Das Jahr 1972 gilt als ein denkwürdiges Jahr der Medizingeschichte, da Donald Hill und sein Team im New England Journal of Medicine über die erste erfolgreiche extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) beim Erwachsenen berichteten. Dabei handelte es sich um einen 24-jährigen Patienten mit schwerem akutem Lungenversagen nach Polytrauma, bei dem konventionelle Beatmungstherapie versagte und der Tod unausweichlich schien. Donald Hill etablierte mit seinem Team einen partiellen veno-arteriellen (v-a) Bypass unter Verwendung eines Bramson-Membranoxygenators, was zur Erholung der Lunge führte. Die Publikation dieses Falls vor etwas mehr als 50 Jahren löste große Begeisterung aus.
Wenige Jahre später, im Jahr 1975, führten Robert Bartlett und sein Team die erste erfolgreiche ECMO bei einem Neugeborenen mit akutem Lungenversagen durch. Die Geschichte dieses Neugeborenen namens „Esperanza“ (Hoffnung) wird als besonders eindrücklich geschildert.
Ein Podcast versammelt die Pioniere Hill, Bartlett und Konrad J. Falke (der die ersten erfolgreichen ECMO-Therapien in Deutschland durchführte), um über die damaligen Herausforderungen, Schwierigkeiten und Risiken des bahnbrechenden Verfahrens zu sprechen.
Nach einer enttäuschenden ersten multizentrischen, randomisierten Studie in den 1970er Jahren wurde das Verfahren weiterentwickelt. Theodor Kolobow modifizierte die ECMO zur veno-venösen extrakorporalen Kohlendioxidelimination (ECCO2R), was in den frühen 1980er Jahren, insbesondere durch die Arbeit von Luciano Gattinoni und Antonio Pesenti in Europa, zu erfolgreichen Anwendungen bei erwachsenen ARDS-Patientinnen und -Patienten führte. Konrad Falke und Mitarbeiter wandten die erste erfolgreiche LFPPV-ECCO2R in Deutschland im Jahr 1982 an. Es folgten weitere Erfolge in Deutschland. Auch in der Neonatologie und Pädiatrie wurde die v-a ECMO weiterentwickelt und erste Studien durchgeführt.
Die Gründung des ELSO Registry (Extracorporeal Life Support Organization) im Jahr 1989 wird als bedeutend für die wissenschaftliche Erforschung des Verfahrens hervorgehoben, da es weltweit Daten sammelt und über 187 000 Zirkulationen mit einer Gesamtüberlebensrate von 54 % dokumentiert hat.
| Jahr | Ereignis | Personen |
|---|---|---|
| 1972 | erste erfolgreiche ECMO beim Erwachsenen, partieller v-a Bypass mit Bramson-Oxygenator | Donald Hill |
| 1975 | erste erfolgreiche ECMO beim Neugeborenen („Esperanza“) | Robert Bartlett |
| 1970er | enttäuschende erste multizentrische randomisierte Studie | |
| frühe 1980er | veno-venöse ECCO2R beim ARDS | Kolobow, Gattinoni, Pesenti |
| 1982 | erste erfolgreiche LFPPV-ECCO2R in Deutschland | Konrad Falke |
| 1989 | Gründung des ELSO Registry | |
| 2009 | CESAR-Studie | |
| 2018 | EOLIA-Studie | |
| 2023 | ESICM-Leitlinie empfiehlt VV-ECMO beim schweren ARDS |