Masterclass · Clinical Mystery
So funktioniert Clinical Mystery
Ein Clinical Mystery ist kein Quiz und keine Fallvignette mit Fragen am Ende. Sie sind die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, der Fall beginnt mit einer Alarmierung oder Übergabe, und Sie entscheiden, was als Nächstes geschieht.
- Informationen gezielt erheben, statt sie vollständig vorgelegt zu bekommen.
- Eine plausible Arbeitshypothese gegen Befunde halten, die sie nicht tragen.
- Unter Zeitdruck priorisieren, während sich der Patient verändert.
- Die eigenen Entscheidungen nach dem Fall mit einem Referenzweg und der Evidenz vergleichen.
Jeder Fall hat eine endgültige Diagnose, aber sie ist zu Beginn nicht offensichtlich. Häufige Erklärungen wirken zunächst wahrscheinlicher, und einzelne Befunde stützen sogar die falsche Spur. Irgendwann passt ein Befund nicht mehr. Ob Sie ihn bemerken und Ihre Hypothese verwerfen, ist der eigentliche Lerninhalt.
Die Fälle richten sich an die fortgeschrittene Weiterbildung und an Fachärztinnen und Fachärzte. Ein Fall dauert 30 bis 45 Minuten und enthält mindestens dreißig Entscheidungsknoten; in einem Durchlauf sehen Sie nur einen Teil davon.
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Zwei Modi
Vor dem Start wählen Sie den Modus. Er bleibt für den Durchlauf fest.
| PJ-Modus | Arztmodus | |
|---|---|---|
| Medikamente | Sie wählen den Wirkstoff. | Sie wählen Wirkstoff, Dosis und Weg, bei Perfusoren die Startdosis. |
| POCUS | als Untersuchung | gezielt geplant, einzelne Schallfenster wählbar |
| Hilfe | Ein Oberarzt gibt einen Denkimpuls, nie die Diagnose. | Gezielte Konsile, zum Beispiel Kardiologie, Giftnotruf oder ECMO-Zentrum. |
Beide Modi führen durch dieselbe Geschichte. Der PJ-Modus prüft Priorisierung und klinisches Denken, der Arztmodus zusätzlich die Handlungssicherheit bei Dosierungen.
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Ablauf eines Falles
Informationen erheben
Anamnese, Untersuchung, Diagnostik, POCUS, Medikamente, Therapie und Konsile stehen als Reiter bereit. Nichts wird automatisch angezeigt. Ein entscheidender Befund bleibt verborgen, wenn Sie die zugehörige Untersuchung nicht durchführen. Unnötige Diagnostik ist möglich und kostet Zeit.
Zeit
Jede Handlung braucht realistische Zeit: ein EKG oder eine BGA wenige Minuten, ein CT zwanzig Minuten und mehr. Die Uhr oben zeigt die Fallzeit. Währenddessen läuft die Erkrankung weiter, und manche Situationen kippen, wenn Sie zu lange zögern.
Der Monitor
Der Monitor zeigt nur, was angeschlossen ist, in den Farben der Monitorkonvention. EKG, Kapnogramm, Blutgasanalysen, Röntgenbilder und Ultraschallbefunde sehen Sie als Abbildung; die Deutung ist Ihre Aufgabe.
Entscheidungen
An den Wendepunkten fragt der Fall „Wie geht es weiter?“. Die Antwort verändert den Verlauf. Der Fall meldet nicht „falsch“; die Folgen zeigen sich am Patienten.
Differenzialdiagnosen
Über die Leiste oben halten Sie jederzeit Ihre drei führenden Diagnosen fest. Nach wichtigen Befunden fragt der Fall, ob Sie sie überdenken möchten. Die Reihenfolge und ihre Änderungen erscheinen später in der Nachbesprechung.
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Reanimation und Tod
Wenn es medizinisch folgerichtig ist, entwickelt der Patient einen Kreislaufstillstand. Der Fall wechselt dann in die Reanimation mit Rhythmusanalyse, Defibrillation, Medikamenten und der Suche nach reversiblen Ursachen. Ein Spontankreislauf ist möglich, aber nicht garantiert.
Der Patient kann versterben: durch das Fortschreiten der Erkrankung, eine späte Diagnose, eine falsche Therapie oder trotz richtiger Behandlung. Der Fall schreibt dann nicht „verloren“, sondern „Der Patient ist verstorben.“ und bewertet den Ausgang getrennt von der Qualität Ihrer Entscheidungen.
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Die Nachbesprechung
Nach dem Ende öffnet sich die Nachbesprechung auf derselben Seite:
- endgültige Diagnose und tatsächlicher Verlauf,
- Ihr Weg neben dem Referenzweg, mit verpassten und unnötigen Schritten und Verzögerungen,
- die Irrwege: warum sie plausibel waren und welcher Befund zur Neubewertung hätte führen sollen,
- die kognitiven Fallen, in die Ihre Entscheidungen gepasst haben,
- Evidenz und Dosierungen mit Quelle.
Danach folgen in der Seitenleiste der Hintergrund zum Krankheitsbild, Aufgaben mit Lösungen, ein Abschlussquiz und die Literatur. Die Fallseite gilt als bearbeitet, wenn Sie den Fall bis zu einem Ende gespielt haben.
Ein laufender Fall wird im Browser gespeichert und beim nächsten Öffnen fortgesetzt, getrennt nach Modus. „Neu beginnen“ setzt den Durchlauf zurück.
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Quellen und Grenzen
Alle Aussagen zu Diagnostik, Therapie und Dosierung stützen sich auf eine geprüfte Quellendatenbank. Die Ziffern und Knöpfe „Quelle“ zeigen die vollständige Angabe und wofür die Arbeit zitierfähig ist. Angaben aus Fachinformationen sind als solche gekennzeichnet.
Die Fälle sind erfunden. Namen, Orte und Vorgeschichten dienen der Didaktik und beschreiben keine realen Patienten. Sie ersetzen weder die aktuelle Leitlinie noch die Fachinformation und nicht die Absprachen Ihrer Klinik.