Blutprodukte sind Arzneimittel mit besonderem Rechtsrahmen. Das Transfusionsgesetz verpflichtet jede Einrichtung zu einem Qualitätssicherungssystem mit Transfusionsverantwortlichen und Transfusionsbeauftragten. Die Richtlinie Hämotherapie der Bundesärztekammer regelt Gewinnung, Lagerung, Anwendung und Dokumentation; die Querschnitts-Leitlinien (Gesamtnovelle 2020) geben die Empfehlungen zur Indikation. Wer transfundiert, trägt die Verantwortung für Indikation, Aufklärung, Identitätssicherung, Durchführung und Dokumentation einschließlich der Chargennummern.
Patient Blood Management
Die beste Transfusion ist die vermiedene. Patient Blood Management ruht auf drei Säulen: eine präoperative Anämie erkennen und behandeln, meist mit intravenösem Eisen; Blutverlust vermeiden, etwa durch Blutsperre, Tranexamsäure, maschinelle Autotransfusion und sparsame Laborentnahmen; und die Anämie tolerieren, wo es physiologisch vertretbar ist. Ein großes deutsches Programm senkte den Verbrauch an Erythrozytenkonzentraten ohne Nachteile für die Patientinnen und Patienten (Meybohm 2016). Die Lerneinheit Therapeutische Stellhebel zeigt die physiologische Seite.
| Komponente | Lagerung | Anwendung | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Erythrozytenkonzentrat | 2 bis 6 °C | über Transfusionsbesteck mit Standardfilter; nach Eröffnen innerhalb von 6 Stunden | in Deutschland immer leukozytendepletiert |
| Thrombozytenkonzentrat | 20 bis 24 °C unter ständiger Bewegung | zügig nach Ausgabe, nicht kühlen | höchstes Risiko bakterieller Kontamination |
| Therapeutisches Plasma | tiefgefroren | nach dem Auftauen zügig transfundieren | nicht zum Volumenersatz |
| Faktorenkonzentrate (PPSB, Fibrinogen) | nach Fachinformation | gezielt nach Gerinnungsbefund | Plasmaderivate, virusinaktiviert |
Lagerbedingungen vereinfacht; maßgeblich sind Richtlinie Hämotherapie und Herstellerangaben.