Infekte der oberen Atemwege sind selbstlimitierende, meist virale Entzündungen mit Schwellung und Reizung der Schleimhaut. Kinder unter 4 Jahren haben im Durchschnitt etwa acht solcher Infekte pro Jahr. Die Entzündung macht die Atemwege über die akute Phase hinaus überempfindlich: Die Schleimhaut ist geschwollen, Reizrezeptoren liegen frei, die Bronchialmuskulatur reagiert stärker auf Reize. Diese Hyperreagibilität kann mehrere Wochen anhalten.
| Ereignis | Kennzeichen |
|---|---|
| Laryngospasmus | Verschluss der Stimmritze, inspiratorischer Stridor bis stille Obstruktion |
| Bronchospasmus | exspiratorisches Giemen, verlängerte Exspiration, steigende Beatmungsdrücke |
| Hypopnoe, Apnoe, Atemanhalten | unzureichende Spontanatmung |
| Sättigungsabfall | SpO₂ unter 95 % |
| Schwerer anhaltender Husten | stört Einleitung oder Ausleitung |
Kinder mit akutem oder kürzlich abgelaufenem Infekt haben ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko für PRAE. Die meisten Ereignisse sind beherrschbar, können aber zu längerer Sauerstoffgabe, ungeplanter Intensivaufnahme oder zum Abbruch des Eingriffs führen; im Extremfall führen sie bis zum Herz-Kreislauf-Stillstand.
Risikofaktoren
| Bereich | Faktoren |
|---|---|
| Kind | Alter unter 1 bis 2 Jahren; Asthma, Giemen bei Belastung oder nachts; Atopie; obstruktive Schlafapnoe; Passivrauchen; bronchopulmonale Dysplasie nach Frühgeburt; Infekt innerhalb der letzten zwei Wochen |
| Infekt | Fieber, eitriges Sekret, feuchter oder produktiver Husten, Giemen, reduzierter Allgemeinzustand |
| Narkose | endotracheale Intubation, wenig erfahrenes Team, inhalative Einleitung bei Hochrisikokindern, Desfluran |
| Eingriff | Eingriffe an Atemwegen und Rachen, starre Bronchoskopie, Gaumenspalte |