Knapp ein Drittel der Menschen in Deutschland ist 60 Jahre oder älter, und ihr Anteil an Rettungsdiensteinsätzen ist noch höher. Notfälle entstehen bei ihnen durch akute Verschlechterung chronischer Erkrankungen, Stürze, Infektionen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Medikamenten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und durch das Scheitern der Versorgung zu Hause. Häufige kardiale Vorerkrankungen sind KHK, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, Aortenklappenstenose, Hypertonie und Störungen der Reizleitung. Die Herzinsuffizienz gehört in Deutschland seit Jahren zu den häufigsten Diagnosen einer Krankenhausaufnahme, meist ist sie die häufigste.
Die Präsentation ist oft unspezifisch. Häufig zeigt sich eine akute Erkrankung nur als Trias aus Sturz, akuter Verwirrtheit und Nicht-mehr-Können im Alltag; dahinter stecken Infektionen, Exsikkose, Medikamente, Infarkt oder Schlaganfall. Die geriatrischen I-Syndrome beschreiben, woran alte Menschen scheitern.
Die Erstuntersuchung braucht mehr Zeit: Hörgerät und Brille einsetzen, langsam und deutlich sprechen, Angehörige und Pflegende befragen, Medikamentenplan, Patientenverfügung und den gewohnten Zustand erfragen. Schwierig sind Demenz, Schwerhörigkeit, maskierte Vitalzeichen, Unterkühlung und empfindliche Haut.