Die Untersuchung des Thorax folgt dem Schema Inspektion, Palpation, Auskultation und Perkussion, ergänzt durch Sättigung, Atemfrequenz und den fokussierten Ultraschall. Gesucht werden Prellmarken, asymmetrische Atemexkursionen, paradoxe Bewegungen, offene Wunden, Hautemphysem, Instabilität, Krepitation, einseitig abgeschwächtes Atemgeräusch und gestaute Halsvenen. Ein einseitig abgeschwächtes Atemgeräusch spricht beim nicht intubierten Patienten für Pneumothorax oder Hämatothorax, seltener für eine Zwerchfellruptur mit Darm im Thorax oder eine Atelektase; beim intubierten Patienten zusätzlich für eine einseitige Intubation.
Der Mechanismus weist auf die Verletzung. Beim Frontalaufprall gegen ein Lenkrad drohen Sternumfraktur und Herzkontusion, die häufig zusammen auftreten. Beim seitlichen Anprall entstehen Rippenserienfrakturen, Lungenkontusion, Milz- oder Leberverletzungen und Beckenfrakturen. Rippenserienfrakturen links unten gehen oft mit einer Milzruptur einher, rechts unten mit einer Leberverletzung. Starke Dezelerationen, etwa beim Aufprall mit hoher Geschwindigkeit oder beim Sturz aus großer Höhe, reißen die Aorta typischerweise am Isthmus, distal des Abgangs der linken Arteria subclavia, wo der bewegliche Bogen in die fixierte absteigende Aorta übergeht.