Die Catecholamine entstehen aus der Aminosäure L-Tyrosin über L-Dopa. Enthält das Neuron nur die Decarboxylase, endet die Synthese bei Dopamin; kommt die Dopamin-Beta-Hydroxylase hinzu, entsteht Noradrenalin, der Überträgerstoff fast aller postganglionären Sympathikusfasern. Die Endaufzweigungen dieser Fasern sind perlschnurartig aufgetrieben; in diesen Varikositäten wird Noradrenalin gebildet, in Vesikeln gespeichert und calciumabhängig freigesetzt. Noradrenalin hemmt seine eigene Bildung und über präsynaptische Alpha-2-Rezeptoren auch seine weitere Freisetzung. Erst im Nebennierenmark und in wenigen Neuronen der Medulla oblongata wird Noradrenalin zu Adrenalin methyliert.
Vier Haupttypen von Adrenozeptoren tragen die Wirkung, und alle vier arbeiten über G-Proteine. Adrenalin erreicht sämtliche Typen, Noradrenalin dagegen kaum den Beta-2-Rezeptor; diese eine Asymmetrie erklärt einen großen Teil der klinischen Unterschiede. Alpha-1-Rezeptoren liegen an der glatten Gefäßmuskulatur, am Musculus dilatator pupillae, an Sphinkteren von Harnblase und Magen-Darm-Trakt sowie in der Leber. Sie koppeln an Gq, aktivieren die Phospholipase C und erhöhen über Inositoltrisphosphat die zytosolische Calciumkonzentration; die Folge ist Vasokonstriktion. Phenylephrin ist der reine Vertreter, Noradrenalin der stärkste klinisch eingesetzte Agonist.
Alpha-2-Rezeptoren sitzen präsynaptisch als Autorezeptoren, im Zentralnervensystem, an Thrombozyten, Fettzellen und im Pankreas. Sie koppeln an Gi, senken das zyklische Adenosinmonophosphat, öffnen Kaliumkanäle und hemmen spannungsgesteuerte Calciumkanäle; die Zelle wird schwerer erregbar und setzt weniger Transmitter frei. Zentral gegebene Alpha-2-Agonisten wie Clonidin und Dexmedetomidin senken deshalb Sympathikusaktivität, Blutdruck und Herzfrequenz, wirken sedierend und analgetisch sparend. Bei rascher Injektion kann der periphere Alpha-Effekt zunächst eine Druckspitze erzeugen, bevor die zentrale Dämpfung überwiegt.
Beta-1-Rezeptoren dominieren am Herzen und in der Niere. Über Gs, zyklisches Adenosinmonophosphat und Proteinkinase A öffnen sie Calciumkanäle vom L-Typ und wirken positiv chronotrop, dromotrop, inotrop und lusitrop; renal steigern sie die Reninfreisetzung. Dobutamin greift überwiegend hier an, ebenso Adrenalin in niedriger Dosierung; Metoprolol und Esmolol blockieren diesen Rezeptor. Beta-2-Rezeptoren entspannen die glatte Muskulatur von Bronchien, Uterus und Skelettmuskelgefäßen, steigern Glykogenolyse und Insulinfreisetzung und treiben Kalium in die Zelle. Betamimetika wie Salbutamol nutzen diesen Weg, und die Kaliumsenkung unter Beta-2-Stimulation ist derselbe Mechanismus, der in der Hyperkaliämiebehandlung eingesetzt wird. Beta-3-Rezeptoren steigern die Wärmebildung im braunen Fettgewebe und spielen perioperativ nur eine Nebenrolle.
Tabelle 1: Adrenerge Übertragung und die vier Adrenozeptortypen
| Rezeptor | Wichtigste Wirkorte | Signalweg und Zellantwort | Klinisches Beispiel |
| Nikotinisch, Ganglientyp | Sympathische und parasympathische Ganglien, Nebennierenmark | Ionotrop, Natrium- und Calciumeinstrom, schnelles erregendes Potenzial | Angriffspunkt historischer Ganglienblocker, in klinischer Dosis von Relaxanzien kaum betroffen |
| Nikotinisch, Muskeltyp | Motorische Endplatte | Ionotrop, andere Untereinheiten, Endplattenpotenzial | Rocuronium, Succinylcholin, Antagonisierung mit Neostigmin oder Sugammadex |
| M1 | Vegetative Ganglien, Zentralnervensystem, exokrine Drüsen | Gq, Phospholipase C, spätes erregendes Potenzial | Zentrale Wirkung von Atropin, Verwirrtheit im Alter |
| M2 | Sinusknoten, Vorhof, Atrioventrikularknoten | Gi, Öffnung von Kaliumkanälen, Hemmung der Adenylatzyklase | Vagale Bradykardie, Aufhebung durch Atropin oder Glycopyrronium |
| M3 | Glatte Muskulatur, Drüsen, Endothel | Gq, Calciumanstieg, Kontraktion; im Endothel Stickstoffmonoxid und Dilatation | Bronchokonstriktion und Sekretion unter Neostigmin |
| Alpha-1 | Arteriolen, Sphinkteren, Pupillenerweiterer, Leber | Gq, Inositoltrisphosphat, Calciumanstieg, Kontraktion | Phenylephrin und Noradrenalin bei Vasoplegie |
| Alpha-2 | Präsynaptische Endigungen, Zentralnervensystem, Thrombozyten | Gi, weniger zyklisches Adenosinmonophosphat, Kaliumausstrom, weniger Transmitterfreisetzung | Clonidin und Dexmedetomidin zur Sympathikolyse und Sedierung |
| Beta-1 | Herz, juxtaglomerulärer Apparat | Gs, zyklisches Adenosinmonophosphat, Proteinkinase A, mehr Calcium | Dobutamin, Adrenalin; Blockade durch Metoprolol oder Esmolol |
| Beta-2 | Bronchien, Uterus, Muskelgefäße, Leber, Skelettmuskel | Gs, zyklisches Adenosinmonophosphat, Relaxation, Kaliumaufnahme | Salbutamol beim Bronchospasmus und bei Hyperkaliämie |