Klinische Physiologie, Kachel 02 · Stufe PJ

Autonome Reflexe und autonome Störungen

Wie der Körper Blutdruck und Herzfrequenz binnen Sekunden nachregelt, und was geschieht, wenn Narkose, Alter oder Krankheit diese Regelung ausschalten.

Lernziele
  • Den vegetativen Reflexbogen mit Sensor, Afferenz, Zentrum, Efferenz und Effektor beschreiben und vom somatischen Reflex abgrenzen.
  • Den Baroreflex vollständig benennen und erklären, warum seine vagale Antwort schneller ist als seine sympathische.
  • Bainbridge-Reflex, okulokardialen Reflex, vasovagale Reaktion und Orthostasereaktion nach Auslöser und Antwort unterscheiden.
  • Erklären, wie Anästhetika, Opioide und höheres Lebensalter die Reflexempfindlichkeit vermindern.
  • Autonome Neuropathie und autonome Dysreflexie erkennen und ihre perioperativen Folgen einschätzen.
  • Typische intraoperative Bradykardien ihrem Mechanismus zuordnen und daraus das Vorgehen ableiten.

Zu dieser Lerneinheit

  1. Neun Lektionen mit einer Übersichtstabelle der wichtigsten autonomen Reflexe, Merksätzen, fünf Aufgaben mit Lösungen 7 Übungsfragen in den Lektionen, einem klinischen Fall mit drei Fragen und einem Abschlussquiz.
  2. Die Einheit erklärt, warum ein Blutdruckabfall unter Narkose nicht am Druck, sondern am Regler liegt, und ordnet die typischen intraoperativen Bradykardien ihrem Mechanismus zu.
  3. Die Rezeptoren dieser Reflexe stehen in Unterkapitel 9; Chemoreflex, Atemantwort und Kreislaufregelung auf Organebene werden in Kachel 03 Atmung und Kreislauf ausführlich behandelt.

Lektion 1

Warum das klinisch zählt

Der Blutdruck, den Sie auf dem Monitor lesen, ist kein Zustand, sondern das Ergebnis einer laufenden Regelung. Ein gesunder Kreislauf fängt den Druckabfall nach der Einleitung binnen Sekunden ab. Fällt der Druck trotzdem tief und bleibt er unten, dann ist meist nicht die Störgröße besonders groß, sondern der Regler zu schwach. Die entscheidende Frage lautet deshalb selten „Wie tief ist der Druck?“, sondern „Warum hat die Gegenregulation nicht gegriffen?“.

Die zweite klinische Konsequenz betrifft plötzliche Bradykardien. Zug am Augenmuskel, Zug am Peritoneum, Dehnung der Harnblase, ein Pneumoperitoneum und die Gabe eines Cholinesterasehemmers erzeugen dasselbe Bild über verschiedene Wege. Wer den Auslöser erkennt, unterbricht ihn und muss seltener pharmakologisch eingreifen. Und wer weiß, welche Patientinnen und Patienten ihre Reflexe verloren haben, plant Flüssigkeitszufuhr, Einleitungsdosis und Vasopressor vorausschauend statt reaktiv.

Lektion 2

Der vegetative Reflexbogen

Jeder autonome Reflex besteht aus fünf Gliedern: einem Sensor, einer Afferenz, einem integrierenden Zentrum, einer Efferenz und einem Effektor. Die Sensoren sitzen in den inneren Organen und in den Gefäßwänden und messen Dehnung, Druck, chemische Zusammensetzung oder Gewebeschädigung. Die Afferenzen sind viszerale Fasern, die in denselben Nervenstämmen verlaufen wie die vegetativen Efferenzen, vor allem im Nervus vagus und im Nervus glossopharyngeus, für das Becken in den sakralen Nerven. Sie melden zentralwärts, obwohl das periphere vegetative Nervensystem seiner Definition nach efferent ist.

Die Verschaltung erfolgt auf drei Ebenen. Einfache Reflexe laufen vollständig im Organ ab, etwa die peristaltische Welle im enterischen Nervensystem. Komplexere werden im Rückenmark verschaltet, was sie auch ohne Verbindung zum Gehirn funktionsfähig macht; darauf beruht ein Teil der autonomen Dysreflexie. Die Kreislauf- und Atmungsreflexe werden im Hirnstamm integriert, vor allem im Nucleus tractus solitarii der Medulla oblongata, der die viszeralen Afferenzen sammelt und auf die vagalen Kerngebiete sowie auf die sympathischen Prämotoneurone der ventrolateralen Medulla verschaltet. Darüber liegt der Hypothalamus als Integrationszentrum, das vegetative Antworten in übergeordnete Programme einbindet, etwa in Thermoregulation, Stressantwort und Schlaf-Wach-Rhythmus. Der Kortex bildet die höchste Ebene und erklärt, warum Angst, Schmerzerwartung und der Anblick von Blut vegetative Reaktionen auslösen können.

Zwei Merkmale unterscheiden den vegetativen vom somatischen Reflex. Erstens ist die Efferenz zweigliedrig und läuft über ein Ganglion, was die Antwort verzögert und zugleich divergieren lässt. Zweitens sind vegetative Reflexe meist tonisch: Sie schalten nicht ein und aus, sondern verstellen einen ständig vorhandenen Grundtonus nach oben oder unten. Deshalb hat jeder Patient eine Ruheherzfrequenz, die zwischen sympathischem Antrieb und vagaler Bremse ausgehandelt ist, und deshalb hebt eine Vagolyse die Frequenz nur so weit an, wie vorher Vagustonus bestand.

Übung 2.1

Lektion 3

Der Baroreflex, der schnellste Kreislaufregler

Die Pressosensoren des Baroreflexes liegen in der Adventitia des Karotissinus und des Aortenbogens. Es sind Dehnungssensoren: Sie messen streng genommen nicht den Druck, sondern die Wandspannung, und sie antworten sowohl auf den absoluten Dehnungsgrad als auch auf die Geschwindigkeit der Dehnungsänderung. Damit erfassen sie Mitteldruck, Pulsamplitude und Druckanstiegsgeschwindigkeit. Ihre Afferenzen laufen vom Karotissinus im Nervus glossopharyngeus, vom Aortenbogen im Nervus vagus zum Nucleus tractus solitarii.

Dort wird verglichen und verteilt. Steigt die Impulsrate aus den Sensoren, weil der Druck steigt, so hemmt das Zentrum die sympathischen Prämotoneurone und erregt die vagalen Kerne. Die Folge ist eine dreifache Antwort: Die Herzfrequenz fällt, die Kontraktilität nimmt ab, und der periphere Widerstand sowie der venöse Tonus sinken. Fällt der Druck, kehrt sich alles um. Die Regelgröße ist also nicht ein Organ, sondern das Produkt aus Herzzeitvolumen und peripherem Widerstand.

Entscheidend für das klinische Verständnis sind die Zeitkonstanten der beiden Efferenzen. Der vagale Schenkel arbeitet über muskarinische M2-Rezeptoren und Kaliumkanäle, deren Öffnung unmittelbar erfolgt; die Frequenzänderung ist bereits nach einem bis zwei Herzschlägen sichtbar, und sie klingt ebenso schnell wieder ab, weil Acetylcholin im Spalt sofort gespalten wird. Der sympathische Schenkel arbeitet über Noradrenalin, G-Protein-gekoppelte Rezeptoren und zweite Botenstoffe; er braucht einige Sekunden bis zum vollen Effekt und klingt über Wiederaufnahme und Abbau langsam ab. Daraus folgt: Die erste sichtbare Antwort auf jede Druckänderung ist immer eine Frequenzänderung, die Widerstandsänderung folgt verzögert nach.

Der Baroreflex ist ein Kurzzeitregler. Hält eine Druckänderung über Stunden bis Tage an, verschiebt sich sein Arbeitspunkt, die Sensoren adaptieren, und der Reflex regelt wieder um das neue Niveau herum. Deshalb hält er den Blutdruck nicht langfristig; das übernehmen renale und hormonelle Mechanismen, die in Kachel 03 Atmung und Kreislauf behandelt werden. Seine Empfindlichkeit lässt sich als Änderung des Herzschlagabstands je mmHg Druckänderung ausdrücken; sie ist ein Maß der autonomen Reserve und sinkt mit dem Lebensalter, unter Anästhesie und bei autonomer Neuropathie.

Übung 3.1

Lektion 4

Chemoreflex, Bainbridge-Reflex und okulokardialer Reflex

Der Chemoreflex sei hier nur im Prinzip genannt. Periphere Chemosensoren in den Glomera carotica und aortica melden Sauerstoffmangel, Kohlendioxidanstieg und pH-Abfall, zentrale Chemosensoren an der Oberfläche der Medulla oblongata vor allem den Kohlendioxidpartialdruck des Liquors. Die Antwort besteht in gesteigerter Atmung und erhöhter Sympathikusaktivität. Die vollständige Darstellung mit Kennlinien, Schwellen und der Wirkung von Opioiden und volatilen Anästhetika auf die Atemantwort gehört in Kachel 03 Atmung und Kreislauf; hier genügt die Einordnung als zweiter großer Regelkreis des Hirnstamms, der sich mit dem Baroreflex dieselben Kerngebiete teilt.

Der Bainbridge-Reflex beginnt an Dehnungssensoren im rechten Vorhof und an den Einmündungen der großen Venen. Steigt die Vorhoffüllung, so melden diese Sensoren über vagale Afferenzen eine Volumenbelastung, und die Antwort ist eine Steigerung der Herzfrequenz durch Hemmung des Vagustonus und Aktivierung des Sympathikus am Sinusknoten. Teleologisch ist das sinnvoll: Angebotenes Volumen soll weitertransportiert und nicht gestaut werden. Klinisch erklärt der Reflex den Frequenzanstieg nach rascher Volumengabe, der leicht als Zeichen einer Hypovolämie fehlgedeutet wird. Er steht in direktem Widerspruch zum Baroreflex, der bei steigendem Druck die Frequenz senkt; welche Antwort überwiegt, hängt von der Ausgangsfrequenz und vom Füllungszustand ab.

Der okulokardiale Reflex ist der bekannteste Vertreter der trigeminokardialen Reflexe. Zug an den äußeren Augenmuskeln, Druck auf den Bulbus oder ein retrobulbäres Hämatom reizen Sensoren, deren Afferenzen über den ersten Trigeminusast zum Ganglion trigeminale und weiter zum Hirnstamm ziehen. Dort wird unmittelbar auf die vagalen Kerne umgeschaltet, und die Efferenz erreicht über den Nervus vagus den Sinus- und den Atrioventrikularknoten. Die Antwort reicht von einer Sinusbradykardie über eine Überleitungsblockierung bis zur Asystolie und setzt innerhalb weniger Sekunden ein. Betroffen sind vor allem Kinder bei Schieloperationen, weil ihr Vagustonus hoch ist. Die wirksamste Maßnahme ist, den Chirurgen den Zug sofort beenden zu lassen; erst danach folgen Anästhesievertiefung und, bei wiederholtem Auftreten, ein Anticholinergikum. Nach demselben Muster verlaufen die Bradykardien bei Zug am Peritoneum, bei Dehnung des Mesenteriums, beim Anlegen des Pneumoperitoneums und bei Dilatation des Analkanals: viszerale oder trigeminale Afferenz, Hirnstammumschaltung, vagale Efferenz.

Übung 4.1

Lektion 5

Vasovagale Reaktion und Orthostasereaktion

Die vasovagale Reaktion ist keine reine Bradykardie, sondern ein gleichzeitiger Zusammenbruch zweier Stellgrößen. Auslöser sind Schmerz, Angst, der Anblick von Blut, langes Stehen und schmerzhafte Punktionen. Nach einer kurzen Phase mit erhöhtem Sympathikotonus bricht der Sympathikusantrieb an den Gefäßen abrupt ein, während zugleich der Vagustonus am Herzen steigt. Widerstand und Frequenz fallen also gemeinsam, und der Blutdruck sinkt steiler, als eine der beiden Änderungen allein erklären würde. Die Vorboten sind stereotyp: Blässe, Schwitzen, Übelkeit, Gähnen, Schwarzwerden vor den Augen. Die Behandlung ist zunächst rein mechanisch, nämlich Flachlagerung mit angehobenen Beinen, wodurch der venöse Rückstrom sofort steigt. Perioperativ ist die Situation typisch für die Anlage einer rückenmarknahen Blockade im Sitzen, für Regionalblockaden am wachen Patienten und für das erste Aufstehen nach der Operation.

Die Orthostasereaktion ist der Gegenentwurf, nämlich die erfolgreiche Antwort auf dieselbe Störgröße. Beim Aufrichten verlagert die Schwerkraft mehrere hundert Milliliter Blut in die Venen der Beine und des Beckens. Der venöse Rückstrom sinkt, damit das Schlagvolumen, damit der arterielle Druck. Die Pressosensoren melden den Abfall, der Sympathikus wird gesteigert, der Vagus gehemmt: Die Herzfrequenz steigt um etwa zehn bis fünfzehn Schläge pro Minute, die Arteriolen verengen sich, der diastolische Druck steigt leicht, und die venöse Kapazität nimmt ab. Hinzu kommen die Muskelpumpe der Beine und der venöse Klappenmechanismus, die zusammen den Rückstrom sichern. Der systolische Druck fällt dabei normalerweise nur kurz und gering ab. Bleibt diese Antwort aus, entsteht eine Orthostaseintoleranz mit Schwindel, Übelkeit und Synkope; postoperativ ist das eine häufige und unterschätzte Ursache von Stürzen bei der ersten Mobilisation.

Tabelle 1: Vasovagale Reaktion und Orthostasereaktion
ReflexAuslöser und SensorAfferenzAntwortTypische klinische Situation
BaroreflexWandspannung im Karotissinus und AortenbogenNervus glossopharyngeus und Nervus vagusBei Druckanstieg Frequenz, Kontraktilität und Widerstand senken, bei Druckabfall umgekehrtReflexbradykardie nach Phenylephrin, Gegenregulation nach Einleitung
ChemoreflexSauerstoffmangel, Kohlendioxidanstieg, pH-AbfallNervus glossopharyngeus und Nervus vagus, zentrale Sensoren der MedullaAtmung und Sympathikusaktivität steigenAusführlich in Kachel 03 Atmung und Kreislauf
Bainbridge-ReflexDehnung des rechten Vorhofs und der HohlvenenmündungenVagale AfferenzenHerzfrequenz steigtFrequenzanstieg nach rascher Volumengabe
Okulokardialer ReflexZug am Augenmuskel, Druck auf den BulbusErster Trigeminusast zum Ganglion trigeminaleBradykardie, Überleitungsblockierung, selten AsystolieSchieloperation im Kindesalter, retrobulbäres Hämatom
Viszeraler ZugreflexZug am Peritoneum oder Mesenterium, PneumoperitoneumVagale viszerale AfferenzenBradykardie und BlutdruckabfallLaparoskopie, Bauchchirurgie bei flacher Narkose
Vasovagale ReaktionSchmerz, Angst, langes Stehen, PunktionSomatische und viszerale Afferenzen, kortikale Auslösung möglichGleichzeitiger Abfall von Gefäßtonus und HerzfrequenzRückenmarknahe Punktion im Sitzen, erstes Aufstehen
OrthostasereaktionBlutverlagerung in die abhängigen Venen beim AufrichtenPressosensoren wie beim BaroreflexFrequenz und peripherer Widerstand steigen, venöse Kapazität sinktErste Mobilisation, Aufsetzen zur Blockadeanlage
Autonome DysreflexieDehnung von Blase oder Darm unterhalb der LäsionSpinale Afferenzen im isolierten RückenmarkUngebremste Vasokonstriktion unterhalb der Läsion, Blutdruckkrise, ReflexbradykardieQuerschnittlähmung oberhalb des sechsten Brustsegments

Übung 5.1

Lektion 6

Wenn die Regelung nachlässt

Anästhetika dämpfen den Baroreflex dosisabhängig an mehreren Stellen zugleich: Sie senken den zentralen Sympathikusantrieb, vermindern die Empfindlichkeit der Hirnstammverschaltung und schwächen die Antwort des Effektors. Volatile Anästhetika und Propofol verschieben dabei die gesamte Kennlinie nach unten, sodass dieselbe Druckänderung eine kleinere Frequenzantwort auslöst. Opioide wirken in dieselbe Richtung, senken zusätzlich den Sympathikotonus und erhöhen den Vagustonus am Sinusknoten. Die klinische Konsequenz ist nicht, dass der Druck fällt, sondern dass er unten bleibt, weil der Gegenregulationsmechanismus die Störung nicht mehr auffängt.

Mit dem Lebensalter sinkt die Baroreflexempfindlichkeit auch ohne Krankheit. Die Gefäße werden steifer, sodass eine gegebene Druckänderung die Sensoren weniger dehnt; die Herzfrequenzvariabilität nimmt ab, und der Ruhevagustonus ist geringer. Ältere Patientinnen und Patienten reagieren deshalb auf eine Volumenverschiebung mit größerer Druckänderung und auf ein Anticholinergikum mit kleinerer Frequenzänderung. Gleichzeitig ist ihr Kreislauf stärker füllungsabhängig, weil er die fehlende Frequenzreserve nicht kompensieren kann.

Die autonome Neuropathie bei langjährigem Diabetes mellitus trifft zuerst die vagale, später auch die sympathische Innervation. Frühzeichen sind eine erhöhte Ruhefrequenz und eine verminderte Herzfrequenzvariabilität bei tiefer Atmung, später kommen orthostatische Hypotonie, Gastroparese, Blasenentleerungsstörung und eine schmerzarme Myokardischämie hinzu. Perioperativ bedeutet das: ausgeprägter Druckabfall nach Einleitung, fehlende Reflexbradykardie unter Vasopressoren, eingeschränkte Antwort auf Blutverlust, erhöhtes Aspirationsrisiko bei verzögerter Magenentleerung und das Risiko, eine Ischämie zu übersehen. Ein einfacher Hinweis am Krankenbett ist eine starre Herzfrequenz, die weder auf Atmung noch auf Lagewechsel reagiert.

Die autonome Dysreflexie ist die spiegelbildliche Störung. Nach Abklingen des spinalen Schocks arbeiten bei einer Läsion oberhalb des sechsten Brustsegments die sympathischen Reflexbögen des Rückenmarks weiter, sind aber von der hemmenden Kontrolle des Hirnstamms abgeschnitten. Ein Reiz unterhalb der Läsion, fast immer eine volle Harnblase, ein gefüllter Darm, ein Dekubitus oder ein chirurgischer Reiz, löst dann eine massive, ungebremste Vasokonstriktion in den splanchnischen Gefäßen und in den Beinen aus. Der Blutdruck steigt krisenhaft. Der Baroreflex registriert das und antwortet, so gut er kann: vagale Bradykardie, dazu Vasodilatation oberhalb der Läsion mit Gesichtsrötung, Schwitzen, verstopfter Nase und heftigem Kopfschmerz. Die Vasokonstriktion unterhalb der Läsion kann er nicht beeinflussen, weil die absteigende Bahn unterbrochen ist. Deshalb ist die Bradykardie hier kein Problem, sondern ein Zeichen; behandelt wird die Blutdruckkrise, und zwar zuerst durch Beseitigung des Auslösers, Aufsetzen des Oberkörpers und anschließend mit kurzwirksamen Vasodilatatoren.

Übung 6.1

Lektion 7

Funktionelles Modell

Behandeln Sie jede unerwartete Kreislaufänderung als Frage an einen Regelkreis und gehen Sie die fünf Glieder in derselben Reihenfolge durch. Erstens der Sensor: Ist die Meldung richtig? Eine falsch genullte oder gedämpfte arterielle Druckmessung erzeugt eine Störung, die es nicht gibt. Zweitens die Afferenz und der Auslöser: Gibt es gerade einen Reiz, der einen Reflex erklärt, also Zug am Augenmuskel, am Peritoneum, eine volle Blase, eine Punktion, eine Lagerungsänderung? Drittens das Zentrum: Wie tief ist die Narkose, wie viel Opioid ist gegeben? Viertens die Efferenz: Ist der sympathische Weg unterbrochen, etwa durch eine hohe rückenmarknahe Blockade oder eine Rückenmarkläsion? Fünftens der Effektor: Liegt eine Betablockade vor, ist das Herz überhaupt in der Lage zu antworten?

Aus diesem Durchgang folgt die Reihenfolge des Handelns. Wenn ein Reflex läuft, ist die wirksamste Maßnahme, den Auslöser zu beenden, nicht ihn zu überstimmen. Wenn das Zentrum gedämpft ist, hilft Volumen oder ein Vasopressor, weil die Regelung den Verlust nicht selbst ausgleicht. Wenn die Efferenz unterbrochen ist, muss die fehlende Stellgröße ersetzt werden; deshalb ist bei hoher Spinalanästhesie ein Vasopressor die Therapie und nicht mehr Flüssigkeit allein.

Ein zweiter Nutzen des Modells liegt in der Vorhersage. Wer vor der Einleitung weiß, dass die Reflexe schwach sind, verändert die Vorbereitung: langsamere Titration der Einleitungsdosis, vorausschauende Bereitstellung eines Vasopressors, zurückhaltende Lagerungswechsel, Vermeidung langer Nüchternheit. Das ist keine andere Physiologie, sondern dieselbe, nur früher angewandt.

Lektion 8

Klinische Übersetzung

Was verändert die Anästhesie?

  • Hypnotika und volatile Anästhetika senken die Baroreflexempfindlichkeit dosisabhängig. Dieselbe Störgröße führt deshalb zu einem größeren und länger anhaltenden Druckabfall als beim Wachen.
  • Opioide verschieben das Gleichgewicht am Sinusknoten zugunsten des Vagus und verstärken damit jede reflektorische Bradykardie, etwa beim Zug am Peritoneum oder nach einem Cholinesterasehemmer.
  • Rückenmarknahe Verfahren unterbrechen die sympathische Efferenz segmental. Der Reflex arbeitet weiter, kann sein Stellglied aber nicht mehr erreichen; deshalb ist der Vasopressor hier ursächlich und nicht symptomatisch.
  • Positive Druckbeatmung und Pneumoperitoneum verändern den venösen Rückstrom und damit die Eingangsgröße der Reflexe, unabhängig vom Volumenstatus.
  • Die Antagonisierung mit einem Cholinesterasehemmer ist ein pharmakologischer Vagusreiz am M2-Rezeptor und muss mit einem Anticholinergikum begleitet werden; die Auswahl zwischen Atropin und Glycopyrronium richtet sich nach Alter und kardialem Risiko.
  • Eine chronische Betablockade begrenzt die Frequenzantwort des Effektors. Der Reflex meldet und entscheidet korrekt, das Stellglied folgt nur begrenzt.

Wann wird diese Physiologie klinisch sichtbar?

  • Tiefe Hypotonie nach der Einleitung beim älteren oder autonom geschädigten Patienten, die sich ohne Vasopressor nicht von selbst erholt.
  • Plötzliche Bradykardie beim Zug am Augenmuskel oder am Peritoneum, die nach Beenden des Zuges innerhalb von Sekunden verschwindet.
  • Frequenzanstieg nach rascher Volumengabe als Bainbridge-Antwort, leicht zu verwechseln mit einer fortbestehenden Hypovolämie.
  • Präsynkope bei der Spinalanästhesieanlage im Sitzen mit Blässe, Übelkeit und Schwitzen als klassische vasovagale Reaktion.
  • Schwindel und Sturzgefahr bei der ersten Mobilisation nach der Operation, verstärkt durch Opioide, durch Bettruhe und durch relative Hypovolämie.
  • Starre Herzfrequenz ohne Atemvariabilität beim langjährigen Diabetes als Hinweis auf eine kardiale autonome Neuropathie.
  • Kopfschmerz, Gesichtsrötung, Schwitzen und Blutdruckkrise mit langsamem Puls bei hoher Querschnittlähmung als autonome Dysreflexie, bis zum Beweis des Gegenteils durch eine volle Blase ausgelöst.
Vorsicht

Eine Bradykardie bei autonomer Dysreflexie ist kein Behandlungsziel. Wer sie mit einem Anticholinergikum anhebt, beseitigt das einzige gegenregulatorische Element und lässt den Blutdruck weiter steigen. Behandeln Sie den Auslöser und den Blutdruck.

Aktuelle Evidenz

Wie stark die autonome Reserve das perioperative Verhalten bestimmt, zeigt eine Untersuchung an 92 älteren Patientinnen und Patienten: Eine Hypotonie nach der Einleitung trat bei 87,5 Prozent derjenigen mit kardialer autonomer Neuropathie auf gegenüber 67,9 Prozent ohne diese Störung; bei kleiner Fallzahl erreichte der Unterschied keine statistische Signifikanz.1 Die Richtung passt zur Physiologie: Fehlt die vagale und später auch die sympathische Antwort, so wird der Druckabfall nicht abgefangen. Praktisch bedeutet das, die Einleitungsdosis zu titrieren und den Vasopressor vorausschauend bereitzuhalten. Zur präoperativen Einschätzung solcher Patientinnen und Patienten empfiehlt die europäische Leitlinie ausdrücklich den Einsatz einer klinischen Gebrechlichkeitsskala.2

Die frühe postoperative Orthostaseintoleranz folgt demselben Muster am anderen Ende des Eingriffs. Untersuchungen zeigen eine erhöhte parasympathische und eine verminderte sympathische Aktivität als zugrundeliegendes Muster, Opioide erhöhen das Risiko, und eine wirksame Prophylaxe ist bislang nicht belegt.3 Daraus folgt kein Medikament, sondern ein Vorgehen: stufenweise Mobilisation, ausreichende Flüssigkeit und sparsame Opioidgabe.

Auch die Pharmakotherapie greift in diese Regelkreise ein. Am Operationstag neu begonnenes Metoprolol senkte in einer Studie mit 8 351 Patientinnen und Patienten den nichttödlichen Herzinfarkt von 5,1 auf 3,6 Prozent, erhöhte aber die Gesamtsterblichkeit von 2,3 auf 3,1 Prozent und den Schlaganfall von 0,5 auf 1,0 Prozent, weil die Beta-1-Blockade dem Kreislauf die Gegenregulation nimmt.4 Die Neubewertung von 2025 führt deshalb eine bestehende chronische Betablockade fort, verzichtet aber auf die Neueinstellung am Operationstag.5 Für die Vagolyse beim älteren Menschen gilt Entsprechendes: Unter Atropin wurden in den ersten sieben Minuten ein stärkerer Frequenzanstieg und ST-Streckensenkungen beobachtet, unter Glycopyrronium keine ST-Senkungen.6

Übung 8.1

Lektion 9

Typische Fehlannahmen

  • Der Baroreflex halte den Blutdruck langfristig konstant. Er ist ein Kurzzeitregler, dessen Arbeitspunkt sich innerhalb von Stunden bis Tagen an ein neues Druckniveau anpasst. Die langfristige Einstellung übernehmen renale und hormonelle Mechanismen.
  • Jede intraoperative Bradykardie brauche ein Anticholinergikum. Reflexbradykardien verschwinden, sobald der Auslöser endet. Der erste Schritt ist, den Zug oder den Reiz zu unterbrechen und die Narkose zu vertiefen.
  • Sympathische und vagale Antwort seien gleich schnell. Die vagale Antwort erscheint innerhalb von ein bis zwei Herzschlägen, die sympathische braucht Sekunden, weil sie über G-Proteine und zweite Botenstoffe läuft.
  • Ein Patient mit Querschnittlähmung spüre nichts und brauche daher kaum Anästhesie. Die spinalen Reflexbögen unterhalb der Läsion arbeiten weiter und lösen ohne ausreichende Blockade eine autonome Dysreflexie aus.
  • Eine normale Ruheherzfrequenz beweise eine intakte autonome Regulation. Bei kardialer autonomer Neuropathie ist die Frequenz oft normal oder leicht erhöht, aber starr; erst die fehlende Variabilität deckt die Störung auf.

Übung 9.1

Lektion 10

Klinischer Fall, Merksätze und Aufgaben

Fall 1: Blutdruckkrise während einer Zystoskopie bei Querschnittlähmung

Eine 38-jährige Frau mit kompletter Querschnittlähmung ab dem vierten Brustsegment seit vier Jahren wird zur Zystoskopie mit Steinentfernung vorgestellt. Sie hat unterhalb der Läsion keine Schmerzempfindung, und der Eingriff wird deshalb in leichter Sedierung ohne Regionalverfahren begonnen. Ausgangswerte sind ein Blutdruck von 102 zu 64 mmHg und eine Herzfrequenz von 78 pro Minute. Wenige Minuten nach Beginn der Blasenfüllung steigt der Blutdruck auf 212 zu 118 mmHg, die Herzfrequenz fällt auf 44 pro Minute. Die Patientin ist im Gesicht und am Hals gerötet und schwitzt dort stark, klagt über heftige pochende Kopfschmerzen und eine verstopfte Nase. Die Haut der Beine ist blass und kühl. Die Sauerstoffsättigung beträgt 99 Prozent.

Fall 1, Frage 1

Fall 1, Frage 2

Fall 1, Frage 3

Merksätze

  • Sensor, Afferenz, Zentrum, Efferenz, Effektor: Jede unerklärte Kreislaufänderung gehört an eines dieser fünf Glieder.
  • Der Baroreflex misst Wandspannung, nicht Druck, und er regelt kurzfristig, nicht dauerhaft.
  • Vagal geht schnell, sympathisch geht langsam. Deshalb ist die Frequenz immer die erste sichtbare Antwort.
  • Bei einer Reflexbradykardie ist das Beenden des Auslösers wirksamer als jedes Medikament.
  • Bei autonomer Neuropathie fällt der Druck tiefer und bleibt länger unten; bei autonomer Dysreflexie steigt er krisenhaft, und die Bradykardie ist das Warnzeichen, nicht die Krankheit.

Aufgaben

Aufgabe 1: Warum fehlt der erwartete Frequenzanstieg

Gegeben:
Ein 74-jähriger Patient mit arterieller Hypertonie erhält zur Einleitung Propofol und Sufentanil. Der arterielle Mitteldruck fällt von 95 auf 52 mmHg, die Herzfrequenz bleibt bei 62 pro Minute.

Frage:
Warum fehlt der erwartete Frequenzanstieg, und was folgt daraus für Ihr Vorgehen?

Lösung

Der Baroreflex meldet den Druckabfall korrekt, doch die Umsetzung ist an mehreren Stellen gedämpft. Propofol senkt den zentralen Sympathikusantrieb und die Reflexempfindlichkeit, Sufentanil erhöht zusätzlich den Vagustonus am Sinusknoten, und das höhere Lebensalter hat die Baroreflexempfindlichkeit ohnehin vermindert. Die fehlende Tachykardie ist also kein Zeichen von Stabilität, sondern ein Zeichen fehlender Reserve. Praktisch bedeutet das: langsamer titrieren, den Vasopressor früh und nicht erst reaktiv einsetzen und Lagerungswechsel vermeiden, solange der Druck nicht stabil ist.

Aufgabe 2: Beschreiben Sie den Reflexbogen und

Gegeben:
Während einer Schieloperation bei einem sechsjährigen Kind fällt die Herzfrequenz beim Zug am Musculus rectus medialis innerhalb von fünf Sekunden von 110 auf 48 pro Minute.

Frage:
Beschreiben Sie den Reflexbogen und die Reihenfolge Ihrer Maßnahmen.

Lösung

Es handelt sich um den okulokardialen Reflex. Die Afferenz läuft vom Augenmuskel über den ersten Trigeminusast zum Ganglion trigeminale und in den Hirnstamm, dort wird auf die vagalen Kerne umgeschaltet, und die Efferenz erreicht über den Nervus vagus Sinus- und Atrioventrikularknoten. Der erste und wirksamste Schritt ist, den Zug sofort beenden zu lassen; die Frequenz erholt sich dann meist innerhalb von Sekunden. Danach prüfen Sie die Narkosetiefe und die Beatmung, weil Hyperkapnie und flache Narkose den Reflex verstärken. Erst bei wiederholtem oder anhaltendem Auftreten geben Sie ein Anticholinergikum, weil Kinder einen hohen Vagustonus haben und besonders empfindlich reagieren.

Aufgabe 3: Warum ist dennoch eine ausreichend

Gegeben:
Eine Patientin mit Querschnittlähmung ab dem vierten Brustsegment wird zur Zystoskopie vorgestellt. Sie hat unterhalb der Läsion keine Schmerzempfindung.

Frage:
Warum ist dennoch eine ausreichend tiefe Anästhesie oder eine rückenmarknahe Blockade erforderlich?

Lösung

Unterhalb der Läsion arbeiten die spinalen Reflexbögen nach Abklingen des spinalen Schocks weiter, sind aber von der hemmenden Kontrolle des Hirnstamms getrennt. Ein Reiz wie die Blasendehnung löst deshalb eine ungebremste sympathische Antwort mit massiver Vasokonstriktion und krisenhaftem Blutdruckanstieg aus, obwohl die Patientin nichts spürt. Oberhalb der Läsion zeigen sich Gesichtsrötung, Schwitzen und Kopfschmerz, am Herzen eine reflektorische Bradykardie. Die Anästhesie blockiert die afferente Meldung und verhindert damit die Auslösung; fehlende Schmerzempfindung ist also kein Argument gegen eine ausreichende Blockade.

Aufgabe 4: Erklären Sie die zugrundeliegende Reaktion

Gegeben:
Nach einer Hemikolektomie steht eine Patientin am ersten postoperativen Tag erstmals auf und wird blass, übel und schwindelig.

Frage:
Erklären Sie die zugrundeliegende Reaktion und nennen Sie die begünstigenden Faktoren.

Lösung

Beim Aufrichten verlagern sich mehrere hundert Milliliter Blut in die Venen von Beinen und Becken, der venöse Rückstrom und damit das Schlagvolumen sinken. Normalerweise gleicht der Baroreflex das durch Frequenzanstieg und Vasokonstriktion aus. Postoperativ ist diese Gegenregulation abgeschwächt: Opioide und Restwirkungen der Anästhetika dämpfen den Sympathikus und erhöhen den Vagustonus, Bettruhe vermindert Muskelpumpe und venösen Tonus, und häufig besteht eine relative Hypovolämie. Fällt die Antwort ganz aus, kommt es zur Präsynkope oder Synkope. Die Sofortmaßnahme ist Hinlegen mit angehobenen Beinen, die Vorbeugung besteht in stufenweiser Mobilisation, ausreichender Flüssigkeit und sparsamer Opioidgabe.

Aufgabe 5: Erklären Sie den Mechanismus und

Gegeben:
Nach Gabe von Neostigmin fällt die Herzfrequenz eines Patienten von 78 auf 40 pro Minute.

Frage:
Erklären Sie den Mechanismus und grenzen Sie ihn gegen eine Reflexbradykardie ab.

Lösung

Neostigmin hemmt die Acetylcholinesterase und erhöht die Acetylcholinkonzentration an allen cholinergen Synapsen. Am Sinusknoten wirkt das über muskarinische M2-Rezeptoren, die über ein Gi-Protein Kaliumkanäle öffnen und die Spontandepolarisation verlangsamen. Es handelt sich also um eine pharmakologische Vagusnachahmung am Effektor, nicht um einen Reflex mit Sensor und Afferenz. Deshalb hilft hier das Beenden eines chirurgischen Reizes nicht, sondern nur die Blockade des Rezeptors mit Atropin oder Glycopyrronium, das der Cholinesterasehemmung vorausgehen oder mit ihr zusammen gegeben werden sollte.

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Abschlussquiz, etwa 8 Minuten

Abschlussquiz

Acht Fragen. Bestanden ab 80 %.

Zum Nachschlagen

Begriffe und Literatur

BegriffBedeutung
Vegetativer ReflexbogenKette aus Sensor, viszeraler Afferenz, integrierendem Zentrum, zweigliedriger vegetativer Efferenz und Effektor.
PressosensorDehnungssensor in der Adventitia von Karotissinus und Aortenbogen, misst Wandspannung und deren Änderungsgeschwindigkeit, nicht den Druck selbst.
Nucleus tractus solitariiSammelstelle der viszeralen Afferenzen in der Medulla oblongata, verschaltet auf vagale Kerne und sympathische Prämotoneurone.
BaroreflexempfindlichkeitMaß der autonomen Reserve, ausgedrückt als Änderung des Herzschlagabstands je mmHg Druckänderung; sinkt mit Alter, unter Anästhesie und bei Neuropathie.
Bainbridge-ReflexFrequenzanstieg nach Dehnung des rechten Vorhofs und der Hohlvenenmündungen, Antwort auf Volumenbelastung.
Okulokardialer ReflexBradykardie bis Asystolie bei Zug am Augenmuskel, Afferenz über den ersten Trigeminusast, Efferenz über den Nervus vagus.
Kardiale autonome NeuropathieSchädigung der vegetativen Herzinnervation, zuerst vagal, erkennbar an starrer Herzfrequenz ohne Atemvariabilität und an orthostatischer Hypotonie.
Autonome DysreflexieUngebremste spinale Sympathikusantwort unterhalb einer Läsion oberhalb des sechsten Brustsegments mit krisenhaftem Blutdruckanstieg und reflektorischer Bradykardie.

Literatur

  1. Siripruekpong S, Anchalee S, Benjhawaleemas P et al. Impact of diabetes mellitus and cardiac autonomic neuropathy cooccurrence on postinduction hypotension incidence in old patients who underwent general anesthesia. BMC Geriatr. 2025;25:859. doi:10.1186/s12877-025-06531-2
  2. Lamperti M, Romero CS, Guarracino F et al. Preoperative assessment of adults undergoing elective noncardiac surgery: updated guidelines from the European Society of Anaesthesiology and Intensive Care. Eur J Anaesthesiol. 2024;41(1):1-35. doi:10.1097/EJA.0000000000002069
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Standardwerke

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  • Pape HC, Kurtz A, Silbernagl S (Hrsg.). Physiologie. 9. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2019.
  • Boron WF, Boulpaep EL. Medical Physiology. 3. Auflage. Philadelphia: Elsevier; 2017.
  • Hall JE, Hall ME. Guyton and Hall Textbook of Medical Physiology. 14. Auflage. Philadelphia: Elsevier; 2021.
  • Gropper MA, Cohen NH, Eriksson LI et al. (Hrsg.). Miller’s Anesthesia. 9. Auflage. Philadelphia: Elsevier; 2020.

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