Lernziele
Nach diesem Kurs soll Folgendes sicher beherrscht werden:
- Herzzeitvolumen als primären DO2 Hebel definieren und seine Determinanten mechanistisch zerlegen.
- Den Unterschied zwischen Druck, Fluss und Widerstand als Basis jeder hämodynamischen Interpretation sauber anwenden.
- Vorlast, Nachlast, Kontraktilität und Herzfrequenz als vier Stellgrößen des Schlagvolumens und Herzzeitvolumens physiologisch korrekt einordnen.
- Hämodynamische Profile perioperativ unterscheiden, insbesondere Hypovolämie, Vasoplegie, Pumpversagen und rechtsventrikuläre Problemlagen.
- Die zentralen Interaktionen zwischen Beatmung und Kreislauf verstehen, einschließlich venösem Rückstrom, rechtsventrikulärer Nachlast und pulmonalem Gefäßwiderstand.
- Typische Therapiefehler vermeiden, insbesondere Druckfixierung ohne Flusslogik und Volumen ohne Responsivität.
Warum dieser Kurs klinisch relevant ist
Sauerstoffangebot DO2 ist das Produkt aus CaO2 und Herzzeitvolumen. CaO2 wird durch Hämoglobin und Sättigung bestimmt. Herzzeitvolumen ist der variable Faktor, der intraoperativ innerhalb von Minuten massiv schwanken kann. Hypotension ist dabei häufig sichtbar, aber Hypoperfusion und DO2 Abfall können auch bei normalem Druck auftreten, etwa bei starker Vasokonstriktion, niedrigem Schlagvolumen oder ausgeprägter Rechtsherzbelastung.
Beatmungsentscheidungen, Lagerung, Anästhetika, Blutverlust und Vasopressoren verändern venösen Rückstrom, Nachlast und Kontraktilität. Dadurch kann eine Maßnahme die Oxygenierung verbessern, gleichzeitig aber die Perfusion verschlechtern. Ohne konsequente Druck Fluss Logik entstehen Fehlschlüsse, die sich in steigenden Laktatwerten, fallender Diurese und Organdysfunktion zeigen, obwohl die „Zahlen“ kurzfristig gut wirken.
Dieser Kurs bildet die Kreislaufebene der Sauerstoffkette so ab, dass die weiteren Kurse über VO2, Extraktion, kritische DO2 und Mikrozirkulation auf einer stabilen hämodynamischen Basis stehen.