Eine Zentrifugalpumpe saugt venöses Blut an, ein Membranoxygenator nimmt CO₂ auf und gibt Sauerstoff ab, dann fließt das Blut zurück. Entscheidend ist, wohin es zurückfließt.
Venovenös (VV): Drainage meist über die V. femoralis, Rückgabe über die V. jugularis interna in den rechten Vorhof, alternativ eine Doppellumenkanüle über die V. jugularis. Die VV-ECMO ersetzt den Gasaustausch der Lunge, der Kreislauf bleibt Aufgabe des eigenen Herzens. Indikation ist das schwere Lungenversagen.
Venoarteriell (VA): Drainage venös, Rückgabe arteriell, peripher meist über die A. femoralis, nach Herzchirurgie auch zentral. Die VA-ECMO übernimmt Gasaustausch und Kreislauf. Indikation ist der refraktäre kardiogene Schock, ausgewählt auch der Kreislaufstillstand (ECPR).
Die beiden Stellgrößen
Zwei Stellschrauben steuern die extrakorporale Unterstützung, und sie wirken auf unterschiedliche Gase. Der Blutfluss bestimmt die Oxygenierung. Bei der venovenösen ECMO zählt dabei nicht der absolute Fluss, sondern sein Anteil am Herzzeitvolumen: Je größer dieser Anteil, desto mehr oxygeniertes Blut erreicht das rechte Herz und damit den Körper. Steigt das Herzzeitvolumen, etwa bei Fieber oder unter Katecholaminen, sinkt dieser Anteil, und die Sättigung fällt, obwohl an der Maschine nichts verändert wurde; ein typischer Grund für eine plötzliche Verschlechterung. Begrenzt wird der Fluss durch die Kanülengröße und den venösen Rückfluss, und ein Teil des zurückgeführten Blutes kann direkt wieder angesaugt werden, die Rezirkulation, die den effektiven Anteil weiter senkt.
Das Sweep-Gas, also der Gasfluss durch den Oxygenator, bestimmt die CO₂-Elimination. Mehr Sweep wäscht mehr CO₂ aus und senkt den PaCO₂, weitgehend unabhängig vom Blutfluss, weil CO₂ viel besser löslich ist und schon geringe Blutflüsse für seine Elimination genügen. Die Sauerstofffraktion des Sweep-Gases wird meist bei 1,0 belassen. Praktisch heißt das: Bei Hypoxämie wird der Blutfluss erhöht, bei Hyperkapnie der Sweep, und eine zu rasche Senkung des lange erhöhten PaCO₂ wird vermieden, weil sie zerebrale Vasokonstriktion und Krampfanfälle auslösen kann.
Daraus folgt die wichtigste Regel am Bett: Bei Hypoxämie zuerst den Blutfluss prüfen, bei Hyperkapnie zuerst das Sweep-Gas. Hohes PaCO₂ vor Beginn nur schrittweise senken, weil ein rascher Abfall mit neurologischen Komplikationen verbunden ist.