Vortrag, ausgearbeitete Fassung

Vorlesung Risikopatienten: Evaluierung und präoperative Vorbereitung

Klinikvortrag. Vorlesung Anästhesiologie und Notfallmedizin, 9. Semester. 10 Lektionen nach 52 Folien.

Diese Lerneinheit führt den Inhalt des Vortrags als zusammenhängenden Text aus, ergänzt um Hintergrund und die aktuelle Evidenz. Wo die Folien fachlich zu korrigieren waren, ist der Text richtiggestellt. Der Text der Folien im Wortlaut folgt im letzten Abschnitt.

Passende Inhalte im E-Learning: Strukturierte Echokardiographie in der Prämedikationsambulanz, Schwierige Intubation bei Babys.

LektionInhalt
1Anästhesierisiko gestern und heute
2Ziele und ASA-Klassifikation
3Eingriffsbezogenes Risiko
4Kardiales Risiko
5Pulmonales Risiko
6Zerebrales Risiko
7Laboruntersuchungen
8Medikation
9Atemweg und Ressourcen
10Take-Home-Messages

Lektion 1

Ist der Patient narkosefähig? Das Anästhesierisiko gestern und heute

Die Frage „Ist der Patient narkosefähig?“ wird der Anästhesie täglich gestellt, und sie ist, genau genommen, falsch gestellt. Narkosefähig ist fast jeder Mensch; die eigentliche Frage lautet, wie hoch das Risiko des geplanten Eingriffs für diesen Patienten ist, ob es sich vor der Operation senken lässt und wie die Narkose und die Zeit danach geplant werden müssen, damit er sicher durch den Eingriff kommt. Diese Lerneinheit zeigt, wie die präoperative Evaluation diese Fragen strukturiert beantwortet.

Anästhesiebedingte und anästhesieassoziierte Sterblichkeit

Man unterscheidet zwei Begriffe. Die anästhesiebedingte Sterblichkeit umfasst Todesfälle, die in direktem Zusammenhang mit durchgeführten oder unterlassenen anästhesiologischen Maßnahmen stehen, etwa einem nicht beherrschten Atemweg oder einer Medikamentenverwechslung. Die anästhesieassoziierte Sterblichkeit umfasst alle Todesfälle, an denen die Anästhesie beteiligt sein kann, auch wenn Grunderkrankung und Operation wesentlich beitragen. Die Unterscheidung ist wichtig, weil sich die Zahlen um Größenordnungen unterscheiden.

Sir Robert Macintosh formulierte 1949 den Anspruch des Faches: „There should be no deaths due to anaesthesia!“ Wie weit dieses Ziel erreicht ist, zeigt die Metaanalyse von Bainbridge und Mitarbeitern (Lancet 2012) mit Daten aus über 21 Millionen Narkosen. In Ländern mit hohem Einkommen sank die anästhesiebedingte Sterblichkeit von etwa 357 pro Million Narkosen vor den 1970er Jahren auf etwa 34 pro Million in den 1990er und 2000er Jahren, also auf rund ein Zehntel. Die perioperative Gesamtsterblichkeit ist dagegen viel höher und wird vor allem von Grunderkrankung und Eingriff bestimmt: In der europäischen EuSOS-Studie (Lancet 2012) starben 4 % der Patienten nach nicht kardiochirurgischen Eingriffen im Krankenhaus.

Die Präsentation zeigt außerdem eine Auswertung von Haftpflichtschäden: Unter 27 971 Schadensfällen waren 1 256 anästhesieassoziiert, und 24 davon endeten tödlich. Die Ursachen verteilten sich auf das Atemwegsmanagement, fehlerhafte Medikation, die Anlage zentraler Venenkatheter, die Regionalanästhesie, die Beatmung und Probleme mit Spritzenpumpen, also auf genau die Bereiche, in denen Standards, Checklisten und Training ansetzen.

Erfahrung und moderne Sicherheit

Auch die Erfahrung der Anästhesistin oder des Anästhesisten spielt eine Rolle. Eine amerikanische Registerstudie von Silber und Mitarbeitern fand bei Anästhesisten mit Facharztanerkennung bessere Ergebnisse; nach der Präsentation lag die niedrigste Komplikationsrate bei Kolleginnen und Kollegen 16 bis 20 Jahre nach dem Studium. Heutige Narkosen sind durch neue Medikamente mit kurzer Wirkdauer, das moderne Monitoring mit Pulsoxymetrie und Kapnographie, standardisierte Abläufe und das Training von Notfallsituationen sehr sicher geworden. Die Ursachen anästhesiebedingter Todesfälle sind seit den 1950er Jahren im Kern dieselben geblieben, vor allem Atemweg, Aspiration und Medikamente; ihre Häufigkeit ist aber stark zurückgegangen.

Zum MitnehmenDie anästhesiebedingte Sterblichkeit liegt heute bei etwa 34 pro Million Narkosen, die perioperative Gesamtsterblichkeit bei einigen Prozent. Das Risiko liegt also vor allem im Patienten und im Eingriff, und genau das erfasst die präoperative Evaluation.

Lektion 2

Ziele der präoperativen Evaluation und die ASA-Klassifikation

Die präoperative Evaluation verfolgt vier Ziele. Sie soll bisher unbekannte oder nicht optimal behandelte Vorerkrankungen erkennen, die für die geplante Operation relevant sind. Sie soll weitere Untersuchungen möglichst vor dem stationären Aufenthalt einleiten, damit Operationen nicht kurzfristig verschoben werden müssen. Sie soll modifizierbare Risikofaktoren optimieren, etwa eine Anämie, eine dekompensierte Herzinsuffizienz oder einen schlecht eingestellten Diabetes. Und sie soll nach einem standardisierten Ablauf erfolgen, damit nichts vergessen wird und nichts Unnötiges geschieht. Grundlage in Deutschland ist die gemeinsame Empfehlung der Fachgesellschaften für Anästhesiologie, Chirurgie und Innere Medizin zur präoperativen Evaluation erwachsener Patienten vor elektiven, nicht herz-thoraxchirurgischen Eingriffen, international die Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zur nicht kardialen Chirurgie von 2022.

Die ASA-Klassifikation

Die bekannteste Einteilung des Patientenzustands geht auf Meyer Saklad zurück, der sie 1941 in Anesthesiology für die American Society of Anesthesiologists vorschlug. Sie beschreibt den allgemeinen Gesundheitszustand, nicht das Risiko des Eingriffs:

ASA-Klassifikation des körperlichen Zustands
KlasseBeschreibungBeispiel
ASA 1gesunder PatientNichtraucher ohne Vorerkrankungen
ASA 2leichte systemische Erkrankunggut eingestellte Hypertonie, Raucher, Adipositas mit BMI 30 bis 40
ASA 3schwere systemische Erkrankungschlecht eingestellter Diabetes, COPD, BMI über 40, Dialyse
ASA 4schwere systemische Erkrankung, die eine ständige Lebensbedrohung darstelltMyokardinfarkt vor weniger als drei Monaten, schwere Herzinsuffizienz, Sepsis
ASA 5moribunder Patient, der ohne Operation voraussichtlich nicht überlebtrupturiertes Aortenaneurysma
ASA 6hirntoter Organspender

Ein „E“ kennzeichnet Notfalleingriffe. Die Klassifikation ist einfach und weltweit verbreitet, und die Sterblichkeit steigt mit jeder Klasse deutlich an. Ihre Schwächen sind die mäßige Übereinstimmung zwischen verschiedenen Untersuchern und die fehlende Berücksichtigung des Eingriffs; sie ist deshalb ein Baustein der Risikoeinschätzung, nicht die ganze.

Zum MitnehmenZiel ist Erkennen, Planen, Optimieren und Standardisieren. Die ASA-Klasse beschreibt den Patienten, nicht den Eingriff, und hat eine mäßige Übereinstimmung zwischen Untersuchern.

Lektion 3

Das eingriffsbezogene Risiko

Das Risiko des Eingriffs hängt von seiner Art, Dauer und Dringlichkeit ab, vor allem aber vom Ausmaß des hämodynamischen Stresses: Blutverlust, Volumenverschiebungen, Entzündungsreaktion und Schmerz belasten Herz und Kreislauf. Die Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie teilt Eingriffe deshalb nach dem 30-Tage-Risiko für kardiovaskulären Tod, Myokardinfarkt oder Schlaganfall in drei Gruppen ein. Ein niedriges Risiko unter 1 % haben etwa Eingriffe an Brust, Schilddrüse, Auge und Zähnen, kleinere gynäkologische, orthopädische und urologische Eingriffe und die Oberflächenchirurgie. Ein mittleres Risiko von 1 bis 5 % haben intraperitoneale Eingriffe wie Cholezystektomie und Hernienchirurgie, die Karotischirurgie, endovaskuläre Aortenverfahren, große orthopädische Eingriffe an Hüfte und Wirbelsäule, Kopf-Hals-Chirurgie und die Nierentransplantation. Ein hohes Risiko über 5 % haben die offene Aorten- und große Gefäßchirurgie, die offene Revaskularisation der Beine, Pankreas-, Leber- und Ösophaguschirurgie, die Pneumonektomie und die Zystektomie.

Das eingriffsbezogene Risiko ist damit erheblich höher als das reine Anästhesierisiko und muss in die Risikoanalyse und die Planung der Narkose eingehen. Hinzu kommt das Blutungsrisiko des Eingriffs, das vor allem die Planung von Blutprodukten und den Umgang mit gerinnungshemmenden Medikamenten bestimmt (Lektion 8).

Zum MitnehmenNiedrig unter 1 %, mittel 1 bis 5 %, hoch über 5 % für kardiovaskulären Tod, Infarkt oder Schlaganfall in 30 Tagen. Das Risiko des Eingriffs übertrifft das der Narkose bei weitem.

Lektion 4

Das kardiale perioperative Risiko

Kardiale ischämische Ereignisse sind nach der Präsentation für etwa die Hälfte aller perioperativen Todesfälle verantwortlich, und Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen haben eine deutlich höhere perioperative Morbidität und Sterblichkeit. Die Einschätzung folgt einem schrittweisen Vorgehen:

  1. Liegt eine akut symptomatische Herzerkrankung vor? Dann wird der elektive Eingriff verschoben und die Herzerkrankung zuerst behandelt.
  2. Wie hoch ist das kardiale Risiko des Eingriffs?
  3. Liegen kardiale Risikofaktoren vor?
  4. Wie ist die körperliche Belastbarkeit?
  5. Sind Laboruntersuchungen oder apparative Diagnostik nötig, und ändern sie das Vorgehen?

Akut symptomatische Herzerkrankungen

Als akut symptomatisch gelten ein akutes Koronarsyndrom oder eine instabile Angina pectoris, eine dekompensierte Herzinsuffizienz, bedeutsame Herzrhythmusstörungen wie eine höhergradige AV-Blockierung, symptomatische ventrikuläre Arrhythmien oder ein Vorhofflimmern mit schneller Überleitung, und schwere Klappenerkrankungen, vor allem eine symptomatische Aortenstenose. Bei diesen Patienten ist das Risiko so hoch, dass elektive Eingriffe bis zur Stabilisierung verschoben werden.

Kardiale Risikofaktoren: der Revised Cardiac Risk Index

Die kardialen Risikofaktoren werden meist nach dem Revised Cardiac Risk Index von Lee (Circulation 1999) erhoben, der einfach zu erfassen ist. Er umfasst sechs Faktoren: einen Hochrisikoeingriff, eine koronare Herzkrankheit, eine Herzinsuffizienz, eine zerebrovaskuläre Erkrankung, einen insulinpflichtigen Diabetes und ein Serumkreatinin über 2 mg/dl. Mit der Zahl der Faktoren steigt die Wahrscheinlichkeit schwerer kardialer Komplikationen, in der Originalarbeit von etwa 0,4 % ohne Faktor über 0,9 % bei einem und 6,6 % bei zwei auf etwa 11 % bei drei oder mehr Faktoren.

Körperliche Belastbarkeit

Die Belastbarkeit wird in metabolischen Äquivalenten (MET) beschrieben; 1 MET entspricht dem Sauerstoffverbrauch in Ruhe. Die klassische Frage lautet: „Können Sie zwei Stockwerke ohne Luftnot oder Brustschmerzen steigen?“ Wer das kann, erreicht mehr als 4 MET, und eine gute Belastbarkeit ist mit weniger kardialen und pulmonalen Komplikationen und einer geringeren 30-Tage-Sterblichkeit verbunden. Die METS-Studie (Wijeysundera, Lancet 2018) hat allerdings gezeigt, dass die subjektive Einschätzung durch den Arzt die Belastbarkeit schlecht vorhersagt; strukturierte Fragebögen wie der Duke Activity Status Index und das NT-proBNP sagen Komplikationen besser voraus. Die Frage nach dem Treppensteigen bleibt als einfacher Einstieg sinnvoll, sollte aber konkret gestellt und nicht geschätzt werden.

EKG und Echokardiographie

Ein präoperatives 12-Kanal-EKG ist bei anamnestisch unauffälligen, kardial beschwerdefreien Patienten unabhängig vom Alter nicht erforderlich. Bei Patienten über 65 Jahre vor Eingriffen mit mittlerem Risiko und bei Patienten mit kardialen Risikofaktoren vor Eingriffen mit niedrigem Risiko kann es geschrieben werden; bei Symptomen oder bekannter Herzerkrankung vor Eingriffen mit mittlerem und hohem Risiko ist es sinnvoll, auch als Ausgangsbefund für den Vergleich nach der Operation. Eine Echokardiographie ist indiziert bei Luftnot unklarer Ursache, bei Verdacht auf eine Herzinsuffizienz oder bei einem unklaren Herzgeräusch vor Eingriffen mit mittlerem oder hohem Risiko, nicht als Routine. Wie eine fokussierte Echokardiographie in der Prämedikationsambulanz gelingt, beschreibt die Lerneinheit „Strukturierte Echokardiographie in der Prämedikationsambulanz“.

Zum MitnehmenAkut symptomatische Herzerkrankung: elektiven Eingriff verschieben. Revised Cardiac Risk Index mit sechs Faktoren. Belastbarkeit über 4 MET ist günstig, aber konkret erfragen. EKG und Echo nicht als Routine, sondern bei Symptomen oder Risiko.

Lektion 5

Das pulmonale perioperative Risiko

Postoperative pulmonale Komplikationen sind häufig und folgenreich: die respiratorische Dekompensation nach der Extubation, Atelektasen, das Versagen der Entwöhnung vom Beatmungsgerät, die postoperative Pneumonie, der Bronchospasmus und die Exazerbation einer COPD. Sie verlängern den Krankenhausaufenthalt und erhöhen die Sterblichkeit in ähnlichem Maß wie kardiale Komplikationen. Ziel der Evaluation ist, die Patienten zu erkennen, die von einer präoperativen Optimierung profitieren.

Obstruktive Schlafapnoe

Eine obstruktive Schlafapnoe ist häufig, meist nicht diagnostiziert und perioperativ gefährlich, weil Opioide, Sedativa und Restrelaxierung die nächtlichen Atemaussetzer verstärken. Zum Screening eignet sich der STOP-Bang-Fragebogen mit acht Fragen zu Schnarchen, Tagesmüdigkeit, beobachteten Atemaussetzern, Bluthochdruck, BMI über 35, Alter über 50, Halsumfang über 40 cm und männlichem Geschlecht. Bei 0 bis 2 Punkten ist eine Schlafapnoe wenig wahrscheinlich, ab 5 Punkten ist eine mittelschwere bis schwere Schlafapnoe wahrscheinlich (Faßbender, Deutsches Ärzteblatt 2016). Patienten mit bekannter Schlafapnoe bringen ihr CPAP-Gerät mit, und die Analgesie wird opioidsparend geplant.

Rauchen und COPD

Rauchen erhöht die Rate pulmonaler Komplikationen und von Wundinfektionen. Schon eine Nikotinkarenz von 12 bis 48 Stunden senkt das Carboxyhämoglobin, dessen Halbwertszeit unter Raumluft etwa vier Stunden beträgt, sowie den myokardialen Sauerstoffverbrauch und die Häufigkeit kardialer Ischämien. Das pulmonale Risiko und die Wundkomplikationen sinken aber erst bei einer Karenz von mehr als vier Wochen deutlich; nach einer Metaanalyse von Mills (Am J Med 2011) wächst der Nutzen mit jeder Woche der Abstinenz. Jeder präoperative Kontakt ist deshalb eine Gelegenheit, zum Rauchstopp zu raten. Bei einer akuten Exazerbation einer COPD wird ein elektiver Eingriff verschoben, die inhalative Therapie intensiviert und ein systemisches Kortikosteroid gegeben, üblicherweise 40 mg Prednisolonäquivalent täglich über fünf Tage, was nach der REDUCE-Studie (JAMA 2013) einer längeren Gabe gleichwertig ist.

Eine apparative Diagnostik mit Röntgenbild des Thorax oder Lungenfunktion ist bei unauffälliger Anamnese und klinischem Befund nicht erforderlich; sie ändert das Vorgehen nicht und verzögert nur den Eingriff.

Zum MitnehmenSchlafapnoe mit STOP-Bang screenen, ab 5 Punkten hohe Wahrscheinlichkeit. Rauchstopp möglichst mehr als vier Wochen vorher, aber jeder Tag zählt. COPD-Exazerbation: verschieben, Kortison, Inhalation. Kein Routine-Röntgen, keine Routine-Lungenfunktion.

Lektion 6

Das zerebrale perioperative Risiko

Ein perioperativer Schlaganfall ist mit einer Häufigkeit von 0,1 bis 1 % selten, erhöht die perioperative Sterblichkeit aber etwa um das Achtfache; nach herz- und gefäßchirurgischen Eingriffen ist er häufiger. Besonders gefährdet sind Patienten mit einem kürzlich erlittenen Schlaganfall. Dänische Registerdaten zeigen, dass das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse bei nicht kardiochirurgischen Eingriffen bis etwa neun Monate nach einem Schlaganfall erhöht bleibt (Jørgensen, JAMA 2014). Daraus ergibt sich die Empfehlung, elektive Eingriffe frühestens neun Monate nach einem Schlaganfall durchzuführen; die Abwägung erfolgt im Einzelfall gemeinsam mit der Neurologie. Eine Dopplersonographie der Halsgefäße ist nur bei neurologischen Symptomen oder vor Eingriffen an den Halsgefäßen angezeigt, nicht als Routine.

Das postoperative Delir ist dagegen häufig: Je nach Kollektiv und Eingriff sind bis zu zwei Drittel der älteren Patienten betroffen. Es ist mit höherer Morbidität, längerem Krankenhausaufenthalt, dauerhaftem kognitivem Abbau und höherer Sterblichkeit verbunden. Die Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Anästhesiologie empfiehlt deshalb bei älteren Patienten ein präoperatives Screening mit einem validierten Test, etwa dem Mini-Cog aus Uhrentest und Wiedergabe von drei Wörtern, um Risikopatienten zu erkennen und Präventionsmaßnahmen einzuleiten: Orientierungshilfen, Brille und Hörgerät, Schlaf, frühe Mobilisation, Vermeidung von Benzodiazepinen und anticholinergen Medikamenten und eine gute Schmerztherapie.

Zum MitnehmenNach einem Schlaganfall elektive Eingriffe möglichst erst nach neun Monaten. Kein Routine-Doppler. Delirrisiko bei Älteren mit Mini-Cog screenen und Prävention planen.

Lektion 7

Laboruntersuchungen: gezielt statt routinemäßig

Ein Routinelabor vor jedem Eingriff soll nicht mehr durchgeführt werden. Bei gesunden Patienten entdeckt es kaum relevante Befunde, führt aber zu falsch positiven Werten, Folgeuntersuchungen und Verschiebungen. Laboruntersuchungen werden gezielt nach Anamnese, Befund und Eingriff angefordert: ein Blutbild bei Verdacht auf Anämie oder vor Eingriffen mit relevantem Blutverlust, Elektrolyte und Nierenwerte bei Nierenerkrankung, Diuretika oder Hemmstoffen des Renin-Angiotensin-Systems. Der Nüchternblutzucker wird bestimmt vor Eingriffen mit hohem Risiko, bei weiteren kardialen Risikofaktoren und bei Adipositas mit einem BMI über 30.

Kardiale Biomarker und MINS

Troponin und natriuretische Peptide können die Risikoeinschätzung verbessern, aber nur bei entsprechender Anamnese und Klinik. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie empfiehlt bei Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren oder über 65 Jahren vor Eingriffen mit mittlerem oder hohem Risiko, das hochsensitive Troponin vor der Operation und 24 und 48 Stunden danach zu bestimmen. Der Grund ist die myokardiale Schädigung nach nicht kardialer Chirurgie, englisch „myocardial injury after non-cardiac surgery“ (MINS): ein postoperativer Troponinanstieg ischämischer Ursache, meist ohne Brustschmerz und oft ohne typische EKG-Veränderungen, weil die Patienten unter Analgesie und Sedierung stehen. Die internationale VISION-Kohorte (JAMA 2014 und 2017) fand ihn bei etwa 8 bis 18 % der Patienten, je nach Troponin-Test, mit einer 30-Tage-Sterblichkeit von etwa 10 %, mehrfach höher als ohne Troponinanstieg. Wer nicht misst, übersieht die meisten dieser Ereignisse.

Gerinnungsdiagnostik

Normale Werte im „Routinelabor“ schließen eine Blutungsneigung nicht aus, denn Quick-Wert und aPTT erfassen weder das häufigste angeborene Blutungsleiden, das von-Willebrand-Syndrom, noch Störungen der Thrombozytenfunktion zuverlässig. Eine Gerinnungsdiagnostik wird deshalb nur bei Einnahme gerinnungsaktiver Medikamente wie Vitamin-K-Antagonisten und direkter oraler Antikoagulanzien und bei klinischem Verdacht auf eine Gerinnungsstörung empfohlen. Den Verdacht liefert eine standardisierte Blutungsanamnese, etwa der Fragebogen des Netzwerks von-Willebrand-Syndrom (Koscielny, Hämostaseologie 2007), der nach Nasenbluten, Blutungen nach Zahnextraktion und Operationen, Menstruationsblutungen und familiären Blutungsleiden fragt und aus der Punktzahl eine Handlungsempfehlung ableitet, von „kein Handlungsbedarf“ bis zur Vorstellung in einem Gerinnungszentrum.

Zum MitnehmenKein Routinelabor. Troponin vor und nach mittleren und großen Eingriffen bei Risikopatienten, weil MINS meist stumm verläuft und die Sterblichkeit erhöht. Gerinnung nur bei Medikamenten oder positiver standardisierter Blutungsanamnese.

Lektion 8

Die Dauermedikation vor der Operation

Herz-Kreislauf-Medikamente

ACE-Hemmer und Angiotensinrezeptorblocker verstärken den Blutdruckabfall nach der Narkoseeinleitung, weil das Renin-Angiotensin-System dann als Gegenregulation fehlt. Bei arterieller Hypertonie werden sie deshalb meist am Morgen der Operation pausiert, bei Herzinsuffizienz mit eingeschränkter Pumpfunktion fortgeführt. Die randomisierte STOP-or-NOT-Studie (JAMA 2024) mit über 2 000 Patienten vor großen Eingriffen fand zwischen Fortführen und Pausieren keinen Unterschied bei Todesfällen und schweren Komplikationen; das Pausieren verminderte aber die intraoperativen Blutdruckabfälle. Beide Vorgehen sind damit vertretbar, entscheidend ist die rasche Wiederaufnahme nach der Operation. Sacubitril/Valsartan (ARNI) und Digitalisglykoside werden fortgeführt.

Betablocker werden fortgeführt, weil ihr Absetzen Tachykardie und Ischämie auslösen kann. Ein Neubeginn vor der Operation ist nur in ausgewählten Situationen zu erwägen, etwa vor Hochrisikoeingriffen bei mehreren Risikofaktoren oder bei nachgewiesener Ischämie, und dann mit ausreichendem Vorlauf und niedriger Dosis. Der Hintergrund ist die POISE-Studie (Lancet 2008): Hoch dosiertes Metoprolol, erst wenige Stunden vor der Operation begonnen, senkte zwar die Zahl der Herzinfarkte, erhöhte aber Schlaganfälle und Sterblichkeit. Calciumantagonisten und Statine werden fortgeführt, Statine immer, weil ihr Absetzen das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse erhöht. Diuretika werden am Operationstag eher pausiert, um Hypovolämie und Elektrolytstörungen zu vermeiden, und nach der Operation rasch wieder begonnen.

Antidiabetika

SGLT-2-Hemmer (Gliflozine) können eine euglykämische diabetische Ketoazidose auslösen, eine Ketoazidose mit normalem oder nur leicht erhöhtem Blutzucker, die deshalb leicht übersehen wird. Sie werden vor Eingriffen mit niedrigem Risiko 24 bis 48 Stunden, vor Eingriffen mit mittlerem und hohem Risiko mindestens 72 Stunden vorher abgesetzt; die amerikanische Arzneimittelbehörde empfiehlt generell drei Tage, bei Ertugliflozin vier Tage. GLP-1-Rezeptoragonisten verzögern die Magenentleerung und erhöhen so das Aspirationsrisiko. Die Präsentation folgt der Empfehlung der American Society of Anesthesiologists von 2023, täglich eingenommene Präparate am Operationstag und wöchentliche eine Woche vorher auszulassen. Eine gemeinsame Empfehlung mehrerer amerikanischer Fachgesellschaften von 2024 setzt stärker auf eine individuelle Einschätzung: Die Präparate werden meist fortgeführt, bei hohem Risiko für eine verzögerte Magenentleerung wird am Vortag nur Flüssigkost gegeben und gegebenenfalls der Magen vor der Einleitung sonographisch beurteilt. Die multidisziplinäre Konsensusempfehlung von 2024 beschreibt dieses Vorgehen.

Metformin wird vor Eingriffen mit niedrigem bis mittlerem Risiko am Operationstag, vor Eingriffen mit hohem Risiko 48 Stunden vorher pausiert. Sulfonylharnstoffe werden am Operationstag wegen der Hypoglykämiegefahr beim nüchternen Patienten abgesetzt. Glitazone und DPP-4-Hemmer (Gliptine) können als Monotherapie fortgeführt werden, weil sie allein kaum Hypoglykämien verursachen. Bei Insulin wird das Basalinsulin am Vorabend meist auf etwa 75 bis 80 % der üblichen Dosis reduziert, und der Blutzucker wird perioperativ engmaschig kontrolliert (Alscher, AINS 2021).

Gerinnungshemmende Medikamente

Vitamin-K-Antagonisten werden je nach Blutungsrisiko etwa fünf Tage vor dem Eingriff abgesetzt, mit dem Ziel einer INR unter 1,5 am Operationstag. Eine überbrückende Heparingabe ist bei Vorhofflimmern in der Regel nicht nötig: Die BRIDGE-Studie (NEJM 2015) zeigte ohne Bridging keine Zunahme von Thromboembolien, aber weniger schwere Blutungen. Bridging bleibt Hochrisikosituationen vorbehalten, etwa mechanischen Mitralklappen oder einer Thromboembolie in den letzten drei Monaten. Bei direkten oralen Antikoagulanzien richtet sich die Pause nach Substanz, Nierenfunktion und Blutungsrisiko; nach der PAUSE-Studie (JAMA Intern Med 2019) genügt bei Apixaban, Rivaroxaban und Edoxaban eine Pause von einem Tag vor Eingriffen mit niedrigem und zwei Tagen vor Eingriffen mit hohem Blutungsrisiko, ohne Bridging; bei Dabigatran und eingeschränkter Nierenfunktion ist sie länger. Bei einer dualen Thrombozytenaggregationshemmung nach Stentimplantation werden elektive Eingriffe nach der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie möglichst sechs Monate nach elektiver Stentimplantation und zwölf Monate nach einem akuten Koronarsyndrom geplant; Acetylsalicylsäure wird perioperativ möglichst fortgeführt, und über das Absetzen des P2Y12-Hemmers wird gemeinsam mit der Kardiologie entschieden.

Dauermedikation vor elektiven Eingriffen, Übersicht
MedikamentVorgehen
Betablocker, Calciumantagonisten, Statine, ARNI, Digitalisfortführen
ACE-Hemmer, AT1-Blockerbei Hypertonie am OP-Morgen meist pausieren, bei Herzinsuffizienz fortführen
Diuretikaam OP-Tag pausieren, danach rasch wieder beginnen
SGLT-2-Hemmer24 bis 48 h (niedriges Risiko) bis mindestens 72 h (mittleres und hohes Risiko) vorher absetzen
GLP-1-Agonistennach Konsensusempfehlung 2024 meist fortführen mit Flüssigkost am Vortag
Metforminam OP-Tag, vor Hochrisikoeingriffen 48 h vorher pausieren
Sulfonylharnstoffeam OP-Tag absetzen
Vitamin-K-Antagonistenetwa 5 Tage vorher absetzen, Bridging nur bei hohem Thromboserisiko
Apixaban, Rivaroxaban, Edoxaban1 Tag (niedriges) bis 2 Tage (hohes Blutungsrisiko) vorher, länger bei Niereninsuffizienz
Zum MitnehmenBetablocker und Statine nie absetzen. ACE-Hemmer bei Hypertonie pausieren oder fortführen, aber danach rasch weiter. SGLT-2-Hemmer rechtzeitig absetzen, an die euglykämische Ketoazidose denken. Bridging ist die Ausnahme.

Lektion 9

Der schwierige Atemweg und die Ressourcenplanung

Zur präoperativen Evaluation gehört die Einschätzung des Atemwegs. Hinweise auf eine schwierige Intubation sind eine Mundöffnung unter 4 cm, eine Mallampati-Klasse von 3 oder mehr, ein thyreomentaler Abstand nach Patil unter 6 cm, eine eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule, ein Überbiss, Adipositas, ein Nackenfettpolster und Veränderungen im Gesichts-, Mund- und Halsbereich wie Tumoren, Abszesse oder Zustand nach Bestrahlung. Bei der Mallampati-Klassifikation sitzt der Patient mit weit geöffnetem Mund und maximal herausgestreckter Zunge, ohne zu phonieren; bewertet wird, wie viel von weichem Gaumen, Uvula und Gaumenbögen sichtbar ist, von Klasse 1 mit allen Strukturen bis Klasse 4, bei der nur der harte Gaumen zu sehen ist. Der thyreomentale Abstand von der Kinnspitze zur Incisura thyroidea beträgt normal mehr als 6,5 bis 7,5 cm; unter 6 cm ist er nach der Präsentation mit einem hohen Anteil schwieriger Laryngoskopien verbunden.

Einzeln sagen diese Tests einen schwierigen Atemweg allerdings schlecht voraus; eine Cochrane-Analyse (Roth 2018) fand für alle gängigen bettseitigen Tests eine geringe Sensitivität. Sie werden deshalb kombiniert, und entscheidend ist, dass bei Hinweisen auf einen schwierigen Atemweg ein Plan mit Alternativen vorbereitet wird (siehe Lerneinheit „Schwieriger Atemweg“).

Ressourcenplanung

Aus der Evaluation ergibt sich, welche Ressourcen für den Eingriff bereitstehen müssen:

  • für den Atemweg ein Videolaryngoskop und gegebenenfalls die fiberoptische Intubation,
  • geeignete Gefäßzugänge und Blutprodukte, bei großem Blutverlust ein Massivtransfusionssystem und die maschinelle Autotransfusion,
  • Ultraschall, ein erweitertes hämodynamisches Monitoring mit Pulskonturanalyse und die transösophageale Echokardiographie,
  • patientennahe Gerinnungsdiagnostik,
  • ein Platz für die postoperative Intensiv- oder Überwachungsstation.
Zum MitnehmenAtemwegsprädiktoren kombinieren, weil jeder einzelne wenig sensitiv ist. Aus der Evaluation folgt die Planung von Material, Blut, Monitoring und Überwachungsplatz.

Lektion 10

Take-Home-Messages

  1. Das perioperative Risiko ist ein Gesamtrisiko. Es beruht nicht nur auf Scores wie ASA, MET oder Gebrechlichkeit, sondern auf einer strukturierten klinischen Beurteilung, die Vorerkrankungen, funktionellen Status und Art des Eingriffs zusammenführt.
  2. Optimierung ist wichtiger als Klassifikation. Risikopatienten profitieren am meisten von gezielten präoperativen Maßnahmen: Behandlung akuter Dekompensationen, Anpassung der Medikation, Verbesserung der funktionellen Reserve und klare perioperative Strategien.
  3. Interdisziplinäre Zusammenarbeit beeinflusst das Ergebnis. Die frühe Zusammenarbeit von Anästhesie, Chirurgie, Innerer Medizin und Intensivmedizin ist entscheidend, um Entscheidungen zu treffen, Risiken zu mindern und Komplikationen zu verringern.
  4. Präoperative Diagnostik erfolgt gezielt, nicht routinemäßig. Sinnvoll sind nur Untersuchungen, die das perioperative Vorgehen beeinflussen; Überdiagnostik verzögert, belastet und verbessert das Ergebnis nicht.
  5. Gute Vorbereitung ersetzt nicht die Wachsamkeit. Auch optimal vorbereitete Risikopatienten brauchen ein engmaschiges Monitoring, eine vorausschauende Vermeidung von Komplikationen und klare postoperative Behandlungspfade, etwa Intensiv- oder Überwachungsstation und ERAS-Konzepte.

Die Präsentation schließt mit einer Regel aus der Luftfahrt, den „sechs P“: „Proper Pre-Anesthesia Prevents Poor Performance“, eine sorgfältige Vorbereitung verhindert schlechte Ergebnisse.

Anhang

Folientext im Wortlaut

Der Text aller Folien, wie in der bisherigen Textfassung; Einordnungen stehen an den betroffenen Folien.

Folie 1: Risikopatienten: Evaluierung

Folie 1

Risikopatienten: Evaluierung

  • und präoperative Vorbereitung Anästhesiologie und Notfallmedizin 9. Semester
Folie 2: „Ist der Patient narkosefähig?“

Folie 2

„Ist der Patient narkosefähig?“

Die Folie enthält eine Abbildung, Tabelle oder ein Foto, das hier nicht wiedergegeben wird.

Folie 3: ohne Titel

Folie 3

Die Folie enthält eine Abbildung, Tabelle oder ein Foto, das hier nicht wiedergegeben wird.

Folie 4: Anästhesiebedingte Sterblichkeit

Folie 4

Anästhesiebedingte Sterblichkeit

  • Tod im direkten Zusammenhang mit durchgeführten oder unterlassenen anästhesiologischen Maßnahmen
  • 1 %

Die Folie enthält eine Abbildung, Tabelle oder ein Foto, das hier nicht wiedergegeben wird.

EinordnungEinordnung (Fachgutachten 09/2026): Die „1 %“ stammen aus einer Grafik der Folie und bezeichnen nicht die Sterblichkeit je Narkose. Nach der Metaanalyse von Bainbridge (Lancet 2012), die Folie 8 zitiert, sank die anästhesiebedingte Sterblichkeit in Ländern mit hohem Einkommen auf etwa 34 pro Million Narkosen in den 1990er und 2000er Jahren.
Folie 5: Anästhesiebedingte Sterblichkeit

Folie 5

Anästhesiebedingte Sterblichkeit

  • Tod im direkten Zusammenhang mit durchgeführten oder unterlassenen anästhesiologischen Maßnahmen
  • 1 %

Die Folie enthält eine Abbildung, Tabelle oder ein Foto, das hier nicht wiedergegeben wird.

Folie 6: Definitionen

Folie 6

Definitionen

Die Folie enthält eine Abbildung, Tabelle oder ein Foto, das hier nicht wiedergegeben wird.

Quelle: Boehm O: Morbidität und Letalität in der Anästhesiologie. Patientensicherheit als Kernkompetenz des Anästhesisten. Anästh Intensivmed

Folie 7: ohne Titel

Folie 7

Die Folie enthält eine Abbildung, Tabelle oder ein Foto, das hier nicht wiedergegeben wird.

Folie 8: Anästhesierisiko im Wandel der Zeit

Folie 8

Anästhesierisiko im Wandel der Zeit

  • „There should be no deaths due to anaesthesia!“ (Sir Robert R. Macintosh, 1949) (anästhesiebedingt) (anästhesieassoziiert) anaesthetic-related mortality in developed and developing countries: a systematic review and meta-analysis.

Die Folie enthält eine Abbildung, Tabelle oder ein Foto, das hier nicht wiedergegeben wird.

Quelle: Bainbridge D, Martin J, Arango M, Cheng D, Group for the EPCOR (EPiCOR). Perioperative and

Folie 9: Anästhesierisiko im Wandel der Zeit

Folie 9

Anästhesierisiko im Wandel der Zeit

  • 27 971 Schadensfälle, 1 256 Anästhesie-assoziiert
  • 24 Todesfälle:
  • •
  • 4 Atemwegsmanagement 4 fehlerhafte Medikation
  • •
  • 2 Beatmung 2 Probleme mit Perfusoren
  • •
  • 4 ZVK-Anlage 4 Regionalanästhesie
Folie 10: Anästhesierisiko & Berufserfahrung

Folie 10

Anästhesierisiko & Berufserfahrung

  • Niedrigste perioperative Komplikationsrate bei Anästhesistinnen und Anästhesisten 16 bis 20 Jahre nach Ende des Studiums

Die Folie enthält eine Abbildung, Tabelle oder ein Foto, das hier nicht wiedergegeben wird.

Quelle: Silber JH, Kennedy SK, Even-Shoshan O, Chen W, Mosher RE, Showan AM, et al. Anesthesiologist Board Certification and Patient Outcomes.

Folie 11: Anästhesierisiko heute

Folie 11

Anästhesierisiko heute

  • Heutige Narkosen sind durch neue Narkosemedikamente und modernes Monitoring sehr sicher geworden.
  • Ursachen der anästhesiebedingten Letalität seit den 1950er Jahren identisch.
  • Ihre Häufigkeit stark zurückgegangen.

Die Folie enthält eine Abbildung, Tabelle oder ein Foto, das hier nicht wiedergegeben wird.

Quelle: Boehm O: Morbidität und Letalität in der Anästhesiologie. Patientensicherheit als Kernkompetenz des Anästhesisten. Anästh Intensivmed 2019;60:488–

Folie 12: Ziele präoperativer Evaluation

Folie 12

Ziele präoperativer Evaluation

  • Erkennung bisher unbekannter oder nicht (optimal) behandelter, für die geplante Operation relevanter Vorerkrankungen
  • Einleitung und Planung weiterer Untersuchungen möglichst vor dem stationären Aufenthalt
  • Optimierung modifizierbarer Risikofaktoren
  • Standardisierter Ablauf der Anamnese und des Untersuchungsalgorithmus
Folie 13: ASA-Klassifikation

Folie 13

ASA-Klassifikation

Die Folie enthält eine Abbildung, Tabelle oder ein Foto, das hier nicht wiedergegeben wird.

Quelle: Saklad M. GRADING OF PATIENTS FOR SURGICAL; PROCEDURES. Anesthesiology. 1941;2(3):281–4.

Folie 14: ASA-Klassifikation

Folie 14

ASA-Klassifikation

  • Mortality event rate per million Cardiac arrest event rate per Mortality or cardiac arrest (95% CI) million (95% CI) event rate per million (95% CI)

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Folie 15: Eingriffsbezogenes Risiko

Folie 15

Eingriffsbezogenes Risiko

  • 30-Tage-Risiko für Tod durch kardiovaskuläre Erkrankungen, Myokardinfarkt oder Schlaganfall abhängig von der Art, Dauer und Dringlichkeit der OP.
  • Typ der OP & Grad der hämodynamischen Stresses
  • Erheblich höher als das Anästhesie-Risiko
  • Muss bei der präoperativen Risikoanalyse und Anästhesieplanung berücksichtigt werden
Folie 16: Eingriffsbezogenes Risiko

Folie 16

Eingriffsbezogenes Risiko

  • Blutungsrisiko

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Folie 17: Patientenbezogene Risikofaktoren

Folie 17

Patientenbezogene Risikofaktoren

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Folie 18: Kardiales perioperatives Risiko

Folie 18

Kardiales perioperatives Risiko

  • Kardiale ischämische Ereignisse sind für etwa 50 % aller perioperativer Todesfälle verantwortlich.
  • ANAMNESE & KLINISCHE UNTERSUCHUNG
  • Liegt eine akut symptomatische Herzerkrankung vor?
  • Laboruntersuchung
  • Liegen kardiale Risikofaktoren vor?
  • Apparative Diagnostik
  • Anamnestische Belastbarkeit
  • Kardiales Risiko des Eingriffs
Folie 19: Kardiales perioperatives Risiko

Folie 19

Kardiales perioperatives Risiko

  • Akut symptomatische Herzerkrankungen

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Folie 20: Kardiales perioperatives Risiko

Folie 20

Kardiales perioperatives Risiko

  • Kardiale Risikofaktoren
  • Revised Cardiac Index nach Lee
  • Einfache Erhebung
  • MACE-Wahrscheinlichkeit steigt mit Anzahl von Risikofaktoren
Folie 21: Kardiales perioperatives Risiko

Folie 21

Kardiales perioperatives Risiko

  • Körperliche Belastbarkeit
  • Selbsteinschätzung durch den Patienten / die Patientin „Können Sie zwei Etagen ohne Luftnot oder Brustschmerzen steigen?“
  • > 4 MET (Metabolische Einheiten)
  • Assoziation mit kardialen und pulmonalen Komplikationen und der 30- Tage-Mortalität
Folie 22: Kardiales perioperatives Risiko

Folie 22

Kardiales perioperatives Risiko

  • Patienten mit kardiovaskulären Grunderkrankungen haben eine höhere perioperative Morbidität und Mortalität
Folie 23: Kardiales perioperatives Risiko

Folie 23

Kardiales perioperatives Risiko

  • 12-KANAL-EKG
  • Kein präoperatives EKG bei anamnestisch unauffälligen, kardial asymptomatischen Patientinnen und Patienten: unabhängig vom Alter.
  • Bei Patientinnen und Patienten > 65 J vor einer OP mit mittlerem Risiko und Patientinnen und Patienten mit kardialen Risikofaktoren vor einer OP mit niedrigem Risiko kann ein 12- Kanal-EKG geschrieben werden.
Folie 24: Kardiales perioperatives Risiko

Folie 24

Kardiales perioperatives Risiko

  • ECHOKARDIOGRAPHIE

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Folie 25: Pulmonales perioperatives Risiko

Folie 25

Pulmonales perioperatives Risiko

  • Evaluation des Risikos perioperativer pulmonaler Komplikationen (PPK).
  • Respiratorische Dekompensation nach Extubation
  • Atelektasen
  • Weaning-Versagen
  • Postoperative Pneumonie
  • Bronchospasmus
  • COPD-Exazerbation ZIEL: Erfassung von Patienten, die von einer präoperativen Optimierung profitieren können.
Folie 26: Pulmonales perioperatives Risiko

Folie 26

Pulmonales perioperatives Risiko

  • > 4 Punkte: mittelschwere: schwere OSA
  • < 3 Punkte: geringe OSA- Wahrscheinlichkeit

Quelle: Faßbender P, Herbstreit F, Eikermann M, Teschler H, Peters J. Obstructive Sleep Apnea: a Perioperative Risk Factor. Dtsch Ärzteblatt Int. 2016;113(27–28):463–9.

Folie 27: Pulmonales perioperatives Risiko

Folie 27

Pulmonales perioperatives Risiko

  • NIKOTINABUSUS
  • Erhöhte Rate von PPK und Wundinfektionen
  • Nach 12 bis 48 h Nikotinkarenz Abfall der Co-Hb-Konzentration, Reduktion des myokardialen VO2 und der kardialen Ischämien
  • Risikoreduktion bei > 4-wöchiger Nikotinkarenz COPD-EXAZERBATION
  • Elektiven Eingriff verschieben
  • Intensivierung inhalativer Therapie
  • Systemische Gabe von Kortikosteroiden (40 mg Prednisolonäquivalent)
Folie 28: Pulmonales perioperatives Risiko

Folie 28

Pulmonales perioperatives Risiko

  • Keine apparative Diagnostik bei unauffälliger Anamnese und klinischem Befund
Folie 29: Zerebrales perioperatives Risiko

Folie 29

Zerebrales perioperatives Risiko

  • PERIOPERATIVER SCHLAGANFALL
  • Inzidenz 0,1 bis 1 %
  • 8-fach erhöhtes perioperatives Sterblichkeitsrisiko
  • Elektive Eingriffe sollen frühestens 9 Monate nach einem Schlaganfall durchgeführt werden.
  • POSTOPERATIVES DELIR
  • Inzidenz bis zu 65 % aller älteren Patientinnen und Patienten
  • Assoziation mit perioperativer Morbidität und Mortalität
  • Präoperatives validiertes neurokognitives Screening (Mini-Cog) empfohlen
EinordnungEinordnung (Fachgutachten 09/2026): Die 9 Monate beruhen auf dänischen Registerdaten, in denen das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse bis etwa 9 Monate nach einem Schlaganfall erhöht war (Jørgensen, JAMA 2014). Eine feste Frist ist Konsens; die Abwägung erfolgt individuell mit der Neurologie.
Folie 30: Zerebrales perioperatives Risiko

Folie 30

Zerebrales perioperatives Risiko

  • DOPPLER-SONOGRAPHIE DER HALSGEFÄßE

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Folie 31: Blutuntersuchungen

Folie 31

Blutuntersuchungen

  • Es soll KEIN Routine- Labor durchgeführt werden.
Folie 32: Blutuntersuchungen

Folie 32

Blutuntersuchungen

  • NÜCHTERN-BZ
  • Vor Operationen mit hohem eingriffsbezogenen Risiko
  • Bei weiteren kardialen Risikofaktoren
  • Bei Adipositas (BMI > 30 kg/m2)
Folie 33: Blutuntersuchungen

Folie 33

Blutuntersuchungen

  • KARDIALE BIOMARKER Troponin BNP KEIN Labor ohne Anamnese / Klinik
Folie 34: Blutuntersuchungen

Folie 34

Blutuntersuchungen

  • MINS
  • Myocardial Injury after Non-Cardiac Surgery
  • Postoperativ erhöhte Troponin-Werte ohne signifikante EKG-Veränderungen oder klinische Symptome
  • Assoziation mit einer erhöhten 30-Tage- Mortalität (VISION2-Studie)
  • Inzidenz mehr als 15 %
  • Perioperative Letalität 9 %
EinordnungEinordnung (Fachgutachten 09/2026): Gemeint ist die VISION-Kohorte (JAMA 2014 und 2017), nicht eine Studie „VISION2“. Häufigkeit und Sterblichkeit des MINS hängen vom Troponin-Assay und vom Kollektiv ab.
Folie 35: Blutuntersuchungen

Folie 35

Blutuntersuchungen

  • GERINNUNGSDIAGNOSTIK
  • Normwerte im „Routinelabor“ schließen eine hämorrhagische Diathese nicht aus!
  • Empfohlen bei:
  • Einnahme gerinnungsaktiver Medikamente (Vit.-K-Antagonisten, DOAKs)
  • Klinischem Verdacht auf eine Gerinnungsstörung (positive
  • Blutungsanamnese)
Folie 36: Netzwerk vWS

Folie 36

Netzwerk vWS

  • Fragebogen des Netzwerks von-Willebrand-Syndrom zur standardisierten Blutungsanamnese mit Punktwerten und Handlungsempfehlungen (0 kein Handlungsbedarf bis 6 Konsultation Krankenhaus).

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Quelle: Koscielny J. et al. Hämostaseologie 2007; 27: 177 bis 184 Koscielny J. et al. Hämostaseologie 2007; 27: 177 bis 184

Folie 37: Medikation

Folie 37

Medikation

  • ACE-Hemmer (ACEI) und Angiotensinrezeptor-Blocker (ARB)
  • Bei arterieller Hypertonie: unmittelbar präoperativ ABSETZEN (Morgen vor der OP)
  • Bei LV-Dysfunktion: FORTFÜHREN ARNI
  • FORTFÜHREN Digitalis-Glykoside
  • FORTFÜHREN
Folie 38: Medikation

Folie 38

Medikation

  • Betablocker
  • FORTFÜHREN
  • Neubeginn kann erwogen werden bei
  • Patienten mit ≥ 1 kardialen Risikofaktoren nach Lee oder einer ASA ≥ 3 Patienten, die sich einem kardialen Hochrisikoeingriff unterziehen
  • Patienten mit nachgewiesener KHK und Myokardischämie unter Belastung
  • präoperativ!

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Quelle: Wijeysundera DN, Beattie WS, Wijeysundera HC, Yun L, Austin PC, Ko DT: Duration of preoperative beta blockade and outcomes after major elective noncardiac surgery. Can J Cardiol,; Therapiebeginn min. 8 bis 30 Tage

EinordnungEinordnung (Fachgutachten 09/2026): Nach ESC 2022 kann ein Betablocker-Beginn vor Hochrisikoeingriffen bei mindestens zwei klinischen Risikofaktoren oder ASA ≥ 3 erwogen werden, ebenso bei bekannter KHK mit Ischämie; ein routinemäßiger Beginn wird nicht empfohlen, ein Beginn kurz vor der Operation mit hoher Dosis erhöhte in POISE Schlaganfälle und Sterblichkeit. „≥ 1 Risikofaktor“ auf der Folie ist zu weit gefasst.
Folie 39: Medikation

Folie 39

Medikation

  • Ca2+-Antagonisten
  • FORTFÜHREN Diuretika
  • Präoperativ eher ABSETZEN
  • Postoperativ rasch weiterführen Statine
  • IMMER FORTFÜHREN
Folie 40: Medikation

Folie 40

Medikation

  • SGLT-2-Inhibitoren (Gliflozine)
  • Gefahr einer „euglykämen“ diabetischen Ketoazidose
  • Niedriges OP-Risiko: 24 bis 48 Stunden präoperativ absetzen
  • Mittleres bis hohes OP-Risiko: min. 72 Stunden präoperativ absetzen GLP-1-Agonisten
  • Verzögerte Magenentleerung → erhöhte Aspirationsgefahr
  • Bei täglich eingenommenen Präparaten am OP-Tag absetzen
  • Bei wöchentlicher Einnahme letzte Applikation eine Woche vor der OP
Folie 41: Medikation

Folie 41

Medikation

  • Metformin
  • Niedriges bis mittleres OP-Risiko: am OP-Tag absetzen
  • Hohes OP-Risiko: 48 Stunden präoperativ absetzen Sulfonylharnstoffe
  • Am OP-Tag absetzen Thiazolidindione („Insulinsensitizer“), DDP4-Inhibitoren (Gliptine)
  • Bei Einnahme als Monotherapie fortführen
Folie 42: Medikation

Folie 42

Medikation

  • Insuline

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Quelle: Alscher F et al. Diabetes mellitus in… Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 2021; 56: 125–134

Folie 43: Medikation

Folie 43

Medikation

  • Vitamin-K-Antagonisten

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Folie 44: Medikation

Folie 44

Medikation

  • DOAK

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Folie 45: Medikation

Folie 45

Medikation

  • Duale Thrombozytenaggregationshemmung

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Folie 46: Prädiktoren einer Schwierigen Intubation

Folie 46

Prädiktoren einer Schwierigen Intubation

  • Mundöffnung < 4 cm
  • Gaumenbögen nach Mallampati ≥ 3
  • Thyreo-mentaler Abstand nach Patil < 6 cm
  • Eingeschränkte Halsbeweglichkeit
  • Überbiss
  • Adipositas
  • Nackenfettpolster
  • Hinweise auf Pathologie im Gesichts-/Mund-/ Halsbereich (Tumor, Abszess, Z.n. Radiatio)
Folie 47: Prädiktoren einer Schwierigen Intubation

Folie 47

Prädiktoren einer Schwierigen Intubation

  • Mundöffnung < 4 cm
  • Gaumenbögen nach Mallampati ≥ 3
  • Thyreo-mentaler Abstand nach Patil < 6 cm
  • Eingeschränkte Halsbeweglichkeit
  • Überbiss
  • Adipositas
  • Nackenfettpolster
  • Hinweise auf Pathologie im Gesichts-/Mund-/ Halsbereich (Tumor, Abszess, Z.n. Radiatio)
Folie 48: Prädiktoren einer Schwierigen Intubation

Folie 48

Prädiktoren einer Schwierigen Intubation

  • Mallampati-Klassifikation

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Folie 49: Prädiktoren einer Schwierigen Intubation

Folie 49

Prädiktoren einer Schwierigen Intubation

  • Thyreomentaler Abstand nach Patil
  • Norm: > 7,5 cm
  • < 6 cm: assoziiert mit 75% schwierigen Laryngoskopien
Folie 50: Ressourcenplanung

Folie 50

Ressourcenplanung

  • Videolaryngoskopie
  • Fiberoptische Intubation
  • Gefäßzugänge
  • Blutprodukte
  • Ultraschalldiagnostik
  • Erweitertes hämodynamisches Monitoring (Pulskonturanalyse)
  • TÖE
  • Massivtransfusionssysteme (Belmont)
  • CellSaver
  • PoC-Gerinnungsdiagnostik
  • Postoperative Intensivtherapie
Folie 51: Take-Home-Messages

Folie 51

Take-Home-Messages

  • 1. Das perioperative Risiko ist ein Gesamtrisiko Sie basiert nicht nur auf Scores (ASA, MET, frailty), sondern auf einer strukturierten klinischen Beurteilung, die Komorbiditäten, funktionellen Status
  • und Art des Eingriffs integriert.
  • 2. Optimierung ist wichtiger als Klassifikation Risikopatienten profitieren am meisten von gezielten präoperativen Interventionen wie Behandlung akuter Dekompensationen, Anpassung der Medikation, Verbesserung der funktionellen Reserve und klaren perioperativen Strategien.
  • 3. Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Kommunikation beeinflussen das Outcome Frühe Zusammenarbeit zwischen Anästhesie, Chirurgie, Innerer Medizin und Intensivmedizin ist entscheidend, um Entscheidungen zu treffen,
  • Risiken zu minimieren und perioperative Komplikationen zu reduzieren.
  • 4. Präoperative Diagnostik soll zielgerichtet, nicht routinemäßig erfolgen Nur Untersuchungen, die das perioperative Management beeinflussen, sind sinnvoll. Überdiagnostik verzögert, belastet und bringt keinen Outcome-
  • Vorteil.
  • 5. Gute Vorbereitung ersetzt nicht die Wachsamkeit im OP und auf der ITS Auch optimal vorbereitete Risikopatienten benötigen engmaschiges Monitoring, proaktive Komplikationsvermeidung und klare postoperative
  • Betreuungspfade (z. B. ICU-Admission, HDU, ERAS-Strategien).
Folie 52: Die 6 P-Regel aus der Luftfahrt…

Folie 52

Die 6 P-Regel aus der Luftfahrt…

  • Proper Pre-Anesthesia Prevents Poor Performance

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Vortrag aus der Klinik für Anästhesiologie des Marien Hospital Herne. Ausgearbeitete Fassung für das E-Learning, September 2026.