Den N. femoralis kann man an vielen Stellen allein oder kombiniert blockieren; Ort und Lokalanästhetikum richten sich nach dem gewünschten Effekt. Faustregel: je proximaler, desto besser die Analgesie; je distaler, desto weniger motorische Einschränkung.
Drei Überlegungen bestimmen die Femoralisblockade in der erweiterten Praxis. Ein Single Shot wird bei kurzstationären Patientinnen und Patienten, die am Morgen des ersten Tages entlassen werden, so geplant, dass dann keine motorische Einschränkung mehr besteht; sonst droht mit der Quadrizepsschwäche eine Sturzgefahr. Infrainguinal wird auf Höhe oder proximal der Aufzweigung der A. femoralis communis punktiert, weil der Nerv distal davon auffächert und dann nicht mehr sicher vollständig zu blockieren ist. Und weil die Fasern topisch organisiert sind, mit Quadrizepsfasern meist lateral und Sartoriusfasern meist medial, wird auch out-of-plane der laterale Rand des Nervs angezielt: Das schont den Nerv an seiner Durchtrittsstelle durch die Fascia iliaca und liefert eine eindeutige Quadrizepsantwort.
Fascia-iliaca-Block: infrainguinal und suprainguinal
Beim Fascia-iliaca-Block wird unter der Fascia iliaca wie beim Femoralisblock injiziert, nur weiter lateral. Bei großen Volumina unterscheidet sich beides im Wesentlichen durch die Lage der Nadelspitze; im besten Fall wird auch der N. cutaneus femoris lateralis erreicht. Der Erfolg hängt von der proximalen Ausbreitung ab: Nur so werden die artikulären Äste des N. femoralis erreicht. Deshalb wird zumindest teilweise suprainguinal injiziert.
Beim Fascia-iliaca-Block entscheidet die Höhe der Injektion über die Ausbreitung. Eine bewährte Technik ist, infrainguinal out-of-plane zu punktieren, einen Teil zu injizieren, dann den Schallkopf zu drehen, bis Faszie und Muskeln in der Längsachse liegen, und die Nadel in-plane nach suprainguinal vorzuschieben, wo der Rest injiziert wird. Primär suprainguinal zu punktieren hat den Vorteil, dass das Leistenband die Faszie herunterdrückt und den „Verlust“ des Lokalanästhetikums nach distal vermindert; der Schlüssel ist dabei ein extrem flacher Punktionswinkel. Bei proximalen Femurfrakturen wird viel Volumen verwendet, die Ausbreitung nach proximal kontrolliert und vor allem suprainguinal injiziert, weil nur so die Äste erreicht werden, die die Hüfte versorgen. Der N. genitofemoralis wird bei diesen Zugängen häufig mit blockiert, was eine zusätzliche Analgesie an der Leiste erklärt.

Oben Querschnitt infrainguinal: A. femoralis, N. femoralis unter der Fascia iliaca, markierte Injektionsorte Femoralisblock (medial) und Fascia-iliaca-Block (lateral). Unten Längsschnitt suprainguinal (Bow-tie-Zeichen: M. obliquus internus und M. sartorius), Fascia iliaca farbig, Nadelweg flach von kaudal.
Bilddatei: bilder/p32-ficb-supra-sono.jpg




