Klinische Physiologie, Kachel 10 · Stufe WBJ 1

Hyperkapnie: Ventilation, Totraum oder Produktion?

Ein steigender Kohlendioxidwert hat nur drei Stellgrößen, die Produktion, die Minutenventilation und den Anteil dieser Ventilation, der ins Leere geht: Mit der alveolären Ventilationsgleichung, dem Kapnogramm und dem Atemmuster ordnen Sie jede Hyperkapnie einer davon zu und wählen die passende erste Handlung.

Lernziele
  • Mit der alveolären Ventilationsgleichung jede Hyperkapnie einem der drei Hebel Kohlendioxidproduktion, Minutenventilation und Totraumanteil zuordnen.
  • Anatomischen, apparativen und alveolären Totraum unterscheiden und den Totraumanteil als Folge der lungenprotektiven Beatmung und als Prognosefaktor beim akuten Lungenversagen einordnen.
  • Kapnogramm und arterioendexspiratorische Kohlendioxiddifferenz nutzen, um Störungen von Ventilation, Perfusion und Totraum zu trennen.
  • Einen verminderten Atemantrieb von einer erschöpften Atempumpe an Atemmuster und Befund unterscheiden und die jeweilige Behandlung ableiten.
  • Ursachen gesteigerter Kohlendioxidproduktion und exogener Kohlendioxidlast erkennen, einschließlich maligner Hyperthermie und Laparoskopie.
  • Die Folgen der Hyperkapnie beschreiben und die Grenzen der permissiven Hyperkapnie begründen.

Zu dieser Lerneinheit

  1. Zehn Lektionen mit einem eigens gezeichneten Entscheidungsbaum, einer eigens gezeichneten Übersicht typischer Kapnogramme und zwei Übersichtsbildern, einer Entscheidungstabelle von Befundmuster, Mechanismus, unterscheidendem Test und erster Handlung, einer Tabelle der Kapnografiebefunde mit Mechanismus und Konsequenz, Merksätzen, vier Aufgaben mit Lösungen 6 Übungsfragen in den Lektionen, einem klinischen Fall mit drei Fragen und einem Abschlussquiz.
  2. Die Einheit setzt Ventilation, Totraum, Atemsteuerung und die Sauerstofftherapie bei obstruktiver Erkrankung aus der Kachel Atmung und Kreislauf sowie die respiratorische Azidose mit ihrer Kompensation aus der Kachel Inneres Milieu voraus und verbindet sie zu einem Entscheidungsweg.
  3. Die Hypoxämie steht in der vorigen Einheit dieser Kachel, die neuromuskuläre Blockade und die maligne Hyperthermie in der Kachel Erregung, Nerv, Muskel und autonome Regulation, Beatmung und Atemwegsmanagement in der Durchführung in den Modulen Allgemeinanästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin.

Lektion 1

Warum das klinisch zählt

Der Leitbefund dieser Einheit ist ein steigendes Kohlendioxid, am Kapnografen oder in der Blutgasanalyse. Bei einer extraperitonealen Leistenhernienoperation steigt der endexspiratorische Wert eine Stunde nach Anlage des Gasraums trotz unveränderter Beatmung von 36 auf 50 mmHg. Auf der Intensivstation hat ein Patient mit akutem Lungenversagen einen paCO₂ von 64 mmHg, obwohl das Beatmungsgerät 12 l pro Minute liefert. Und auf der Normalstation ist eine Patientin mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung am Morgen nach einer Hüftoperation unter Opioidanalgesie und hoch dosiertem Sauerstoff kaum weckbar, bei einer Sättigung von 99 Prozent und einem paCO₂ von 88 mmHg. Der Laborwert heißt jedes Mal gleich, doch im ersten Fall ist die Kohlendioxidlast gestiegen, im zweiten geht ein großer Teil der Ventilation ins Leere, und im dritten atmet die Patientin zu wenig.

Die Hyperkapnie ist damit ein Paradebeispiel für das Denken über mehrere Regelkreise: Stoffwechsel und Temperatur bestimmen die Produktion, Atemzentrum und Atempumpe die Ventilation, Lungenkreislauf und Herzzeitvolumen den Totraum. Die physiologischen Grundlagen stehen in Kachel 03 Atmung und Kreislauf, vor allem in den Einheiten „Alveolargasgleichung, A-a-Differenz und Ventilation", „V/Q-Verteilung, Shunt, Totraum und Atelektase unter Narkose", „Lungenvolumina, Atemsteuerung und Beatmungsmechanik unter Narkose" und „Sauerstoff bei COPD: Atemantrieb, Haldane-Effekt und Zieltitration". Die respiratorische Azidose mit ihrer Kompensation steht in Kachel 05 Inneres Milieu in der Einheit „Die vier Störungen und ihre Kompensation". Hier werden diese Bausteine zu einem Entscheidungsweg verbunden.

Lektion 2

Die alveoläre Ventilationsgleichung: drei Hebel für einen Wert

Im Gleichgewicht verlässt den Körper über die Lunge genau so viel Kohlendioxid, wie der Stoffwechsel bildet. Daraus folgt die alveoläre Ventilationsgleichung: Der paCO₂ ist proportional zur Kohlendioxidproduktion und umgekehrt proportional zur alveolären Ventilation, paCO₂ = 0,863 × VCO₂ / VA, mit der Produktion in Millilitern und der alveolären Ventilation in Litern pro Minute. Eine Produktion von 200 ml pro Minute und eine alveoläre Ventilation von 4,3 l pro Minute ergeben einen paCO₂ von 40 mmHg. Die alveoläre Ventilation ist ihrerseits nur der Teil der Minutenventilation, der perfundierte Alveolen erreicht: VA = VE × (1 − VD/VT). Damit hat der paCO₂ genau drei Stellgrößen: die Produktion, die Minutenventilation und den Totraumanteil. Jede Hyperkapnie lässt sich einer davon oder einer Kombination zuordnen.

Die Beziehung zwischen alveolärer Ventilation und paCO₂ ist eine Hyperbel. Halbiert sich die alveoläre Ventilation, verdoppelt sich der paCO₂; im flachen Teil der Kurve, bei guter Ventilation, bewirken Änderungen wenig, im steilen Teil, bei ohnehin geringer Ventilation, lässt jeder weitere Verlust das Kohlendioxid rasch steigen. Das erklärt, warum ein Patient mit chronischer Hyperkapnie bei jeder kleinen Zusatzbelastung dekompensiert. Die Gleichung erklärt außerdem einen Unterschied, der am Bett oft übersehen wird. Beim kontrolliert beatmeten Patienten ist die Minutenventilation fest eingestellt, und jede Zunahme der Produktion oder des Totraums erscheint unmittelbar als steigender paCO₂. Beim spontan atmenden Gesunden dagegen antwortet der Chemoreflex auf den kleinsten Anstieg mit Mehratmung. Eine Hyperkapnie bei Spontanatmung bedeutet deshalb immer auch, dass diese Regelung versagt: Der Antrieb ist zu schwach, oder die Pumpe kann die geforderte Ventilation nicht leisten.

Die Folgen der Hyperkapnie ergeben sich aus der Azidose und aus der direkten Gefäßwirkung des Kohlendioxids. Hirngefäße erweitern sich, Hirndurchblutung und intrakranielles Volumen nehmen zu; bei erhöhtem Hirndruck ist das gefährlich. Lungengefäße verengen sich, der pulmonale Widerstand steigt, und der rechte Ventrikel wird belastet. Der Sympathikus wird aktiviert, Herzfrequenz und Blutdruck steigen, und die Neigung zu Rhythmusstörungen nimmt zu. Bei sehr hohen Werten wirkt Kohlendioxid selbst narkotisch. Hinzu kommt der Effekt aus der vorigen Einheit: Kohlendioxid verdrängt in der Alveole Sauerstoff. Wie rasch und wie weit die Niere eine respiratorische Azidose über Bikarbonat abpuffert und wie akute und chronische Formen an ihrem Bikarbonat unterschieden werden, ist in Kachel 05 ausgeführt.

Am Patienten heißt das: Stellen Sie bei jeder Hyperkapnie zuerst die Frage nach der Minutenventilation, am Beatmungsgerät gemessen oder bei Spontanatmung aus Atemfrequenz und geschätzter Atemtiefe. Ist sie niedrig, liegt ein Ventilationsproblem vor. Ist sie normal oder hoch, fragen Sie nach dem Totraum und nach der Produktion. Beurteilen Sie immer den pH-Wert mit und prüfen Sie am Bikarbonat, ob eine chronische Komponente vorliegt. Den Fehler erkennen Sie daran, dass bei einem hyperkapnischen Patienten mit einer Minutenventilation von 14 l pro Minute reflexhaft die Frequenz weiter erhöht wird, ohne dass jemand nach dem Totraum fragt.

Übung 2.1

Lektion 3

Totraum: wenn Ventilation den Gasaustausch verfehlt

Totraum ist der Teil des Atemzugs, der keinen Gasaustausch leistet. Der anatomische Totraum der leitenden Atemwege beträgt beim Erwachsenen etwa 150 ml und ist weitgehend konstant. Der apparative Totraum umfasst alles zwischen dem Y-Stück des Beatmungssystems und dem Patienten, also Filter mit Befeuchterfunktion, Winkelstück, Gänsegurgel und Kapnografieadapter; er ist bei kleinen Atemzugvolumina und bei Kindern bedeutsam. Der alveoläre Totraum besteht aus Alveolen, die belüftet, aber nicht oder zu wenig durchblutet sind: bei Lungenembolie, bei niedrigem Herzzeitvolumen und Hypovolämie, in überdehnten Bezirken bei hohem Beatmungsdruck, bei Emphysem und in den oberen Lungenabschnitten, wenn der Alveolardruck den Kapillardruck übersteigt. Anatomischer und alveolärer Totraum bilden zusammen den physiologischen Totraum.

Anatomischer Totraum der leitenden Atemwege, alveolärer Totraum nicht durchbluteter Alveolen und physiologischer Totraum als ihre Summe, Vergleich einer durchbluteten und einer nicht durchbluteten Alveole, Aufteilung des Atemzugvolumens in Totraum und alveoläre Ventilation sowie Bestimmung des Residualvolumens durch Heliumverdünnung
Abbildung 1: Anatomischer und alveolärer Totraum ergeben zusammen den physiologischen Totraum; nur der verbleibende Teil des Atemzugvolumens erreicht durchblutete Alveolen und entfernt Kohlendioxid. Eigene Darstellung

Gemessen wird der Totraumanteil mit der Bohr-Gleichung in der Form nach Enghoff: VD/VT = (paCO₂ − PECO₂) / paCO₂, wobei PECO₂ der Kohlendioxidpartialdruck im gemischten Exspirationsgas ist, wie ihn die volumetrische Kapnografie liefert. Beim Gesunden liegt der Anteil bei etwa 0,3. Beim akuten Lungenversagen ist er früh im Verlauf deutlich erhöht; in einer Kohorte betrug er im Mittel 0,58, bei Verstorbenen 0,63 und bei Überlebenden 0,54, und jede Zunahme um 0,05 erhöhte die Chance zu versterben um 45 Prozent.1 Der Totraumanteil ist damit nicht nur eine Größe der Kohlendioxidelimination, sondern ein Maß für die Schädigung der Lungenstrombahn.

Wie stark der Totraum die alveoläre Ventilation bestimmt, zeigt das Atemmuster. Bei 16 Atemzügen von 500 ml und 150 ml Totraum beträgt die alveoläre Ventilation 5,6 l pro Minute. Atmet derselbe Mensch 32-mal pro Minute mit 250 ml, bleibt die Minutenventilation gleich, aber die alveoläre Ventilation fällt auf 3,2 l pro Minute, denn jeder Atemzug zahlt denselben Totraum. Die schnelle flache Atmung des erschöpften Patienten ist deshalb ineffizient, und sie wird es umso mehr, je größer der Totraum ist.

Dieselbe Rechnung erklärt die Hyperkapnie unter lungenprotektiver Beatmung. Ein Atemzugvolumen von 6 statt 12 ml je Kilogramm Standardgewicht senkte in der grundlegenden Studie die Sterblichkeit von 39,8 auf 31,0 Prozent,2 und die europäische Leitlinie empfiehlt 4 bis 8 ml je Kilogramm.3 Mit kleinen Atemzügen steigt der Totraumanteil, und ein höherer paCO₂ ist oft der Preis der Protektion. Diese permissive Hyperkapnie ist nach einer Metaanalyse mit 10 101 Patienten dann mit niedrigerer Sterblichkeit verbunden, wenn sie Folge einer protektiven Beatmung ist; tritt sie dagegen unter bereits protektiver Beatmung als Zeichen der schweren Erkrankung auf, geht sie mit höherer Sterblichkeit einher.4 In einer Kohorte von 1 899 Patienten mit moderatem oder schwerem akutem Lungenversagen war ein maximaler paCO₂ von 50 mmHg oder mehr in den ersten 48 Stunden mit höherer Intensivsterblichkeit verbunden.5 Eine feste Obergrenze aus randomisierten Studien gibt es nicht; bei erhöhtem Hirndruck und bei Rechtsherzversagen ist die Toleranz deutlich geringer.

Am Patienten heißt das: Verkleinern Sie bei kleinen Atemzugvolumina zuerst den apparativen Totraum, etwa durch aktive statt passiver Befeuchtung und kurze Verbindungsstücke. Erhöhen Sie danach die Atemfrequenz nur so weit, wie die Exspirationszeit reicht, und prüfen Sie, ob ein hoher positiver endexspiratorischer Druck Lunge überdehnt und damit Totraum erzeugt. Bei einem plötzlichen Anstieg des Totraums denken Sie an Lungenembolie und fallendes Herzzeitvolumen. Den Fehler erkennen Sie daran, dass unter einem Atemzugvolumen von 350 ml ein Filter mit großem Innenvolumen und eine lange Gänsegurgel zwischen Y-Stück und Tubus sitzen.

Übung 3.1

Lektion 4

Kapnografie und die arterioendexspiratorische Differenz

Der endexspiratorische Kohlendioxidwert ist kein arterieller Wert, sondern der Partialdruck des Gases, das am Ende der Exspiration aus allen belüfteten Alveolen gemeinsam ausströmt. Durchblutete Alveolen liefern Gas mit einem Partialdruck nahe dem arteriellen, nicht durchblutete Alveolen liefern Gas ohne Kohlendioxid. Der endexspiratorische Wert ist deshalb eine Mischung, und der Abstand zum paCO₂, die arterioendexspiratorische Differenz, ist ein Maß für den alveolären Totraum. Beim Lungengesunden beträgt sie wenige Millimeter Quecksilbersäule. Sie wächst mit dem Alter, in Seitenlage und bei Ein-Lungen-Ventilation, bei obstruktiver Lungenerkrankung, bei Lungenembolie und immer dann, wenn das Herzzeitvolumen fällt.

Weil der endexspiratorische Wert Produktion, Transport zur Lunge und Ventilation zugleich abbildet, ist er ein Kreislaufmonitor. Fällt er bei unveränderter Beatmung plötzlich ab, ist die Lungenperfusion gesunken: Lungenembolie, auch Luft- oder Kohlendioxidembolie, massive Blutung, schwere Hypotonie, Kreislaufstillstand. Umgekehrt sammelt sich bei niedrigem Herzzeitvolumen Kohlendioxid im venösen Blut und im Gewebe an; nach dem Fick-Prinzip ist die venoarterielle Kohlendioxiddifferenz der Produktion direkt und dem Herzzeitvolumen umgekehrt proportional und liegt normal bei 2 bis 6 mmHg.6 Im Niedrigflusszustand sinkt deshalb der endexspiratorische Wert, während das venöse Kohlendioxid steigt; die Einordnung als Flussmarker folgt in der Einheit zum Schock in dieser Kachel.

Das Kapnogramm liefert über die Form hinaus Information. Phase I ist das kohlendioxidfreie Gas des Totraums, Phase II der steile Anstieg aus der Mischung, Phase III das alveoläre Plateau, an dessen Ende der endexspiratorische Wert abgelesen wird, und in der Inspiration fällt die Kurve auf null. Ein ansteigendes statt flaches Plateau zeigt eine ungleichmäßige Entleerung bei Obstruktion. Eine Grundlinie, die nicht mehr auf null zurückkehrt, zeigt Rückatmung, etwa bei erschöpftem Kohlendioxidabsorber oder defektem Ventil. Eine Kerbe im Plateau verrät eine Eigenatmung gegen das Gerät.

etCO₂ normal: flaches Plateau Obstruktion: ansteigendes Plateau Rückatmung: Grundlinie über null
Die Form des Kapnogramms trennt die normale Entleerung mit flachem Plateau von der ungleichmäßigen Entleerung bei Obstruktion und von der Rückatmung, bei der die inspiratorische Grundlinie nicht mehr auf null zurückkehrt.

Die Kapnografie ist deshalb Mindeststandard für jede Narkose und jede Sedierung durch Anästhesistinnen und Anästhesisten, einschließlich der Aufwachphase.7 Wie viel sie wert ist, zeigen die Fälle, in denen sie fehlte. In einer landesweiten Erhebung schwerer Atemwegskomplikationen traten diese in der Anästhesie bei 46 je Million Allgemeinanästhesien auf, etwa einmal in 22 000 Narkosen.8 Auf Intensivstationen führten solche Ereignisse in 61 Prozent zu Tod oder bleibender neurologischer Schädigung, und im Teil der Erhebung zu Intensivstationen und Notaufnahmen trug eine fehlende Kapnografie zu 74 Prozent der Fälle mit Tod oder bleibender neurologischer Schädigung bei.9

Tabelle 1: Kapnografie und die arterioendexspiratorische Differenz
Befund am KapnografenMechanismusKonsequenz
Keine Kurve oder Kurve, die nach wenigen Atemzügen verschwindetKeine Ventilation der Lunge: ösophageale Intubation, Diskonnektion, Atemwegsverschluss, ApnoeTubuslage sofort prüfen; kein Kapnogramm heißt bis zum Beweis des Gegenteils keine Beatmung9
Plötzlicher Abfall bei unveränderter BeatmungLungenperfusion gesunken: Embolie, Blutung, schwere Hypotonie, KreislaufstillstandPuls und Blutdruck prüfen, Kreislauf behandeln
Langsamer Anstieg bei unveränderter BeatmungProduktion gestiegen oder exogene Last: Fieber, maligne Hyperthermie, Laparoskopie, BikarbonatTemperatur, Muskeltonus, Herzfrequenz, Gasraum prüfen
Grundlinie über nullRückatmung durch erschöpften Absorber oder defektes VentilFrischgasfluss erhöhen, Absorber und Ventile prüfen
Ansteigendes PlateauUngleichmäßige Entleerung bei Bronchospasmus oder obstruktiver ErkrankungBronchodilatation, längere Exspiration; endexspiratorischer Wert unterschätzt den paCO₂
Wachsende Differenz zum paCO₂Alveolärer Totraum nimmt zuHerzzeitvolumen, Embolie und Überdehnung prüfen

Am Patienten heißt das: Lesen Sie bei jedem Anstieg oder Abfall zuerst die Form der Kurve und die Grundlinie, dann den Zahlenwert. Gleichen Sie den endexspiratorischen Wert bei jedem beatmeten Intensivpatienten mindestens einmal mit dem paCO₂ ab und notieren Sie die Differenz, denn erst ihre Änderung macht den Kapnografen zum Trendmonitor. Den Fehler erkennen Sie daran, dass eine Beatmung nach einem normalen endexspiratorischen Wert eingestellt wird, während der paCO₂ wegen eines großen Totraums weit darüber liegt.

Übung 4.1

Lektion 5

Atemantrieb: wenn der Patient nicht atmen will

Die Ventilation wird von Rhythmusgeneratoren in der Medulla oblongata erzeugt und über Chemosensoren an den Bedarf angepasst. Die zentralen Chemosensoren an der Oberfläche der Medulla reagieren auf den pH-Wert des Liquors, den Kohlendioxid als frei durch die Blut-Hirn-Schranke diffundierendes Gas rasch verändert; sie tragen den größten Teil des Antriebs. Die peripheren Chemosensoren im Glomus caroticum und im Glomus aorticum reagieren schnell auf einen fallenden arteriellen Sauerstoffpartialdruck und zusätzlich auf Kohlendioxid und pH-Wert. Die Antwort auf Kohlendioxid ist steil: Steigt der paCO₂ von etwa 38 auf etwa 68 mmHg, kann sich die Ventilation etwa verzehnfachen. Die Einzelheiten der Atemsteuerung stehen in Kachel 03 in der Einheit „Lungenvolumina, Atemsteuerung und Beatmungsmechanik unter Narkose".

Atemzentrum in Medulla oblongata und Pons mit Atemnerven, zentrale Chemosensoren im Hirnstamm, periphere Chemosensoren in den Glomera carotica und aortica, Lungendehnungsrezeptoren, willkürliche Beeinflussung durch die Großhirnrinde und Mehratmung bei körperlicher Arbeit
Abbildung 2: Zentrale Chemosensoren erfassen Kohlendioxid über den pH-Wert des Liquors, periphere Chemosensoren vor allem einen fallenden arteriellen Sauerstoffpartialdruck; beide steuern gemeinsam mit mechanischen und willkürlichen Einflüssen die Rhythmusgeneratoren des Hirnstamms. Eigene Darstellung

Nahezu alle Anästhetika und Sedativa greifen in diesen Regelkreis ein. Opioide verschieben die Kohlendioxidantwortkurve nach rechts und flachen sie ab; typisch ist zuerst eine Verlangsamung der Atemfrequenz mit zunächst erhaltener oder sogar größerer Atemtiefe, dann Pausen und schließlich Apnoe. Benzodiazepine, Propofol und volatile Anästhetika vermindern die Steilheit der Antwort, und Kombinationen wirken überadditiv. Volatile Anästhetika dämpfen schon in niedriger Restkonzentration die Antwort der peripheren Chemosensoren auf Hypoxie, sodass der Schutz vor einer Entsättigung im Aufwachraum geschwächt ist. Schlaf, obstruktive Schlafapnoe, Adipositas-Hypoventilation, Hypothyreose, Läsionen des Hirnstamms und eine metabolische Alkalose mit ihrer kompensatorischen Hypoventilation vervollständigen die Liste.

Eine Sonderstellung hat die chronische Hyperkapnie. Bei langjährig erhöhtem paCO₂ hält die Niere über Bikarbonat den pH-Wert nahe am Normbereich, auch im Liquor, und der zentrale Antrieb reagiert auf den erhöhten Wert nicht mehr wie auf eine Störung. Erhält ein solcher Patient hoch dosierten Sauerstoff, steigt der paCO₂. Verantwortlich ist dafür nur zum kleineren Teil die Dämpfung des hypoxischen Antriebs; wichtiger sind die Aufhebung der hypoxischen pulmonalen Vasokonstriktion, die Blut in schlecht belüftete Bezirke zurückleitet und den Totraum der gut belüfteten vergrößert, und der Haldane-Effekt, durch den oxygeniertes Hämoglobin weniger Kohlendioxid bindet. Deshalb empfiehlt die Leitlinie bei Risiko eines hyperkapnischen Versagens eine Zielsättigung von 88 bis 92 Prozent,10 und in einer prähospitalen Studie senkte titrierter Sauerstoff mit diesem Ziel die Sterblichkeit von 9 auf 4 Prozent, bei gesicherter obstruktiver Erkrankung von 9 auf 2 Prozent.11 Die Physiologie dazu vertieft Kachel 03 in der Einheit „Sauerstoff bei COPD: Atemantrieb, Haldane-Effekt und Zieltitration".

Das klinische Bild des verminderten Antriebs ist ruhig: niedrige Atemfrequenz, oft normale oder große Atemzüge, keine Atemnot, kein Einsatz der Atemhilfsmuskulatur, zunehmende Somnolenz, unter Sauerstoff eine normale Sättigung. Der Patient will nicht atmen, und er leidet nicht darunter.

Am Patienten heißt das: Zählen Sie bei jedem sedierten oder frisch operierten Patienten die Atemfrequenz über eine volle Minute und überwachen Sie bei Sedierung mit Kapnografie. Behandeln Sie eine opioidbedingte Hypoventilation mit Weckreiz und titrierter Antagonisierung in kleinen Schritten, stellen Sie auf opioidsparende Verfahren um und legen Sie für Patienten mit Hyperkapnierisiko das Sauerstoffziel schriftlich fest. Den Fehler erkennen Sie an einem Patienten, der unter Sauerstoff mit 99 Prozent Sättigung und sechs Atemzügen pro Minute als stabil gilt.

Übung 5.1

Lektion 6

Atempumpe: wenn der Patient nicht atmen kann

Die Atempumpe besteht aus Atemzentrum, Nerven, neuromuskulärer Übertragung, Atemmuskulatur und Brustwand. Ob sie die geforderte Ventilation leisten kann, ist eine Frage des Gleichgewichts zwischen Last und Kapazität. Die Last setzt sich zusammen aus dem Widerstand der Atemwege bei Bronchospasmus, Sekret oder engem Tubus, der Steifigkeit von Lunge und Brustwand bei Lungenödem, Adipositas, Aszites, Pneumoperitoneum und Pleuraerguss, einer Schwellenlast durch intrinsischen positiven endexspiratorischen Druck bei Obstruktion und dem Ventilationsbedarf selbst, der mit Totraum, Kohlendioxidproduktion und metabolischer Azidose wächst. Die Kapazität sinkt bei Relaxansüberhang, bei Zwerchfellschwäche nach Oberbauch- und Thoraxeingriffen, bei Lähmung des Nervus phrenicus nach interskalenärer Blockade, bei Überblähung mit abgeflachtem Zwerchfell, bei Mangel an Phosphat, Kalium und Magnesium, bei Mangelernährung und bei der erworbenen Schwäche des kritisch Kranken.

Übersteigt die Last dauerhaft die Kapazität, ermüdet die Atemmuskulatur. Das Bild ist das Gegenteil des verminderten Antriebs: Der Patient will atmen, aber er kann nicht. Er atmet schnell und flach, setzt die Atemhilfsmuskulatur ein, schwitzt, ist tachykard und unruhig, und bei Zwerchfellschwäche bewegt sich das Abdomen in der Inspiration paradox nach innen. Die schnelle flache Atmung ist dabei zugleich Folge und Verstärker, denn sie erhöht den Totraumanteil, wie die vorige Lektion gezeigt hat.

Entscheidend ist der zeitliche Verlauf. Zunächst hält der Patient seinen paCO₂ durch Mehratmung normal oder sogar niedrig. Erst wenn die Reserve aufgebraucht ist, beginnt das Kohlendioxid zu steigen, und dann meist rasch. Ein normaler oder steigender paCO₂ bei einem tachypnoischen, sichtbar angestrengten Patienten ist deshalb kein beruhigender Befund, sondern ein Zeichen der beginnenden Dekompensation; eine Tachypnoe mit Hypokapnie ist die Kompensation, eine Tachypnoe mit Normokapnie ihre Grenze.

Die Behandlung folgt der Waage. Die Last wird gesenkt durch nichtinvasive oder invasive Beatmung, Bronchodilatation, eine verlängerte Exspiration bei Obstruktion, Oberkörperhochlagerung, Entlastung von Erguss und Aszites und die Behandlung von Fieber und Azidose. Die Kapazität wird wiederhergestellt durch die quantitative Kontrolle und Antagonisierung einer Restblockade, deren Grundlagen in Kachel 02 in der Einheit „Motorische Endplatte und neuromuskuläre Blockade" stehen, durch Ausgleich der Elektrolyte und durch Ernährung. Die Mechanik von Compliance, Widerstand und Atemarbeit vertieft die Einheit zur respiratorischen Insuffizienz in dieser Kachel.

Am Patienten heißt das: Beurteilen Sie bei jedem Patienten mit Atemnot Frequenz, Atemtiefe, Einsatz der Hilfsmuskulatur und die Bewegung des Abdomens und bestimmen Sie früh eine Blutgasanalyse. Werten Sie einen normalen paCO₂ bei einer Frequenz über 30 pro Minute als Warnsignal und planen Sie die Atemunterstützung, bevor das Kohlendioxid steigt. Den Fehler erkennen Sie daran, dass ein erschöpfter Patient sediert wird, um ihn zu beruhigen, und damit auch den letzten Antrieb verliert, der seine Pumpe noch in Gang hielt.

Übung 6.1

Lektion 7

Kohlendioxidproduktion und exogene Kohlendioxidlast

In Ruhe bildet der Erwachsene etwa 200 bis 250 ml Kohlendioxid pro Minute; die Menge folgt dem Stoffwechsel und dem respiratorischen Quotienten. Sie steigt mit Fieber, Kältezittern, Agitation, Krampfanfällen, Sepsis, Verbrennung und thyreotoxischer Krise; Kältezittern kann den Umsatz vervielfachen. Beim spontan atmenden Gesunden gleicht die Mehratmung das aus, beim kontrolliert beatmeten Patienten und beim Patienten mit erschöpfter Atempumpe erscheint die höhere Produktion als Hyperkapnie. Auch die Ernährung zählt: Eine Kohlenhydratzufuhr über den Bedarf hinaus führt zur Fettneubildung mit einem respiratorischen Quotienten über 1 und erzeugt für denselben Sauerstoffverbrauch mehr Kohlendioxid, was bei der Entwöhnung vom Beatmungsgerät spürbar werden kann. Die Grundlagen von Umsatz und respiratorischem Quotienten stehen in Kachel 08 in der Einheit zum Energieumsatz.

Die dramatischste Form ist die maligne Hyperthermie. Eine unkontrollierte Calciumfreisetzung im Skelettmuskel steigert Stoffwechsel und Kohlendioxidproduktion in kurzer Zeit massiv. Ein nicht erklärbarer Anstieg des endexspiratorischen Kohlendioxids trotz gesteigerter Minutenventilation ist häufig das früheste Zeichen, begleitet von Tachykardie und Rigor, während die Temperatur oft erst spät steigt. Die Behandlung besteht im Entfernen aller Triggersubstanzen, in Hyperventilation mit hohem Frischgasfluss und in Dantrolen 2 bis 2,5 mg je Kilogramm Körpergewicht, wiederholt alle zehn Minuten, bis Kohlendioxid und Temperatur fallen.12 Die Pathophysiologie der Muskelzelle behandelt Kachel 02.

Eine exogene Kohlendioxidlast entsteht, wenn Kohlendioxid von außen in den Körper gelangt oder aus Puffern freigesetzt wird. Bei der Laparoskopie wird das zur Anlage des Gasraums insufflierte Kohlendioxid über das Peritoneum resorbiert; bei extraperitonealen Verfahren, bei hohem Insufflationsdruck, langer Dauer und vor allem bei Hautemphysem ist die Aufnahme besonders groß. Gleichzeitig vermindern Pneumoperitoneum und Kopftieflage die funktionelle Residualkapazität und können Totraum und Atelektasen vermehren. Eine Kohlendioxidembolie zeigt sich dagegen als plötzlicher Abfall des endexspiratorischen Werts mit Kreislaufeinbruch. Natriumbikarbonat puffert Säure, indem es Kohlendioxid bildet, das abgeatmet werden muss; bei fester oder erschöpfter Ventilation steigt der paCO₂. Kurzfristige Anstiege entstehen auch nach Öffnen einer Blutsperre und bei Reperfusion, wenn angestautes Kohlendioxid aus dem Gewebe ausgeschwemmt wird.

Am Patienten heißt das: Wenn der endexspiratorische Wert bei unveränderter Beatmung steigt, prüfen Sie der Reihe nach die Grundlinie auf Rückatmung, dann Temperatur, Herzfrequenz, Muskeltonus und Triggerexposition, dann Gasraum, Insufflationsdruck und Hautemphysem, dann Bikarbonatgaben und Ernährung. Steigern Sie die Minutenventilation und behandeln Sie die Quelle. Den Fehler erkennen Sie daran, dass ein steigender Kohlendioxidwert mit Tachykardie über längere Zeit allein mit mehr Frequenz beantwortet wird, ohne dass jemand an eine maligne Hyperthermie denkt.

Übung 7.1

Lektion 8

Funktionelles Modell

Denken Sie an das Kohlendioxid als Wasserstand in einem Behälter. Der Zufluss ist die Produktion aus dem Stoffwechsel, ergänzt um jede exogene Last. Der Abfluss ist die alveoläre Ventilation. Der Pegel steigt aus genau drei Gründen: Der Zufluss wächst, der Abflusshahn wird zugedreht, weil der Antrieb fehlt oder die Pumpe erlahmt, oder ein Teil des Abflusses läuft ins Leere, weil Ventilation Alveolen ohne Durchblutung erreicht. Ein vierter, technischer Grund liegt außerhalb des Körpers: Wird ausgeatmetes Kohlendioxid zurückgeleitet, fließt Abgeleitetes wieder zu. Zwei Befunde lokalisieren den Fehler: die Minutenventilation für den Hahn und die arterioendexspiratorische Differenz für den Abfluss ins Leere. Bleiben beide unauffällig, liegt das Problem im Zufluss.

paCO₂ erhöht Minutenvolumen vermindert? zu wenig Ventilation Antrieb oder Pumpe Atemmuster trennt Differenz zum etCO₂ groß? Totraum erhöht Produktion oder CO₂-Last ja nein ja nein vorab: Rückatmung ausschließen, Grundlinie der Kapnografie über null?
Die Minutenventilation trennt das zu geringe Atmen von den übrigen Ursachen; bei ausreichender Ventilation trennt die arterioendexspiratorische Differenz den vergrößerten Totraum von der gestiegenen Produktion oder exogenen Last, nachdem eine Rückatmung ausgeschlossen ist.

Das Modell ordnet auch die Handlung. Ein zugedrehter Hahn wird wieder geöffnet, durch Weckreiz, Antagonisierung und Atemunterstützung beim fehlenden Antrieb und durch Entlastung und Beatmung bei der erschöpften Pumpe. Ein Abfluss ins Leere wird verkleinert, durch weniger apparativen Totraum, Behandlung der Perfusionsstörung und Vermeidung von Überdehnung, und notfalls durch mehr Minutenventilation ausgeglichen. Ein wachsender Zufluss wird an der Quelle behandelt, durch Fiebersenkung, Beendigung des Kältezitterns, Dantrolen, Senkung des Insufflationsdrucks oder Anpassung der Ernährung, und bis dahin durch mehr Ventilation abgeführt.

Tabelle 2: Funktionelles Modell
BefundmusterMechanismusUnterscheidender TestErste Handlung
Langsame Atmung, Somnolenz, keine Atemnot, Sättigung unter Sauerstoff normalVerminderter Atemantrieb durch Opioide, Sedativa, Schlaf, HirnstammAtemfrequenz über eine Minute, Pupillen, Medikamentenliste, KapnografieWeckreiz, titrierte Antagonisierung, opioidsparende Analgesie, Sauerstoffziel festlegen
Schnelle flache Atmung, Hilfsmuskulatur, paradoxe BauchbewegungErschöpfte Atempumpe bei hoher Last oder geringer KapazitätAtemmuster, quantitatives neuromuskuläres Monitoring, Zwerchfellsonografie, Elektrolytenichtinvasive oder invasive Beatmung, Restblockade antagonisieren, Last senken
Minutenventilation hoch, Differenz zum endexspiratorischen Wert großVergrößerter alveolärer Totraum durch Embolie, niedriges Herzzeitvolumen, Überdehnungarterioendexspiratorische Differenz im Verlauf, Echokardiografie, BeatmungsdrückeKreislauf stabilisieren, Überdehnung vermeiden, Embolie abklären
Kleine Atemzüge unter protektiver Beatmung, Filter und lange VerbindungenApparativer Totraum bei kleinem AtemzugvolumenAufstellung der Teile zwischen Y-Stück und Tubusaktive Befeuchtung, kurze Verbindungen, dann Frequenz anpassen
Steigender endexspiratorischer Wert bei fester Beatmung, Tachykardie, RigorGesteigerte Produktion bei maligner HyperthermieTriggerexposition, Muskeltonus, Temperaturverlauf, Kalium und KreatinkinaseTrigger entfernen, hyperventilieren, Dantrolen 2 bis 2,5 mg je Kilogramm12
Steigender endexspiratorischer Wert bei Laparoskopie, Hautemphysem, Kreislauf stabilExogene Kohlendioxidlast durch ResorptionInsufflationsdruck, Dauer, extraperitoneales Verfahren, Hautemphysem tastenMinutenventilation erhöhen, Insufflationsdruck senken, Pause mit dem Operateur absprechen
Grundlinie des Kapnogramms über nullRückatmungKapnogramm, Absorberfarbe, VentilfunktionFrischgasfluss erhöhen, Absorber wechseln, Ventile prüfen

Lektion 9

Klinische Übersetzung

Was verändert die Anästhesie?

  • Opioide, Hypnotika und volatile Anästhetika dämpfen den Atemantrieb und wirken in Kombination überadditiv; im Aufwachraum ist die opioidbedingte Hypoventilation die häufigste Ursache einer akuten Hyperkapnie, und unter Sauerstoff bleibt sie am Pulsoxymeter unsichtbar.
  • Unter kontrollierter Beatmung ist die Minutenventilation fest eingestellt. Jede Zunahme von Produktion oder Totraum erscheint deshalb unmittelbar als steigendes Kohlendioxid und muss aktiv beantwortet werden.
  • Seitenlage, Ein-Lungen-Ventilation, hoher positiver endexspiratorischer Druck und Hypovolämie vergrößern den alveolären Totraum; der endexspiratorische Wert unterschätzt dann den paCO₂ um mehr als gewohnt.
  • Laparoskopie bringt eine exogene Kohlendioxidlast und vermindert zugleich die funktionelle Residualkapazität; besonders extraperitoneale Verfahren und ein Hautemphysem verlangen eine deutlich höhere Minutenventilation.
  • Restblockade, Zwerchfellschwäche nach Oberbaucheingriffen und eine Phrenicuslähmung nach interskalenärer Blockade vermindern die Kapazität der Atempumpe; beim Patienten mit eingeschränkter Reserve kann das allein eine Hyperkapnie auslösen.

Wann wird diese Physiologie klinisch sichtbar?

  • Hypoventilation im Aufwachraum und auf der Normalstation nach Opioiden, besonders bei Schlafapnoe, Adipositas und gleichzeitiger Gabe von Sedativa.
  • Hyperkapnisches Versagen bei obstruktiver Lungenerkrankung unter hoch dosiertem Sauerstoff, getragen von Ventilation-Perfusion-Verschiebung, Haldane-Effekt und gedämpftem Antrieb.
  • Plötzlicher Abfall des endexspiratorischen Werts beim Einbringen von Knochenzement, bei Lungenembolie oder massiver Blutung als Zeichen der gesunkenen Lungenperfusion.
  • Scheitern der Entwöhnung mit schneller flacher Atmung, wachsendem Totraumanteil und steigendem Kohlendioxid als Zeichen der erschöpften Pumpe.
  • Permissive Hyperkapnie beim akuten Lungenversagen als Preis kleiner Atemzugvolumina, mit enger Toleranz bei Hirnverletzung und Rechtsherzversagen.
  • Maligne Hyperthermie mit steigendem Kohlendioxid trotz höherer Ventilation als frühestem Zeichen, lange bevor die Temperatur steigt.
Vorsicht

Verschwindet die Kapnografiekurve nach der Intubation oder während der Beatmung, liegt bis zum Beweis des Gegenteils keine Ventilation der Lunge vor. Prüfen Sie Tubuslage und System sofort, bevor Sie an einen Gerätefehler denken.

Aktuelle Evidenz

Die Kapnografie gehört nach der Leitlinie der britischen Fachgesellschaft zu den Mindeststandards der Überwachung jeder Narkose und jeder Sedierung durch Anästhesistinnen und Anästhesisten; neu aufgenommen wurden dort neben der Kapnografie die Sedierung, die Regionalanästhesie, das prozessierte Elektroenzephalogramm und die neuromuskuläre Überwachung.7 Die landesweite Erhebung schwerer Atemwegskomplikationen fand in der Anästhesie 46 Ereignisse je Million Allgemeinanästhesien, 16 Todesfälle und 3 bleibende Hirnschäden; das Atemwegsmanagement wurde nur in 19 Prozent der auswertbaren Fälle als gut beurteilt.8 Auf Intensivstationen führten 61 Prozent und in Notaufnahmen 31 Prozent der Ereignisse zu Tod oder bleibender neurologischer Schädigung, und eine fehlende Kapnografie trug zu 74 Prozent der Fälle mit diesem Ausgang bei.9

Beim akuten Lungenversagen ist der Totraumanteil ein früher Prognosefaktor: im Mittel 0,58, bei Verstorbenen 0,63 gegenüber 0,54 bei Überlebenden, mit einer Odds Ratio von 1,45 je Zunahme um 0,05.1 Die Hyperkapnie unter kleinen Atemzugvolumina ist differenziert zu sehen. In einer Metaanalyse aus 29 Studien mit 10 101 Patienten war sie als Folge einer protektiven gegenüber einer nicht protektiven Beatmung mit niedrigerer Sterblichkeit verbunden, Odds Ratio 0,26, als unter bereits protektiver Beatmung auftretender Befund dagegen mit höherer, Odds Ratio 1,54.4 In einer Kohorte von 1 899 Patienten mit moderatem oder schwerem akutem Lungenversagen war ein maximaler paCO₂ ab 50 mmHg in den ersten 48 Stunden mit höherer Intensivsterblichkeit verbunden, Odds Ratio 1,93.5 Eine randomisierte Obergrenze gibt es nicht.

Bei Patienten mit obstruktiver Lungenerkrankung verursacht unkontrollierter Sauerstoff Hyperkapnie und kostet Leben. In einer prähospitalen Randomisierung betrug die Sterblichkeit unter Hochflusssauerstoff 9 Prozent und unter titriertem Sauerstoff mit Ziel 88 bis 92 Prozent 4 Prozent, bei gesicherter Diagnose 9 gegenüber 2 Prozent.11 Die britische Leitlinie übernimmt dieses Ziel für alle Patienten mit Risiko eines hyperkapnischen Versagens, auch bei Mukoviszidose, neuromuskulärer Erkrankung und schwerer Adipositas.10

Lektion 10

Typische Fehlannahmen

  • Eine Hyperkapnie bedeute immer zu wenig Atmung. Bei großem Totraum oder hoher Produktion steigt der paCO₂ trotz normaler oder hoher Minutenventilation.
  • Der endexspiratorische Wert entspreche dem paCO₂. Er liegt um den alveolären Totraum darunter, und diese Differenz wächst bei Embolie, niedrigem Herzzeitvolumen, Seitenlage und obstruktiver Erkrankung.
  • Sauerstoff mache Patienten mit obstruktiver Lungenerkrankung vor allem durch Wegfall des hypoxischen Antriebs hyperkapnisch. Die Umverteilung der Lungendurchblutung und der Haldane-Effekt tragen mehr bei; die Konsequenz ist ein titriertes Ziel von 88 bis 92 Prozent.
  • Ein normaler paCO₂ bei Atemnot sei beruhigend. Beim tachypnoischen Patienten zeigt er, dass die Kompensation an ihre Grenze kommt.
  • Mehr Atemfrequenz löse jede Hyperkapnie unter Beatmung. Bei kleinen Atemzügen wächst der Totraumanteil, und bei Obstruktion verkürzt eine höhere Frequenz die Exspiration und erzeugt intrinsischen Druck.

Lektion 11

Klinischer Fall, Merksätze und Aufgaben

Fall 1: Somnolenz am Morgen nach Hüftoperation

Eine 76-jährige Frau mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung wurde am Vortag wegen einer Schenkelhalsfraktur in Spinalanästhesie mit einer Hemiprothese versorgt. Die Blutgasanalyse bei Aufnahme unter Raumluft ergab einen pH-Wert von 7,38, einen paCO₂ von 54 mmHg, ein Bikarbonat von 31 mmol je Liter und einen paO₂ von 58 mmHg. Postoperativ erhielt sie eine patientenkontrollierte Opioidanalgesie und nachts wegen einer Sättigung von 87 Prozent Sauerstoff über eine einfache Maske mit 6 l pro Minute. Am Morgen ist sie kaum weckbar, atmet neunmal pro Minute flach, die Sättigung beträgt 99 Prozent. Die Blutgasanalyse ergibt jetzt einen pH-Wert von 7,20, einen paCO₂ von 88 mmHg, ein Bikarbonat von 33 mmol je Liter und einen paO₂ von 132 mmHg; Blutdruck 158 zu 84 mmHg, Herzfrequenz 104 pro Minute, Temperatur 36,9 Grad. Die Opioidpumpe wird gestoppt, ein Antagonist in kleinen Schritten titriert, die Sauerstoffgabe auf eine Venturimaske mit einem Ziel von 88 bis 92 Prozent umgestellt und eine nichtinvasive Beatmung begonnen; die Analgesie wird auf eine Blockade der Fascia iliaca umgestellt. Zwei Stunden später ist die Patientin wach und atmet 18-mal pro Minute, der pH-Wert beträgt 7,32, der paCO₂ 66 mmHg und die Sättigung 90 Prozent.

Fall 1, Frage 1

Fall 1, Frage 2

Fall 1, Frage 3

Merksätze

  • Der paCO₂ hat drei Hebel: Produktion, Minutenventilation und Totraumanteil. Jede Hyperkapnie gehört zu mindestens einem davon.
  • Eine Hyperkapnie bei Spontanatmung ist immer auch ein Versagen der Regelung: Der Antrieb ist zu schwach, oder die Pumpe kann nicht mehr.
  • Der endexspiratorische Wert ist eine Mischung aus durchbluteten und nicht durchbluteten Alveolen; seine Differenz zum paCO₂ misst den alveolären Totraum.
  • Plötzlicher Abfall bei gleicher Beatmung heißt Perfusion, keine Kurve heißt keine Ventilation, langsamer Anstieg heißt Produktion oder Last, Grundlinie über null heißt Rückatmung.
  • Permissive Hyperkapnie ist akzeptabel als Folge protektiver Beatmung, nicht als Zeichen einer unbehandelten Ursache.

Aufgaben

Aufgabe 1: Wie ordnen Sie den Befund

Gegeben:
Bei einer endoskopischen extraperitonealen Leistenhernienversorgung steigt der endexspiratorische Kohlendioxidwert über zwei Stunden bei unveränderter Beatmung von 36 auf 54 mmHg. Herzfrequenz 76 pro Minute, Temperatur 36,6 Grad, kein Rigor; am Hals und an der Brustwand ist ein Knistern tastbar.

Frage:
Wie ordnen Sie den Befund ein, und was tun Sie?

Lösung

Es handelt sich um eine exogene Kohlendioxidlast durch Resorption des insufflierten Gases, verstärkt durch das extraperitoneale Verfahren und das Hautemphysem, über das eine große Fläche zur Aufnahme zur Verfügung steht. Gegen eine maligne Hyperthermie sprechen die stabile Herzfrequenz, die normale Temperatur und der fehlende Rigor, doch müssen diese Zeichen im Verlauf weiter beobachtet werden. Die Handlung besteht in einer deutlichen Steigerung der Minutenventilation, der Senkung des Insufflationsdrucks und der Absprache mit dem Operateur über eine Pause oder ein rasches Ende des Gasraums. Nach der Operation wird das Kohlendioxid aus dem Gewebe noch über längere Zeit abgegeben; die Extubation erfolgt erst bei ausreichender Spontanatmung, und im Aufwachraum ist eine Kapnografie sinnvoll.

Aufgabe 2: Welche Schlüsse ziehen Sie?

Gegeben:
Ein Patient mit akutem Lungenversagen wird mit 6 ml je Kilogramm Standardgewicht, das sind 420 ml, und 30 Atemzügen pro Minute beatmet. Der paCO₂ beträgt 64 mmHg, der pH-Wert 7,24, der endexspiratorische Wert 42 mmHg. Zwischen Y-Stück und Tubus sitzen ein Filter mit Befeuchterfunktion und eine lange Gänsegurgel.

Frage:
Welche Schlüsse ziehen Sie?

Lösung

Die Differenz zwischen paCO₂ und endexspiratorischem Wert beträgt 22 mmHg und zeigt einen großen alveolären Totraum, wie er für das akute Lungenversagen typisch und prognostisch ungünstig ist. Hinzu kommt apparativer Totraum, der bei kleinen Atemzügen besonders stark ins Gewicht fällt; er wird zuerst reduziert, durch aktive Befeuchtung statt eines Filters und durch kurze Verbindungsstücke. Eine weitere Erhöhung der Frequenz ist nur sinnvoll, wenn die Exspirationszeit ausreicht und kein intrinsischer Druck entsteht. Zu prüfen ist außerdem, ob ein hoher positiver endexspiratorischer Druck Lungenbezirke überdehnt. Eine gewisse Hyperkapnie ist als Preis der protektiven Beatmung hinzunehmen. Dass eine unter bereits protektiver Beatmung auftretende Hyperkapnie mit höherer Sterblichkeit verbunden ist, zeigt aber, dass sie hier auch die Schwere der Lungenschädigung anzeigt; sie ersetzt nicht die Suche nach vermeidbaren Ursachen und ist bei Hirnverletzung nicht tolerabel.4

Aufgabe 3: Berechnen Sie grob die alveoläre

Gegeben:
Während einer Entwöhnung atmet ein Patient unter Druckunterstützung 34-mal pro Minute mit Atemzügen von 280 ml. Der paCO₂ ist innerhalb einer Stunde von 44 auf 52 mmHg gestiegen, der Patient schwitzt und setzt die Halsmuskulatur ein.

Frage:
Berechnen Sie grob die alveoläre Ventilation bei einem Totraum von 150 ml und ordnen Sie den Befund ein.

Lösung

Die Minutenventilation beträgt 34 mal 280 ml, also etwa 9,5 l pro Minute, und wirkt ausreichend. Die alveoläre Ventilation beträgt aber nur 34 mal 130 ml, also etwa 4,4 l pro Minute, weil fast die Hälfte jedes Atemzugs im Totraum bleibt. Das Atemmuster, der Einsatz der Atemhilfsmuskulatur, das Schwitzen und der rasch steigende paCO₂ zeigen eine erschöpfte Atempumpe, deren Last die Kapazität übersteigt; die schnelle flache Atmung verschlechtert ihre eigene Effizienz zusätzlich. Die Entwöhnung wird unterbrochen und die Pumpe mit höherer Unterstützung entlastet. Danach werden Last und Kapazität geprüft, also Sekret, Obstruktion, Flüssigkeitsbilanz, Elektrolyte, eine mögliche Restwirkung von Relaxanzien und die Ernährung mit ihrer Kohlendioxidproduktion.

Aufgabe 4: Wie bewerten Sie die Situation?

Gegeben:
Eine Patientin erhält für eine Endoskopie eine Sedierung mit Propofol und Sauerstoff über eine Nasenbrille. Die Sättigung beträgt konstant 98 Prozent, doch die Kapnografie zeigt seit 40 Sekunden keine Kurve mehr.

Frage:
Wie bewerten Sie die Situation?

Lösung

Die fehlende Kurve zeigt eine Apnoe oder einen Atemwegsverschluss. Die Sättigung bleibt vorerst normal, weil der unter Sauerstoff aufgefüllte alveoläre Speicher die Apnoe eine Zeit lang überbrückt, doch das Kohlendioxid steigt bereits, und der Sättigungsabfall kommt spät und dann rasch. Die Handlung ist sofort: Stimulation, Esmarch-Handgriff, Atemweg öffnen, bei Bedarf Maskenbeatmung und Unterbrechung der Propofolzufuhr. Genau für diese Situation ist die Kapnografie bei Sedierung Teil der Mindeststandards der Überwachung, denn die Pulsoxymetrie unter Sauerstoff erkennt eine Hypoventilation zu spät.7

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Zum Nachschlagen

Begriffe und Literatur

BegriffBedeutung
Alveoläre VentilationsgleichungDer paCO₂ ist proportional zur Kohlendioxidproduktion und umgekehrt proportional zur alveolären Ventilation; eine Halbierung der alveolären Ventilation verdoppelt ihn.
TotraumanteilAnteil des Atemzugvolumens ohne Gasaustausch, beim Gesunden etwa 0,3; beim akuten Lungenversagen deutlich erhöht und mit höherer Sterblichkeit verbunden.
Apparativer TotraumVolumen aller Teile zwischen Y-Stück und Patient wie Filter, Winkelstück und Gänsegurgel; bei kleinen Atemzugvolumina und bei Kindern bedeutsam.
Arterioendexspiratorische DifferenzAbstand zwischen paCO₂ und endexspiratorischem Kohlendioxid; beim Lungengesunden wenige mmHg, vergrößert bei alveolärem Totraum, Embolie und niedrigem Herzzeitvolumen.
KapnogrammZeitverlauf des Kohlendioxids im Atemgas mit Totraumphase, Anstieg und alveolärem Plateau; Form und Grundlinie zeigen Obstruktion, Rückatmung und fehlende Ventilation.
KohlendioxidantwortkurveAnstieg der Ventilation mit dem paCO₂, vermittelt vor allem über zentrale Chemosensoren; Opioide verschieben sie nach rechts und flachen sie ab.
AtempumpeEinheit aus Atemzentrum, Nerven, neuromuskulärer Übertragung, Atemmuskulatur und Brustwand; sie versagt, wenn die Last dauerhaft die Kapazität übersteigt.
Permissive HyperkapnieHinnahme eines erhöhten paCO₂ als Folge lungenprotektiver Beatmung; als deren Folge mit niedrigerer, als Zeichen schwerer Erkrankung unter bereits protektiver Beatmung mit höherer Sterblichkeit verbunden.

Literatur

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  2. Acute Respiratory Distress Syndrome Network; Brower RG, Matthay MA et al. Ventilation with lower tidal volumes as compared with traditional tidal volumes for acute lung injury and the acute respiratory distress syndrome. N Engl J Med. 2000;342(18):1301-1308. doi:10.1056/NEJM200005043421801
  3. Grasselli G, Calfee CS, Camporota L et al. ESICM guidelines on acute respiratory distress syndrome: definition, phenotyping and respiratory support strategies. Intensive Care Med. 2023;49(7):727-759. doi:10.1007/s00134-023-07050-7
  4. Gendreau S, Geri G, Pham T, Vieillard-Baron A, Mekontso Dessap A. The role of acute hypercapnia on mortality and short-term physiology in patients mechanically ventilated for ARDS: a systematic review and meta-analysis. Intensive Care Med. 2022;48(5):517-534. doi:10.1007/s00134-022-06640-1
  5. Nin N, Muriel A, Penuelas O et al. Severe hypercapnia and outcome of mechanically ventilated patients with moderate or severe acute respiratory distress syndrome. Intensive Care Med. 2017;43(2):200-208. doi:10.1007/s00134-016-4611-1
  6. Ltaief Z, Schneider AG, Liaudet L. Pathophysiology and clinical implications of the veno-arterial PCO2 gap. Crit Care. 2021;25:318. doi:10.1186/s13054-021-03671-w
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  9. Cook TM, Woodall N, Harper J, Benger J. Major complications of airway management in the UK: results of the Fourth National Audit Project of the Royal College of Anaesthetists and the Difficult Airway Society. Part 2: intensive care and emergency departments. Br J Anaesth. 2011;106(5):632-642. doi:10.1093/bja/aer059
  10. O'Driscoll BR, Howard LS, Earis J, Mak V. BTS guideline for oxygen use in adults in healthcare and emergency settings. Thorax. 2017;72(Suppl 1):ii1-ii90. doi:10.1136/thoraxjnl-2016-209729
  11. Austin MA, Wills KE, Blizzard L et al. Effect of high flow oxygen on mortality in chronic obstructive pulmonary disease patients in prehospital setting: randomised controlled trial. BMJ. 2010;341:c5462. doi:10.1136/bmj.c5462
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Standardwerke

  • Silbernagl S, Despopoulos A, Draguhn A. Taschenatlas Physiologie. 9. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2018. Grundlagen und Zellphysiologie.
  • Pape HC, Kurtz A, Silbernagl S (Hrsg.). Physiologie. 9. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2019.
  • Boron WF, Boulpaep EL. Medical Physiology. 3. Auflage. Philadelphia: Elsevier; 2017.
  • Hall JE, Hall ME. Guyton and Hall Textbook of Medical Physiology. 14. Auflage. Philadelphia: Elsevier; 2021.
  • Gropper MA, Cohen NH, Eriksson LI et al. (Hrsg.). Miller’s Anesthesia. 9. Auflage. Philadelphia: Elsevier; 2020.

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