Etwa vier von fünf Schlaganfällen sind ischämisch, die übrigen sind intrazerebrale Blutungen und Subarachnoidalblutungen; eine Unterscheidung ist präklinisch nicht möglich. Erkannt wird der Schlaganfall mit einfachen Tests wie BE-FAST: Gleichgewicht, Augen, Gesicht, Arme, Sprache, Zeit. Dazu kommen Blutzucker, Vitalzeichen und ein Schweregrad-Score, der Hinweise auf einen großen Gefäßverschluss gibt.
Präklinisch werden Atemweg und Atmung gesichert, Sauerstoff nur bei Sättigung unter 95 % gegeben, Blutzucker korrigiert, der Oberkörper leicht erhöht gelagert und ein Zugang gelegt; keine Acetylsalicylsäure und keine intramuskulären Injektionen, weil eine Blutung oder eine Lyse folgen kann. Der Blutdruck wird erst über 220/120 mmHg vorsichtig gesenkt, um höchstens 15 %, etwa mit kleinen Dosen Urapidil; 180/90 mmHg bleibt unbehandelt (Ringleb 2021). Unbedingt erfragt und übergeben werden der Zeitpunkt, zu dem der Patient zuletzt gesund gesehen wurde, und die Einnahme von Gerinnungshemmern.
Die Behandlung auf einer Stroke-Unit senkt Tod und Pflegebedürftigkeit (Stroke Unit Trialists 2013). Bei großem Gefäßverschluss verbessert die mechanische Thrombektomie das Ergebnis deutlich, innerhalb von sechs Stunden (Goyal 2016) und bei ausgewählten Patienten bis 24 Stunden (Nogueira 2018). Ob Patienten mit Verdacht auf Gefäßverschluss direkt in ein Thrombektomiezentrum oder zuerst in die nächste Stroke-Unit gebracht werden, regeln regionale Netzwerke; in der RACECAT-Studie unterschied sich das Ergebnis nicht.