Klinische Physiologie, Kachel 04 · Stufe PJ

Blutrheologie und Hämatokrit

Blut ist keine Flüssigkeit mit fester Zähigkeit, sondern eine Suspension, deren Fließverhalten sich mit Zellzahl, Strömungsgeschwindigkeit und Gefäßdurchmesser laufend ändert.

Lernziele
  • Viskosität als Verhältnis von Schubspannung und Scherung definieren und von der Fluidität abgrenzen.
  • Erklären, warum die Viskosität des Blutes mit steigendem Hämatokrit zunimmt und mit sinkender Strömungsgeschwindigkeit ebenfalls zunimmt.
  • Die Verformbarkeit der Erythrozyten auf ihre drei Ursachen zurückführen und daraus die Kapillar- und Milzpassage ableiten.
  • Fahraeus-Lindqvist-Effekt und Axialmigration beschreiben und angeben, in welchem Gefäßabschnitt sie wirken und wo sie versagen.
  • Den Zusammenhang zwischen Sauerstoffgehalt und Fließfähigkeit als Kompromiss darstellen und den Begriff des günstigsten Hämatokrits klinisch anwenden.
  • Störungen der Verformbarkeit und Hyperviskositätssyndrome erkennen und die therapeutischen Ansatzpunkte benennen.

Zu dieser Lerneinheit

  1. Zehn Lektionen mit einer Abbildung, einer Tabelle der wirksamen Viskosität entlang des Gefäßbaums, Merksätzen, vier Aufgaben mit Lösungen 6 Übungsfragen in den Lektionen, einem klinischen Fall mit drei Fragen und einem Abschlussquiz.
  2. Sauerstoffbindungskurve, Sauerstoffgehalt und Sauerstofftransport stehen in der Kachel Atmung und Kreislauf und werden hier vorausgesetzt; diese Einheit behandelt ausschließlich die Fließeigenschaften.
  3. Indikation, Durchführung und Reaktionsmanagement der Transfusion sind Gegenstand der Einheit Hämotherapie im Modul Intensivmedizin; die Blutstillung folgt unmittelbar in der nächsten Einheit dieser Kachel.

Lektion 1

Warum das klinisch zählt

Wenn Sie den Hämatokrit einer Patientin anheben, erhöhen Sie zugleich zwei gegenläufige Größen: den Sauerstoffgehalt jedes Milliliters Blut und den Widerstand, den dieses Blut dem Herzen entgegensetzt. Beide Wirkungen sind rechnerisch gut fassbar, und beide treten immer gemeinsam auf. Genau deshalb ist die Frage nach der richtigen Transfusionsschwelle keine reine Laborfrage. Sie ist eine Frage nach dem Punkt, an dem der Gewinn an Sauerstoffgehalt den Verlust an Fließfähigkeit gerade noch überwiegt. Wer die Rheologie des Blutes versteht, erkennt, warum dieser Punkt bei einem Patienten mit koronarer Herzkrankheit anders liegt als bei einer jungen Patientin mit chronischer Anämie.

Die zweite klinische Anwendung liegt in der Mikrozirkulation. Auf der Intensivstation sehen Sie regelmäßig Patienten, deren großer Kreislauf zufriedenstellend erscheint, während die Haut marmoriert ist, die Rekapillarisierung verzögert bleibt und das Laktat steigt. Ein Teil dieser Beobachtung erklärt sich damit, dass die Fließeigenschaften in den kleinsten Gefäßen andere sind als in der Aorta und sich bei Entzündung, niedriger Strömungsgeschwindigkeit und veränderten Erythrozyten rasch verschlechtern. Die Rheologie erklärt damit Befunde, die mit Druck und Herzzeitvolumen allein nicht aufgehen.

Lektion 2

Viskosität als Verhältnis von Schubspannung und Scherung

Strömt eine Flüssigkeit durch ein Rohr, so bewegen sich benachbarte Flüssigkeitsschichten unterschiedlich schnell. Die wandnahe Schicht haftet praktisch still, die zentrale ist am schnellsten. Das Geschwindigkeitsgefälle zwischen benachbarten Schichten heißt Scherung oder Schergeschwindigkeit. Um die Schichten gegeneinander zu verschieben, ist eine Kraft je Flächeneinheit nötig, die Schubspannung. Die Viskosität ist das Verhältnis aus beiden: Schubspannung geteilt durch Scherung, angegeben in Pascalsekunden. Ihr Kehrwert heißt Fluidität. Eine Flüssigkeit mit hoher Viskosität verlangt für dieselbe Scherung eine größere Schubspannung; sie fließt zäher.

Bei Wasser und bei Plasma ist dieses Verhältnis über einen weiten Bereich konstant. Solche Flüssigkeiten heißen newtonsch: Verdoppeln Sie die treibende Kraft, verdoppelt sich die Strömungsgeschwindigkeit. Blut verhält sich anders; seine Viskosität hängt davon ab, wie schnell es gerade fließt und wie weit das Gefäß ist. Jede Angabe einer Blutviskosität ohne Angabe der Bedingungen ist deshalb unvollständig. Zur Einordnung dienen relative Einheiten, bezogen auf Wasser. Wasser hat bei 37 Grad Celsius eine Viskosität von etwa 0,7 Millipascalsekunden; das ist eine relative Einheit. Plasma liegt bei etwa zwei relativen Einheiten, weil die gelösten Proteine die Schichten aneinander koppeln. Strömendes Blut in kleinen Arterien von etwa 20 Mikrometern Durchmesser liegt bei etwa vier relativen Einheiten, also nur ungefähr beim Doppelten des Plasmawerts. Das ist der eigentliche Befund dieser Lektion: Eine Suspension, die zu fast der Hälfte aus Zellen besteht, fließt fast so gut wie ihre zellfreie Trägerflüssigkeit.

Übung 2.1

Lektion 3

Hämatokrit und Strömungsgeschwindigkeit als Bestimmungsgrößen

Der Hämatokrit ist das Verhältnis von Blutzellvolumen zu Gesamtblutvolumen und liegt bei Männern zwischen 0,40 und 0,54, bei Frauen zwischen 0,37 und 0,47. Da die Erythrozyten den ganz überwiegenden Anteil der Blutzellen stellen, ist der Hämatokrit praktisch ein Maß für die Erythrozytenkonzentration. Mit ihm steigt die Blutviskosität, und zwar nicht linear, sondern zunehmend steil. Solange die Zellen weit auseinanderliegen, stören sie die Schichtung der Strömung kaum. Je enger sie sich drängen, desto häufiger behindern sie einander, und oberhalb des physiologischen Bereichs nimmt die Viskosität überproportional zu. Ein Anstieg von 0,45 auf 0,60 erhöht den Strömungswiderstand daher weit mehr, als der Zahlensprung vermuten lässt.

Die zweite Bestimmungsgröße ist die Strömungsgeschwindigkeit. Anders als bei Wasser sinkt die Viskosität des Blutes, wenn es schneller fließt. Bei hoher Schergeschwindigkeit richten sich die Erythrozyten in Strömungsrichtung aus, verformen sich zu länglichen Gebilden und lassen ihren Inhalt sogar innerhalb der Membran zirkulieren. Die Membran verhält sich dann wie ein Flüssigkeitsfilm, der um den Zellinhalt rollt. Unter diesen Bedingungen verhält sich Blut weniger wie eine Suspension fester Teilchen als vielmehr wie eine Emulsion aus verformbaren Tröpfchen, und die Viskosität fällt. Verlangsamt sich die Strömung, kehrt sich der Vorgang um: Die Zellen richten sich nicht mehr aus, sie lagern sich zusammen, und die Viskosität steigt.

Beide Größen verstärken einander. Ein hoher Hämatokrit ist bei rascher Strömung gut verträglich und wird bei langsamer Strömung zum Problem. Gefährlich ist deshalb nicht der hohe Hämatokrit allein und nicht die niedrige Flussgeschwindigkeit allein, sondern ihr Zusammentreffen, wie es bei Exsikkose, Schock, Hypothermie und in den venösen Abschnitten der Mikrozirkulation regelmäßig vorkommt.

Übung 3.1

Lektion 4

Verformbarkeit der Erythrozyten und die Passage der Kapillaren

Der frei schwimmende Erythrozyt hat einen Durchmesser von etwa sieben Mikrometern. Die Kapillaren und die Poren der Milzsinus sind mit weniger als fünf Mikrometern deutlich enger. Für eine starre Scheibe wäre diese Passage unmöglich; für den Erythrozyten ist sie Routine. Drei Eigenschaften machen das möglich. Erstens ist der Zellinhalt selbst dünnflüssig, weil die Zelle keinen Kern und keine Organellen besitzt und im Wesentlichen eine Hämoglobinlösung enthält. Zweitens verhält sich die Membran mit ihrem Spektrinnetz wie ein dehnbarer Film, der seine Fläche beibehält, seine Form aber fast beliebig ändert. Drittens hat die bikonkave Scheibe ein großes Verhältnis von Oberfläche zu Volumen, sodass sie ihre Form ändern kann, ohne die Membran zu dehnen. Diese Flächenreserve geht verloren, sobald die Zelle kugelig wird.

Aus dieser Konstruktion folgt unmittelbar, welche Störungen die Verformbarkeit beeinträchtigen. Bei Hyperosmolalität verliert die Zelle Wasser, ihr Inhalt wird zäher, und die Oberfläche legt sich in die stachelige Form, die als Stechapfelform bezeichnet wird. Bei der Sichelzellkrankheit polymerisiert das veränderte Hämoglobin unter Sauerstoffmangel zu starren Fasern; die Zelle wird steif und kann kleine Gefäße verlegen. Zelleinschlüsse und Veränderungen der Membran bei langer Lagerung wirken in dieselbe Richtung: Gelagerte Erythrozyten verlieren an Adenosintriphosphat, ihre Form geht von der Scheibe in die Kugel über, und ihre Fähigkeit, sich durch eine Kapillare zu zwängen, nimmt ab. Ob sich diese Lagerungsveränderungen in einen klinischen Vorteil frischer Konserven übersetzen, ist eine andere Frage, die der Evidenzabschnitt aufgreift.

Die Milz arbeitet als Prüfstelle für genau diese Eigenschaft. Erythrozyten verlassen dort regelhaft die Arteriolen und müssen durch schmale Poren in die Milzsinus gelangen; wer diese Passage nicht mehr schafft, wird ausgesondert und von Makrophagen abgebaut. Die Lebensdauer von etwa 120 Tagen ist damit keine eingebaute Uhr, sondern das Ergebnis einer täglich wiederholten mechanischen Prüfung.

Schema der Fließeigenschaften des Blutes mit Geschwindigkeitsprofil im Gefäß, axialer Anordnung der Erythrozyten in kleinen Gefäßen, wandnaher Plasmaschicht und Geldrollenbildung bei langsamer Strömung
Abbildung 1: Fließeigenschaften des Blutes: Bei rascher Strömung wandern die verformbaren Erythrozyten in die Gefäßmitte und hinterlassen eine zellarme wandnahe Plasmaschicht, wodurch die wirksame Viskosität in Gefäßen unter etwa 300 Mikrometern sinkt; verlangsamt sich die Strömung, lagern sich die Zellen zu Geldrollen zusammen, und die Viskosität steigt steil an. Eigene Darstellung

Übung 4.1

Lektion 5

Fahraeus-Lindqvist-Effekt und Axialmigration

In einem strömenden Rohr wirken auf ein verformbares Teilchen Kräfte, die es aus der Wandnähe in die Mitte treiben. Der Grund liegt im Geschwindigkeitsgefälle: Die wandnahe Seite eines Erythrozyten wird langsamer bewegt als die zur Mitte gerichtete Seite, die Zelle rotiert, und die dabei entstehende Querkraft schiebt sie ins Zentrum. Dieser Vorgang heißt Axialmigration. Als Folge entsteht ein zellreicher Kern in der Gefäßmitte und eine zellarme Plasmaschicht entlang der Wand. Genau dort, wo die Scherung am größten und die Reibung am teuersten ist, liegt nun fast reines Plasma.

Die Folge für die Viskosität ist bemerkenswert. In Gefäßen mit einem Durchmesser unterhalb von etwa 300 Mikrometern sinkt die wirksame Viskosität des Blutes mit abnehmendem Durchmesser, obwohl die Strömung dort langsamer wird. Dieser Zusammenhang heißt Fahraeus-Lindqvist-Effekt. In den Arteriolen von etwa sieben Mikrometern Durchmesser liegt die Viskosität des Blutes nur noch wenig über der des Plasmas. Der Körper nutzt die Verformbarkeit seiner Erythrozyten also genau dort, wo der größte Teil des peripheren Widerstands entsteht.

Der Effekt hat eine Grenze. In den Kapillaren mit etwa vier Mikrometern Durchmesser ist kein Platz mehr für einen zellreichen Kern und eine getrennte Randschicht; jede Zelle muss einzeln und verformt hindurch. Dort steigt die wirksame Viskosität wieder an. Damit ergibt sich über den Gefäßbaum ein Verlauf mit einem Minimum im arteriolären Bereich. Wichtig ist außerdem, dass der Effekt an die Verformbarkeit gebunden ist. Starre Zellen wandern nicht nach axial, sie bleiben in Wandnähe, und der Vorteil entfällt. Bei Sichelzellkrankheit, ausgeprägter Hyperosmolalität und stark veränderten Zellen verliert die Mikrozirkulation deshalb zwei Dinge gleichzeitig: die Passierbarkeit der Kapillare und die Entlastung der Arteriole.

Übung 5.1

Lektion 6

Geldrollenbildung und Aggregation bei niedriger Schergeschwindigkeit

Sinkt die Schergeschwindigkeit, so überwiegen die Kräfte, die Erythrozyten aneinander binden. Vermittelt werden sie vor allem durch große Plasmaproteine, allen voran Fibrinogen, und durch bestimmte Immunglobuline. Die Zellen legen sich mit ihren flachen Seiten aneinander und bilden Ketten, die im Ausstrich wie gestapelte Münzen aussehen; daher der Name Geldrollenbildung. Solche Aggregate verhalten sich wie große, schlecht verformbare Teilchen. Die Suspension verliert ihren emulsionsartigen Charakter, und die Viskosität kann unter ungünstigen Bedingungen auf ein Vielfaches ansteigen, in Modellversuchen bis in den Bereich von tausend relativen Einheiten. In kleinen Gefäßen führt das rasch zum Stillstand der Strömung.

Der Vorgang ist reversibel: Steigt die Schergeschwindigkeit wieder an, zerfallen die Geldrollen. Die Aggregation ist deshalb kein Naturereignis, sondern ein Kreislaufbefund. Sie tritt dort auf, wo die Strömung ohnehin langsam ist, also in den postkapillären Venolen, und sie wird verstärkt durch alles, was Fibrinogen und andere große Proteine erhöht: Entzündung, Sepsis, Malignom und Schwangerschaft. Kommt eine verminderte Verformbarkeit hinzu, schließt sich ein Kreis, in dem langsame Strömung die Aggregation fördert und die Aggregation die Strömung weiter verlangsamt.

Von der reversiblen Aggregation ist das Hyperviskositätssyndrom zu trennen. Es entsteht, wenn die Viskosität dauerhaft und unabhängig von der Schergeschwindigkeit erhöht ist. Zwei Wege führen dorthin. Der erste ist ein sehr hoher Hämatokrit, etwa bei Polycythaemia vera oder bei einer ausgeprägten sekundären Polyglobulie. Der zweite ist eine sehr hohe Konzentration großer Plasmaproteine, wie sie beim Morbus Waldenström und bei manchen Formen des multiplen Myeloms vorkommt. Klinisch zeigen sich Kopfschmerz, Schwindel, Seh- und Hörstörungen, Verwirrtheit und eine Neigung sowohl zu Thrombosen als auch zu Blutungen; die Therapie greift mit Aderlass oder Plasmaaustausch an der Ursache an.

Übung 6.1

Lektion 7

Der günstigste Hämatokrit als Kompromiss

Der Sauerstofftransport hängt am Produkt aus dem Sauerstoffgehalt des Blutes und dem Herzzeitvolumen. Der Gehalt steigt nahezu linear mit dem Hämatokrit, weil er im Wesentlichen an die Hämoglobinmenge gebunden ist; die Einzelheiten der Bindung und des Transports stehen in Kachel 03 und werden hier vorausgesetzt. Das Herzzeitvolumen hängt umgekehrt vom Strömungswiderstand ab, und dieser steigt mit dem Hämatokrit überproportional. Multipliziert man beide Verläufe, so ergibt sich eine Kurve mit einem Maximum. Dieses Maximum meint der Begriff des günstigsten Hämatokrits.

Das Maximum ist flach, und seine Lage hängt von den Umständen ab. Ist der Kreislauf in der Lage, mit einem höheren Herzzeitvolumen zu antworten, verschiebt sich das Optimum zu niedrigeren Werten, weil die Verdünnung durch mehr Fluss ausgeglichen wird; das ist bei jungen, herzgesunden Menschen der Fall. Kann der Kreislauf nicht mehr steigern, etwa bei Herzinsuffizienz, unter Betablockade oder bei koronarer Herzkrankheit, so verschiebt sich das Optimum zu höheren Werten, weil dann jeder verlorene Gramm Hämoglobin unmittelbar am Angebot fehlt. Auch das Zielorgan entscheidet mit: Für das Gehirn gilt anderes als für ein Myokard hinter einer Stenose, dessen Reserve bereits ausgeschöpft ist.

Aus dieser Überlegung stammt das Verfahren der akuten normovolämen Hämodilution. Vor einem Eingriff mit erwartetem Blutverlust wird Eigenblut entnommen und das Volumen durch eine zellfreie Lösung ersetzt. Der Hämatokrit sinkt, die Viskosität fällt, das Herzzeitvolumen steigt, und der Blutverlust während der Operation kostet weniger Erythrozyten, weil jeder verlorene Milliliter ärmer an Zellen ist. Nach der Blutstillung wird das Eigenblut zurückgegeben. Die Grenze des Verfahrens liegt dort, wo die Steigerung des Herzzeitvolumens nicht mehr möglich ist. Der umgekehrte Weg, die Senkung eines krankhaft erhöhten Hämatokrits, verfolgt dasselbe rheologische Ziel aus der entgegengesetzten Richtung.

Tabelle 1: Der günstigste Hämatokrit als Kompromiss
GefäßabschnittTypischer DurchmesserWirksame ViskositätGrund
Große Arterienüber 300 Mikrometerhoch, etwa vier bis fünf relative Einheitenkeine nennenswerte Axialmigration, volle Wirkung des Hämatokrits
Kleine Arterienetwa 20 Mikrometeretwa vier relative Einheitenbeginnende Entmischung, zellarme Randschicht bildet sich aus
Arteriolenetwa 7 Mikrometernur wenig über Plasmaausgeprägter Fahraeus-Lindqvist-Effekt, Minimum des Verlaufs
Kapillarenetwa 4 Mikrometerwieder ansteigendEinzelzellpassage, kein Platz für Randschicht
Postkapilläre Venolenetwa 20 Mikrometerstark ansteigend bei langsamer Strömungniedrige Schergeschwindigkeit, Aggregation der Erythrozyten

Übung 7.1

Lektion 8

Funktionelles Modell

Stellen Sie sich das Blut als Strom weicher Tropfen vor, nicht als Strom kleiner Scheiben. Diese eine Umstellung erklärt drei Beobachtungen auf einmal. Weiche Tropfen richten sich bei schneller Strömung aus und gleiten aneinander vorbei, weshalb die Viskosität mit der Geschwindigkeit fällt. Weiche Tropfen wandern im Geschwindigkeitsgefälle nach innen, weshalb sich eine schmierende Plasmaschicht an der Wand bildet und der Widerstand in den kleinen Gefäßen niedrig bleibt. Weiche Tropfen passen sich schließlich der Öffnung an, weshalb eine Zelle von sieben Mikrometern eine Pore von vier Mikrometern durchquert.

Aus dem Modell folgen die Störungen ohne Zusatzwissen. Wird der Tropfen hart, versagen alle drei Eigenschaften gleichzeitig: Die Ausrichtung entfällt, die Axialmigration entfällt, die Passage entfällt. Das ist die Lage bei Sichelzellkrankheit, bei starker Hyperosmolalität und bei stark veränderten Zellen. Werden die Tropfen dagegen klebrig, weil große Proteine sie verbinden, entstehen Ketten, die sich wie große starre Teilchen verhalten; das ist die Lage bei Entzündung und langsamer Strömung. Werden die Tropfen schließlich zu zahlreich, berühren sie einander dauernd, und selbst ideale Weichheit hilft nicht mehr; das ist die Lage bei Polyglobulie.

Für die klinische Entscheidung genügen daraus drei Fragen: Wie viele Zellen sind unterwegs, wie weich sind sie, und wie schnell fließen sie? Eine Transfusion erhöht die Zahl und senkt damit die Fließfähigkeit, ein Volumenersatz senkt die Zahl und beschleunigt zugleich die Strömung, Wärme und ausreichender Perfusionsdruck wirken über die Geschwindigkeit.

Lektion 9

Klinische Übersetzung

Was verändert die Anästhesie?

  • Jede Volumengabe senkt den Hämatokrit. Bei normovolämer Ausgangslage verbessert das die Fließeigenschaften, bei bereits niedrigem Ausgangswert nähert es sich der Grenze, an der das Sauerstoffangebot leidet.
  • Hypothermie erhöht die Viskosität des Plasmas und vermindert die Verformbarkeit der Erythrozyten. Die Normothermie ist damit auch eine rheologische Maßnahme und nicht allein eine Frage von Komfort und Gerinnung.
  • Anästhetika senken durch Vasodilatation und verminderten Sympathikotonus den Perfusionsdruck. Die Schergeschwindigkeit fällt, und in den venösen Abschnitten der Mikrozirkulation nimmt die Neigung zur Aggregation zu.
  • Lange Nüchternheit und unzureichender Ersatz laufender Verluste erhöhen den Hämatokrit durch Eindickung. Der gemessene Hämoglobinwert kann dann normal erscheinen, obwohl die Erythrozytenmasse vermindert ist.
  • Eine Erythrozytenkonserve enthält Zellen, deren Verformbarkeit mit der Lagerungsdauer abnimmt. Für die Praxis folgt daraus keine Bevorzugung frischer Konserven, wohl aber die Erwartung, dass der Anstieg des Sauerstoffangebots verzögert eintritt.
  • Bei der akuten normovolämen Hämodilution ist die Kreislaufreserve die entscheidende Auswahlgröße. Ohne die Fähigkeit, das Herzzeitvolumen zu steigern, geht der erwartete Vorteil verloren.

Wann wird diese Physiologie klinisch sichtbar?

  • Marmorierte Haut bei ausreichendem arteriellem Druck: Die Störung liegt in den kleinen Gefäßen, wo niedrige Schergeschwindigkeit und Aggregation die Strömung zum Erliegen bringen.
  • Thrombosen und Blutungen beim selben Patienten im Rahmen eines Hyperviskositätssyndroms, bei dem der zähe Blutstrom sowohl die Gerinnselbildung fördert als auch die Thrombozytenfunktion stört.
  • Vasookklusive Krise bei Sichelzellkrankheit, ausgelöst durch Hypoxie, Kälte, Exsikkose oder Azidose, also durch genau die Bedingungen, die Verformbarkeit und Strömungsgeschwindigkeit gemeinsam vermindern.
  • Scheinbar normaler Hämoglobinwert im Schock, solange die Gegenregulation noch nicht zu einer Verschiebung von Flüssigkeit in die Strombahn geführt hat. Der Wert beschreibt eine Konzentration, keinen Bestand.
  • Fallendes Laktat nach Volumengabe ohne Anstieg des Hämoglobins: Der Gewinn beruht auf besserer Fließfähigkeit und höherem Fluss, nicht auf mehr Sauerstoffträgern.
  • Kopfschmerz, Sehstörung und Verwirrtheit bei sehr hohem Hämatokrit, oft bei Polyglobulie im Rahmen einer chronischen Hypoxie oder einer Polycythaemia vera.
Vorsicht

Ein hoher Hämoglobinwert schließt einen Sauerstoffmangel im Gewebe nicht aus. Übersteigt der Hämatokrit den günstigen Bereich, sinkt das Angebot trotz steigenden Gehalts, weil der Fluss stärker abnimmt, als der Gehalt zunimmt.

Aktuelle Evidenz

Der Hämatokrit ist eine Stellgröße zwischen Sauerstoffangebot und Fließfähigkeit, und beide Richtungen sind untersucht. Nach oben zeigt die Polycythaemia vera, was ein zu hoher Wert kostet: Bei 365 Behandelten senkte ein Zielhämatokrit unter 45 Prozent gegenüber einem Zielbereich von 45 bis 50 Prozent den kombinierten Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod und großer Thrombose von 9,8 auf 2,7 Prozent.1 Nach unten wird der Hämatokrit gezielt gesenkt: Eine Metaanalyse aus 30 randomisierten Studien mit 4 473 herzchirurgischen Patienten fand unter akuter normovolämer Hämodilution eine relative Abnahme allogener Transfusionen um 27 Prozent.2 Beide Befunde folgen derselben Logik, nur von verschiedenen Seiten des Optimums her.

Wo dieses Optimum liegt, hängt vom Patienten ab. Für kritisch Kranke empfiehlt eine Leitlinie aus dem Jahr 2025 mit starkem Empfehlungsgrad eine restriktive Strategie mit Schwellen von 7,0 bis 8,0 g je Deziliter, in der Herzchirurgie von 7,5 bis 8,0 g je Deziliter, spricht sich beim akuten Koronarsyndrom jedoch ausdrücklich gegen eine restriktive Strategie aus.3 Das ist genau die Unterscheidung, die die Physiologie erwarten lässt: Wo die Kreislaufreserve erhalten ist, wird die Verdünnung durch mehr Fluss ausgeglichen; wo sie fehlt, fehlt der Ausgleich.

Zwei weitere Befunde ordnen verbreitete Annahmen ein. Bei Sichelzellkrankheit ist die Verformbarkeit selbst gestört, und eine präoperative Transfusion senkte in einer vorzeitig beendeten Studie die Komplikationsrate von 39,4 auf 14,7 Prozent.4 Die Lagerungsveränderungen der Erythrozyten dagegen, so gut sie physiologisch belegt sind, übersetzen sich nicht in einen klinischen Vorteil: Eine Metaanalyse einzelner Patientendaten aus vier Studien mit 32 959 Patienten fand keinen Sterblichkeitsvorteil frischer Konserven.5 Für die Praxis heißt das, die Aufmerksamkeit auf die Indikation und nicht auf das Alter der Konserve zu richten.

Lektion 10

Typische Fehlannahmen

  • Blut habe eine feste Viskosität. Blut ist nichtnewtonsch. Seine Viskosität hängt von Hämatokrit, Schergeschwindigkeit und Gefäßdurchmesser ab und ändert sich innerhalb desselben Kreislaufs um ein Vielfaches.
  • Je enger das Gefäß, desto höher der Fließwiderstand des Blutes selbst. Zwischen etwa 300 und 10 Mikrometern sinkt die wirksame Viskosität mit dem Durchmesser; erst in der Kapillare steigt sie wieder an.
  • Mehr Hämoglobin bedeute immer mehr Sauerstoffangebot. Der Gehalt steigt, das Herzzeitvolumen fällt. Oberhalb des günstigsten Hämatokrits überwiegt der zweite Effekt.
  • Die Lebensdauer der Erythrozyten sei fest programmiert. Sie endet, wenn die Zelle die Prüfung an den Poren der Milz nicht mehr besteht; maßgeblich ist die Verformbarkeit, nicht ein Zeitgeber.
  • Geldrollenbildung sei ein Gerinnungsvorgang. Sie ist eine reversible, durch Plasmaproteine vermittelte Zusammenlagerung, die bei steigender Schergeschwindigkeit wieder zerfällt.

Lektion 11

Klinischer Fall, Merksätze und Aufgaben

Fall 1: Anämie vor elektiver Bypassoperation

Ein 71-jähriger Patient wird zur elektiven koronaren Bypassoperation aufgenommen. Er berichtet über Belastungsdyspnoe seit einigen Monaten. Das Hämoglobin beträgt 10,8 g je Deziliter, der Hämatokrit 0,33, die Thrombozytenzahl liegt bei 245 mal 10 hoch 9 je Liter, die Gerinnungswerte sind unauffällig. Die Auswurffraktion beträgt 38 Prozent, es besteht eine Hauptstammstenose. Der Patient nimmt einen Betablocker und Acetylsalicylsäure ein. Ein Kollege schlägt vor, zu Beginn des Eingriffs eine akute normovoläme Hämodilution durchzuführen, um allogene Transfusionen zu vermeiden. Ein anderer hält dagegen, man solle vor der Operation transfundieren, damit der Patient mit einem höheren Hämatokrit in den Eingriff geht.

Fall 1, Frage 1

Fall 1, Frage 2

Fall 1, Frage 3

Merksätze

  • Viskosität ist Schubspannung geteilt durch Scherung. Bei Blut ist dieses Verhältnis keine Konstante, sondern eine Funktion der Umstände.
  • Die Blutviskosität steigt mit dem Hämatokrit und mit sinkender Strömungsgeschwindigkeit. Gefährlich ist das Zusammentreffen beider Bedingungen.
  • Der Erythrozyt ist weich, weil sein Inhalt dünnflüssig ist, seine Membran sich wie ein Film verhält und seine Oberfläche im Verhältnis zum Volumen groß ist.
  • Axialmigration erzeugt eine zellarme Randschicht; deshalb ist die wirksame Viskosität in Arteriolen fast so niedrig wie die des Plasmas.
  • Der günstigste Hämatokrit ist das Maximum aus Sauerstoffgehalt mal Fluss. Seine Lage hängt davon ab, ob der Kreislauf noch steigern kann.

Aufgaben

Aufgabe 1: Wie bewerten Sie diese Überlegung?

Gegeben:
Bei einem 68-jährigen Patienten mit koronarer Dreigefäßerkrankung fällt das Hämoglobin nach einer Hüftoperation von 13,5 auf 8,6 Gramm je Deziliter. Ein Kollege argumentiert, die niedrigere Viskosität verbessere die Mikrozirkulation und mache eine Transfusion entbehrlich.

Frage:
Wie bewerten Sie diese Überlegung?

Lösung

Die rheologische Überlegung ist für sich genommen richtig: Ein niedrigerer Hämatokrit senkt die Viskosität und erlaubt ein höheres Herzzeitvolumen. Sie ist aber unvollständig, weil sie voraussetzt, dass der Kreislauf diese Steigerung leisten kann. Bei koronarer Dreigefäßerkrankung ist die Koronarreserve eingeschränkt, und die Steigerung des Herzzeitvolumens erhöht zugleich den Sauerstoffverbrauch des Myokards. Das Optimum liegt bei diesem Patienten deshalb bei einem höheren Hämatokrit als bei einem Herzgesunden. Die Entscheidung folgt daher nicht der Viskosität allein, sondern der Frage, ob Zeichen eines Missverhältnisses zwischen Angebot und Bedarf vorliegen.

Aufgabe 2: Erklären Sie, warum die wirksame

Gegeben:
Die Angaben stehen in der Frage.

Frage:
Erklären Sie, warum die wirksame Viskosität des Blutes in einer Arteriole von sieben Mikrometern Durchmesser niedriger ist als in einer kleinen Arterie von zwanzig Mikrometern, obwohl das Blut dort langsamer fließt.

Lösung

Verantwortlich ist der Fahraeus-Lindqvist-Effekt. Im Geschwindigkeitsgefälle wandern verformbare Erythrozyten nach axial, sodass sich ein zellreicher Kern und eine zellarme Plasmaschicht an der Wand ausbilden. Weil die Scherung an der Wand am größten ist und dort nun fast reines Plasma liegt, sinkt die wirksame Viskosität. Je enger das Gefäß, desto stärker fällt die Randschicht relativ ins Gewicht, und deshalb setzt sich dieser Effekt gegen die geschwindigkeitsbedingte Zunahme durch. In der Kapillare endet der Vorteil, weil dort kein Platz mehr für eine getrennte Randschicht ist.

Aufgabe 3: Beschreiben Sie den rheologischen Mechanismus

Gegeben:
Eine Patientin mit Sichelzellkrankheit entwickelt bei Exsikkose und Hypothermie starke Knochenschmerzen.

Frage:
Beschreiben Sie den rheologischen Mechanismus und leiten Sie daraus die drei wichtigsten Sofortmaßnahmen ab.

Lösung

Unter Sauerstoffmangel polymerisiert das veränderte Hämoglobin zu starren Fasern, und der Erythrozyt verliert seine Verformbarkeit. Damit entfallen gleichzeitig die Passage der Kapillare und die Axialmigration, sodass der Widerstand steigt und die Strömung weiter abnimmt. Exsikkose erhöht zusätzlich den Hämatokrit und die Osmolalität, Hypothermie vermindert Verformbarkeit und Strömungsgeschwindigkeit. Es entsteht ein sich selbst verstärkender Kreis mit Gefäßverschluss und Infarzierung. Die Sofortmaßnahmen greifen an den drei Stellgrößen an: Rehydrierung zur Senkung von Hämatokrit und Osmolalität, aktive Wiedererwärmung und ausreichende Oxygenierung, dazu eine wirksame Schmerztherapie, weil Schmerz über den Sympathikotonus die periphere Durchblutung weiter drosselt.

Aufgabe 4: Erklären Sie das physiologische Prinzip

Gegeben:
Vor einer großen Wirbelsäulenoperation wird eine akute normovoläme Hämodilution erwogen.

Frage:
Erklären Sie das physiologische Prinzip und nennen Sie die wichtigste Voraussetzung auf Seiten des Patienten.

Lösung

Vor Beginn des Eingriffs wird Eigenblut entnommen und das entnommene Volumen durch eine zellfreie Lösung ersetzt. Der Hämatokrit sinkt, die Viskosität fällt, und der venöse Rückstrom trifft auf einen geringeren Widerstand, sodass das Herzzeitvolumen steigt. Weil jeder intraoperativ verlorene Milliliter nun weniger Erythrozyten enthält, ist der Verlust an Sauerstoffträgern geringer; nach der Blutstillung wird das Eigenblut zurückgegeben. Entscheidende Voraussetzung ist die Fähigkeit des Kreislaufs, das Herzzeitvolumen zu steigern. Bei Herzinsuffizienz, hochgradiger Aortenstenose oder ausgeprägter koronarer Herzkrankheit entfällt dieser Ausgleich, und die Verdünnung führt unmittelbar zu einem verminderten Angebot.

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Abschlussquiz, etwa 8 Minuten

Abschlussquiz

Acht Fragen. Bestanden ab 80 %.

Zum Nachschlagen

Begriffe und Literatur

BegriffBedeutung
ViskositätVerhältnis von Schubspannung zu Scherung, angegeben in Pascalsekunden; ihr Kehrwert heißt Fluidität.
SchergeschwindigkeitGeschwindigkeitsgefälle zwischen benachbarten Flüssigkeitsschichten; sie bestimmt bei Blut unmittelbar die Viskosität.
Nichtnewtonsche FlüssigkeitFlüssigkeit, deren Viskosität von den Strömungsbedingungen abhängt; Blut wird bei rascherer Strömung dünnflüssiger.
HämatokritVerhältnis von Blutzellvolumen zu Gesamtblutvolumen, bei Männern 0,40 bis 0,54, bei Frauen 0,37 bis 0,47.
AxialmigrationWanderung verformbarer Erythrozyten in die Gefäßmitte im Geschwindigkeitsgefälle, wodurch eine zellarme Plasmaschicht an der Wand entsteht.
Fahraeus-Lindqvist-EffektAbnahme der wirksamen Blutviskosität in Gefäßen unterhalb von etwa 300 Mikrometern; Minimum im Bereich der Arteriolen.
GeldrollenbildungReversible, durch große Plasmaproteine vermittelte Zusammenlagerung von Erythrozyten bei niedriger Schergeschwindigkeit.
Günstigster HämatokritWert, bei dem das Produkt aus Sauerstoffgehalt und Blutfluss sein Maximum erreicht; seine Lage hängt von der Kreislaufreserve ab.

Literatur

  1. Marchioli R, Finazzi G, Specchia G et al. Cardiovascular events and intensity of treatment in polycythemia vera. N Engl J Med. 2013;368(1):22-33. doi:10.1056/NEJMoa1208500
  2. Alam U, Rath S, Ansab M et al. The impact of acute normovolemic hemodilution on blood transfusions in cardiac surgery: a systematic review and meta-analysis of 30 randomized controlled trials. Naunyn Schmiedebergs Arch Pharmacol. 2026;399(8):11035-11054. doi:10.1007/s00210-026-05051-z
  3. Coz Yataco AO, Soghier I, Hébert PC et al. Red blood cell transfusion in critically ill adults: an American College of Chest Physicians clinical practice guideline. Chest. 2025;167(2):477-489. doi:10.1016/j.chest.2024.09.016
  4. Howard J, Malfroy M, Llewelyn C et al. The transfusion alternatives preoperatively in sickle cell disease (TAPS) study: a randomised, controlled, multicentre clinical trial. Lancet. 2013;381(9870):930-938. doi:10.1016/S0140-6736(12)61726-7
  5. McQuilten Z, Steiner ME, Hébert P et al. Clinical impact of red cell storage duration: an individual patient data meta-analysis. Blood Red Cells Iron. 2025;1(3):100028. doi:10.1016/j.brci.2025.100028

Standardwerke

  • Silbernagl S, Despopoulos A, Draguhn A. Taschenatlas Physiologie. 9. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2018. Grundlagen und Zellphysiologie.
  • Pape HC, Kurtz A, Silbernagl S (Hrsg.). Physiologie. 9. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2019.
  • Boron WF, Boulpaep EL. Medical Physiology. 3. Auflage. Philadelphia: Elsevier; 2017.
  • Hall JE, Hall ME. Guyton and Hall Textbook of Medical Physiology. 14. Auflage. Philadelphia: Elsevier; 2021.
  • Gropper MA, Cohen NH, Eriksson LI et al. (Hrsg.). Miller’s Anesthesia. 9. Auflage. Philadelphia: Elsevier; 2020.

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