Klinische Physiologie, Kachel 05 · Stufe PJ

Grundlagen des Säure-Basen-Haushalts

Puffer, Lunge und Niere verteidigen einen Wert, der sich nur um wenige Hundertstel bewegen darf: warum das Verhältnis und nicht die Menge über den pH-Wert entscheidet.

Lernziele
  • Begründen, warum der pH-Wert so eng geregelt wird, und die Folgen einer Abweichung für Enzyme, Gerinnung, Kaliumverteilung, Katecholaminwirkung und Sauerstoffbindung benennen.
  • Flüchtige und nichtflüchtige Säurelast unterscheiden und die Puffersysteme nach Ort, Anteil und Besonderheit ordnen.
  • Die Henderson-Hasselbalch-Gleichung als Verhältnisgleichung lesen und an Rechenbeispielen zeigen, dass die absoluten Mengen nicht entscheiden.
  • Erklären, warum das offene Bicarbonat-Puffersystem dem geschlossenen weit überlegen ist.
  • Die drei Verteidigungslinien mit ihren Zeitkonstanten darstellen und Standardbikarbonat, aktuelles Bikarbonat und Basenabweichung sauber unterscheiden.
  • Die starke Ionendifferenz und den Albuminanteil als zweiten Zugang nutzen und daraus die Wirkung von Infusionslösungen auf den pH-Wert ableiten.

Zu dieser Lerneinheit

  1. Zehn Lektionen mit fünf Abbildungen, zwei Tabellen zu den Puffersystemen und zur Wirkung der Infusionslösungen, Merksätzen, vier Aufgaben mit Lösungen 7 Übungsfragen in den Lektionen, einem klinischen Fall mit drei Fragen und einem Abschlussquiz.
  2. Die Einheit legt die Grundlagen für die Interpretation der Blutgasanalyse; die alveoläre Ventilation und die Kohlendioxidabatmung als Vorgang stehen in Kachel 03, die renale Säureausscheidung im Unterkapitel zu Tubulus und Transport.
  3. Das folgende Unterkapitel ordnet die vier Grundstörungen, prüft die erwartete Kompensation und führt die Krankheitsbilder zusammen; die Behandlung schwerer Entgleisungen führt das Modul Intensivmedizin aus.

Lektion 1

Warum das klinisch zählt

Ein 47-jähriger Mann erreicht nach einem Verkehrsunfall den Schockraum mit einem pH-Wert von 7,08, einem Basenüberschuss von minus 14 mmol je Liter und einem Laktat von 8,2 mmol je Liter. Eine Patientin mit diabetischer Entgleisung hat einen pH-Wert von 7,12 bei einem Bikarbonat von 8 mmol je Liter und atmet tief und angestrengt. Ein dritter Patient bekommt während einer langen Bauchoperation sechs Liter Kochsalzlösung und hat am Ende einen pH-Wert von 7,25 bei völlig normalem Laktat. Ein vierter, beatmet und sediert, hat nach zwei Tagen kontinuierlichem Nierenersatzverfahren mit Citrat eine zunehmende Azidose bei steigendem Gesamtcalcium. Vier Bilder, vier verschiedene Ursachen, und jedes Mal ist der pH-Wert der Anzeiger, nicht das Problem.

Der Säure-Basen-Haushalt ist deshalb kein Laborthema, sondern ein diagnostisches Werkzeug. Er sagt Ihnen, ob eine Kreislaufstörung noch kompensiert ist, ob die Beatmung passt, ob eine Vergiftung vorliegt, ob die gewählte Infusionslösung schadet und ob der Stoffwechsel eines Patienten sich bessert oder verschlechtert. Voraussetzung ist, dass die Grundlagen sitzen, und die bestehen aus wenigen Sätzen: Es gibt eine tägliche Säurelast, es gibt Puffer, die sofort greifen, und es gibt zwei Organe, die endgültig entscheiden. Diese Einheit legt diese Grundlagen; die Interpretation der einzelnen Störungsbilder folgt im nächsten Unterkapitel.

Lektion 2

Warum der pH-Wert so eng geregelt wird

Der pH-Wert des arteriellen Blutes liegt bei 7,35 bis 7,45. Hinter dieser scheinbar kleinen Spanne steht eine Protonenkonzentration von etwa 40 Nanomol je Liter, also ein Millionstel der Natriumkonzentration. Der Körper hält damit eine der am knappsten bemessenen Größen des inneren Milieus, und er tut das nicht aus Prinzip, sondern weil an sehr vielen Stellen gleichzeitig etwas davon abhängt.

Der grundlegende Mechanismus ist immer derselbe: Protonen binden an geladene Gruppen von Eiweißmolekülen und verändern deren Ladung, damit ihre räumliche Gestalt und damit ihre Funktion. Daraus ergeben sich fünf klinisch wichtige Folgen. Enzyme arbeiten in einem engen Optimum; bei ausgeprägter Azidose fällt die Glykolyse ab, weil die Phosphofructokinase gehemmt wird, sodass ausgerechnet in der Ischämie die anaerobe Energiegewinnung gebremst wird. Die Gerinnung ist eine Kaskade von Enzymen und verliert mit fallendem pH-Wert an Leistung; unterhalb von etwa 7,2 ist der Effekt klinisch spürbar und bildet zusammen mit Hypothermie und Verdünnung die bekannte Trias beim blutenden Patienten. Die Kaliumverteilung verschiebt sich, weil Protonen im Austausch gegen Kalium in die Zelle aufgenommen werden; eine Azidose durch anorganische Säuren treibt Kalium nach außen, eine Alkalose zieht es nach innen, während organische Säuren wie Laktat und Ketonkörper diesen Effekt kaum zeigen.

Die vierte Folge betrifft die Katecholaminwirkung. Bei ausgeprägter Azidose sprechen die Adrenozeptoren schlechter an, und gleichzeitig sinkt die Kontraktilität. Das ist der Grund, warum ein Patient mit schwerer Azidose zunehmend höhere Katecholamindosen braucht und trotzdem hypoton bleibt; behandelt wird dann nicht der Rezeptor, sondern die Ursache der Azidose. Die fünfte Folge betrifft die Sauerstoffbindungskurve: Ein fallender pH-Wert verschiebt sie nach rechts, das Hämoglobin gibt Sauerstoff im Gewebe leichter ab; ein steigender pH-Wert verschiebt sie nach links und erschwert die Abgabe. Dazu kommt bei Alkalose ein zweiter, oft übersehener Effekt: Albumin bindet bei hohem pH-Wert mehr Calcium, das ionisierte Calcium fällt, und es entstehen Parästhesien bis zur Tetanie. Eine Hyperventilation verengt außerdem die Hirngefäße und vermindert die Hirndurchblutung.

Für die Praxis heißt das: Behandeln Sie bei einem blutenden Patienten die Azidose als Teil des Gerinnungsproblems und nicht als eigenständigen Laborwert; die wirksame Maßnahme ist die Blutstillung und die Wiederherstellung der Perfusion. Erwarten Sie bei einem pH-Wert unter 7,2 eine abnehmende Wirkung Ihrer Katecholamine und lassen Sie sich davon nicht zu immer höheren Dosen verleiten. Kontrollieren Sie bei jeder raschen Korrektur einer Azidose das Kalium, denn es fällt mit. Und erklären Sie Kribbeln um den Mund und in den Fingerspitzen bei einem angstvoll hyperventilierenden Patienten über das ionisierte Calcium, nicht über einen Calciummangel.

Übung 2.1

Lektion 3

Die tägliche Säurelast und die Puffersysteme

Täglich fallen zwei völlig verschiedene Säurelasten an. Die erste ist die flüchtige Säure: Der oxidative Stoffwechsel erzeugt in der Größenordnung von 15 000 bis 20 000 mmol Kohlendioxid am Tag. Kohlendioxid ist für sich keine Säure, bildet aber mit Wasser Kohlensäure, die in Proton und Bikarbonat zerfällt. Entscheidend ist, dass diese gewaltige Menge nicht ausgeschieden, sondern abgeatmet wird; sie verlässt den Körper als Gas. Deshalb heißt sie flüchtig, und deshalb ist die Lunge für die eine Hälfte des Säure-Basen-Haushalts zuständig.

Die zweite ist die nichtflüchtige Säure, auch fixe Säure genannt. Sie entsteht beim Abbau schwefelhaltiger Aminosäuren, aus Phosphaten der Nahrung und aus unvollständig abgebauten organischen Säuren und beträgt beim Erwachsenen mit gemischter Kost etwa 1 mmol je Kilogramm Körpergewicht und Tag, also rund 60 bis 100 mmol. Diese Menge kann nicht abgeatmet werden; sie muss über die Niere ausgeschieden werden. Die Zahlen zeigen das Größenverhältnis: Die Lunge bewegt am Tag mehr als das Hundertfache dessen, was die Niere ausscheidet. Dafür ist die Niere die einzige Instanz, die eine Säure endgültig aus dem Körper entfernt und gleichzeitig verbrauchtes Bikarbonat neu bildet.

Übersicht über den Säure-Basen-Haushalt mit dem Anfall flüchtiger Säure aus dem oxidativen Stoffwechsel und nichtflüchtiger Säure aus dem Eiweiß- und Phosphatstoffwechsel, der Pufferung durch das Bicarbonat-System und die Nichtbicarbonatpuffer sowie der Abatmung über die Lunge und der Ausscheidung über die Niere
Abbildung 1: Zwei Säurelasten, zwei Ausgänge: Was als Gas anfällt, verlässt den Körper über die Lunge, und was als feste Säure anfällt, über die Niere. Die Puffer entscheiden nicht darüber, ob die Säure den Körper verlässt, sondern nur darüber, wie stark der pH-Wert sich auf dem Weg dorthin bewegt. Eigene Darstellung

Ein Puffer ist ein Gemisch aus einer schwachen Säure und ihrer korrespondierenden Base. Er kann Protonen aufnehmen oder abgeben und dämpft damit die pH-Änderung, die eine zugeführte Säure oder Base sonst auslösen würde. Seine Wirkung ist am größten, wenn der pH-Wert nahe am pK-Wert des Systems liegt, und sie verbraucht sich, denn ein Puffer bindet die Säure nur, er entfernt sie nicht. Die Puffer sind die erste Verteidigungslinie und zugleich die einzige, die sich erschöpfen kann.

Tabelle 1: Die tägliche Säurelast und die Puffersysteme
PuffersystemOrtAnteilBesonderheit
Bikarbonat und KohlendioxidPlasma, Interstitium, gesamter Extrazellulärraumgrößter Anteil der Pufferung im Blutoffenes System: der Partialdruck des Kohlendioxids wird von der Lunge nachgeführt, weshalb das System trotz eines pK-Werts von 6,1 hervorragend puffert
HämoglobinErythrozytwichtigster Nichtbikarbonatpuffer des Blutesdesoxygeniertes Hämoglobin ist die stärkere Base und puffert genau dort, wo im Gewebe Kohlendioxid anfällt
Plasmaproteine, vor allem AlbuminPlasmaklein, aber messbarbei Hypalbuminämie fällt Pufferkapazität weg und die berechnete Anionenlücke sinkt scheinbar1
PhosphatZelle und Urinim Blut gering, im Urin entscheidendpK-Wert nahe 6,8; als titrierbare Säure des Urins trägt Phosphat einen erheblichen Teil der renalen Säureausscheidung
Proteine und organische Phosphate der ZelleIntrazellulärraumetwa die Hälfte einer nichtflüchtigen SäurelastProtonen werden im Austausch gegen Kalium aufgenommen; daraus folgt die Kaliumverschiebung bei Azidose
Carbonat und Phosphat des KnochensKnochenlangsam, bei chronischer Belastung bedeutsameine chronische Azidose wird zum Teil aus dem Knochenmineral gepuffert und entkalkt ihn dadurch

Für die Praxis heißt das: Rechnen Sie bei jedem Patienten mit vermindertem Alveolarminutenvolumen innerhalb von Minuten mit einem steigenden Kohlendioxidpartialdruck, denn die flüchtige Last ist enorm und wird nur durch die Ventilation abgeführt. Erwarten Sie umgekehrt bei akutem Nierenversagen, dass die nichtflüchtige Last sich langsam aufstaut, in der Größenordnung von etwa 70 mmol täglich, und entsprechend über Tage eine Azidose erzeugt. Bedenken Sie bei niedrigem Albumin, dass Ihnen Pufferkapazität fehlt und Ihre Messgrößen verschoben sind. Und erkennen Sie den Fehler daran, dass ein Puffer gegeben wird, obwohl die Säureproduktion weiterläuft; dann verbraucht sich auch der zugeführte Puffer.

Übung 3.1

Lektion 4

Henderson-Hasselbalch: warum das Verhältnis entscheidet

Die Henderson-Hasselbalch-Gleichung beschreibt das Bicarbonat-System. Sie lautet: pH gleich 6,1 plus dem Zehnerlogarithmus des Quotienten aus Bikarbonatkonzentration und dem physikalisch gelösten Kohlendioxid. Der Wert 6,1 ist der pK-Wert des Systems, und das gelöste Kohlendioxid errechnet sich als Partialdruck mal dem Löslichkeitskoeffizienten von 0,03 mmol je Liter und Millimeter Quecksilbersäule. Der entscheidende Punkt ist der Bruchstrich: Im Logarithmus steht ein Verhältnis, nicht eine Menge. Über den pH-Wert entscheidet also allein, wie sich Bikarbonat und Kohlendioxid zueinander verhalten.

Das erste Rechenbeispiel zeigt den Normalfall. Bei einem Bikarbonat von 24 mmol je Liter und einem Kohlendioxidpartialdruck von 40 mmHg ergibt sich gelöstes Kohlendioxid von 0,03 mal 40, also 1,2 mmol je Liter. Der Quotient aus 24 und 1,2 beträgt 20. Der Zehnerlogarithmus von 20 ist 1,3, und 6,1 plus 1,3 ergibt 7,40. Das berühmte Verhältnis von 20 zu 1 ist also nichts anderes als der rechnerische Ausdruck des normalen pH-Werts.

Das zweite Rechenbeispiel zeigt, warum die absoluten Mengen nicht entscheiden. Nehmen Sie einen Patienten mit chronisch erhöhtem Kohlendioxidpartialdruck von 80 mmHg, dessen Niere über Tage Bikarbonat auf 48 mmol je Liter angehoben hat. Das gelöste Kohlendioxid beträgt nun 2,4 mmol je Liter, der Quotient aus 48 und 2,4 beträgt wieder 20, und der pH-Wert liegt erneut bei 7,40. Beide Größen sind verdoppelt, der pH-Wert ist unverändert. Umgekehrt genügt bei einer diabetischen Entgleisung ein Bikarbonat von 12 mmol je Liter bei unverändertem Kohlendioxidpartialdruck von 40 mmHg, um den Quotienten auf 10 zu senken; der Logarithmus von 10 ist 1,0, und der pH-Wert fällt auf 7,10. Genau deshalb ist ein isolierter Bikarbonatwert ohne den Kohlendioxidwert nicht interpretierbar, und genau deshalb kann ein Patient mit stark verändertem Stoffwechsel einen normalen pH-Wert haben.

Die Henderson-Hasselbalch-Gleichung mit dem pK-Wert von 6,1, der Bicarbonatkonzentration im Zähler und dem aus Partialdruck und Löslichkeitskoeffizient berechneten gelösten Kohlendioxid im Nenner, dazu zwei Rechenbeispiele, die zeigen, dass das Verhältnis von 20 zu 1 den pH-Wert von 7,4 ergibt
Abbildung 2: Im Logarithmus steht ein Verhältnis. Deshalb sagt weder ein Bikarbonatwert noch ein Kohlendioxidwert allein etwas über den pH-Wert aus, und deshalb kann ein Patient mit doppelt so hohem Bikarbonat und doppelt so hohem Kohlendioxidpartialdruck völlig normal im pH-Wert liegen. Eigene Darstellung

Aus der Gleichung folgt auch die Logik der Kompensation. Verändert sich der Nenner, also das Kohlendioxid, kann der Zähler nachgeführt werden, und das leistet die Niere über Tage. Verändert sich der Zähler, also das Bikarbonat, kann der Nenner nachgeführt werden, und das leistet die Lunge innerhalb von Minuten bis Stunden. Eine Kompensation stellt den pH-Wert nie vollständig her, denn dann fiele der Reiz zur Kompensation weg; sie nähert ihn dem Normalbereich an. Eine scheinbar vollständige Normalisierung spricht deshalb fast immer für eine zweite, gegenläufige Störung.

Für die Praxis heißt das: Lesen Sie jede Blutgasanalyse in drei Schritten, zuerst den pH-Wert, dann den Kohlendioxidpartialdruck, dann das Bikarbonat oder den Basenüberschuss, und ordnen Sie erst danach zu. Erwarten Sie bei einem Patienten mit chronisch erhöhtem Kohlendioxidwert ein hohes Bikarbonat als normalen Befund und senken Sie sein Kohlendioxid nicht rasch auf einen Normwert, weil sonst eine ausgeprägte Alkalose entsteht. Und erkennen Sie den Fehler daran, dass ein Bikarbonatwert allein als metabolische Störung gedeutet wird, ohne dass jemand den Kohlendioxidwert daneben gelegt hat.

Übung 4.1

Lektion 5

Das offene System und der Grund seiner Überlegenheit

Nach der Lehre der Pufferchemie ist das Bicarbonat-System ein schlechter Puffer für Blut. Sein pK-Wert liegt bei 6,1 und damit 1,3 Einheiten unter dem pH-Wert von 7,4; ein Puffer arbeitet aber am besten nahe seinem pK-Wert. In einem geschlossenen Gefäß wäre das System deshalb dem Hämoglobin und den Proteinen deutlich unterlegen. Dass es dennoch das wichtigste Puffersystem des Extrazellulärraums ist, hat einen einzigen Grund: Es ist nicht geschlossen.

In einem geschlossenen System wird zugeführte Säure von Bikarbonat abgefangen, dabei entsteht Kohlensäure und daraus Kohlendioxid. Dieses Kohlendioxid bleibt im System, der Partialdruck steigt, und weil im Nenner der Gleichung ein größerer Wert steht, fällt der pH-Wert wieder. Der Puffer arbeitet gegen sein eigenes Reaktionsprodukt. Im offenen System dagegen wird das entstandene Kohlendioxid abgeatmet, der Partialdruck bleibt konstant oder sinkt sogar, weil die Azidose die Atmung antreibt. Der Nenner bleibt damit unverändert, während der Zähler sinkt, und der pH-Wert fällt weit weniger, als er es im geschlossenen Gefäß täte. Die wirksame Pufferkapazität des Systems ist dadurch ein Vielfaches der rein chemischen.

Gegenüberstellung eines geschlossenen und eines offenen Bicarbonat-Puffersystems: im geschlossenen System steigt der Kohlendioxidpartialdruck nach Säurezugabe an und begrenzt die Pufferwirkung, im offenen System wird das entstandene Kohlendioxid abgeatmet, sodass der Partialdruck konstant bleibt und der pH-Wert deutlich weniger abfällt
Abbildung 3: Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Chemie, sondern im Ausgang: Solange das entstehende Kohlendioxid den Körper verlassen kann, arbeitet der Puffer nicht gegen sein eigenes Produkt. Ein Patient mit erschöpfter Atempumpe verliert deshalb nicht nur die Abatmung, sondern zugleich den größten Teil seiner Pufferkapazität. Eigene Darstellung

Der zweite Teil dieser Kopplung spielt sich im Gewebe ab und betrifft das Hämoglobin. Im peripheren Gewebe gibt das Hämoglobin Sauerstoff ab und wird dadurch zur stärkeren Base; es nimmt genau in diesem Moment die Protonen auf, die aus dem dort anfallenden Kohlendioxid entstehen. Ein großer Teil des Kohlendioxids wird im Erythrozyten durch die Carboanhydrase zu Bikarbonat umgesetzt, das im Austausch gegen Chlorid ins Plasma tritt. In der Lunge läuft alles rückwärts: Die Oxygenierung macht das Hämoglobin zur schwächeren Base, es gibt Protonen ab, aus Bikarbonat entsteht wieder Kohlendioxid, und dieses wird abgeatmet. Transport und Pufferung sind also derselbe Vorgang.

Kopplung des Bicarbonat-Puffersystems an die Kohlendioxidabatmung im Gewebe: bei Säurebelastung wird Bicarbonat verbraucht und zusätzliches Kohlendioxid abgeatmet, bei Basenbelastung wird Bicarbonat gebildet und Kohlendioxid zurückgehalten, jeweils mit den Veränderungen von Bicarbonatkonzentration und Partialdruck
Abbildung 4: Puffern und Abatmen sind ein einziger, gekoppelter Vorgang. Deshalb ist die Alveolarventilation nicht nur ein Atemthema: Jede Änderung der Ventilation verschiebt binnen Minuten den Nenner der Gleichung und damit den pH-Wert des gesamten Extrazellulärraums. Eigene Darstellung

Für die Praxis heißt das: Beurteilen Sie bei einem Patienten mit schwerer metabolischer Azidose immer auch die Atemarbeit, denn seine gesamte Kompensation hängt an der Ventilation. Übernehmen Sie bei Intubation und Beatmung eines solchen Patienten dessen hohes Minutenvolumen und stellen Sie nicht auf Normwerte um; ein schlagartiger Abfall der Ventilation lässt den pH-Wert innerhalb von Minuten einbrechen. Rechnen Sie in der Entwöhnung von der Beatmung damit, dass eine ermüdende Atempumpe zuerst am steigenden Kohlendioxidpartialdruck erkennbar wird. Und erkennen Sie den Fehler daran, dass ein hyperventilierender Patient mit metabolischer Azidose als angstvoll eingestuft und sediert wird.

Übung 5.1

Lektion 6

Drei Verteidigungslinien und ihre Zeitkonstanten

Gegen eine Säurelast verteidigt sich der Körper gestaffelt, und die drei Linien unterscheiden sich nicht nur in ihrer Geschwindigkeit, sondern grundsätzlich in dem, was sie leisten. Die Puffer wirken sofort, innerhalb von Sekunden im Plasma und innerhalb von Minuten bis Stunden in der Zelle und im Knochen. Sie fangen den ersten Stoß ab und verschieben nichts aus dem Körper heraus; sie verbrauchen sich dabei. Etwa die Hälfte einer nichtflüchtigen Säurelast wird intrazellulär und im Knochen abgepuffert, der Rest extrazellulär, überwiegend durch Bikarbonat.

Die Lunge folgt innerhalb von Minuten. Die peripheren Chemorezeptoren am Glomus caroticum melden den fallenden pH-Wert, die Ventilation steigt, der Kohlendioxidpartialdruck sinkt, und der Nenner der Gleichung wird kleiner. Diese Antwort ist kräftig und erreicht ihr Maximum nach einigen Stunden, sie beseitigt jedoch keine einzige feste Säure; sie verändert nur das Verhältnis. Wie stark sie ausfällt, lässt sich abschätzen, und eine Abweichung von der erwarteten Kompensation ist der Hinweis auf eine zweite Störung. Umgekehrt braucht die respiratorische Antwort eine funktionsfähige Atempumpe, weshalb sie bei Erschöpfung, bei Sedierung und unter Relaxierung ausfällt.

Die Niere ist die einzige Instanz, die eine nichtflüchtige Säure endgültig aus dem Körper entfernt und gleichzeitig verbrauchtes Bikarbonat neu bildet. Sie tut das auf drei Wegen: Sie holt das filtrierte Bikarbonat im proximalen Tubulus nahezu vollständig zurück, sie scheidet Protonen an Phosphat gebunden als titrierbare Säure aus, und sie bildet in der Tubuluszelle aus Glutamin Ammoniumionen, mit denen sie zusätzlich Protonen abgibt. Der letzte Weg ist der anpassungsfähigste und wird bei chronischer Azidose um ein Vielfaches gesteigert. Der Preis ist die Zeit: Die renale Antwort beginnt nach Stunden und ist erst nach mehreren Tagen vollständig.

Zeitkonstanten der drei Verteidigungslinien Puffer sofort, fängt den ersten Stoß ab Lunge kompensiert, beseitigt nicht Niere scheidet etwa 70 mmol täglich aus Sekunden Minuten Stunden Tage Nur die Niere beseitigt die Säure, Puffer und Lunge gewinnen Zeit
Die drei Linien lösen verschiedene Aufgaben: Die Puffer halten den pH-Wert in der ersten Sekunde und verbrauchen sich dabei, die Lunge verändert innerhalb von Minuten das Verhältnis, ohne eine feste Säure zu entfernen, und erst die Niere schafft über Tage die Last aus dem Körper und ersetzt das verbrauchte Bikarbonat.

Für die Praxis heißt das: Ordnen Sie jede Störung zuerst einer Zeitachse zu. Eine Azidose, die innerhalb von Minuten entsteht, ist respiratorisch oder Folge einer akuten Gewebshypoxie; eine, die über Tage entsteht, ist renal oder chronisch metabolisch. Prüfen Sie bei jeder metabolischen Störung, ob die respiratorische Antwort dem entspricht, was zu erwarten wäre, denn eine zu schwache Antwort bedeutet eine zusätzliche respiratorische Störung. Und erkennen Sie den Fehler daran, dass von einer Niere innerhalb weniger Stunden eine Korrektur erwartet wird, die sie frühestens in Tagen leisten kann.

Übung 6.1

Lektion 7

Standardbikarbonat, Basenabweichung und die starke Ionendifferenz

Drei Messgrößen beschreiben die metabolische Seite, und ihre Verwechslung ist eine der häufigsten Fehlerquellen. Das aktuelle Bikarbonat ist die tatsächlich in der Probe vorliegende Konzentration. Sie wird nicht gemessen, sondern aus pH-Wert und Kohlendioxidpartialdruck berechnet, und sie ist deshalb von der Atmung abhängig: Eine reine respiratorische Störung verändert das aktuelle Bikarbonat, ohne dass am Stoffwechsel irgendetwas geschehen wäre. Das Standardbikarbonat beseitigt genau diesen Einfluss. Es ist die Bikarbonatkonzentration, die sich ergäbe, wenn die Probe bei 37 Grad Celsius auf einen Kohlendioxidpartialdruck von 40 mmHg eingestellt und voll mit Sauerstoff gesättigt würde; der Normwert liegt bei etwa 22 bis 26 mmol je Liter. Weicht es ab, liegt eine metabolische Störung vor.

Die Basenabweichung, meist als Basenüberschuss angegeben, beantwortet eine praktische Frage: Wie viel starke Säure oder starke Base müsste man einem Liter Blut zusetzen, um bei einem Kohlendioxidpartialdruck von 40 mmHg wieder einen pH-Wert von 7,40 zu erreichen. Der Normwert liegt bei null, mit einer Spanne von etwa plus und minus 2 mmol je Liter. Ein negativer Wert heißt Basendefizit und bedeutet eine metabolische Azidose. Weil die Bestimmung im Reagenzglas nur das Blut erfasst, der Puffer aber den gesamten Extrazellulärraum betrifft, wird heute der Standard-Basenüberschuss verwendet, der rechnerisch auf die Extrazellulärflüssigkeit mit einem verdünnten Hämoglobin bezogen ist und den Verlauf am Patienten besser abbildet.

Der zweite Zugang zur metabolischen Seite fragt nicht nach dem Bikarbonat, sondern danach, wodurch es überhaupt zustande kommt. Dieser Ansatz betrachtet drei unabhängige Größen: den Kohlendioxidpartialdruck, die Konzentration der schwachen Säuren, also vor allem Albumin und Phosphat, und die starke Ionendifferenz. Letztere ist die Differenz zwischen den vollständig dissoziierten Kationen und Anionen des Plasmas, praktisch also Natrium plus Kalium plus Calcium plus Magnesium abzüglich Chlorid und Laktat; sie beträgt normalerweise etwa 40 mmol je Liter. Der Gedanke dahinter ist einfach: Weil die Lösung elektrisch neutral sein muss, wird eine positive Differenz durch Bikarbonat und die negativ geladenen schwachen Säuren aufgefüllt. Fällt die Differenz, etwa weil Chlorid steigt, muss Bikarbonat weichen, und es entsteht eine Azidose, ohne dass eine einzige Säure zugeführt worden wäre.

Dieser Zugang ist in seiner vollständigen Form rechenaufwendig, und es gibt eine praktikable Abkürzung. Der Standard-Basenüberschuss lässt sich in einen Anteil der starken Ionendifferenz, einen Albuminanteil und einen Rest ungemessener Ionen zerlegen; damit wird sichtbar, welcher Mechanismus welchen Teil der Abweichung trägt. Diese Zerlegung ist außerhalb des pH-Bereichs von 7,30 bis 7,50 allerdings unzuverlässig und sollte dort nicht verwendet werden.2 Für den Alltag ist die entscheidende Erkenntnis ohnehin einfacher: Der klassische Zugang genügt, wenn man die Anionenlücke auf das Albumin korrigiert. In 500 Blutgasanalysen von 128 Intensivpatienten übersah die unkorrigierte Anionenlücke 11,6 Prozent der Störungen, nach Albuminkorrektur nur noch 1,6 Prozent, und die korrigierte Anionenlücke war dem aufwendigeren Ansatz praktisch gleichwertig.3 Dass die Albuminkorrektur nötig ist, ist seit Langem bekannt,4 und mit modernen Analysatoren liegt der Referenzbereich der Anionenlücke bei 3 bis 9 mmol je Liter statt der früher gelehrten 8 bis 16; je 1 g je Deziliter Albuminabfall unter 4 g je Deziliter sind 2,5 mmol je Liter zur berechneten Anionenlücke zu addieren.1 Eine strukturierte Schrittfolge aus primärer Störung, Prüfung der Kompensation, albuminkorrigierter Anionenlücke und Delta-Verhältnis führt beim Intensivpatienten zuverlässig zum Ziel.5

Aus der starken Ionendifferenz folgt unmittelbar, warum Infusionslösungen den pH-Wert verändern, und zwar über das Chlorid. Eine Lösung mit einer Ionendifferenz von null, also Kochsalzlösung mit 154 mmol je Liter Natrium und 154 mmol je Liter Chlorid, senkt die Ionendifferenz des Plasmas, sobald sie in größerer Menge infundiert wird; die Folge ist eine hyperchlorämische Azidose mit normaler Anionenlücke. Eine Lösung, deren wirksame Ionendifferenz nach Verstoffwechslung der metabolisierbaren Anionen ungefähr der Bikarbonatkonzentration des Plasmas entspricht, verändert den pH-Wert praktisch nicht. Liegt die Differenz darüber, wirkt die Lösung alkalisierend.

Tabelle 2: Standardbikarbonat, Basenabweichung und die starke Ionendifferenz
LösungChlorid und BesonderheitWirksame IonendifferenzErwartete Wirkung auf den pH-Wert
Kochsalzlösung 0,9 ProzentChlorid 154 mmol je Liter, keine weiteren Anionennullsenkt den pH-Wert; hyperchlorämische Azidose mit normaler Anionenlücke, zunehmend ab etwa zwei Litern
Balancierte Vollelektrolytlösung mit Acetat und MalatChlorid deutlich niedriger, metabolisierbare Anionen ersetzen einen Teil des Chloridsnach Verstoffwechslung etwa im Bereich des Plasmabikarbonatsnahezu neutral; die Ionendifferenz des Plasmas bleibt erhalten
Ringer-LaktatChlorid mäßig, Laktat als metabolisierbares Anionnach Verstoffwechslung leicht oberhalb des Plasmabikarbonatsleicht alkalisierend; der gemessene Laktatwert steigt vorübergehend und ist dann kein Perfusionsmarker
Natriumbikarbonat 8,4 ProzentNatrium ohne Chloridsehr hochhebt den pH-Wert an; erzeugt Hypernatriämie und Kohlendioxid, das abgeatmet werden muss
Glucose 5 Prozentpraktisch keine Ionennull, aber sehr geringe Teilchenzahlverdünnt Ionendifferenz und Albumin zugleich; in großer Menge Verdünnungsazidose ohne eigene Säurezufuhr

Die klinische Bedeutung dieses Mechanismus ist belegt. In einer Auswertung von 34 Studien mit 175 021 Intensivpatienten war eine Hyperchlorämie mit einer Odds Ratio von 1,28 für Tod und von 1,40 für ein akutes Nierenversagen verbunden, eine Hypochlorämie mit einer Odds Ratio von 1,55 für Tod.6 In der größten Einzelstudie zum Vergleich der Lösungen senkten balancierte Kristalloide bei 15 802 Intensivaufnahmen den kombinierten Endpunkt aus Tod, neuem Nierenersatzverfahren und bleibender Nierenfunktionsstörung von 15,4 auf 14,3 Prozent.7 Eine spätere Studie mit 5 037 Patienten fand keinen Unterschied der 90-Tage-Sterblichkeit, 21,8 gegenüber 22,0 Prozent,8 und die Metaanalyse einzelner Patientendaten aus 34 685 Patienten ergab eine Krankenhaussterblichkeit von 16,8 gegenüber 17,3 Prozent mit einer Wahrscheinlichkeit eines Nutzens von 89,5 Prozent, also einen Vorteil, der die übliche statistische Schwelle nicht erreicht.9

Für die Praxis heißt das: Bewerten Sie bei jeder metabolischen Azidose zuerst das Chlorid, bevor Sie nach exotischen Ursachen suchen; eine Azidose mit hohem Chlorid und normaler Anionenlücke nach mehreren Litern Kochsalzlösung ist eine Diagnose und keine Verschlechterung des Patienten. Korrigieren Sie die Anionenlücke immer auf das Albumin, weil Ihre Intensivpatienten fast alle hypalbuminämisch sind. Nutzen Sie den Standard-Basenüberschuss für den Verlauf und das Standardbikarbonat für die Frage, ob überhaupt eine metabolische Störung vorliegt. Und erkennen Sie den Fehler daran, dass ein steigender Laktatwert nach Ringer-Laktat als Perfusionsstörung gedeutet wird.

Übung 7.1

Lektion 8

Funktionelles Modell

Denken Sie an eine Waage mit zwei Schalen und einem Zeiger. Auf der einen Schale liegt das Bikarbonat, auf der anderen das Kohlendioxid, und der Zeiger ist der pH-Wert. Der Zeiger zeigt nicht an, wie viel auf den Schalen liegt, sondern nur, wie sie zueinander stehen. Man kann auf beide Schalen gleich viel auflegen, und der Zeiger bewegt sich nicht. Das ist die gesamte Henderson-Hasselbalch-Gleichung in einem Bild, und es erklärt sowohl den kompensierten chronischen Kohlendioxidträger als auch den Patienten mit zwei gegenläufigen Störungen und normalem pH-Wert.

Der zweite Teil des Modells betrifft die Zuständigkeiten. Die Kohlendioxidschale gehört der Lunge, und sie kann sie innerhalb von Minuten heben und senken. Die Bikarbonatschale gehört der Niere, und sie braucht dafür Tage. Wer schnell handelt, handelt immer über die Kohlendioxidschale, und das ist der Grund, warum die Beatmung das schnellste Werkzeug im Säure-Basen-Haushalt ist und zugleich das gefährlichste: Eine Änderung des Minutenvolumens verschiebt den pH-Wert des gesamten Extrazellulärraums binnen Minuten.

Der dritte Teil betrifft die Frage, warum überhaupt Bikarbonat auf der Schale liegt. Die Antwort der starken Ionendifferenz lautet: weil Platz dafür da ist. Die Summe der starken Kationen übersteigt die Summe der starken Anionen, und diese Lücke muss elektrisch gefüllt werden; Bikarbonat und die negativ geladenen schwachen Säuren tun das. Wer Chlorid zuführt, verkleinert die Lücke und drängt Bikarbonat heraus. Wer Albumin verliert, verkleinert den Anteil der schwachen Säuren und lässt mehr Platz für Bikarbonat, woraus eine metabolische Alkalose entsteht. Beide Beobachtungen sind aus der reinen Bikarbonatbetrachtung schwer zu erklären und aus dieser Sicht selbstverständlich.

Lektion 9

Klinische Übersetzung

Was verändert die Anästhesie?

  • Die kontrollierte Beatmung übernimmt die gesamte respiratorische Verteidigungslinie. Ein Patient mit metabolischer Azidose und hohem eigenem Minutenvolumen verliert sie im Moment der Relaxierung; wird das Minutenvolumen nicht übernommen, fällt der pH-Wert innerhalb von Minuten ab.
  • Große Mengen chloridreicher Lösungen erzeugen eine hyperchlorämische Azidose mit normaler Anionenlücke. Sie ist die häufigste intraoperativ neu entstehende Säure-Basen-Störung und wird regelmäßig als Perfusionsstörung fehlgedeutet.
  • Das Kapnoperitoneum führt Kohlendioxid zu, das zusätzlich abgeatmet werden muss; bei eingeschränkter Ventilation entsteht eine respiratorische Azidose trotz unveränderter Stoffwechsellage.
  • Längere Nüchternheit, Katabolismus und eine Therapie mit Hemmstoffen des Natrium-Glucose-Kotransporters können eine Ketoazidose begünstigen, die bei nahezu normalem Blutzucker auftritt und deshalb nur gefunden wird, wenn die Ketonkörper bestimmt werden.
  • Bei Patienten mit chronisch erhöhtem Kohlendioxidpartialdruck ist ein hohes Bikarbonat der Normalzustand. Eine Beatmung auf einen normalen Kohlendioxidwert erzeugt eine ausgeprägte metabolische Alkalose und erschwert später die Entwöhnung.

Wann wird diese Physiologie klinisch sichtbar?

  • Tiefe, angestrengte Atmung bei metabolischer Azidose, etwa bei diabetischer Entgleisung oder Urämie; sie ist die Kompensation und darf nicht sediert werden.
  • Kribbeln, Pfötchenstellung und Tetanie bei Hyperventilation durch Abfall des ionisierten Calciums infolge vermehrter Albuminbindung.
  • Zunehmender Katecholaminbedarf bei schwerer Azidose, weil Adrenozeptoren schlechter ansprechen; die Antwort ist die Behandlung der Ursache und nicht die Dosissteigerung.
  • Hyperkaliämie bei anorganischer metabolischer Azidose und Kaliumabfall bei rascher Korrektur; bei Laktat- und Ketoazidose ist der Effekt dagegen gering.
  • Azidose mit normaler Anionenlücke nach großen Mengen Kochsalzlösung, bei Durchfall und bei renal-tubulärer Störung; die Anionenlücke trennt diese Gruppe von der mit vergrößerter Lücke.
  • Metabolische Alkalose bei ausgeprägter Hypalbuminämie, die ohne Kenntnis des Albuminanteils unerklärlich bleibt und die Anionenlücke zusätzlich verfälscht.1
Vorsicht

Eine unkorrigierte Anionenlücke ist beim Intensivpatienten unzuverlässig. In 500 Blutgasanalysen übersah sie 11,6 Prozent der Störungen, nach Albuminkorrektur nur noch 1,6 Prozent.3 Rechnen Sie je 1 g je Deziliter Albuminabfall unter 4 g je Deziliter 2,5 mmol je Liter hinzu, bevor Sie eine Lücke als normal bewerten.1

Aktuelle Evidenz

Dass das Chlorid einer Infusionslösung über den pH-Wert entscheidet, ist keine theoretische Feinheit. In einer Auswertung von 34 Studien mit 175 021 Intensivpatienten war eine Hyperchlorämie mit einer Odds Ratio von 1,28 für Tod und von 1,40 für ein akutes Nierenversagen verbunden, eine Hypochlorämie mit einer Odds Ratio von 1,55 für Tod.6 In der größten Einzelstudie senkten balancierte Kristalloide bei 15 802 Intensivaufnahmen den kombinierten Endpunkt aus Tod, neuem Nierenersatzverfahren und bleibender Nierenfunktionsstörung von 15,4 auf 14,3 Prozent.7 Eine spätere Studie mit 5 037 Patienten fand keinen Unterschied der 90-Tage-Sterblichkeit, 21,8 gegenüber 22,0 Prozent,8 und die Metaanalyse einzelner Patientendaten aus 34 685 Patienten ergab eine Krankenhaussterblichkeit von 16,8 gegenüber 17,3 Prozent mit einer Wahrscheinlichkeit eines Nutzens von 89,5 Prozent, also einen Vorteil unterhalb der üblichen statistischen Schwelle.9 Die Leitlinie 2026 zur Sepsis empfiehlt balancierte Kristalloide statt Kochsalzlösung.10

Beim Zugang zur metabolischen Seite hat sich die Debatte zwischen klassischer und ionenbasierter Betrachtung praktisch aufgelöst. In 500 Blutgasanalysen von 128 Intensivpatienten übersah die unkorrigierte Anionenlücke 11,6 Prozent der Störungen, nach Albuminkorrektur nur noch 1,6 Prozent; die korrigierte Anionenlücke war dem aufwendigeren Ansatz praktisch gleichwertig.3 Dass die Korrektur nötig ist, ist seit Langem belegt.4 Mit modernen Analysatoren liegt der Referenzbereich der Anionenlücke bei 3 bis 9 mmol je Liter statt der früher gelehrten 8 bis 16, und je 1 g je Deziliter Albuminabfall unter 4 g je Deziliter sind 2,5 mmol je Liter zu addieren.1

Wer den ionenbasierten Zugang dennoch nutzen möchte, kann den Standard-Basenüberschuss in einen Anteil der starken Ionendifferenz, einen Albuminanteil und einen Rest ungemessener Ionen zerlegen; außerhalb des pH-Bereichs von 7,30 bis 7,50 ist dieses Verfahren allerdings unzuverlässig.2 Für den Alltag empfiehlt sich eine strukturierte Schrittfolge aus primärer Störung, Prüfung der Kompensation, albuminkorrigierter Anionenlücke und Delta-Verhältnis.5 Für rein metabolische Fragen genügt dabei die venöse Probe, weil pH-Wert, Kohlendioxidpartialdruck und Bikarbonat gut mit der arteriellen übereinstimmen; für respiratorische Fragen und im Schock reicht sie nicht.11

Lektion 10

Typische Fehlannahmen

  • Ein niedriges Bikarbonat beweise eine metabolische Azidose. Das aktuelle Bikarbonat wird aus pH-Wert und Kohlendioxidpartialdruck berechnet und sinkt auch bei reiner respiratorischer Alkalose. Nur Standardbikarbonat und Basenabweichung trennen die Ebenen.
  • Das Bicarbonat-System sei wegen seines pK-Werts ein schwacher Puffer. Im geschlossenen Gefäß trifft das zu. Weil die Lunge das entstehende Kohlendioxid abführt, ist seine wirksame Kapazität ein Vielfaches der chemisch berechneten.
  • Eine vollständige Normalisierung des pH-Werts beweise eine gute Kompensation. Eine Kompensation nähert an, sie normalisiert nicht, weil sonst der Reiz zur Kompensation entfiele. Ein normaler pH-Wert bei stark veränderten Teilgrößen spricht für zwei gegenläufige Störungen.
  • Kochsalzlösung sei eine neutrale Lösung. Ihre starke Ionendifferenz ist null. In größerer Menge senkt sie die Ionendifferenz des Plasmas und erzeugt eine Azidose mit normaler Anionenlücke.6
  • Eine normale Anionenlücke schließe eine zusätzliche Säure aus. Bei niedrigem Albumin ist die berechnete Lücke systematisch zu klein; ohne Korrektur bleibt eine vorhandene Störung unerkannt.4, 1

Übung 10.1

Lektion 11

Klinischer Fall, Merksätze und Aufgaben

Fall 1: Azidose am Ende einer langen Operation

Eine 62-jährige Patientin wird wegen eines ausgedehnten Ovarialkarzinoms über neun Stunden operiert. Sie hat 6 500 ml Kochsalzlösung 0,9 Prozent, zwei Erythrozytenkonzentrate und kein Kolloid erhalten. Der Blutverlust beträgt 1 800 ml, die Kreislaufsituation ist unter 0,05 Mikrogramm Noradrenalin je Kilogramm und Minute stabil, die Temperatur liegt bei 35,9 Grad Celsius. Die Blutgasanalyse am Ende zeigt einen pH-Wert von 7,24, einen Kohlendioxidpartialdruck von 38 mmHg, ein Bikarbonat von 16 mmol je Liter, einen Standard-Basenüberschuss von minus 10 mmol je Liter, ein Natrium von 142 mmol je Liter, ein Chlorid von 119 mmol je Liter, ein Kalium von 4,2 mmol je Liter, ein Laktat von 1,3 mmol je Liter und ein Albumin von 2,2 g je Deziliter. Die Urinausscheidung betrug intraoperativ 0,4 ml je Kilogramm und Stunde.

Fall 1, Frage 1

Fall 1, Frage 2

Fall 1, Frage 3

Merksätze

  • Im Logarithmus steht ein Verhältnis. Über den pH-Wert entscheidet die Relation von Bikarbonat zu Kohlendioxid, nicht die Menge von einem der beiden.
  • Puffer gewinnen Sekunden, die Lunge gewinnt Minuten, die Niere entscheidet in Tagen. Nur die Niere entfernt eine feste Säure endgültig.
  • Das Bicarbonat-System ist stark, weil es offen ist. Ohne Abatmung arbeitet es gegen sein eigenes Reaktionsprodukt.
  • Aktuelles Bikarbonat sagt etwas über die Probe, Standardbikarbonat über den Stoffwechsel, der Standard-Basenüberschuss über den Verlauf im Extrazellulärraum.
  • Chlorid verdrängt Bikarbonat. Wer die starke Ionendifferenz senkt, erzeugt eine Azidose, ohne eine einzige Säure zugeführt zu haben.

Aufgaben

Aufgabe 1: Berechnen Sie beide pH-Werte und

Gegeben:
Ein Patient hat ein Bikarbonat von 48 mmol je Liter und einen Kohlendioxidpartialdruck von 80 mmHg, ein zweiter ein Bikarbonat von 24 mmol je Liter und einen Kohlendioxidpartialdruck von 40 mmHg.

Frage:
Berechnen Sie beide pH-Werte und erklären Sie, was das Ergebnis über die Gleichung aussagt.

Lösung

Beim ersten Patienten beträgt das gelöste Kohlendioxid 0,03 mal 80, also 2,4 mmol je Liter. Der Quotient aus 48 und 2,4 ist 20, der Zehnerlogarithmus von 20 ist 1,3, und 6,1 plus 1,3 ergibt 7,40. Beim zweiten Patienten beträgt das gelöste Kohlendioxid 1,2 mmol je Liter, der Quotient aus 24 und 1,2 ist ebenfalls 20, und der pH-Wert liegt ebenfalls bei 7,40. Beide Größen sind beim ersten Patienten verdoppelt, der pH-Wert ist identisch. Daraus folgt, dass im Logarithmus ein Verhältnis und keine Menge steht. Der erste Patient ist ein chronischer Kohlendioxidträger mit vollständiger renaler Kompensation; sein hohes Bikarbonat ist kein Zeichen einer metabolischen Alkalose, sondern die Antwort auf den dauerhaft erhöhten Kohlendioxidpartialdruck. Eine rasche Absenkung seines Kohlendioxidwerts auf 40 mmHg würde den Quotienten auf 40 treiben und den pH-Wert auf etwa 7,70 anheben.

Aufgabe 2: Wie ordnen Sie den Befund

Gegeben:
Eine Patientin erhält während einer achtstündigen Operation sechs Liter Kochsalzlösung. Am Ende beträgt der pH-Wert 7,26, das Bikarbonat 17 mmol je Liter, das Chlorid 116 mmol je Liter, das Natrium 141 mmol je Liter, das Laktat 1,1 mmol je Liter.

Frage:
Wie ordnen Sie den Befund ein?

Lösung

Es liegt eine metabolische Azidose mit normaler Anionenlücke vor. Die Anionenlücke beträgt 141 minus der Summe aus 116 und 17, also 8 mmol je Liter, und das Laktat ist normal. Der Mechanismus ist die Verkleinerung der starken Ionendifferenz: Kochsalzlösung hat eine Ionendifferenz von null, weil Natrium und Chlorid in gleicher Konzentration vorliegen. Bei großer Zufuhr steigt das Chlorid des Plasmas stärker als das Natrium, die Ionendifferenz fällt, und weil die Lösung elektrisch neutral bleiben muss, weicht Bikarbonat. Das ist eine hyperchlorämische Azidose und keine Perfusionsstörung. Die richtige Reaktion besteht nicht in der Gabe von Bikarbonat, sondern im Wechsel auf eine balancierte Lösung; die Störung bildet sich anschließend von selbst zurück. Bei niedrigem Albumin wäre zusätzlich zu korrigieren, weil die berechnete Anionenlücke dann systematisch zu klein ausfällt.

Aufgabe 3: Warum kann das täuschen, und

Gegeben:
Ein Intensivpatient hat ein Albumin von 1,8 g je Deziliter, ein Natrium von 138 mmol je Liter, ein Chlorid von 104 mmol je Liter und ein Bikarbonat von 20 mmol je Liter. Die Anionenlücke erscheint unauffällig.

Frage:
Warum kann das täuschen, und wie rechnen Sie richtig?

Lösung

Die berechnete Anionenlücke beträgt 138 minus der Summe aus 104 und 20, also 14 mmol je Liter, und liegt damit nach der alten Lehre im Normbereich. Albumin ist jedoch die wichtigste ungemessene Anionenquelle; fehlt es, ist die Lücke systematisch zu klein. Je 1 g je Deziliter Albuminabfall unter 4 g je Deziliter sind 2,5 mmol je Liter zu addieren. Hier fehlen 2,2 g je Deziliter, also etwa 5,5 mmol je Liter; die korrigierte Lücke beträgt rund 19,5 mmol je Liter. Mit modernen Analysatoren liegt der Referenzbereich zudem bei 3 bis 9 statt bei 8 bis 16 mmol je Liter, sodass der Befund eindeutig auf ungemessene Anionen hinweist und eine gezielte Suche nach Laktat, Ketonkörpern, Urämie oder einer Vergiftung verlangt. Dass diese Korrektur praktisch entscheidend ist, zeigt der Vergleich mit dem aufwendigeren Ansatz über die starke Ionendifferenz: Die unkorrigierte Lücke übersah 11,6 Prozent der Störungen, die korrigierte nur noch 1,6 Prozent.

Aufgabe 4: Welche Gefahr besteht unmittelbar nach

Gegeben:
Ein Patient mit schwerer diabetischer Ketoazidose atmet mit einem Minutenvolumen von etwa 20 Litern und soll wegen zunehmender Erschöpfung intubiert werden.

Frage:
Welche Gefahr besteht unmittelbar nach der Einleitung, und wie vermeiden Sie sie?

Lösung

Die tiefe, angestrengte Atmung ist die respiratorische Kompensation. Sie hält den Kohlendioxidpartialdruck niedrig und damit den Nenner der Henderson-Hasselbalch-Gleichung klein; nur deshalb ist der pH-Wert noch mit dem Leben vereinbar. Relaxierung und Beatmung mit einem üblichen Minutenvolumen beenden diese Kompensation schlagartig. Der Kohlendioxidpartialdruck steigt innerhalb von Minuten, das Verhältnis kippt, und der pH-Wert fällt weiter ab, mit abnehmender Katecholaminwirkung, Kaliumverschiebung und Rhythmusgefahr. Zu vermeiden ist das, indem das hohe Minutenvolumen des Patienten nach der Intubation übernommen und nicht auf Normwerte umgestellt wird, indem die Apnoezeit so kurz wie möglich gehalten wird und indem die ursächliche Behandlung aus Volumen, Kalium und Insulin bereits vor der Einleitung läuft. Steuerungsgröße sind der pH-Wert und der Verlauf der Ketonkörper, nicht der Kohlendioxidwert als Zahl.

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Zum Nachschlagen

Begriffe und Literatur

BegriffBedeutung
Flüchtige SäureDas im oxidativen Stoffwechsel anfallende Kohlendioxid in der Größenordnung von 15 000 bis 20 000 mmol täglich; es wird abgeatmet und nicht ausgeschieden.
Nichtflüchtige SäureEtwa 1 mmol je Kilogramm und Tag aus dem Abbau schwefelhaltiger Aminosäuren und aus Phosphaten; sie kann nur die Niere endgültig entfernen.
Offenes PuffersystemPuffersystem, dessen flüchtiges Reaktionsprodukt den Körper verlassen kann; weil der Kohlendioxidpartialdruck konstant bleibt, puffert es weit wirksamer als im geschlossenen Gefäß.
Aktuelles BikarbonatAus pH-Wert und Kohlendioxidpartialdruck berechnete Konzentration in der Probe; sie ändert sich auch bei reiner respiratorischer Störung.
StandardbikarbonatBikarbonatkonzentration nach Einstellung auf 37 Grad Celsius, einen Kohlendioxidpartialdruck von 40 mmHg und volle Sauerstoffsättigung; Normwert etwa 22 bis 26 mmol je Liter.
Standard-BasenüberschussMenge starker Säure oder Base, die einen Liter Extrazellulärflüssigkeit bei einem Kohlendioxidpartialdruck von 40 mmHg auf pH 7,40 zurückbrächte; Normwert null mit einer Spanne von etwa zwei mmol je Liter.
Starke IonendifferenzÜberschuss der vollständig dissoziierten Kationen über die vollständig dissoziierten Anionen; sie beträgt etwa 40 mmol je Liter und wird elektrisch durch Bikarbonat und schwache Säuren aufgefüllt.
Albuminkorrigierte AnionenlückeBerechnete Anionenlücke zuzüglich 2,5 mmol je Liter für jedes fehlende Gramm Albumin je Deziliter unter 4 g je Deziliter; ohne diese Korrektur bleiben Störungen unerkannt.

Literatur

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  2. Duska F, Krbec M, Heldeweg M, Elbers P, Giosa L. A pragmatic approach to complex acid base disturbances of critical illness: the Stewart light. Intensive Care Med. 2026;52(6):1322-1325. doi:10.1007/s00134-026-08023-8
  3. Paliwal R, Pakavakis A, Divatia JV, Kulkarni AP. Utility of Stewart approach to diagnose missed complex acid-base disorders as compared to bicarbonate-anion gap-based methodology in critically ill patients: an observational study. Indian J Crit Care Med. 2022;26(1):23-32. doi:10.5005/jp-journals-10071-24067
  4. Kraut JA, Nagami GT. The serum anion gap in the evaluation of acid-base disorders: what are its limitations and can its effectiveness be improved? Clin J Am Soc Nephrol. 2013;8(11):2018-2024. doi:10.2215/CJN.04040413
  5. Barletta JF, Muir J, Brown J, Dzierba A. A systematic approach to understanding acid-base disorders in the critically ill. Ann Pharmacother. 2024;58(1):65-75. doi:10.1177/10600280231165787
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  9. Zampieri FG, Cavalcanti AB, Di Tanna GL et al. Balanced crystalloids versus saline for critically ill patients (BEST-Living): a systematic review and individual patient data meta-analysis. Lancet Respir Med. 2024;12(3):237-246. doi:10.1016/S2213-2600(23)00417-4
  10. Prescott HC, Antonelli M, Alhazzani W et al. Surviving Sepsis Campaign: international guidelines for management of sepsis and septic shock 2026. Intensive Care Med. 2026;52(6):863-936. doi:10.1007/s00134-026-08361-1
  11. Saberian L, Sharif M, Aarabi M, Broumand B, Shafiee MA. Arterial versus venous blood gas analysis comparisons, appropriateness, and alternatives in different acid-base clinical settings: a systematic review. Cureus. 2023;15(7):e41707. doi:10.7759/cureus.41707

Standardwerke

  • Silbernagl S, Despopoulos A, Draguhn A. Taschenatlas Physiologie. 9. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2018. Grundlagen und Zellphysiologie.
  • Pape HC, Kurtz A, Silbernagl S (Hrsg.). Physiologie. 9. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2019.
  • Boron WF, Boulpaep EL. Medical Physiology. 3. Auflage. Philadelphia: Elsevier; 2017.
  • Rassow J, Hauser K, Netzker R, Deutzmann R. Duale Reihe Biochemie. 5. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022.
  • Gropper MA, Cohen NH, Eriksson LI et al. (Hrsg.). Miller’s Anesthesia. 9. Auflage. Philadelphia: Elsevier; 2020.

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