Schmerz führt zu Schonung. Schonung führt zu Kraftverlust, schlechterer Ausdauer und mehr Angst vor Bewegung; damit steigt die Schmerzempfindlichkeit. Psychologische und physiotherapeutische Verfahren unterbrechen diesen Kreis: Sie erklären den Schmerz, bauen Aktivität stufenweise auf und verändern die Bewertung.
Fünf Bausteine bilden die psychologische und physiotherapeutische Behandlung chronischer Schmerzen. Die Edukation erklärt Schmerz verständlich, korrigiert Fehlvorstellungen, vor allem die Gleichsetzung von Schmerz mit Schaden, und klärt Erwartungen und Ziele; schon das verändert nachweislich Schmerzerleben und Aktivität. Die Verhaltenstherapie bearbeitet Katastrophisieren und Vermeidung, baut Aktivität auf und plant Rückfälle ein; ergänzend kommen Akzeptanz- und Achtsamkeitsverfahren zum Einsatz. Entspannungsverfahren wie progressive Muskelrelaxation, Atemübungen und Biofeedback wirken vor allem auf Anspannung, Schlaf und Selbstwirksamkeit. Bewegung hilft unabhängig von der Art, sofern sie regelmäßig erfolgt und dosiert gesteigert wird; Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit verbessern Funktion und Stimmung. Und der Arbeitsbezug wird früh geplant, denn eine lange Arbeitsunfähigkeit ist einer der stärksten Risikofaktoren für eine Chronifizierung.