Häufige Ursachen akuter Atemnot sind Herzinsuffizienz, COPD-Exazerbation, Asthma, Pneumonie, Lungenembolie, Pneumothorax, akutes Koronarsyndrom, Anaphylaxie, Atemwegsverlegung, Anämie, metabolische Azidose, neuromuskuläre Erkrankungen und Angst. Die orientierende Untersuchung umfasst Atemfrequenz und Atemmuster, Hautfarbe und Zyanose, Einsatz der Atemhilfsmuskulatur, Halsvenen, Ödeme, Auskultation mit Giemen, Rasseln oder stiller Lunge, Perkussion, Puls und Blutdruck, Sättigung, Kapnographie, 12-Kanal-EKG und, wo verfügbar, den Ultraschall mit B-Linien, Erguss, Lungengleiten und rechtem Ventrikel.
Die ersten Maßnahmen sind für fast alle Ursachen gleich: beruhigen, Oberkörper hoch oder sitzend lagern, enge Kleidung lösen, Sauerstoff nach Zielsättigung, Monitoring und bei Bedarf CPAP oder NIV. Die Schwere der chronischen Atemnot beschreibt die NYHA-Klasse von I (keine Beschwerden) bis IV (Beschwerden in Ruhe); bei Pneumonie schätzt der CURB-65 mit Verwirrtheit, Harnstoff über 7 mmol/l, Atemfrequenz ab 30, niedrigem Blutdruck und Alter ab 65 die Schwere; präklinisch wird ohne Harnstoff der CRB-65 verwendet (Ewig 2021).
Blutgasanalyse: Art der Atemstörung
Arterielle Werte unter Raumluft. Lernhilfe; die Klinik bleibt maßgeblich.
Die Blutgasanalyse unterscheidet das hypoxämische Versagen (Typ 1) mit PaO₂ unter 60 mmHg bei normalem oder niedrigem CO₂ vom hyperkapnischen Versagen (Typ 2) mit PaCO₂ über 45 mmHg; ein pH unter 7,35 zeigt die akute Dekompensation an und ist bei COPD die Indikation zur NIV.