Der Indexwert steigt während einer laufenden Operation von einem stabilen Zielbereich auf Werte, die als wach gelten. Die endexspiratorische Anästhetikakonzentration ist unverändert, der Kreislauf ruhig. Zwei Wege stehen offen: das Hypnotikum steigern oder die Rohkurve ansehen. Nur der zweite Weg beantwortet die Frage, ob sich der Patient verändert hat oder das Signal.
Die systematische Sichtung der nichtpharmakologischen Störquellen beim prozessierten EEG kommt zu einem klaren Ergebnis: Die große Mehrheit der eingeschlossenen Arbeiten berichtet einen fälschlich erhöhten Index.1 Damit ist die Richtung belegt. Nicht belegt ist ein Betrag. Eine Aussage wie „diese Störquelle hebt den Wert um so und so viele Punkte" lässt sich aus der geprüften Literatur nicht ableiten, weil die Rechenvorschriften der Geräte herstellerspezifisch und teils nicht offengelegt sind2 und weil die veröffentlichten Beobachtungen Einzelverläufe und kleine Serien sind. Diese Einheit nennt deshalb nirgends eine Punktzahl.
Die zweite Hälfte des Problems ist die umgekehrte Richtung. Die Übersicht über Situationen, in denen ein Index einen falschen Hypnosezustand anzeigt, führt neben den Artefakten auch Bedingungen auf, unter denen der Wert zu niedrig erscheint.3 Der gefährlichste dieser Fälle ist keine Störung, sondern eine Therapie: die Muskelrelaxierung.

Für die Praxis heißt das: Behandeln Sie jeden unerwarteten Sprung des Indexwertes zuerst als Frage an das Signal und nicht als Frage an die Dosis. Sagen Sie laut, in welche Richtung eine Störung wirken würde, bevor Sie handeln. Den Fehler erkennen Sie daran, dass die Dosis geändert wird, ohne dass jemand die Rohkurve angesehen hat.