Weiterbildung, Sicherheit · Stufe PJ

Patientensicherheit und Human Factors: Fehler, CRM, Kommunikation und Checklisten

Die meisten Zwischenfälle entstehen nicht aus fehlendem Wissen, sondern aus Aufmerksamkeit, Kommunikation und Organisation. Diese Einheit macht die Werkzeuge greifbar, mit denen Teams Fehler abfangen.

Neufassung für das E-Learning nach dem Abgleich mit einem internationalen Standardlehrbuch (Gliederung) und aus der Primärliteratur geschrieben. Eigene Schemata und interaktive Übungen.
Lernziele
  • Aktive Fehler und latente Bedingungen unterscheiden und das Schweizer-Käse-Modell erklären.
  • Fehlerarten erkennen und passende Gegenmaßnahmen wählen.
  • CRM-Leitsätze und das 10-für-10-Prinzip in einer Krise anwenden.
  • Geschlossene Kommunikation, ISBAR und Speak-up einsetzen.
  • Die WHO-Checkliste und Maßnahmen der Arzneimittelsicherheit begründen.
  • Meldewege kennen und mit Second-Victim-Situationen umgehen.

Zu dieser Lerneinheit

  1. Sechs Lektionen mit Übergabe-Baukasten und Speak-up-Übung, danach Fälle, Aufgaben und ein Abschlussquiz.
  2. Im Baukasten keine echten Patientendaten eingeben.
  3. Zur Vertiefung passen Entscheidungsfindung im Team, Fallreflexion und die Kritischen Situationen der Kinderanästhesie.

Lektion 1

Warum Fehler entstehen

Anästhesie gilt als Vorreiter der Patientensicherheit. Die Sterblichkeit, die allein der Narkose zuzuschreiben ist, ist seit den 1980er Jahren stark gesunken, weil das Fach Monitoring, Standards, Simulation und eine offene Fehlerkultur früh eingeführt hat. Trotzdem entstehen vermeidbare Schäden, und fast immer wirken dabei mehrere Faktoren zusammen. Die Deklaration von Helsinki zur Patientensicherheit in der Anästhesiologie hat 2010 die europäischen Mindestanforderungen festgelegt, darunter Checklisten, Berichtssysteme und jährliche Sicherheitsberichte (Mellin-Olsen 2010).

Menschen irren, Systeme fangen auf

Reason unterscheidet aktive Fehler am scharfen Ende, also Handlungen von Ärztinnen, Ärzten und Pflegenden, von latenten Bedingungen im System: knappe Besetzung, verwechselbare Ampullen, unklare Zuständigkeiten, fehlende Einweisung. Latente Bedingungen ruhen oft jahrelang, bis sie mit einem aktiven Fehler zusammentreffen. Jede Sicherheitsbarriere hat Lücken; ein Schaden entsteht, wenn sie hintereinander liegen (Reason 2000). Die Frage nach einem Zwischenfall lautet deshalb nicht nur, wer den Fehler gemacht hat, sondern warum die Barrieren ihn nicht aufgehalten haben.

Schweizer-Käse-Modell: Ein Schaden entsteht, wenn Lücken mehrerer Ebenen hintereinander liegenOrganisationPersonal, DienstplanArbeitsplatzGeräte, AblaufTeamKommunikationPersonMüdigkeit, Wissenletzte BarriereCheckliste, MessungSchadenGefahrNach dem Modell von Reason. Aktive Fehler am scharfen Ende treffen auf latente Bedingungen im System. Sicherheitentsteht durch mehrere unabhängige Barrieren, nicht durch fehlerfreie Menschen. Eigene Darstellung, nichtmaßstabsgetreu.
Abbildung 1: Schweizer-Käse-Modell der Fehlerentstehung. Eigene Darstellung
Tabelle 1: Fehlerarten und passende Gegenmaßnahmen
FehlerartBeispielWas hilft
Patzer (Ausführungsfehler bei Routine)falsche Spritze gegriffenEtiketten nach ISO 26825, Ablesen vor Gabe, Ordnung am Arbeitsplatz
Schnitzer (Gedächtnisfehler)Antibiotikum vergessenCheckliste, Erinnerungsfunktion, feste Zeitpunkte
Irrtum (falscher Plan)Hypotonie als Narkosetiefe gedeutet, obwohl BlutungDifferenzialdiagnosen laut aussprechen, 10-für-10, Hilfe holen
RegelverstoßGerätecheck ausgelassenRegeln begründen, Zeit und Personal bereitstellen, Vorbild der Leitung

Eine gerechte Sicherheitskultur (Just Culture) unterscheidet zwischen menschlichem Irrtum, riskantem Verhalten und grober Fahrlässigkeit. Irrtümer werden als Systemsignal behandelt, riskantes Verhalten wird besprochen und trainiert, nur bewusste Rücksichtslosigkeit wird sanktioniert. Ohne diese Unterscheidung melden Mitarbeitende keine Beinahefehler mehr, und die Organisation verliert ihre wichtigste Informationsquelle.

Übung 1.1

Lektion 2

Crisis Resource Management

Crisis Resource Management (CRM) überträgt Erfahrungen aus der Luftfahrt auf die Medizin. Die meisten Zwischenfälle entstehen nicht aus fehlendem Fachwissen, sondern aus Problemen bei Aufmerksamkeit, Entscheidung, Kommunikation und Teamarbeit. Die CRM-Leitsätze fassen zusammen, was in kritischen Situationen hilft. Sie lassen sich trainieren, am besten im Team und in der Simulation.

Tabelle 2: CRM-Leitsätze (nach Rall und Gaba), sinngemäß
BereichLeitsätze
VorbereitungArbeitsumgebung kennen; vorausdenken und planen; früh Hilfe holen
Führung und TeamFührung übernehmen oder gutes Teammitglied sein; Arbeit verteilen; alle Ressourcen mobilisieren
Kommunikationsicher und klar kommunizieren; alle Informationen nutzen und teilen
EntscheidungFixierungsfehler vermeiden; zweifeln und gegenprüfen; Merkhilfen und Checklisten nutzen; die Lage immer wieder neu bewerten
AufmerksamkeitAufmerksamkeit bewusst lenken; Prioritäten dynamisch setzen; auf gute Teamarbeit achten

Fixierungsfehler

Unter Stress hält man an der ersten Erklärung fest und deutet neue Informationen so, dass sie passen. Klassische Beispiele sind die fallende Sättigung, die als Messfehler abgetan wird, oder die Hypotonie, die man der Narkose zuschreibt, während eine Blutung fortschreitet. Gegenmittel sind laut ausgesprochene Differenzialdiagnosen, die Frage an das Team, was es sieht, und eine feste Pause zur Neubewertung. Das 10-für-10-Prinzip macht diese Pause zur Routine.

10-für-10-Prinzip: 10 Sekunden Pause sparen 10 Minuten FehlentwicklungStoppalle hören zuProblemWas ist los?MeinungenWer sieht was?FaktenWas wissen wir?PlanWas tun wir?VerteilenWer macht was?PrüfenStimmt es noch?Nach dem Prinzip von Rall und Kollegen. Wird wiederholt, sobald sich die Lage ändert oder der Plan nicht wirkt.Eigene Darstellung, nicht maßstabsgetreu.
Abbildung 2: 10-für-10-Prinzip. Eigene Darstellung

Kognitive Hilfen

Notfallchecklisten helfen nachweislich: In einer Simulationsstudie wurden kritische Schritte bei Operationssaal-Krisen mit Checkliste deutlich seltener ausgelassen als ohne (Arriaga 2013). Wirksam sind sie, wenn sie griffbereit liegen, trainiert sind und eine Person sie vorliest, während andere handeln. Beispiele im E-Learning sind die Algorithmen zum schwierigen Atemweg, die 10 C der Kinderanästhesie und die Karten zu Anaphylaxie und maligner Hyperthermie.

Übung 2.1

Lektion 3

Kommunikation, Übergabe und Speak-up

Die meisten Berichte über Zwischenfälle nennen Kommunikationsprobleme als beitragenden Faktor. Drei Techniken sind einfach und wirksam: geschlossene Kommunikation, strukturierte Übergabe und Speak-up.

Geschlossene Kommunikation

Eine Anordnung wird an eine Person mit Namen gerichtet, klar formuliert und von dieser wiederholt; nach der Ausführung meldet sie zurück. „Anna, bitte 1 mg Adrenalin i. v.“, „1 mg Adrenalin i. v.“, „1 mg Adrenalin ist gegeben.“ Das kostet Sekunden und verhindert Verwechslungen, doppelte und vergessene Gaben.

Strukturierte Übergabe

Übergaben sind Bruchstellen: Vom OP in den Aufwachraum, auf die Intensivstation, zum Nachtdienst. Eine feste Struktur wie ISBAR sorgt dafür, dass nichts Wichtiges fehlt und die Empfängerin weiß, was von ihr erwartet wird. Ein systematischer Überblick fand Hinweise auf mehr Sicherheit durch SBAR-Strukturen, vor allem bei telefonischer Kommunikation (Müller 2018).

Übergabe-Baukasten nach ISBAR

Tragen Sie die Übergabe eines eigenen Falls ein. Der Baukasten setzt sie in die feste Reihenfolge und prüft, ob die entscheidenden Elemente enthalten sind. Keine echten Patientendaten eingeben; nichts wird gespeichert oder versendet.

Übergabe

Speak-up

Wer eine Gefahr sieht, muss sie ansprechen können, unabhängig von Hierarchie und Berufsgruppe. Das gelingt leichter mit eingeübten Formulierungen, die sich steigern lassen. Umgekehrt ist es Aufgabe der Leitung, Speak-up ausdrücklich einzuladen: Ein Team, in dem niemand widersprechen darf, verliert seine Augen und Ohren. Edmondson nennt die Voraussetzung dafür psychologische Sicherheit (Edmondson 1999).

Speak-up in Stufen

Drei Stufen nach dem CUS-Schema, dazu die Zwei-Mal-Regel. Wählen Sie eine Stufe.

Stufe
Formulierung

Übung 3.1

Lektion 4

Checklisten und Arzneimittelsicherheit

Checklisten sichern Schritte, die in der Routine leicht vergessen werden, und schaffen Momente, in denen das Team gemeinsam innehält. Die WHO-Checkliste für chirurgische Sicherheit gliedert den Ablauf in drei Haltepunkte.

WHO-Checkliste Chirurgische Sicherheit: drei HaltepunkteSign invor der Einleitung· Identität, Eingriff, Seite· Einwilligung· Allergien· schwieriger Atemweg· BlutungsrisikoTeam Time outvor dem Schnitt· Vorstellung aller· Patient, Eingriff, Seite· kritische Schritte· Antibiotikum· BildgebungSign outvor dem Verlassen· Eingriff benannt· Zählkontrolle· Präparate beschriftet· Geräteprobleme· ÜbergabeVereinfachte Darstellung. Die Klinik passt die Punkte an; entscheidend ist, dass alle innehalten und lautbestätigen. Eigene Darstellung, nicht maßstabsgetreu.
Abbildung 3: Die drei Haltepunkte der WHO-Checkliste. Eigene Darstellung
Wirkt die Checkliste?

In der Einführungsstudie in acht Ländern sanken Sterblichkeit und Komplikationen nach Einführung der Checkliste deutlich (Haynes 2009). Als die Checkliste in Ontario verpflichtend eingeführt wurde, blieb ein messbarer Effekt aus (Urbach 2014). Die Checkliste wirkt also nicht als Formular, sondern durch die Art ihrer Anwendung: gemeinsam, laut, mit echter Pause.

Arzneimittelsicherheit

Arzneimittelfehler gehören zu den häufigsten Zwischenfällen der Anästhesie: Verwechslung von Ampullen und Spritzen, falsche Verdünnung, falscher Weg. Wirksam sind Etiketten mit Wirkstoffname und Farbe nach ISO 26825, das Lesen der Ampulle beim Aufziehen und vor der Gabe, eine feste Ordnung am Arbeitsplatz, vorgefertigte Spritzen und Doppelkontrolle bei Hochrisikomedikamenten. Die Lerneinheit Medikamentensicherheit und Spritzenkennzeichnung vertieft das an Beispielen aus der Kinderanästhesie.

Häufiger Irrtum

„Mehr Aufmerksamkeit“ ist keine Gegenmaßnahme. Menschen können ihre Fehlerrate durch Anstrengung nur begrenzt senken; wirksam sind Maßnahmen, die das System ändern: andere Ampullen, andere Abläufe, andere Etiketten.

Übung 4.1

Lektion 5

CIRS, M&M und Meldewege

Eine Organisation lernt nur aus Ereignissen, von denen sie erfährt. Dafür gibt es verschiedene Wege mit unterschiedlichem Zweck.

Tabelle 3: Wege, aus Ereignissen zu lernen
InstrumentZweckMerkmale
CIRS (Critical Incident Reporting System)Beinahefehler und kritische Ereignisse berichtenfreiwillig, anonym, sanktionsfrei; in der Anästhesie auch fachübergreifend als CIRS-AINS
Morbiditäts- und MortalitätskonferenzFälle mit Schaden im Team analysierensystemorientiert, ohne Schuldzuweisung, mit Maßnahmen
Vorkommnismeldung MedizinprodukteGerätefehler mit Gefährdung meldenPflicht, an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
HämovigilanzTransfusionsreaktionen meldenPflicht, über Transfusionsverantwortliche an das Paul-Ehrlich-Institut
QualitätsindikatorenVerläufe messenetwa Reintubationen, ungeplante Intensivaufnahmen, Hypothermie

Eine gute Fallanalyse fragt nach Abläufen, Kommunikation, Umgebung, Ausstattung und Organisation, nicht nach Schuld. Sie endet mit konkreten Maßnahmen, einer verantwortlichen Person und einem Termin zur Überprüfung. Wer einen Bericht einreicht, erfährt, was daraus geworden ist; sonst versiegt das Berichtswesen.

Übung 5.1

Lektion 6

Simulation, Müdigkeit und Second Victim

Simulationstraining erlaubt, seltene Krisen zu üben, ohne Patientinnen und Patienten zu gefährden. Sein Wert entsteht vor allem in der Nachbesprechung: Im strukturierten Debriefing rekonstruiert das Team, was passiert ist, warum es so gehandelt hat und was es beim nächsten Mal anders machen will. Wirksam ist Simulation, wenn sie regelmäßig, interprofessionell und nah an der eigenen Arbeitsumgebung stattfindet, etwa als In-situ-Training im eigenen OP.

Müdigkeit und Belastung

Schlafmangel verlängert Reaktionszeiten, verschlechtert Aufmerksamkeit und Entscheidungen und wird von Betroffenen regelmäßig unterschätzt. Dienstplanung, Pausen und die Möglichkeit, eine Übergabe einzufordern, sind deshalb Sicherheitsmaßnahmen und keine Bequemlichkeit.

Second Victim

Nach einem schweren Zwischenfall leiden auch die Beteiligten: Schuldgefühle, Schlafstörungen, Zweifel an der eigenen Eignung, manchmal über Monate. Wu hat dafür den Begriff Second Victim geprägt (Wu 2000). Hilfreich sind eine rasche kollegiale Unterstützung, ein Gespräch mit einer erfahrenen Person, Entlastung im Dienstplan und Zugang zu professioneller Hilfe. Wer selbst betroffen ist, darf diese Hilfe annehmen; wer Kollegen in dieser Lage sieht, spricht sie an.

Übung 6.1

Lektion 7

Fälle, Merksätze und Aufgaben

Fall 1: Verwechslung im Narkosewagen

Nach der Einleitung soll Ondansetron gegeben werden. Die Pflegekraft greift eine Ampulle aus dem Fach nebenan, das Rocuronium enthält; beide Ampullen sind klein mit weißem Etikett. Die Anästhesistin bemerkt die Verwechslung vor der Gabe beim Lesen der Spritze.

Fall 1

Fall 2: Die Hypotonie, die nicht verschwindet

Bei einer Hüftendoprothese sinkt der Blutdruck nach dem Hautschnitt. Die Assistenzärztin reduziert Sevofluran und gibt wiederholt Akrinor. Über 25 Minuten bleibt der Blutdruck niedrig, die Herzfrequenz steigt. Erst der hinzugerufene Oberarzt fragt nach dem Blutverlust: Im Sauger sind 1 400 ml.

Fall 2

Merksätze

  • Nicht fragen, wer schuld ist, sondern warum die Barrieren versagt haben.
  • Früh Hilfe holen, Differenzialdiagnosen laut aussprechen, regelmäßig neu bewerten.
  • Anordnen mit Namen, wiederholen lassen, Rückmeldung einfordern.
  • Übergeben nach ISBAR, mit klarer Bitte und Zeitangabe.
  • Speak-up in Stufen, nach zweimaligem Ansprechen eskalieren.
  • Checklisten wirken durch echtes gemeinsames Innehalten.
  • Systeme ändern, nicht nur an Aufmerksamkeit appellieren.

Aufgaben

Aufgabe 1: Fehler einordnen

Gegeben:
Drei Ereignisse: (a) Die Blutsperre wird nicht dokumentiert, weil niemand daran denkt. (b) Ein Assistenzarzt deutet eine Anaphylaxie als Narkosetiefe. (c) Der Gerätecheck wird wegen Zeitdrucks ausgelassen.

Frage:
Ordnen Sie jedem Ereignis die Fehlerart zu und nennen Sie je eine Gegenmaßnahme.

Lösung

(a) Schnitzer: Checkliste oder feste Dokumentationsroutine. (b) Irrtum: Differenzialdiagnosen laut aussprechen, 10-für-10, Notfallkarte. (c) Regelverstoß: Gründe klären, Zeit einplanen, Vorbildfunktion der Leitung.

Aufgabe 2: ISBAR am Telefon

Gegeben:
Sie rufen nachts den Oberarzt an: Patient 68 Jahre, zwei Stunden nach Whipple-Operation, Blutdruck 85/50 mmHg, Herzfrequenz 118/min, Drainage 300 ml Blut in der letzten Stunde.

Frage:
Formulieren Sie die Übergabe nach ISBAR. Nutzen Sie den Baukasten.

Lösung

I: Name, Funktion, Patient. S: Hypotonie und Tachykardie, 300 ml Blut in der Drainage in einer Stunde. B: Whipple vor zwei Stunden, bisherige Volumengabe, Laborwerte. A: Verdacht auf Nachblutung mit hämorrhagischem Schock. R: Bitte sofort kommen, Chirurgie und Blutbank informieren, Blut ist abgenommen.

Aufgabe 3: Speak-up üben

Gegeben:
Bei der Einleitung soll ohne Präoxygenierung begonnen werden, weil es schnell gehen muss.

Frage:
Wie sprechen Sie das an?

Lösung

Stufe 1: „Ich bin besorgt, wir haben noch nicht präoxygeniert.“ Wenn nicht gehört: Stufe 2: „Ich fühle mich damit unwohl.“ Dann Stufe 3: „Das ist ein Sicherheitsproblem, bitte drei Minuten präoxygenieren.“ Nach zweimaligem Ansprechen ohne Reaktion eskalieren, etwa an die zuständige Oberärztin.

Aufgabenblock abschließen

Markieren Sie den Block als bearbeitet, wenn Sie alle Aufgaben gelöst und mit den Lösungen verglichen haben.

Abschlussquiz, etwa 10 Minuten

Abschlussquiz

Zehn Fragen. Bestanden ab 80 %.

Zum Nachschlagen

Begriffe und Literatur

BegriffBedeutung
CRMCrisis Resource Management, nichttechnische Fertigkeiten im Team
FixierungsfehlerFesthalten an der ersten Erklärung
ISBARIdentifikation, Situation, Hintergrund, Einschätzung, Empfehlung
CUSbesorgt, unwohl, Sicherheitsproblem: Stufen des Speak-up
CIRSBerichtssystem für kritische Ereignisse
Just Culturegerechte Sicherheitskultur
Second Victimdurch einen Zwischenfall belastete Mitarbeitende

Literatur

  1. Arriaga AF, Bader AM, Wong JM et al. Simulation-based trial of surgical-crisis checklists. N Engl J Med 2013;368:246–253.
  2. Edmondson A. Psychological safety and learning behavior in work teams. Adm Sci Q 1999;44:350–383.
  3. Haynes AB, Weiser TG, Berry WR et al. A surgical safety checklist to reduce morbidity and mortality in a global population. N Engl J Med 2009;360:491–499.
  4. Mellin-Olsen J, Staender S, Whitaker DK, Smith AF. The Helsinki Declaration on Patient Safety in Anaesthesiology. Eur J Anaesthesiol 2010;27:592–597.
  5. Müller M, Jürgens J, Redaèlli M et al. Impact of the communication and patient hand-off tool SBAR on patient safety: a systematic review. BMJ Open 2018;8:e022202.
  6. Rall M, Dieckmann P. Safety culture and crisis resource management in airway management. Best Pract Res Clin Anaesthesiol 2005;19:539–557.
  7. Reason J. Human error: models and management. BMJ 2000;320:768–770.
  8. Urbach DR, Govindarajan A, Saskin R et al. Introduction of surgical safety checklists in Ontario, Canada. N Engl J Med 2014;370:1029–1038.
  9. World Health Organization. WHO Surgical Safety Checklist. Genf 2009.
  10. Wu AW. Medical error: the second victim. BMJ 2000;320:726–727.
  11. Weiterführend: Gropper MA et al. (Hrsg.). Miller’s Anesthesia, 10. Auflage. Elsevier 2024.

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