Akute Schmerzen sind der häufigste Grund, einen Notarzt zu rufen. Man unterscheidet somatische Schmerzen nach Verletzungen, gut lokalisierbar und oft bewegungsabhängig, viszerale Schmerzen bei Koliken und Organerkrankungen, dumpf und schlecht lokalisierbar, ischämische Schmerzen beim akuten Koronarsyndrom oder Gefäßverschluss und neuropathische Schmerzen bei Nervenschädigung. Hinzu kommt die akute Verschlechterung chronischer Schmerzen, etwa bei Tumorpatienten. Die Art des Schmerzes bestimmt die Wahl des Analgetikums, und die Schmerzstärke wird vor und nach der Therapie auf einer numerischen Skala von 0 bis 10 erfragt.
Nicht-Opioide sind die erste Stufe und oft allein ausreichend. Metamizol wirkt zusätzlich spasmolytisch und passt deshalb besonders zu Koliken; es wird als Kurzinfusion gegeben, weil eine rasche Injektion den Blutdruck senken kann. Bei Gallen- und Nierenkoliken wird es häufig mit Butylscopolamin kombiniert; auch Opioide sind bei starken Koliken erlaubt, die frühere Sorge vor einem Spasmus des Sphinkter Oddi hat sich klinisch nicht bestätigt. Bei Kindern sind Paracetamol und Ibuprofen die Nicht-Opioide der Wahl.
Nicht-Opioide haben einen Ceiling-Effekt: Ab einer bestimmten Dosis steigt die Wirkung nicht weiter, nur die Nebenwirkungen nehmen zu. Dasselbe gilt für partielle Agonisten wie Buprenorphin und Nalbuphin. Reine Opioidagonisten haben dagegen keinen Ceiling-Effekt; ihre Wirkung und ihre Atemdepression steigen mit der Dosis.
| Substanz | Dosis | Hinweise |
|---|---|---|
| Metamizol | etwa 1 g als Kurzinfusion, Kinder 10 bis 15 mg/kg | spasmolytisch; Blutdruckabfall bei schneller Gabe, selten Agranulozytose |
| Paracetamol | 15 mg/kg, Erwachsene 1 g | Kinder und Schwangere; Leberschaden bei Überdosierung |
| Ibuprofen | 10 mg/kg oral | Kinder; nicht bei Volumenmangel oder Niereninsuffizienz |
| Butylscopolamin | 20 mg langsam intravenös | bei Koliken in Kombination; Tachykardie, Glaukom beachten |