Im Schock reicht das Sauerstoffangebot nicht mehr für den Bedarf der Zellen. Sie wechseln auf anaerobe Energiegewinnung, bilden Laktat, verlieren ihre Ionenpumpen und schwellen; ohne Behandlung folgen Organversagen und Zelltod. Der Körper kompensiert zunächst über den Sympathikus: Die Herzfrequenz steigt, die Gefäße der Haut, Muskulatur und Eingeweide verengen sich, damit Herz und Gehirn versorgt bleiben.
Daraus ergeben sich die typischen Zeichen: Tachykardie, blasse, kühle, feuchte Haut, verlängerte Rekapillarisierung, Tachypnoe, Unruhe, später Verwirrtheit und Bewusstseinstrübung, verminderte Urinausscheidung. Die Hypotonie ist ein spätes Zeichen; sie tritt erst ein, wenn die Kompensation erschöpft ist. Bei älteren Menschen und unter Betablockern kann die Tachykardie fehlen, bei Kindern bleibt der Blutdruck lange normal.
Den Schweregrad schätzen präklinisch Herzfrequenz, Blutdruck, der Schockindex aus Herzfrequenz geteilt durch systolischen Druck (über 1 spricht für einen relevanten Schock), Rekapillarisierung, Hauttemperatur und Bewusstsein; in der Klinik kommen Laktat und Basenexzess hinzu. Bei Säuglingen und Kleinkindern wird die Rekapillarisierung am Sternum oder an der Stirn geprüft, normal sind höchstens zwei Sekunden.