Akute Luftnot mit inspiratorischem Stridor bei jungen Menschen lässt an einen Fremdkörper, eine Epiglottitis, ein Angioödem oder einen Abszess denken. Beim Fremdkörper wird zum Husten ermutigt, bei unwirksamem Husten mit Rückenschlägen und Kompressionen gearbeitet, bei Bewusstlosigkeit reanimiert und unter Sicht mit dem Laryngoskop und der Magill-Zange entfernt (siehe Respiratorische Notfälle). Lässt sich die Luftnot konservativ nicht beherrschen, wird der Atemweg gesichert: Intubation, als letzte Stufe der chirurgische Zugang durch die Membrana cricothyroidea.
Ist der Oberkiefer zusammen mit dem Nasenrücken beweglich, liegt eine Mittelgesichtsfraktur vom Typ Le Fort II oder III vor.
Bei Mittelgesichtsfrakturen droht die Verlegung des Atemwegs durch Blut, Schwellung und den nach hinten verlagerten Oberkiefer; hinzu kommen Schädelbasisfraktur, Schädel-Hirn- und Halswirbelsäulentrauma und Augenverletzungen. Der wache Patient atmet oft am besten sitzend oder vornübergebeugt. Es wird abgesaugt, Blutungen werden tamponiert, früh oral intubiert, mit Videolaryngoskop und vorbereiteter Koniotomie; Tuben, Wendl-Tuben und Sonden werden nicht durch die Nase gelegt.
Gelingen weder Intubation noch extraglottische Atemwegshilfe und lässt sich der Patient nicht oxygenieren, ist die Notfallkoniotomie angezeigt. Die Difficult Airway Society empfiehlt die Technik mit Skalpell, Bougie und Tubus: Kopf überstrecken, Membran tasten, Querschnitt durch Haut und Membran, Klinge um 90 Grad drehen, Bougie in die Trachea, Tubus der Größe 6 darüber (Frerk 2015).