhenaufenthalt, chronische Lungen- oder Herzerkrankung, Rauchen und jede anhaltende Hämolyse oder Blutung. Umgekehrt erklärt der Ort der Bildung die renale Anämie: Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz fehlt das Hormon, obwohl das Mark arbeiten könnte.

Die messbare Antwort des Regelkreises ist der Retikulozytenanteil. Retikulozyten sind junge, eben ins Blut entlassene Erythrozyten, die noch Reste von Ribonukleinsäure enthalten. Steigt ihr Anteil, arbeitet das Mark und hat Baustoff; bleibt er trotz Anämie niedrig, liegt entweder ein Mangel an Erythropoetin, ein Mangel an Eisen, Cobalamin oder Folsäure oder eine Störung des Marks selbst vor. Der Retikulozytenwert ist damit die schnellste verfügbare Auskunft darüber, welche Art von Anämie vorliegt, und er antwortet lange bevor sich das Hämoglobin bewegt.

Übung 3.1

Lektion 4

Lebensdauer und Abbau der Erythrozyten

Der reife Erythrozyt hat weder Kern noch Mitochondrien und kann daher weder Proteine nachbilden noch oxidativen Schaden reparieren. Seine Lebensdauer beträgt etwa 120 Tage. Über diese Zeit verliert die Membran allmählich an Verformbarkeit, und genau das wird ihm zum Verhängnis. In der roten Pulpa der Milz verlassen die Erythrozyten regelmäßig die Arteriolen und müssen durch schmale Poren in die Milzsinus zurückgelangen. Diese Poren sind enger als der frei schwimmende Erythrozyt, sodass jede Passage ein Verformbarkeitstest ist. Alternde und geschädigte Zellen bestehen ihn nicht mehr und werden ausgesondert.

Die Bruchstücke nehmen Makrophagen in Milz, Leber und Knochenmark auf und bauen sie ab. Das Häm wird über Biliverdin zu Bilirubin abgebaut, an Albumin gebunden zur Leber transportiert, dort glucuronidiert und über die Galle ausgeschieden. Das Eisen dagegen wird nicht ausgeschieden, sondern nahezu vollständig wiederverwendet. Fällt Hämoglobin frei im Plasma an, wie bei intravasaler Hämolyse, bindet es an Haptoglobin, freies Häm an Hämopexin; beide Komplexe werden endozytiert, und das Eisen kehrt in den Kreislauf zurück. Ein Haptoglobin unter der Nachweisgrenze ist deshalb ein empfindlicher Hinweis auf eine intravasale Hämolyse.

Übung 4.1

Lektion 5

Eisenbestand, Bilanz und Aufnahme im Duodenum

Der Eisenbestand des Körpers beträgt etwa 2 Gramm bei der Frau und bis zu 5 Gramm beim Mann. Rund zwei Drittel davon sind im Hämoglobin gebunden, etwa ein Viertel liegt als Speichereisen in Form von Ferritin und Hämosiderin vor, und der Rest ist Funktionseisen in Myoglobin und in eisenhaltigen Enzymen. Die täglichen Verluste sind klein: etwa 1 Milligramm beim Mann, bis zu 2 Milligramm bei der Frau, bedingt durch Menstruation, Schwangerschaft und Geburt. Verloren geht Eisen praktisch nur mit abgeschilferten Zellen und mit Blut; eine regelbare Ausscheidung gibt es nicht. Deshalb wird die Bilanz ausschließlich über die Aufnahme gesteuert.

Aufgenommen wird Eisen vor allem im Duodenum, und die Aufnahme ist dem Bedarf angepasst. Vom Nahrungseisen werden normalerweise 3 bis 15 Prozent absorbiert, bei Mangel über 25 Prozent. Weil die Ausbeute so gering ist, sollte die tägliche Zufuhr mindestens 10 bis 20 Milligramm betragen, bei Frauen und Kindern eher mehr als bei Männern. Eisen liegt in der Nahrung in zwei Formen vor. Häm-Eisen aus Fleisch und Fisch wird nach Abspaltung des Proteins über ein eigenes Trägerprotein vergleichsweise effizient aufgenommen und erst in der Mukosazelle durch die Hämoxygenase aus dem Ringsystem freigesetzt.

Nicht-Häm-Eisen ist umständlicher. Es kann nur in zweiwertiger Form aufgenommen werden und muss deshalb zuvor an der luminalen Oberfläche durch eine Ferrireduktase und durch Ascorbat vom dreiwertigen in den zweiwertigen Zustand reduziert werden. Der eigentliche Transport in die Zelle erfolgt dann über einen elektrogenen Symport von zweiwertigem Eisen und Protonen. Daraus folgt unmittelbar, warum ein saurer Mageninhalt so wichtig ist: Der niedrige pH-Wert erhöht den Protonengradienten, der das Eisen in die Zelle treibt, und er löst Eisen zugleich aus Nahrungskomplexen heraus. Protonenpumpenhemmer, Antazida und eine operative Verkleinerung des Magens vermindern die Aufnahme daher spürbar. Derselbe Transporter befördert auch Mangan, Cobalt und Cadmium, die entsprechend konkurrieren.

In der Mukosazelle wird das Eisen zur blutseitigen Membran gebracht und dort wieder zum dreiwertigen Zustand oxidiert. Von da an hat es zwei Wege. Entweder es bleibt als Ferritinkomplex in der Zelle und geht bei der Zellmauserung nach wenigen Tagen mit der abgeschilferten Zelle ins Darmlumen zurück, oder es verlässt die Zelle über den Exportkanal Ferroportin ins Blut. Dort bindet es an Apotransferrin, das damit zu Transferrin wird und das Eisen im Plasma transportiert. Über Transferrinrezeptoren wird es in Erythroblasten sowie in Leber- und Plazentazellen endozytiert; nach Abgabe des Eisens steht Apotransferrin erneut zur Verfügung. Die Transferrinsättigung, also der beladene Anteil der Transportkapazität, ist deshalb ein guter Marker des aktuell verfügbaren Eisens.

Schema des Eisenkreislaufs mit duodenaler Mukosazelle, Ferrireduktase, Aufnahmetransporter, Ferritinspeicher und Ferroportin, dem Transport an Transferrin im Plasma, der Aufnahme in Erythroblasten sowie dem Recycling aus alten Erythrozyten über Makrophagen und der Hemmung des Ferroportins durch Hepcidin
Abbildung 1: Der Eisenkreislauf ist nahezu geschlossen: Aus dem Darm gelangt nur etwa so viel Eisen ins Blut, wie täglich verloren geht, während der weit größere Fluss aus dem Abbau alter Erythrozyten über die Makrophagen zurück in die Erythropoese läuft; Hepcidin drosselt beide Wege, indem es das Ferroportin der Mukosazellen, Hepatozyten und Makrophagen abbaut. Eigene Darstellung

Übung 5.1

Lektion 6

Hepcidin, Speicherung und Recycling

Die Aufnahme ins Blut wird auf zwei Ebenen geregelt. Innerhalb der Mukosazelle bindet bei Eisenmangel ein eisenregulierendes Protein an die Boten-Ribonukleinsäure des Ferritins und hemmt dessen Herstellung. Weniger Speicherprotein in der Zelle bedeutet, dass mehr des aufgenommenen Eisens an die Blutseite weitergereicht wird statt in der Zelle liegen zu bleiben. Übergeordnet wirkt das Leberhormon Hepcidin. Es bindet an Ferroportin und lässt dessen Dichte in der Membran der Mukosazellen ebenso wie in der von Hepatozyten und Makrophagen sinken. Hepcidin ist damit der Hauptschalter des gesamten Eisenhaushalts: Viel Hepcidin bedeutet geschlossene Tore, wenig Hepcidin bedeutet offene Tore. Bei Eisenmangel sinkt der Hepcidinspiegel, die Ferroportindichte steigt, und mehr Eisen gelangt ins Blut.

Gespeichert wird Eisen in zwei Formen. Ferritin kommt in Darmmukosa, Leber, Knochenmark, Erythrozyten und im Plasma vor; sein Proteinmantel fasst bis zu 4 500 Eisenionen und gibt sie rasch wieder ab. Diese schnell verfügbare Reserve umfasst etwa 600 Milligramm. Hämosiderin ist die schwerer mobilisierbare Form und liegt mit etwa 250 Milligramm Eisen in den Makrophagen von Leber und Knochenmark. Weil ein kleiner Teil des Ferritins ins Plasma gelangt und dort proportional zum Speicher ansteigt, ist das Serumferritin der übliche Speichermarker; es ist allerdings zugleich ein Akutphaseprotein.

Mengenmäßig weit bedeutsamer als die Aufnahme aus dem Darm ist das Recycling. Eisen aus fehlgebildeten Erythroblasten und aus abgebauten Erythrozyten wird über Haptoglobin und Hämopexin den Makrophagen zugeführt und zu etwa 97 Prozent wiederverwertet. Der Körper verwaltet sein Eisen also in einem fast geschlossenen Kreislauf, in dem täglich nur wenige Milligramm ein- und austreten, während ein Vielfaches davon intern umgesetzt wird. Genau dieser Kreislauf ist der Angriffspunkt der Entzündung: Steigt Hepcidin, wird nicht nur der Darm verschlossen, sondern auch das Eisen in den Makrophagen festgehalten und der Erythropoese entzogen.

Übung 6.1

Lektion 7

Vitamin B12, Folsäure und die Anämieformen

Neben Eisen braucht die Erythropoese Cobalamin, also Vitamin B12, und Folsäure. Beide werden für die Synthese der Desoxyribonukleinsäure und damit für jede Zellteilung benötigt. Fehlen sie, bleibt die Teilung hinter der Reifung des Zytoplasmas zurück, und es entstehen zu wenige, aber zu große Zellen mit erhöhtem Hämoglobingehalt je Zelle. Cobalamin wird nur nach Bindung an den im Magen gebildeten Intrinsic Factor im terminalen Ileum aufgenommen; die häufigste Ursache eines Mangels ist daher dessen Fehlen, etwa bei atrophischer Gastritis oder nach Magenresektion. Weil die Leberspeicher groß sind, treten Mangelerscheinungen erst nach Jahren auf. Folsäure wird im Jejunum aufgenommen, die Speicher sind klein, und eine Anämie entwickelt sich bei ungenügender Zufuhr oder Malabsorption bereits nach wenigen Monaten.

Die klassische Einteilung der Anämien nutzt zwei berechnete Indizes. Das mittlere Erythrozytenvolumen ergibt sich aus Hämatokrit und Erythrozytenzahl und teilt in mikrozytär, normozytär und makrozytär. Der mittlere Hämoglobingehalt der Einzelzelle ergibt sich aus Hämoglobinkonzentration und Erythrozytenzahl und teilt in hypochrom, normochrom und hyperchrom. Beide Größen laufen meist parallel, weil kleinere Zellen weniger Hämoglobin fassen.

Der Eisenmangel hemmt die Hämoglobinsynthese und führt zur hypochrom-mikrozytären Anämie mit einem mittleren Hämoglobingehalt unter 26 Pikogramm, einem mittleren Zellvolumen unter 70 Femtoliter, einem Hämoglobin unter 110 Gramm je Liter und einer Transferrinsättigung unter 12 Prozent. Die häufigste Ursache ist der Blutverlust; je Milliliter Blut gehen etwa 0,5 Milligramm Eisen verloren, sodass eine unerkannte gastrointestinale Sickerblutung über Monate den gesamten Speicher leeren kann. Weitere Ursachen sind zu geringe Zufuhr oder Absorption, erhöhter Bedarf bei Wachstum, Schwangerschaft und Stillzeit sowie, selten, ein Defekt des Apotransferrins.

Eine eigene Betrachtung verdient die Anämie bei chronischer Entzündung. Entzündungszytokine steigern die Hepcidinsynthese in der Leber. Die Folge ist ein doppelter Riegel: Die Aufnahme aus dem Darm versiegt, und das Recyclingeisen bleibt in den Makrophagen gefangen. Der Erythropoese fehlt Eisen, obwohl der Gesamtbestand normal oder sogar erhöht ist. Laborchemisch zeigen sich ein niedriges Serumeisen und eine niedrige Transferrinsättigung bei normalem oder hohem Ferritin, typischerweise normozytär und normochrom oder allenfalls leicht mikrozytär. Wird hier oral Eisen gegeben, bleibt es wirkungslos, weil das Tor am Darm ohnehin verschlossen ist. Das ist der entscheidende Unterschied zum absoluten Eisenmangel, bei dem Ferritin und Transferrinsättigung gemeinsam niedrig sind.

Tabelle 1: Vitamin B12, Folsäure und die Anämieformen
AnämieformZellvolumen und HämoglobingehaltTypische LaborkonstellationHäufige Ursachen
Eisenmangelanämiemikrozytär, hypochromFerritin niedrig, Transferrinsättigung unter 12 Prozent, Retikulozyten niedrigBlutverlust, geringe Zufuhr oder Absorption, erhöhter Bedarf
Anämie bei chronischer Entzündungnormozytär und normochrom, seltener leicht mikrozytärSerumeisen niedrig, Transferrinsättigung niedrig, Ferritin normal oder hoch, Hepcidin hochInfektion, Tumor, Autoimmunerkrankung, große Operation
Renale Anämienormozytär, normochromErythropoetin unangemessen niedrig, Retikulozyten niedrigfortgeschrittene Niereninsuffizienz
Cobalamin- oder Folsäuremangelmakrozytär, hyperchromErythrozytenzahl vermindert, mittlerer Hämoglobingehalt erhöht, Retikulozyten niedrigfehlender Intrinsic Factor, Malabsorption, einseitige Ernährung
Akute Blutungsanämiezunächst normozytär, normochromRetikulozyten nach einigen Tagen erhöht, Ferritin zunächst normalTrauma, Operation, gastrointestinale Blutung
Hämolytische Anämienormozytär, oft mit Makrozytose durch RetikulozytoseRetikulozyten hoch, Laktatdehydrogenase und indirektes Bilirubin hoch, Haptoglobin niedrigImmunhämolyse, Membran- und Enzymdefekte, mechanische Schädigung

Übung 7.1

Lektion 8

Funktionelles Modell

Denken Sie die rote Reihe als Fabrik mit drei Voraussetzungen und einem Lager. Die erste Voraussetzung ist der Auftrag, und der Auftrag ist Erythropoetin. Er wird erteilt, wenn der Sauerstoffpartialdruck im Nierengewebe fällt, und er fehlt, wenn die Niere ihn nicht mehr schreiben kann. Die zweite Voraussetzung ist das Baumaterial: Eisen für das Häm, Cobalamin und Folsäure für die Zellteilung. Die dritte Voraussetzung ist eine funktionsfähige Werkhalle, also ein Knochenmark, das nicht durch Infiltration, Toxine oder Bestrahlung zerstört ist. Fällt eine der drei Voraussetzungen aus, steht die Produktion, und die Retikulozytenzahl bleibt niedrig.

Das Lager ist der Eisenspeicher, und es hat eine einzige Tür: Ferroportin. Durch diese Tür tritt Eisen aus der Darmzelle ins Blut, und durch dieselbe Tür gibt der Makrophage das recycelte Eisen zurück. Hepcidin ist der Schlüssel, der die Tür schließt. Diese Bauweise erklärt drei sonst verwirrende Befunde auf einmal. Bei Eisenmangel fällt Hepcidin, die Tür öffnet sich weit, und die Absorptionsrate steigt auf über ein Viertel des Nahrungseisens. Bei Entzündung steigt Hepcidin, die Tür schließt sich, und der Patient wird anämisch, obwohl sein Speicher voll ist. Bei einer Erythropoetinsteigerung, etwa in der Höhe oder nach Blutverlust, fällt Hepcidin gezielt, damit Material nachfließen kann.

Der Kreislauf ist außerdem fast geschlossen. Täglich treten nur ein bis zwei Milligramm ein und aus, während intern das Zwanzigfache umgesetzt wird. Daraus folgt die klinisch wichtigste Konsequenz: Blutung ist der einzige schnelle Weg, Eisen zu verlieren, und der Darm ist ein enger Weg, es zurückzugewinnen. Ein über Monate entstandener Mangel lässt sich oral nicht in Tagen beheben, und wer das Zeitfenster vor einer geplanten Operation nicht nutzt, hat nur noch die Transfusion als Werkzeug.

Lektion 9

Klinische Übersetzung

Was verändert die Anästhesie?

  • Operation und Trauma sind starke Entzündungsreize. Hepcidin steigt, die Eisenaufnahme sinkt, und das Recyclingeisen wird in den Makrophagen festgehalten; postoperativ verordnetes orales Eisen kommt daher oft nicht an.
  • Jede Infusion verdünnt die Erythrozytenkonzentration ohne Zellverlust. Der Hämoglobinwert unter laufender Volumentherapie ist kein Maß für den Erythrozytenbestand.
  • Unter Narkose fallen Sauerstoffverbrauch und Sympathikusantwort. Eine Anämie wird dadurch intraoperativ besser toleriert und postoperativ, mit Rückkehr von Schmerz, Muskelarbeit und Kältezittern, schlechter.
  • Protonenpumpenhemmer, bariatrische Eingriffe und Magenresektionen vermindern die Eisenaufnahme dauerhaft, weil der saure Chymus für Reduktion und Transport fehlt.
  • Bei Niereninsuffizienz fehlt der Auftraggeber der Erythropoese. Eine Anämie ist hier zu erwarten und sollte vor elektiven Eingriffen zusammen mit der Nephrologie behandelt sein.

Wann wird diese Physiologie klinisch sichtbar?

  • Präoperative Anämie mit niedriger Transferrinsättigung als Zufallsbefund der Voruntersuchung. Sie ist behandelbar, wenn der Eingriff mindestens drei bis vier Wochen entfernt ist.
  • Fehlender Anstieg des Hämoglobins trotz Eisengabe bei anhaltender Entzündung; die Retikulozyten bleiben niedrig, weil das Eisen den Speicher nicht verlässt.
  • Normales oder hohes Ferritin bei echtem Eisenmangel, weil Ferritin als Akutphaseprotein mitsteigt. Die Transferrinsättigung entlarvt die Situation.
  • Retikulozytenanstieg nach drei bis fünf Tagen als früher Beleg, dass Mark und Baustoff vorhanden sind, lange bevor sich das Hämoglobin bewegt.
  • Makrozytäre Anämie mit neurologischen Symptomen bei Cobalaminmangel, der durch alleinige Folsäuregabe hämatologisch gebessert, neurologisch aber verschlechtert werden kann.
  • Hämolyse nach Fremdmaterialkontakt, etwa an Herz-Lungen-Maschine oder Kreislaufunterstützung, erkennbar an fallendem Haptoglobin, steigender Laktatdehydrogenase und freiem Hämoglobin im Plasma.
Vorsicht

Ein normales oder erhöhtes Ferritin schließt einen Eisenmangel nicht aus, solange eine Entzündung besteht. Beurteilen Sie Ferritin, Transferrinsättigung und das C-reaktive Protein gemeinsam, und behandeln Sie bei geplanten Eingriffen rechtzeitig, nicht am Vortag.

Aktuelle Evidenz

Die präoperative Anämie ist behandelbar, aber der Nutzen der Eisentherapie fällt bescheidener aus, als die Physiologie vermuten lässt. In einer Studie an 955 anämischen Patientinnen und Patienten vor herzchirurgischen Eingriffen senkte intravenöses Eisen die Transfusionsrate von 68 auf 61 Prozent, veränderte jedoch die Zahl der Tage lebend und zu Hause nicht.1 Eine Netzwerkmetaanalyse aus 22 Studien mit 3 026 Patienten fand eine Transfusionsreduktion sogar nur für postoperativ gegebenes Eisen, mit einem Risikoverhältnis von 0,80.2 Das passt zu der in dieser Lektion beschriebenen Hepcidinblockade: Unmittelbar vor und während des Entzündungsreizes ist das Ferroportin herunterreguliert, und zugeführtes Eisen erreicht die Erythropoese nur eingeschränkt.

Wirksamer als jede einzelne Substanz ist das strukturierte Gesamtvorgehen. In einem deutschen Netzwerk mit über 1,2 Millionen Patientinnen und Patienten sank der Erythrozytenverbrauch um 13,9 Prozent, von 635 auf 547 Einheiten je 1 000 Patienten, ohne Veränderung des kombinierten Endpunkts aus Komplikationen und Sterblichkeit.3 Die Botschaft ist nicht, dass Transfusion schadet, sondern dass ein erheblicher Teil der bisherigen Transfusionen ohne erkennbaren Nutzen erfolgte.

Wo die Schwelle liegt, hängt allerdings vom Kreislauf ab, der die Anämie kompensieren soll. Bei 3 504 Patienten mit Herzinfarkt und gleichzeitiger Anämie traten Tod oder Reinfarkt nach 30 Tagen unter restriktiver Strategie bei 16,9 Prozent und unter liberaler Strategie bei 14,5 Prozent auf, mit einem Risikoverhältnis von 1,16.4 Die Leitlinie von 2025 empfiehlt daraus abgeleitet beim akuten Herzinfarkt eine liberale Transfusion unterhalb eines Hämoglobins von 10 Gramm je Deziliter, allerdings als bedingte Empfehlung bei niedriger Sicherheit der Evidenz.5 Physiologisch ist das nachvollziehbar: Ein Herz, das seine Sauerstoffversorgung nicht durch mehr Extraktion und kaum durch mehr Fluss steigern kann, ist auf die Trägerdichte angewiesen.

Lektion 10

Typische Fehlannahmen

  • Erythropoetin werde durch einen niedrigen Hämoglobinwert ausgelöst. Auslöser ist der Sauerstoffpartialdruck im Nierengewebe. Deshalb steigt es auch bei normalem Hämoglobin, wenn das Sauerstoffangebot sinkt.
  • Der Körper könne überschüssiges Eisen ausscheiden. Eine regelbare Ausscheidung gibt es nicht. Geregelt wird ausschließlich die Aufnahme, und eine Überladung schädigt Leber, Pankreas und Herzmuskel.
  • Ein hohes Ferritin beweise volle Eisenspeicher. Ferritin ist zugleich ein Akutphaseprotein und steigt bei jeder Entzündung unabhängig vom Bestand.
  • Orales Eisen wirke in jeder Situation. Bei entzündlich erhöhtem Hepcidin ist das Ferroportin herunterreguliert; das Eisen wird nicht ins Blut abgegeben, sondern geht mit der Mukosazelle wieder verloren.
  • Eine makrozytäre Anämie sei stets Folge von Alkohol. Cobalamin- und Folsäuremangel, Retikulozytose bei Hämolyse und Störungen des Knochenmarks kommen ebenso in Betracht und verlangen getrennte Abklärung.

Lektion 11

Klinischer Fall, Merksätze und Aufgaben

Fall 1: Präoperative Anämie vor elektiver Kolonresektion

Eine 71-jährige Patientin, 64 Kilogramm, wird fünf Wochen vor einer geplanten Kolonresektion bei Karzinom in der Anästhesieambulanz vorgestellt. Sie berichtet über Belastungsluftnot beim Treppensteigen. Das Hämoglobin beträgt 97 Gramm je Liter, das mittlere Zellvolumen 72 Femtoliter, der mittlere Hämoglobingehalt 24 Pikogramm, Ferritin 11 Mikrogramm je Liter, Transferrinsättigung 7 Prozent, C-reaktives Protein 4 Milligramm je Liter, Retikulozyten niedrig normal. Die Nierenfunktion ist altersentsprechend, Cobalamin und Folsäure liegen im Normbereich. Es besteht eine koronare Herzkrankheit mit stabiler Angina bei zwei Stockwerken.

Fall 1, Frage 1

Fall 1, Frage 2

Fall 1, Frage 3

Merksätze

  • Erythropoetin folgt dem Sauerstoffpartialdruck der Niere, nicht dem Hämoglobinwert, und öffnet zugleich über die Hepcidinsenkung die Materialzufuhr.
  • Die Retikulozytenzahl beantwortet die entscheidende Frage: Arbeitet das Mark, oder ist es blockiert?
  • Eisen kennt nur eine Tür ins Blut, das Ferroportin, und nur einen Schlüssel, der sie schließt, das Hepcidin.
  • Der Eisenkreislauf ist nahezu geschlossen; nur Blutung verliert nennenswerte Mengen, und nur der Darm kann sie langsam ersetzen.
  • Niedrige Transferrinsättigung mit niedrigem Ferritin bedeutet leerer Speicher, niedrige Transferrinsättigung mit hohem Ferritin bedeutet verschlossener Speicher.

Aufgaben

Aufgabe 1: Wie ordnen Sie den Befund

Gegeben:
Bei einer 68-jährigen Patientin wird vier Wochen vor geplanter Hüftendoprothese ein Hämoglobin von 104 Gramm je Liter gemessen, das mittlere Zellvolumen beträgt 74 Femtoliter, Ferritin 14 Mikrogramm je Liter, Transferrinsättigung 9 Prozent, C-reaktives Protein normal.

Frage:
Wie ordnen Sie den Befund ein, und was folgt daraus?

Lösung

Es liegt ein absoluter Eisenmangel mit hypochrom-mikrozytärer Anämie vor: kleines Zellvolumen, niedriges Ferritin und eine Transferrinsättigung unter 12 Prozent bei fehlender Entzündung. Die häufigste Ursache in dieser Altersgruppe ist ein chronischer okkulter Blutverlust, sodass eine gastrointestinale Abklärung dazugehört. Das Zeitfenster von vier Wochen reicht aus, um die Erythropoese wieder in Gang zu setzen; der Erfolg zeigt sich zuerst am Retikulozytenanstieg nach drei bis fünf Tagen und erst danach am Hämoglobin. Eine Behandlung vor dem Eingriff ist der Transfusion während des Eingriffs vorzuziehen.

Aufgabe 2: Warum bessert eine orale Eisengabe

Gegeben:
Ein Patient mit rheumatoider Arthritis hat ein Hämoglobin von 98 Gramm je Liter, ein mittleres Zellvolumen von 88 Femtoliter, ein Ferritin von 320 Mikrogramm je Liter, eine Transferrinsättigung von 11 Prozent und ein deutlich erhöhtes C-reaktives Protein.

Frage:
Warum bessert eine orale Eisengabe hier nichts?

Lösung

Die Konstellation spricht für eine Anämie bei chronischer Entzündung. Entzündungszytokine steigern die Hepcidinsynthese der Leber, Hepcidin lässt die Ferroportindichte sinken, und damit schließen sich zwei Wege zugleich: die Abgabe des im Darm aufgenommenen Eisens ins Blut und die Rückgabe des recycelten Eisens aus den Makrophagen. Oral zugeführtes Eisen bleibt deshalb in der Mukosazelle und geht mit deren Abschilferung verloren. Das hohe Ferritin belegt gefüllte, aber verschlossene Speicher; therapeutisch entscheidend ist die Kontrolle der Grundkrankheit, ergänzt gegebenenfalls durch eine parenterale Eisengabe.

Aufgabe 3: Welche zwei Mangelzustände kommen infrage

Gegeben:
Ein Patient wird nach Magenresektion vorgestellt. Das Hämoglobin beträgt 96 Gramm je Liter, das mittlere Zellvolumen 112 Femtoliter, der mittlere Hämoglobingehalt ist erhöht.

Frage:
Welche zwei Mangelzustände kommen infrage, und warum ist die Unterscheidung wichtig?

Lösung

Infrage kommen ein Cobalaminmangel und ein Folsäuremangel; beide stören die Synthese der Desoxyribonukleinsäure, sodass zu wenige, aber zu große Zellen entstehen. Nach Magenresektion fehlt der Intrinsic Factor, weshalb der Cobalaminmangel hier besonders naheliegt; er wird wegen der großen Leberspeicher oft erst nach Jahren manifest. Die Unterscheidung ist wichtig, weil eine alleinige Folsäuregabe bei Cobalaminmangel das Blutbild bessert, die neurologische Schädigung mit Hinterstrangsymptomatik aber fortschreiten lässt. Beide Werte sind daher vor Therapiebeginn zu bestimmen, und bei fehlender Aufnahme wird parenteral substituiert.

Aufgabe 4: Erklären Sie den Zusammenhang und

Gegeben:
Bei einem Patienten an der Herz-Lungen-Maschine fällt das Haptoglobin unter die Nachweisgrenze, die Laktatdehydrogenase steigt, der Urin ist rötlich.

Frage:
Erklären Sie den Zusammenhang und die Folgen für die Nierenfunktion.

Lösung

Der Kontakt mit Fremdoberflächen und Scherkräften zerstört Erythrozyten intravasal. Frei werdendes Hämoglobin wird an Haptoglobin gebunden und als Komplex von Makrophagen aufgenommen; bei anhaltender Hämolyse ist das Haptoglobin verbraucht und nicht mehr nachweisbar. Die Laktatdehydrogenase stammt aus den zerstörten Zellen. Übersteigt die Hämolyse die Bindungskapazität, gelangt freies Hämoglobin in den Urin und kann tubulär ausfallen sowie über Stickstoffmonoxidbindung die Nierendurchblutung verschlechtern. Praktisch bedeutet das ausreichende Diurese, Vermeidung zusätzlicher nephrotoxischer Belastung und Begrenzung der mechanischen Belastung.

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Abschlussquiz, etwa 8 Minuten

Abschlussquiz

Acht Fragen. Bestanden ab 80 %.

Zum Nachschlagen

Begriffe und Literatur

BegriffBedeutung
Pluripotente StammzelleZelle des Knochenmarks, die sich in jede Blutzellreihe differenzieren kann und sich bei jeder Teilung selbst erneuert.
ErythropoetinHormon, das nach der Geburt zu etwa 90 Prozent in der Niere gebildet wird; Reiz ist der renale Sauerstoffpartialdruck, nicht der Hämoglobinwert.
RetikulozytJunger, eben ins Blut entlassener Erythrozyt mit Resten von Ribonukleinsäure; sein Anteil zeigt an, ob das Knochenmark antwortet.
HepcidinLeberhormon, das die Ferroportindichte in Mukosazellen, Hepatozyten und Makrophagen senkt und damit die Eisenabgabe ins Blut drosselt.
FerroportinEinziger Ausgang des Eisens ins Blut, sowohl aus der Darmmukosazelle als auch aus dem recycelnden Makrophagen.
TransferrinsättigungBeladener Anteil der Eisentransportkapazität des Plasmas; Werte unter 12 Prozent sprechen für Eisenmangel.
FerritinSpeicherprotein mit Platz für bis zu 4 500 Eisenionen, rasch verfügbare Reserve von etwa 600 Milligramm, zugleich Akutphaseprotein.
Anämie bei chronischer EntzündungDurch hohes Hepcidin blockierte Eisenverwertung mit niedrigem Serumeisen und niedriger Transferrinsättigung bei normalem oder hohem Ferritin.

Literatur

  1. Intravenous iron to treat anaemia before cardiac surgery (ITACS): international, double blind, placebo controlled randomised trial. BMJ. 2026. doi:10.1136/bmj-2026-100407
  2. Liu C, Han J, Fu R et al. Timing of intravenous iron for treatment of anaemia in surgical patients: a systematic review and network meta-analysis. eClinicalMedicine. 2025;86:103361. doi:10.1016/j.eclinm.2025.103361
  3. Meybohm P, Schmitt E, Choorapoikayil S et al. German patient blood management network: effectiveness and safety analysis in 1,2 million patients. Br J Anaesth. 2023;131(3):472-481. doi:10.1016/j.bja.2023.05.006
  4. Carson JL, Brooks MM, Hébert PC et al. Restrictive or liberal transfusion strategy in myocardial infarction and anemia. N Engl J Med. 2023;389(26):2446-2456. doi:10.1056/NEJMoa2307983
  5. Pagano MB, Stanworth SJ, Dennis J et al. Red cell transfusion in acute myocardial infarction: AABB international clinical practice guidelines. Ann Intern Med. 2025;178(10):1469-1477. doi:10.7326/ANNALS-25-00706

Standardwerke

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  • Pape HC, Kurtz A, Silbernagl S (Hrsg.). Physiologie. 9. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2019.
  • Boron WF, Boulpaep EL. Medical Physiology. 3. Auflage. Philadelphia: Elsevier; 2017.
  • Rassow J, Hauser K, Netzker R, Deutzmann R. Duale Reihe Biochemie. 5. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022.
  • Gropper MA, Cohen NH, Eriksson LI et al. (Hrsg.). Miller’s Anesthesia. 9. Auflage. Philadelphia: Elsevier; 2020.

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