Fünf anatomische Besonderheiten prägen den kindlichen Atemweg. Der große Hinterkopf beugt den Kopf in Rückenlage nach vorn und verlegt so den Atemweg; beim Säugling gleicht eine flache Schulterunterlage das aus, beim Kleinkind ist meist keine Unterlage nötig. Große Zunge und hoher Kehlkopf erschweren die Sicht: Der Larynx liegt beim Säugling etwa auf Höhe des dritten bis vierten, beim Erwachsenen des fünften bis sechsten Halswirbels, wodurch der Blickwinkel auf die Glottis steiler wird. Die Epiglottis ist relativ lang, weich und U-förmig, weshalb ein gerader Spatel, der sie aufnimmt, bei Säuglingen die Sicht verbessern kann. Bei der Engstelle galt lange der Ringknorpel als engste Stelle; bildgebende und endoskopische Studien zeigen, dass die Glottis mindestens ebenso eng ist. Klinisch bleibt der Ringknorpel entscheidend, weil er als geschlossener Ring nicht nachgibt: Dort entstehen Druckschäden durch zu große Tuben oder zu hohen Cuffdruck, mit der Gefahr eines subglottischen Ödems nach der Extubation. Und die Reserve ist gering: Der Sauerstoffverbrauch pro Kilogramm ist beim Säugling etwa doppelt so hoch wie beim Erwachsenen, die funktionelle Residualkapazität in Narkose klein, sodass eine Apnoe in kurzer Zeit zur Entsättigung führt.
Beatmung
Die Verschlusskapazität der kleinen Atemwege liegt bei jüngeren Kindern über der funktionellen Residualkapazität; in Narkose fällt diese zusätzlich ab. Ohne PEEP entstehen rasch Atelektasen. Deshalb: keine Beatmung ohne PEEP (in der Regel 3 bis 5 cmH₂O) und keine Spontanatmung am Tubus ohne Druckunterstützung, weil der Tubus den Atemwiderstand deutlich erhöht.