Physiologie, Teil IV, Kurs 9

Mikrozirkulation, Flussheterogenität, funktionelles Shunting und Sepsis

Die Mikrozirkulation ist der Ort des Austauschs. Wenn sie versagt, können Druck, Fluss und Sättigung gut aussehen, während Gewebe hypoxisch wird.

MakrozirkulationMAP, HZV, DO₂liefert Druck und Fluss
messbar
am Monitor
MikrozirkulationGefäße unter 100 µmverteilt und tauscht aus
kritisch
Kapillardichte, Heterogenität, Leck
KohärenzMakro folgt Mikro?in Sepsis oft verloren
Hinweise
Laktat, Rekapillarisierung, Marmorierung

Zu diesem Kurs

Der Kurs führt von der globalen Bilanz in das Gewebe. Er beschreibt Aufbau und Regulation der Mikrozirkulation, Flussheterogenität, die zwei Bedeutungen von „Shunt“, die Mikrozirkulationsstörung in der Sepsis und die verfügbaren Verfahren, sie zu erkennen.

  1. Acht Lektionen mit Lerntext und Übungen. Eine Lektion gilt als abgeschlossen, wenn alle Übungen richtig gelöst sind.
  2. Lektion 2 enthält ein Kapillarlabor: Stillstehende Kapillaren und Durchgangskanäle zeigen, warum die SvO2 steigen kann, während Gewebe hypoxisch wird.
  3. Einordnungen zu Begriffen und Lösungen sind als Physiologie, Intensiv oder Messfehler Box markiert, Ergänzungen aus der Literatur als Evidence Box.
  4. Abbildungen, die als Originalaufnahme oder Zeichnung noch folgen, sind als Platzhalter mit ihrem geplanten Inhalt markiert.
  5. Voraussetzung sind Kurs 7 Fick-Prinzip und Kurs 8 Kritische DO₂.

Lernziele

Nach diesem Kurs soll Folgendes sicher beherrscht werden:

  • Die Mikrozirkulation als dynamische, multifaktorielle Einheit beschreiben und ihre Rolle in der Sauerstoffversorgung der Gewebe erklären.
  • Flussheterogenität als physiologisches Konzept verstehen und deren Auswirkungen auf die Gewebeperfusion und Oxygenierung ableiten.
  • Funktionelles Shunting als wesentlichen Mechanismus der Mikrozirkulationsstörung bei Sepsis und anderen kritischen Erkrankungen korrekt einordnen.
  • Die pathophysiologischen Grundlagen der Sepsis im Hinblick auf Mikrozirkulation und Flussverteilung verstehen und die klinischen Konsequenzen ableiten.
  • Die Bedeutung von mikroangiopathischen Störungen, endothelialer Dysfunktion und Kapillarschäden in der Sepsis nachvollziehen.
  • Klinische Markermessungen und diagnostische Verfahren für Mikrozirkulationsstörungen sicher anwenden und interpretieren.

Warum dieser Kurs klinisch relevant ist

Die Mikrozirkulation, als das kleinste Gefäßsystem, stellt das entscheidende Bindeglied zwischen makrovaskulärer Perfusion und zellulärer Sauerstoffnutzung dar. Sie ermöglicht den Gasaustausch und die Nährstoffversorgung auf Gewebeebene. In vielen kritischen Zuständen, insbesondere bei Sepsis, ist die Mikrozirkulation gestört, obwohl der systemische Blutdruck und das Herzzeitvolumen ausreichend erscheinen. Diese Dysregulation der Mikrozirkulation ist häufig die Ursache für Organdysfunktion und einen unzureichenden Sauerstofftransport in die Gewebe, auch wenn makroskopische Parameter wie PaO2 und SpO2 auf den ersten Blick normal erscheinen.

In der Sepsis und anderen schwerwiegenden Erkrankungen kommt es zu einer funktionellen Umverteilung des Blutflusses und einer Flussheterogenität, die zu Gewebshypoxie trotz ausreichendem makroskopischen Blutfluss führt. Das Verständnis dieser Prozesse und die Fähigkeit, sie zu erkennen und zu behandeln, sind entscheidend für eine erfolgreiche Therapie.

Lektion 1

Mikrozirkulation: Definition und Bedeutung

Mikrozirkulation: Definition und Bedeutung für die Gewebeoxygenierung

Definition und Komponenten

Die Mikrozirkulation umfasst alle Blutgefäße mit einem Durchmesser von weniger als 100 Mikrometern, einschließlich Arteriolen, Kapillaren und Venolen. Sie ist der Ort des eigentlichen Gasaustauschs und der Nährstoffversorgung der Zellen. Die Mikrozirkulation hat mehrere wesentliche Aufgaben:

Die Mikrozirkulation aus Arteriolen, Kapillaren und Venolen erfüllt drei Aufgaben. Über die Kapillaren findet der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zwischen Blut und Gewebe statt, auf einer Fläche, die beim Erwachsenen mehrere hundert Quadratmeter umfasst und so dicht ist, dass kaum eine Zelle weiter als einige zehn Mikrometer von einer Kapillare entfernt liegt. Über sie werden Nährstoffe zu den Zellen und Stoffwechselprodukte abtransportiert. Und sie regelt den lokalen Blutfluss nach dem Bedarf des Gewebes, indem sich Arteriolen und präkapilläre Sphinkteren erweitern oder verengen.

Arteriole Venole GewebezellenGewebezellen Gefäße unter 100 µm: Austausch von O₂, CO₂ und Nährstoffen, Farbe von oxygeniert (rot) zu desoxygeniert (blau)
Abbildung 1: Mikrozirkulation und Gasaustausch

Mikrozirkulation als dynamisches System

Die Mikrozirkulation ist nicht statisch, sondern reagiert dynamisch auf physiologische und krankhafte Reize. Durch Autoregulation halten viele Organe, vor allem Gehirn, Niere und Herz, ihren Fluss über einen weiten Bereich des Blutdrucks konstant, über myogene Reaktionen der Gefäßwand und lokale Stoffwechselsignale. Die Vasomotion, rhythmische Kontraktionen und Erschlaffungen der Arteriolen im Takt von Sekunden bis Minuten, verteilt den Fluss wechselnd auf verschiedene Kapillaren. Und die Endothelfunktion steuert Gefäßtonus und Durchlässigkeit: Das Endothel bildet Stickstoffmonoxid und Prostazyklin, trägt auf seiner Oberfläche die Glykokalyx, eine Schicht aus Proteoglykanen, die die Gefäßwand abdichtet, und verhindert die Anlagerung von Zellen. Wird diese Funktion gestört, nimmt die Kapillarpermeabilität zu, und es entstehen Ödeme.

Übung 1.1

Übung 1.2

Lektion 2

Flussheterogenität: Einfluss auf Perfusion und Oxygenierung

Flussheterogenität: Einfluss auf Gewebeperfusion und Oxygenierung

Definition und physiologischer Hintergrund

Flussheterogenität bezeichnet die ungleichmäßige Verteilung des Blutflusses in den verschiedenen Kapillaren und Mikrovaskulaturbereichen. Diese Ungleichverteilung ist physiologisch notwendig, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Gewebe gerecht zu werden. In kritischen Zuständen wie Sepsis oder Schock kann sich diese Heterogenität jedoch verschärfen und zur Dysregulation des Blutflusses führen.

Ursachen der Flussheterogenität

Flussheterogenität entsteht auf mehreren Wegen. Arteriolen können in verschiedenen Gewebsabschnitten unterschiedlich erweitert oder verengt sein, sodass der Fluss ungleich verteilt wird. Mikrothromben, Mikroembolien und aneinanderhaftende Leukozyten oder Erythrozyten können einzelne Kapillaren verlegen. Und in Hypoxie und Schock können Kapillaren durch Endothelschwellung und Ödem kollabieren oder geschlossen werden.

Auswirkungen auf die Gewebeoxygenierung

Die Folge ist, dass einzelne Gewebsareale unzureichend durchblutet sind, obwohl der systemische Blutdruck ausreicht. Typisch ist das in der Sepsis, in der die Mikrozirkulation trotz normalen Drucks gestört ist und eine funktionelle Gewebehypoxie entsteht. De Backer und Mitarbeiter haben mit sublingualer Videomikroskopie gezeigt, dass septische Patienten weniger perfundierte kleine Gefäße haben als Gesunde und dass die Störung bei Verstorbenen ausgeprägter ist (Am J Respir Crit Care Med 2002); ein Fortbestehen der Störung über 24 Stunden war mit Organversagen und Tod verbunden. Aber auch die übrigen Schockformen, hypovolämisch, kardiogen und distributiv, verteilen den Fluss ungleich und erzeugen Ischämie in den schlechter perfundierten Arealen.

Kapillarlabor

Zwölf Kapillaren zwischen Arteriole und Venole. Stillstehende Kapillaren hinterlassen hypoxisches Gewebe, der verbleibende Fluss rast durch die offenen Kapillaren und über Durchgangskanäle.

Perfundierte Kapillaren% (vereinfachte PPV)
Hypoxisches Gewebe% im Modell
Globale O2ERBruch
SvO2% bei SaO2 0,97
Abbildung 2: Flussheterogenität. Rot durchströmte Kapillaren, grau gestrichelt stillstehende, dunkel der Durchgangskanal, rosa hypoxisches Gewebe.

Didaktisches Modell: Der Fluss verteilt sich auf die offenen Kapillaren. Je schneller eine Kapillare durchströmt wird, desto weniger Sauerstoff wird pro Durchgang entnommen. Gewebe an stillstehenden Kapillaren gilt als hypoxisch. Keine quantitative Vorhersage für Patienten.

Übung 2.1: Das Paradox ablesen

Wählen Sie „Schwere Sepsis“. Lesen Sie die SvO2 und den Anteil hypoxischen Gewebes ab.

Übung 2.2

Lektion 3

Funktionelles Shunting: Entstehung und klinische Relevanz

Funktionelles Shunting: Entstehung und klinische Relevanz

Definition und Mechanismus

Funktionelles Shunting bezeichnet den Zustand, bei dem Blut durch nicht belüftete, aber perfundierte Bereiche der Lunge fließt. Diese Bereiche leisten keinen Beitrag zur Sauerstoffaufnahme, da sie nicht mit Luft in Kontakt kommen. Das führt zu einer Mischung von sauerstoffreichem und sauerstoffarmem Blut, was die PaO2 senkt, auch wenn der systemische Blutdruck und die Lungenventilation scheinbar ausreichen.

Physiologie Box, Einordnung des Begriffs

„Shunt“ wird in dieser Plattform in zwei Bedeutungen verwendet, die sich nicht vermischen dürfen:

Pulmonaler Shunt (Kurse 2 und 3): Blut fließt durch nicht belüftete Lungenareale, zum Beispiel bei Atelektase. Folge: PaO2 fällt, die A-a-Differenz steigt, FiO2 hilft wenig. Genau das beschreibt der Abschnitt oben.

Funktionelles Shunting der Mikrozirkulation (Kurse 7 und 8): Blut fließt im Gewebe an Austauschflächen vorbei oder durchströmt Kapillaren zu schnell, während andere Kapillaren stillstehen. Folge: PaO2 bleibt normal, die venöse Sättigung kann hoch sein, gleichzeitig steigt das Laktat. Dieses Muster ist gemeint, wenn im Zusammenhang mit Sepsis und Mikrozirkulation von funktionellem Shunting die Rede ist.

Ursachen des funktionellen Shuntings

Der Begriff „funktionelles Shunting“ wird in zwei Bedeutungen verwendet, die man auseinanderhalten sollte. In der Mikrozirkulation beschreibt er Blut, das an der Austauschfläche vorbeifließt, weil schnell durchströmte Kanäle Blut an schlecht durchbluteten, „schwachen“ Kapillareinheiten vorbeileiten; das Gewebe wird dann hypoxisch, während das venöse Blut noch viel Sauerstoff enthält, was die hohe venöse Sättigung in der Sepsis mit erklärt. In der Lunge beschreibt der Shunt Blut, das nicht belüftete Alveolen durchströmt, etwa bei Atelektasen oder wenn Alveolen beim Lungenödem und im ARDS mit Flüssigkeit gefüllt sind; Areale mit niedrigem Ventilations-Perfusions-Verhältnis wirken ähnlich, nur schwächer. Beide Mechanismen führen dazu, dass Blut die Austauschfläche passiert, ohne seine Aufgabe zu erfüllen, der pulmonale Shunt beim Beladen, der mikrozirkulatorische beim Entladen (siehe Kurs Ventilation und Perfusion).

Physiologie Box, EinordnungGut belüftete, aber unzureichend perfundierte Alveolen sind kein Shunt, sondern Totraum oder ein hohes V/Q-Verhältnis (Kurs 3). Sie stören vor allem die CO2-Elimination. Shuntähnlich wirkt der umgekehrte Fall: schlecht belüftete, aber perfundierte Areale mit niedrigem V/Q.

Auswirkungen auf die Sauerstoffversorgung

Funktionelles Shunting führt zu einer Erhöhung der alveolär-arteriellen Sauerstoffdifferenz (A-aDO2), da der Sauerstoffpartialdruck in den nicht belüfteten Alveolen niedrig bleibt. Trotz einer möglicherweise hohen FiO2 und einem normalen PaCO2 bleibt die PaO2 suboptimal, weil das venöse Blut, das aus den nicht belüfteten Bereichen stammt, nicht mehr mit Sauerstoff angereichert werden kann.

Pulmonaler ShuntOrt: LungeBlut passiert nicht belüftete Alveolen
PaO₂
fällt
A-a-Differenz
steigt
FiO₂
hilft wenig
Hebel
Rekrutierung, PEEP
Mikrozirkulatorisches ShuntingOrt: GewebeBlut umgeht Austauschflächen
PaO₂
normal
SvO₂
oft normal oder hoch
Laktat
steigt
Hebel
Ursache, Perfusion, Verteilung
TotraumOrt: LungeBelüftung ohne Perfusion
PaO₂
nicht zwingend betroffen
PaCO₂
steigt
EtCO₂
kann fallen
Abbildung 3: Drei Mechanismen, die im Alltag verwechselt werden

Übung 3.1: Lunge oder Gewebe?

Lektion 4

Sepsis: Mikrozirkulation und Flussverteilung

Sepsis: Mikrozirkulation und Flussverteilung

Pathophysiologie der Mikrozirkulationsstörung bei Sepsis

In der Sepsis greifen mehrere Mechanismen ineinander. Die Schädigung des Endothels und der Glykokalyx erhöht die Kapillarleckage und stört die Regulation des Gefäßtonus. Entzündungsmediatoren wie Stickstoffmonoxid und Bradykinin lösen eine ausgedehnte Vasodilatation aus, die den peripheren Widerstand senkt und, weil sich das venöse Kapazitätssystem erweitert, auch den venösen Rückstrom. Und die Aktivierung der Gerinnung führt zu Mikrothromben, die Kapillaren verschließen und die Perfusion weiter verringern. Hinzu kommen Leukozyten, die am Endothel haften, und Erythrozyten, die ihre Verformbarkeit verlieren und schlechter durch die Kapillaren passen.

Endotheliale Dysfunktion, Glykokalyxschaden
›
Kapillarleck, interstitielles Ödem, längere Diffusionsstrecke
NO und Bradykinin
›
Vasodilatation, gestörte Tonusregulation, venöses Pooling
Gerinnungsaktivierung
›
Mikrothromben verschließen Kapillaren
Zusammen
›
Heterogene Perfusion: Stillstand neben schnellem Durchfluss, lokale Hypoxie trotz normaler Makrowerte
Abbildung 4: Sepsis und Mikrozirkulation

Mikrozirkulationsstörungen und Gewebeperfusion

Mikrozirkulationsstörungen in der Sepsis führen zu einer unzureichenden Perfusion von Geweben und Organen, selbst wenn der Blutdruck aufrechterhalten wird. Diese mangelhafte Gewebeperfusion kann zu einer funktionellen Hypoxie führen, die sich klinisch in erhöhtem Laktat, Organversagen und schlechtem Outcome äußert.

Klinische Konsequenzen der Mikrozirkulationsstörung

Im Verlauf ändert sich das Bild. In der frühen Phase, vor Volumengabe, überwiegt oft eine Vasokonstriktion mit Zentralisation des Blutvolumens und verminderter peripherer Organperfusion. Später können die Schäden an der Mikrostrombahn irreversibel werden. Und die Mikrozirkulation reagiert auf Volumen nur begrenzt: Wegen der geschädigten Glykokalyx tritt Flüssigkeit ins Interstitium über, das Ödem verlängert die Diffusionsstrecke, statt die kapilläre Perfusion zu verbessern. Studien zeigen, dass Volumen die Mikrozirkulation vor allem in den ersten Stunden der Sepsis verbessert, später kaum noch (Ospina-Tascón, Intensive Care Med 2010). Das Auseinanderfallen von gutem Makrokreislauf und schlechter Mikrozirkulation wird als Verlust der hämodynamischen Kohärenz bezeichnet (Ince 2015).

Intensiv Box, Einordnung

Zwei Aussagen im Abschnitt „Klinische Konsequenzen“ brauchen eine Präzisierung. Eine Zentralisation mit peripherer Vasokonstriktion ist vor allem typisch für hypovolämische und kardiogene Zustände. Die frühe Sepsis ist meist durch Vasodilatation und venöses Pooling geprägt, wie im Abschnitt zur Pathophysiologie beschrieben.

Beim Kapillarleck tritt Flüssigkeit aus den Kapillaren in das Interstitium über. Das Ödem vergrößert die Diffusionsstrecke und kann Kapillaren komprimieren. Deshalb bessert Volumen die Mikrozirkulation nicht zuverlässig.

Evidence Box, Ergänzung aus der Literatur

Mit sublingualer Videomikroskopie wurden bei Sepsis Veränderungen des mikrovaskulären Flusses direkt gezeigt (De Backer 2002). Anhaltende Mikrozirkulationsstörungen waren im septischen Schock mit Organversagen und Tod verbunden (Sakr 2004). Das Auseinanderlaufen von Makro- und Mikrozirkulation wird als Verlust der hämodynamischen Kohärenz bezeichnet (Ince 2015).

Tabelle 1: Mikrozirkulationsstörungen und ihre Ursachen
MechanismusTypische ErkrankungenKlinische Konsequenzen
Endothelschaden, GlykokalyxschadenSepsis, schwere EntzündungKapillarleck, Ödem, gestörte Tonusregulation
VasodilatationSepsis, distributiver Schockniedriger Widerstand, venöses Pooling, heterogene Perfusion
MikrothromboseSepsisverschlossene Kapillaren, lokale Hypoxie
Kapillarschluss, Vasokonstriktionhypovolämischer und kardiogener Schockverminderte funktionelle Kapillardichte, Ischämie
Mikrovaskuläre ObstruktionMikroembolie, ZellaggregateStillstand einzelner Kapillaren

Übung 4.1

Übung 4.2

Lektion 5

Schockformen und ihre Wirkung auf die Mikrozirkulation

Schocktypen und deren Auswirkungen auf die Mikrozirkulation

Hypovolämischer Schock

Hypovolämischer Schock tritt aufgrund eines signifikanten Volumenverlusts auf, der durch Blutverlust, Dehydratation oder Flüssigkeitsverschiebung verursacht wird. Dies führt zu einer reduzierten Vorlast und einem niedrigen Herzzeitvolumen.

Im hypovolämischen Schock ist die Mikrozirkulation durch den verminderten venösen Rückstrom und die kompensatorische Vasokonstriktion beeinträchtigt; die Flussverteilung verschlechtert sich, und die Gewebeoxygenierung leidet, oft schon bevor Blutdruck und Herzfrequenz auffällig werden.

Kardiogener Schock

Beim kardiogenen Schock führt eine verminderte Herzkontraktilität oder mechanische Beeinträchtigung des Herzens zu einem niedrigen Herzzeitvolumen. Dies hat zur Folge, dass das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichendes Blut in den Kreislauf zu pumpen.

Im kardiogenen Schock leidet die Mikrozirkulation unter dem geringen Herzzeitvolumen. Vasokonstriktion und venöse Stauung vermindern die mikrovaskuläre Perfusion, und der Fluss im Gewebe ist stark reduziert.

Distributiver Schock (Vasoplegischer Schock)

Der distributive Schock wird hauptsächlich durch eine massive Vasodilatation verursacht, häufig ausgelöst durch Sepsis oder anaphylaktische Reaktionen. Es kommt zu einer Abnahme des peripheren Widerstands und zu venösem Pooling mit relativer Hypovolämie.

Im distributiven Schock sind die kleinen Gefäße ungleich weit gestellt, und die kapilläre Perfusion ist heterogen. Es kommt zu mikrozirkulatorischem Shunting und Gewebehypoxie, auch wenn der systemische Blutdruck gut gehalten wird.

Obstruktiver Schock

Obstruktiver Schock tritt auf, wenn ein mechanischer Block in der Blutzirkulation vorliegt, wie zum Beispiel durch eine Lungenembolie oder Herzbeuteltamponade.

Im obstruktiven Schock blockiert ein mechanisches Hindernis den Fluss, etwa eine Lungenembolie, eine Tamponade oder ein Spannungspneumothorax. Makro- und Mikrozirkulation leiden gleichermaßen, weil sowohl der venöse Rückstrom als auch die arterielle Perfusion gestört sind.

Tabelle 4: Schockformen im Vergleich
SchockformHZVSVRSvO2Typische Mikrozirkulation
HypovolämischniedrighochniedrigVasokonstriktion, gleichmäßig verminderte Perfusion
Kardiogenniedrighochniedrigverminderter Fluss, Vasokonstriktion, Stauung
Distributiv, zum Beispiel septischnormal oder hoch nach Volumenniedrignormal oder hochheterogen: Stillstand neben schnellem Durchfluss
Obstruktivniedrighochniedrigwie Low-Flow, Stauung vor dem Hindernis

Typische Konstellationen. Mischformen sind häufig, etwa ein septischer Schock mit septischer Kardiomyopathie.

Übung 5.1: Welche Schockform?

Lektion 6

Diagnostische Verfahren für Mikrozirkulationsstörungen

Diagnostische Verfahren für Mikrozirkulationsstörungen

Mikrozirkulationsmonitoring

Für die Beurteilung stehen mehrere Methoden zur Verfügung. Die Videomikroskopie, ursprünglich als Orthogonal Polarization Spectral Imaging, heute als Sidestream- oder Incident-Dark-Field-Imaging, zeigt die sublingualen Kapillaren direkt; ein internationaler Konsensus (Ince, Intensive Care Med 2018) definiert die auszuwertenden Größen, etwa Gefäßdichte, Anteil perfundierter Gefäße und mikrovaskulären Flussindex. Die Methode ist bislang vor allem ein Forschungswerkzeug. Die Nahinfrarotspektroskopie misst die Sauerstoffsättigung im Gewebe und kann, besonders mit einem Gefäßverschlusstest am Unterarm, eine gestörte Reaktionsfähigkeit der Mikrozirkulation zeigen. In der Blutgasanalyse weist eine erhöhte venös-arterielle CO2-Differenz auf einen unzureichenden Fluss hin, weil sich CO2 bei langsamem Fluss im venösen Blut anreichert.

Mikrozirkulationsparameter und klinische Anwendung

Ergänzend liefern die gemischtvenöse und die zentralvenöse Sättigung Hinweise auf das Verhältnis von Angebot und Verbrauch, und das Laktat zeigt eine metabolische Belastung an, die oft, aber nicht immer, mit gestörter Mikrozirkulation und unzureichendem Angebot einhergeht. Am Bett am einfachsten und in Studien bewährt ist die Rekapillarisierungszeit, deren Steuerung in ANDROMEDA-SHOCK und ANDROMEDA-SHOCK-2 geprüft wurde.

Messfehler Box, Einordnung

Videomikroskopie: OPS war die erste Gerätegeneration. Heute werden sublingual handgehaltene Vitalmikroskope mit Sidestream-Dark-Field- oder Incident-Dark-Field-Technik eingesetzt. Ein europäischer Konsensus beschreibt Aufnahme und Auswertung, unter anderem Gefäßdichte, Anteil perfundierter Gefäße und mikrovaskulären Flussindex (Ince 2018). Normwerte der Gefäßdichte unterscheiden sich zwischen Geräten.

CO2-Differenz: Das venoarterielle CO2-Gap stammt aus der Blutgasanalyse, nicht aus der Kapnographie (Kurs 8).

Venöse Sättigung: Bei Mikrozirkulationsstörung kann die SvO2 normal oder sogar hoch sein, weil weniger extrahiert wird (Kurs 7). Sie ist deshalb kein verlässlicher Indikator der Mikrozirkulationsfunktion.

Evidence Box, Ergänzung aus der Literatur

Am Bett sind klinische Perfusionszeichen einfach verfügbar. Der Marmorierungsscore von 0 bis 5 beschreibt die Ausdehnung der Marmorierung vom Knie nach peripher, war zwischen Untersuchern gut reproduzierbar und sagte im septischen Schock das 14-Tage-Überleben voraus. Ein Rückgang unter Therapie ging mit besserer Prognose einher (Ait-Oufella 2011). Die Rekapillarisierungszeit wird von der Surviving Sepsis Campaign 2026 ergänzend zu anderen Perfusionszeichen vorgeschlagen und war Zielgröße in ANDROMEDA-SHOCK-2 (siehe Kurs 7).

Sublinguale Mikrozirkulation, schematischNormal: dicht, kontinuierlich perfundiertSeptischer Schock: heterogenkontinuierlicher Flussintermittierendkein FlussMessgrößen nach Konsensus 2018: Gefäßdichte, Anteil perfundierter Gefäße, mikrovaskulärer Flussindex.Schema; eine Originalaufnahme (SDF oder IDF) mit Bildrechten kann es ersetzen. Eigene Darstellung.
Abbildung 5: Sublinguale Mikrozirkulation, schematisch Eigene Darstellung
Marmorierungsscore nach Ait-OufellaRumpf5: über die Leistenfalte hinaus4: bis zur Leistenfalte3: bis zur Mitte des Oberschenkels2: bis zum Oberrand der Kniescheibe1: münzgroß in der Kniemitte0: keine MarmorierungDie Marmorierung breitet sich vom Knie nach proximal aus; ihre Obergrenze bestimmt den Score.Hoher oder steigender Score: höhere Sterblichkeit im septischen Schock. Nach Ait-Oufella 2011.
Abbildung 6: Marmorierungsscore nach Ait-Oufella Eigene Darstellung
Tabelle 2: Diagnostische Methoden der Mikrozirkulation
MethodeVorteilNachteilAnwendung
Sublinguale Videomikroskopie (SDF, IDF)direkte Darstellung von Gefäßdichte und FlussAufwand, Auswertung, gerätespezifische Werteüberwiegend wissenschaftlich, Konsensus 2018
NIRSkontinuierliche regionale Gewebesättigungregional, geräteabhängigTrend, Okklusionstests
CO2-Gapaus vorhandener BGAFlussindikator, in hyperdynamer Sepsis oft unauffälligLow-Flow erkennen (Kurs 8)
Rekapillarisierungszeit, Marmorierungsofort am Bett, reproduzierbarUmgebung, Hautfarbe, UntersucherVerlauf und Therapieantwort
Laktatverbreitet, prognostischProduktion und Clearance, nicht spezifischVerlauf im Kontext (Kurs 8)
SvO2, ScvO2globale Bilanzbei Extraktionsstörung normal oder hochnicht allein zur Beurteilung der Mikrozirkulation

Übung 6.1: Was sagt welches Verfahren?

Übung 6.2: Perfundierte Gefäße

In einer sublingualen Sequenz sind 20 kleine Gefäße sichtbar, davon werden 9 kontinuierlich durchströmt. Wie groß ist der Anteil perfundierter Gefäße?

Lektion 7

Pitfalls, Merksätze und Kurzfazit

Pitfalls, die aktiv vermieden werden müssen

  • Die Mikrozirkulation als statisches System zu betrachten und die dynamische Anpassung des Blutflusses zu übersehen.
  • Mikrozirkulationsstörungen bei normalem Blutdruck zu ignorieren und die Rolle des Flusses in der Gewebeperfusion zu unterschätzen.
  • Funktionelles Shunting als reines Oxygenierungsproblem zu behandeln, ohne die Rolle von Mikrozirkulationsstörungen und perfusionsbedingten Problemen zu berücksichtigen.
  • Die Mikrozirkulation nur anhand von makrovaskulären Parametern wie PaO2 und MAP zu beurteilen und so essentielle Pathophysiologien zu übersehen.
  • Sepsis mit normalem Blutdruck und normaler PaO2 als unkritisch zu betrachten, während die Mikrozirkulation bereits schwer gestört ist.

Merksätze

  • Mikrozirkulation ist der entscheidende Ort des Gasaustauschs und der Nährstoffversorgung, aber auch der häufigste Ort der Störung in kritischen Erkrankungen.
  • Flussheterogenität in der Mikrozirkulation führt zu lokaler Hypoxie, auch bei gutem makroskopischen Blutfluss.
  • Funktionelles Shunting ist eine häufige Ursache für Hypoxie in der Sepsis und anderen Schockzuständen, die nicht durch reines FiO2 gesteuert werden kann.
  • Mikrozirkulationsstörungen in der Sepsis sind durch Vasodilatation, Mikrothrombose und endothelialer Dysfunktion bedingt.
  • Mikrozirkulationsmonitoring ist entscheidend, um perfusionsbedingte Organschäden frühzeitig zu erkennen, insbesondere bei Sepsis und Schock.
Tabelle 3: Therapieansätze bei Mikrozirkulationsstörungen
TherapieIndikationErwartete Wirkung und Grenze
VolumenVorlastmangel mit Responsivitätkann rekrutieren, bei Kapillarleck mehr Ödem und längere Diffusionsstrecke
VasopressorenPerfusionsdruck unter der Autoregulationsgrenzesichern den Druck, verbessern die Mikrozirkulation nicht zwingend, können den Fluss senken
Inotropikaniedriger Fluss bei Pumpversagenerhöhen den Fluss, Wirkung auf die Mikrozirkulation individuell
UrsachenbehandlungSepsisFokuskontrolle und Antiinfektiva sind die Grundlage

Ob eine an sublingualen Messungen ausgerichtete Therapie das Überleben verbessert, ist durch große randomisierte Studien nach Stand der Recherche nicht gesichert.

Kurzfazit

Die Mikrozirkulation ist der Schlüssel zur Gewebeoxygenierung und wird häufig in kritischen Zuständen wie Sepsis und Schock durch Flussheterogenität und funktionelles Shunting gestört. Diese Störungen sind oft nicht durch makroskopische Messgrößen wie PaO2 und SvO2 erkennbar. Es ist entscheidend, die Mikrozirkulation aktiv zu überwachen und zu behandeln, um Gewebehypoxie zu vermeiden, auch wenn die klassischen Parameter stabil erscheinen.

Übung 7.1

Übung 7.2

Lektion 8

Aufgabenblock

Bearbeiten Sie die Aufgaben zuerst schriftlich im Notizfeld, dann klappen Sie die Lösung auf. Zu drei Lösungen gibt es eine Ergänzung, die den Bezug zu den Kursen 7 und 8 herstellt. Ihre Notizen werden lokal gespeichert.

Aufgabenblock

Aufgabe 1: Mikrozirkulationsstörung bei Sepsis

Gegeben:
Patient mit Sepsis, niedrige SvO2 (60 %), hohe Laktatwerte (4,5 mmol/l), schlechter peripherer Blutdruck, normale MAP.

Frage:
Welche physiologischen Mechanismen sind wahrscheinlich und welche therapeutischen Maßnahmen sollten in Betracht gezogen werden?

Lösung

Eine SvO2 von 60 % bedeutet hohe Extraktion: Wahrscheinlich reicht das Angebot nicht (Fluss, Hb und Oxygenierung prüfen); eine Mikrozirkulationsstörung kann zusätzlich bestehen. Therapie: Volumen bei Reagibilität, Inotropika bei Pumpversagen, Hb im Kontext, Perfusionsdruck mit Vasopressor sichern; Laktat ist Verlaufsmarker, kein eigenes Ziel. Eine Mikrozirkulationsbeurteilung mittels NIRS oder OPS kann zusätzlich hilfreich sein.

Physiologie Box, Ergänzung zur Lösung von Aufgabe 1Eine niedrige SvO2 von 60 % bedeutet nach dem Fick-Prinzip eine erhöhte Extraktion (Kurs 7). Zusammen mit hohem Laktat passt das am ehesten zu einem zu niedrigen Angebot oder erschöpfter Reserve, also Fluss, Hb und Oxygenierung prüfen (Kurs 8). Eine reduzierte Extraktion würde eher eine hohe SvO2 erwarten lassen. Laktat ist zudem Verlaufsmarker, kein eigenständiges Therapieziel.

Aufgabe 2: Flussheterogenität und Gewebeoxygenierung

Gegeben:
Patient in Schock mit hohem CO2 Gap (10 mmHg), normalem PaO2 und SpO2, jedoch verschlechterter peripherer Perfusion.

Frage:
Welche Ursachen können diese Konstellation erklären, und welche Maßnahmen sind sinnvoll?

Lösung

Das hohe CO2 Gap deutet auf eine Flussheterogenität und perfusionsbedingte Hypoxie hin, obwohl makroskopische Parameter normal sind. Maßnahmen sollten auf eine Verbesserung der Mikrozirkulation abzielen, z. B. durch Vasopressoren, Volumen und eventuell eine Optimierung der Sauerstoffnutzung (z. B. durch Inotropika).

Physiologie Box, Ergänzung zur Lösung von Aufgabe 2Ein hohes CO2-Gap weist in erster Linie auf eine Flusslimitation hin (Kurs 8). Vorrangig ist deshalb der globale Fluss zu prüfen und gegebenenfalls zu steigern. Vasopressoren sichern den Perfusionsdruck, können den Fluss aber weiter senken (Kurs 6). Für „Mitochondrien-stabilisierende Therapien“ gibt es derzeit keine etablierte klinische Anwendung.

Aufgabe 3: Funktionelles Shunting nach Atelektasen

Frage:
Wie kann funktionelles Shunting die Oxygenierung trotz hoher FiO2 behindern?

Lösung

Funktionelles Shunting tritt auf, wenn Alveolen kollabiert sind und Blut durch diese Bereiche fließt, ohne dass Gasaustausch stattfindet. Trotz hoher FiO2 kann PaO2 nicht optimiert werden, weil das Blut, das durch diese nicht belüfteten Bereiche fließt, weiterhin sauerstoffarm bleibt.

Aufgabe 4: Mikrozirkulation und Sepsis bei Laktat

Gegeben:
Sepsis mit erhöhtem Laktat (5,2 mmol/l), normalem PaO2 und SvO2. Der Patient zeigt eine schlechte Hautperfusion.

Frage:
Was könnte die Ursache sein und welche weiteren Tests sollten in Betracht gezogen werden?

Lösung

Mikrozirkulationsstörung und funktionelles Shunting sind wahrscheinliche Ursachen, die den normalen PaO2 und SvO2 erklären, während Laktat steigt. Weiter: Rekapillarisierungszeit, Marmorierung, Laktatverlauf, CO2-Gap, gegebenenfalls NIRS oder sublinguale Videomikroskopie.

Physiologie Box, Ergänzung zur Lösung von Aufgabe 4Ein pulmonaler Shunt würde den PaO2 senken und passt deshalb nicht zu normalem PaO2. Das Muster aus normalem PaO2, normaler SvO2, steigendem Laktat und schlechter Hautperfusion passt zum mikrozirkulatorischen Shunting. Die CO-Oximetrie misst Hämoglobinfraktionen (Kurs 4) und beurteilt nicht die Mikrozirkulation. Sinnvoll sind Rekapillarisierungszeit, Marmorierung, Laktatverlauf, CO2-Gap, gegebenenfalls NIRS oder sublinguale Videomikroskopie.

Aufgabenblock abschließen

Markieren Sie den Block als bearbeitet, wenn Sie alle vier Aufgaben gelöst und mit den Lösungen verglichen haben.

Abschlusstest, etwa 10 Minuten

Abschlusstest

Zehn Fragen, davon eine Rechenaufgabe. Bestanden ab 80 %. Der Test ist beliebig oft wiederholbar.

Zum Nachschlagen

Begriffe und Literatur

BegriffBedeutung
MikrozirkulationArteriolen, Kapillaren und Venolen unter 100 µm, Ort des Austauschs
Funktionelle KapillardichteDichte der tatsächlich durchströmten Kapillaren
Flussheterogenitätungleiche Verteilung des Flusses auf die Kapillaren
Pulmonaler ShuntPerfusion nicht belüfteter Lungenareale, PaO2 fällt
Mikrozirkulatorisches ShuntingBlut umgeht Austauschflächen im Gewebe, SvO2 kann hoch sein bei steigendem Laktat
Hämodynamische KohärenzMakro- und Mikrozirkulation verändern sich gleichsinnig, in Sepsis oft verloren
PPVAnteil perfundierter Gefäße in der Videomikroskopie

Literatur zu den Ergänzungen

  1. De Backer D, Creteur J, Preiser JC, Dubois MJ, Vincent JL. Microvascular blood flow is altered in patients with sepsis. Am J Respir Crit Care Med. 2002;166:98-104.
  2. Sakr Y, Dubois MJ, De Backer D, Creteur J, Vincent JL. Persistent microcirculatory alterations are associated with organ failure and death in patients with septic shock. Crit Care Med. 2004;32:1825-31.
  3. Ince C. Hemodynamic coherence and the rationale for monitoring the microcirculation. Crit Care. 2015;19 Suppl 3:S8.
  4. Ince C, Boerma EC, Cecconi M, et al. Second consensus on the assessment of sublingual microcirculation in critically ill patients: results from a task force of the European Society of Intensive Care Medicine. Intensive Care Med. 2018;44:281-99.
  5. Ait-Oufella H, Lemoinne S, Boelle PY, et al. Mottling score predicts survival in septic shock. Intensive Care Med. 2011;37:801-7.
  6. Evans L, Rhodes A, Alhazzani W, et al. Surviving Sepsis Campaign: international guidelines for management of sepsis and septic shock 2021. Crit Care Med. 2021;49:e1063-e1143.

© 2026 Ulrich Frey. Alle Rechte vorbehalten. Die Inhalte dienen der Aus- und Weiterbildung und ersetzen keine klinische Beurteilung, keine lokalen Standards und keine Leitlinien. Übungen, Kapillarlabor, Schemata, Einordnungen und Testfragen sind didaktisch aus dem Kurstext, den vorherigen Kursen und der angegebenen Literatur abgeleitet. Stand der Literaturrecherche: September 2026.