Regionalanästhesie, Grundlagen · Stufe WBJ 1

Plexus brachialis: funktionelle Anatomie als Entscheidungsgrundlage

Wer den Blockadeort wählt, entscheidet anatomisch. Diese Einheit stellt die funktionelle Anatomie des Plexus brachialis so dar, dass die Reichweite jeder Ebene, die Randgebiete und die sonographischen Landmarken sicher beherrscht werden, bevor eine Nadel eingebracht wird.

Neufassung für das E-Learning aus Fachbeiträgen zur Anatomie des Plexus brachialis und zu den einzelnen Zugangswegen, die der Autor bereitgestellt hat. Die Inhalte sind vollständig neu formuliert, an der Primärliteratur belegt und mit eigenen Schemata illustriert; die Quellbeiträge sind im Literaturverzeichnis nachgewiesen.
Lernziele
  • Den Bauplan des Plexus brachialis von den Rami ventrales bis zu den peripheren Nerven wiedergeben und die Faszikel den aus ihnen hervorgehenden Nerven zuordnen.
  • Dermatom, Myotom und Sklerotom unterscheiden und begründen, warum eine rein sensible Prüfung nicht ausreicht.
  • Die Reichweite der vier klassischen Zugangswege gegenüberstellen und für ein gegebenes Operationsgebiet begründet auswählen.
  • Die Randgebiete des Plexus benennen und ihre Bedeutung für Hautschnitt, Blutsperre und Lagerung erklären.
  • Die zwingenden sonographischen Landmarken jeder Ebene nennen und die Halswirbelhöhe an der Tuberkelform bestimmen.
  • Die Nerven durch Verfolgen identifizieren statt über auswendig gelernte Verteilungsmuster.
  • Eine Blockade motorisch und sensibel prüfen und die Freigabe zur Operation begründen.

Zu dieser Lerneinheit

  1. Sechs Lektionen mit vier Tabellen, vier eigenen Schemata, einem Platzhalter für eine eigene Abbildung, fünfzehn Übungen, drei Fällen, Aufgabenblock, Abschlussquiz und Nachschlagen.
  2. Zwei praktische Übungsprogramme: Landmarkentechnik ohne Ultraschall und sonoanatomische Verfolgungsübung.
  3. Anschließend die Technik: Basisblockaden der oberen Extremität, erweiterte Blockaden, Ultraschall und Punktionstechnik.

Lektion 1

Bauplan des Plexus und die frühen Abgänge

Der Plexus brachialis wird aus den Rami ventrales der Spinalnerven C5 bis Th1 gebildet. Auf dem Weg zur Peripherie werden diese Fasern mehrfach umgeschaltet und neu gebündelt: Aus den Rami ventrales entstehen die drei Trunci, jeder Truncus teilt sich in eine vordere und eine hintere Division, aus den Divisiones gehen die drei Fasciculi hervor, und aus den Fasciculi entspringen schließlich die peripheren Nerven. Diese Abfolge ist keine anatomische Spielerei. Sie bestimmt unmittelbar, welche Struktur an welchem Blockadeort überhaupt noch getroffen werden kann.

Bauplan des Plexus brachialis von zentral nach peripherRr. ventralesC5 C6 C7 C8 Th1interskalenärTruncisuperior, medius, inferiorsupraklavikulärDivisionesanterior und posteriorhinter der KlavikulaFasciculilateralis, medialis, posteriorinfraklavikulärperiphere NervenEndstreckeaxillärFrühe Abgänge, die eine Ebenezu spät nicht mehr erreicht:• N. dorsalis scapulae und N. thoracicus longus aus den Rr. ventrales• N. suprascapularis aus dem Truncus superior• Nn. supraclaviculares aus dem Plexus cervicalis, oberhalb der Faszie• N. axillaris aus dem Fasciculus posterior• N. intercostobrachialis aus Th2, erreichbar nur axillärJede Blockadeebene erreicht nur das, was zu diesem Zeitpunkt noch im Plexus liegt. EigeneDarstellung, nicht maßstabsgetreu.
Abbildung 1: Bauplan des Plexus brachialis und die Ebenen der klassischen Zugangswege. Eigene Darstellung

Wer aus welchem Faszikel hervorgeht

Tabelle 1: Faszikel und die aus ihnen hervorgehenden Nerven
FaszikelHerkunftHervorgehende NervenKlinische Bedeutung am Arm
Fasciculus lateralisvordere Divisiones von Truncus superior und medius (C5 bis C7)N. musculocutaneus, Radix lateralis des N. medianus, N. pectoralis lateralisBeugung im Ellenbogen, Haut des radialen Unterarms
Fasciculus medialisvordere Division des Truncus inferior (C8, Th1)Radix medialis des N. medianus, N. ulnaris, N. cutaneus brachii medialis, N. cutaneus antebrachii medialis, Nn. pectorales medialesHand und ulnare Seite, Haut des medialen Ober- und Unterarms
Fasciculus posteriorhintere Divisiones aller drei Trunci (C5 bis Th1)N. axillaris, N. radialis, N. subscapularis, N. thoracodorsalisStreckung, dorsaler Humerus, Deltoideus und Schulterkapsel

Nerven, die den Plexus früh verlassen

Entscheidend für die Blockadeplanung sind die Nerven, die den Plexus vor der jeweiligen Blockadeebene verlassen. Wer weiter peripher blockiert, erreicht sie nicht mehr. Der N. dorsalis scapulae und der N. thoracicus longus gehen bereits von den Rami ventrales ab und durchziehen den M. scalenus medius; für Schulter- und Armchirurgie sind sie nicht erforderlich, bei einer Punktion durch den M. scalenus medius aber gefährdet. Der N. suprascapularis entspringt aus dem Truncus superior; die Höhe seines Abgangs ist variabel, und er ist für die Schulterchirurgie unverzichtbar. Der N. axillaris geht aus dem Fasciculus posterior hervor und wird infraklavikulär sicher erreicht, axillär nur mit besonderer Technik.

Variabilität ist die Regel

Die Verläufe sind in hohem Maß variabel. Die Rami ventrales aus C5 und C6 bilden nicht immer schon in der hinteren Skalenuslücke den Truncus superior, sondern können getrennt verlaufen. Der N. musculocutaneus kann den Fasciculus lateralis sehr früh oder sehr spät verlassen und liegt dann axillär entweder weit radial oder unmittelbar neben der Radix lateralis des N. medianus. Randgebiete oberhalb von C5 und unterhalb von Th1 können in die Plexusbildung einbezogen sein. Daraus folgt eine für die Praxis zentrale Regel: Nerven werden nicht über auswendig gelernte Verteilungsmuster identifiziert, sondern über ihren sonographisch verfolgten Verlauf.

Evidence Box, Grenzen der KartierungMehrere Arbeiten haben versucht, die Position der peripheren Nerven auf axillärer Ebene zu kartieren. Die Ergebnisse sind untereinander schlecht vergleichbar, weil die Nervenlage vom Grad der Armabduktion, von der Beugung im Ellenbogengelenk, vom Anpressdruck der Sonde und von der genauen Sondenposition abhängt. Eine Kartierung ersetzt daher die Identifikation über das Verfolgen des Nervs nicht.
Messfehler Box, Gefäß-Nerven-ScheideDie Vorstellung einer gemeinsamen Gefäß-Nerven-Scheide, in der alle Strukturen von einer einzigen Bindegewebshülle umschlossen sind, ist anatomisch nicht haltbar. Anatomische Untersuchungen zeigen auf axillärer Ebene getrennte Bindegewebstunnel für die einzelnen Nerven. Das Lokalanästhetikum folgt dem Weg des geringsten mechanischen Widerstands und erreicht bei einer einzelnen Injektion nicht zuverlässig alle Nerven. Der elektrische Strom bei der Nervenstimulation folgt dagegen dem elektrischen Widerstand und kann Faszien durchqueren. Deshalb kann trotz korrekter Reizantwort eine unvollständige Blockade entstehen.

Übung 1.1

Übung 1.2

Übung 1.3

Lektion 2

Dermatom, Myotom, Sklerotom: warum die Haut nicht genügt

Ein Operationsgebiet besteht nicht nur aus Haut. Der Hautschnitt betrifft ein Dermatom, der Zugang durch die Muskulatur betrifft Myotome, und das Periost des Knochens, an dem osteosynthetisiert wird, gehört zu einem Sklerotom. Diese drei Landkarten decken sich nicht. Genau daraus entstehen die meisten unvollständigen Blockaden, die im Operationssaal als unerklärlich gelten.

Die drei Landkarten

Tabelle 2: Dermatom, Myotom und Sklerotom in der Blockadeplanung
BegriffVersorgtes GewebeBedeutung für die BlockadePrüfung am Patienten
DermatomHautareal eines Rückenmarksegmentsdeckt den Hautschnitt ab, sagt aber nichts über die Tiefe ausKälte- oder Nadelreiztest
MyotomMuskulatur eines Segmentsdeckt den Zugang durch die Muskulatur ab und ist zugleich Marker der Blocktiefegezielte Kraftprüfung
SklerotomKnochen und Periost eines Segmentsdeckt Bohren, Sägen und Osteosynthese ab; im Ultraschall nicht darstellbarnicht direkt prüfbar, nur über das zugehörige Myotom abschätzbar

Die klinisch belastbare Faustregel lautet: Wird ein gemischter Nerv blockiert, der einen Muskel versorgt, besteht auch eine Anästhesie in den Periostarealen, an die dieser Muskel angrenzt. Die darüberliegende Haut kann dagegen von einem ganz anderen Hautnerv versorgt werden, der aus einem anderen Segment stammt und keinen Bezug zum Periost hat. An Stellen, an denen kein Muskel zwischen Haut und Knochen liegt, übernehmen oberflächliche Nerven die Innervation des Knochens. Eine rein sensible Hautprüfung ist deshalb kein ausreichender Beleg für eine operationsfähige Blockade.

Aus der Praxis
  • Die Blockade wird immer motorisch und sensibel geprüft, niemals nur sensibel an der Hand.
  • Vor der Freigabe wird das gesamte Operationsareal gedanklich durchgegangen: Hautschnitt, Zugangsweg, Knochen, Lagerung, Blutsperre.
  • Die Blutsperre gehört zur Planung. Der Oberarm wird über den N. intercostobrachialis und den N. cutaneus brachii medialis mitversorgt; diese Nerven sind mit zentralen Zugängen nicht erreichbar.
  • Bei Zweifeln an der Vollständigkeit wird die Blockade gezielt ergänzt und nicht abgewartet.

Warum Segmente überlappen

Benachbarte Segmente überlappen erheblich. Soll das gesamte Operationsareal sicher betäubt sein, muss die Blockade daher regelmäßig auf die angrenzenden Segmente ausgedehnt werden. Umgekehrt bedeutet das: Der Ausfall eines einzelnen Dermatoms fällt klinisch oft gar nicht auf, weil das Nachbarsegment mitversorgt. Das führt zu der trügerischen Erfahrung, eine Blockade sei vollständig, solange der Patient nichts spürt, bis bei einem tieferen Zugang plötzlich Schmerz auftritt.

Abbildung 2: Dermatome, Myotome und Sklerotome der oberen Extremität im Vergleich
Originalaufnahme folgtDermatome, Myotome und Sklerotome der oberen Extremität im Vergleich

Drei nebeneinandergestellte Ansichten der oberen Extremität, gleiche Körperhaltung, farbig nach Segment C5 bis Th2: links das Hautareal, in der Mitte die zugehörige Muskulatur, rechts die knöchernen Anteile. Dieselbe Farbskala für alle drei Ansichten, damit die Verschiebung zwischen den Landkarten sichtbar wird.

Bilddatei: bilder/p44-derma-myo-sklero.jpg
Abbildung 2: Dermatome, Myotome und Sklerotome der oberen Extremität im Vergleich. Eigene Aufnahme vorgesehen. Vorlage zum Suchen: eigene Zeichnung nach Standardwerken der topographischen Anatomie

Übung 2.1

Übung 2.2

Lektion 3

Reichweite der vier Zugangswege

Die vier klassischen Zugangswege unterscheiden sich nicht in erster Linie in der Technik, sondern in der Reichweite. Die Wahl des Blockadeortes ist deshalb eine anatomische Entscheidung und keine Geschmacksfrage. Die folgende Übersicht fasst zusammen, was an welcher Ebene noch im Plexus liegt.

Reichweite der vier klassischen ZugangswegeEbeneSchulterOberarmEllenbogen und HandN. axillarisN. intercostobrachialisN. phrenicusinterskalenärjateilsneinjaneinfast immersupraklavikulärjajajajaneinseltenerinfraklavikulärneinjajajaneinneinaxillärneinteilsjamöglichjaneinDie letzte Spalte ist eine Nebenwirkung und kein Ziel. Grün bedeutet zuverlässig, rot bedeutet nicht erreichbar.Zusammenschau der anatomischen Reichweiten. Eigene Darstellung, nicht maßstabsgetreu.
Abbildung 3: Reichweite der vier klassischen Zugangswege. Eigene Darstellung

Interskalenäre Ebene

Blockiert werden die Rami ventrales und Trunci, überwiegend C5 bis C7. Typische Indikation ist die Schulterchirurgie. Für Eingriffe am Ellenbogen, Unterarm und an der Hand ist die Ebene unzuverlässig, weil die unteren Segmente häufig unvollständig erreicht werden. Der N. suprascapularis wird auf Höhe des Truncus superior erfasst. Anatomisch bedingt ist eine ipsilaterale Parese des N. phrenicus bei klassischer Technik nahezu unvermeidbar, weil der Nerv medial auf dem M. scalenus anterior und wie die Rami ventrales tief zur Fascia praevertebralis liegt. Die Neuroforamina liegen in unmittelbarer Nähe, was diese Ebene von allen anderen unterscheidet.

Supraklavikuläre Ebene

Die Sonde liegt parallel zur Klavikula und wird in die obere Thoraxapertur gekippt. Dargestellt werden A. subclavia, erste Rippe, Pleura und die Nervenbündel lateral der Arterie. Ob dabei Trunci oder Divisiones abgebildet sind, wird gern diskutiert. Anatomisch entstehen die Divisiones auf Höhe der Klavikula; da die gekippte Sonde hinter das Schlüsselbein schaut, werden in dieser klassischen Position die Divisiones dargestellt. Die Trunci finden sich in der Skalenuslücke. Die Ebene erreicht Schulter und gesamten Arm, der Truncus superior kann selektiv blockiert werden, und ein Zugang zu den Nn. supraclaviculares oberhalb der Faszie ist möglich. Ein Pneumothorax ist bei unkontrolliertem Vorschub möglich; das Risiko arterieller Verletzungen ist anatomisch höher als bei anderen Positionen.

Infraklavikuläre Ebene

Hier werden die Faszikel erreicht. Indikation sind Eingriffe unterhalb der Schulter an Ellenbogen, Unterarm und Hand. Der N. axillaris wird sicher mitblockiert, was diese Ebene für Eingriffe am dorsalen Humerus und bei geplanter Deltoideusinzision auszeichnet. Die Nn. suprascapularis und supraclaviculares werden nicht mehr erreicht, der N. intercostobrachialis ebenfalls nicht. Zwei Positionen sind zu unterscheiden: kostoklavikulär, wo alle drei Faszikel gebündelt lateral und kranial der Arterie liegen, und transpektoral-sagittal, wo die Faszikel bereits um die Arterie rotiert sind und getrennt erreicht werden müssen.

Axilläre Ebene

Auf dieser Ebene existiert kein Plexus im eigentlichen Sinn mehr, sondern nur noch periphere Nerven in getrennten Bindegewebstunneln. Eingriffe an Ellenbogen, Unterarm und Hand lassen sich durch die selektive Blockade von N. radialis, N. medianus, N. ulnaris und N. musculocutaneus zuverlässig ermöglichen; der zwischen N. medianus und N. ulnaris gelegene N. cutaneus antebrachii medialis wird dabei regelmäßig miterfasst. Die Besonderheit dieser Ebene ist der Zugang zum N. intercostobrachialis: Sie ist der einzige klassische Zugangsweg, über den dieser Nerv aus den thorakalen Segmenten erreicht werden kann. Alle Strukturen liegen oberflächlich, es besteht kein Pneumothoraxrisiko, und Gefäßpunktionen sind komprimierbar.

Evidence Box, ErfolgsratenEin randomisierter Vergleich der supraklavikulären, infraklavikulären und axillären Blockade mit niedrigem Volumen fand für die axilläre Technik eine auffällig niedrige Erfolgsrate innerhalb von 30 Minuten (Vazin 2016). Die abgebildeten Sonogramme zeigen, dass die Sehne des M. latissimus dorsi als Landmarke nicht verwendet wurde. Eine systematische Übersicht mit Metaanalyse zur axillären Blockade gegenüber anderen Techniken bei Eingriffen an der distalen oberen Extremität fand dagegen vergleichbare Erfolgsraten bei geringerem Komplikationsprofil (Nijs 2024). Registerdaten zu den Risikoprofilen der Zugangswege stützen die Einordnung der axillären Ebene als besonders sicheren Zugang (Kubulus 2026).

Übung 3.1

Übung 3.2

Übung 3.3

Lektion 4

Randgebiete und Problemnerven

Die meisten klinischen Überraschungen entstehen nicht im Zentrum des Plexus, sondern an seinen Rändern. Fünf Nerven verdienen deshalb eine gesonderte Betrachtung.

Nn. supraclaviculares: die Haut des Schulterdachs

Diese Nerven stammen aus dem Plexus cervicalis, also aus C3 und C4, und versorgen die Haut über dem Schulterdach, Anteile des Periosts der Klavikula sowie Teile der proximalen Thoraxwand. Auf Höhe der klassischen Blockadeebene haben sie die tiefe Halsfaszie bereits durchbrochen und liegen oberflächlich dazu, während der Plexus brachialis tief zur Faszie liegt. Beide Strukturen befinden sich damit in unterschiedlichen Schichten, sodass eine getrennte Injektion erforderlich ist. Eine Ausbreitung von unterhalb der Faszie nach kranial wäre nur mit hohen Volumina denkbar und ginge mit unkontrollierter Ausbreitung in alle Richtungen einher. Für Schulteroperationen in reiner Regionalanästhesie ist die zusätzliche Blockade dieser Nerven deshalb zwingend, für Hautschnitt und Hautnaht ebenso wie für die Klavikula.

N. suprascapularis und N. axillaris: die Rotatorenmanschette

Die Rotatorenmanschette umfasst vier Muskeln. M. supraspinatus und M. infraspinatus werden vom N. suprascapularis versorgt, der M. subscapularis vom N. subscapularis, der M. teres minor vom N. axillaris. Alle diese Nerven stammen aus C5 und C6. Der operative Zugang durch den M. deltoideus ist ebenfalls über den N. axillaris abgedeckt. Damit wird verständlich, warum eine Blockade des Truncus superior für arthroskopische Eingriffe an der Schulter anatomisch schlüssig ist, während die Haut des Schulterdachs gesondert versorgt werden muss.

N. intercostobrachialis: der mediale Oberarm

Der N. intercostobrachialis ist der sensible Endast des zweiten Interkostalnervs und kann Zuflüsse aus Th3 erhalten. Er zieht durch die Achselhöhle in das subkutane Fettgewebe des medialen Oberarms. Er ist für die Blutsperre am Oberarm, für Eingriffe an der medialen Oberarmseite und für die Toleranz der Lagerung von erheblicher Bedeutung. Erreichbar ist er ausschließlich über die axilläre Ebene, durch eine Infiltration oberhalb der Oberarmfaszie. Problematisch ist der benachbarte N. cutaneus brachii medialis, dessen Äste die Faszie an individuell verschiedener Stelle durchbrechen.

N. phrenicus: die unerwünschte Begleitblockade

Der N. phrenicus bezieht seinen Hauptanteil aus C4 und liegt in unmittelbarer Nähe der Plexusbildung auf dem M. scalenus anterior, tief zur Fascia praevertebralis. Er verläuft senkrecht nach kaudal, während die Mm. scaleni schräg verlaufen; beim Gleiten nach kaudal wandert er daher im Bild scheinbar nach medial. Breitet sich Lokalanästhetikum bei interskalenärer Blockade nach medial aus, ist eine einseitige Parese nicht vermeidbar. Bei ruhenden Patienten ohne kontralaterale Vorschädigung bleibt sie meist ohne klinische Folgen, kann im Einzelfall aber als quälende Luftnot erlebt werden. Erhält der Nerv zusätzlich Fasern aus C5, ist eine Teilparese auch bei sorgfältiger Technik nicht zu verhindern.

Evidence Box, PhrenikuspareseEin Volumenvergleich zeigt den Zusammenhang deutlich: Mit 20 ml und mehr interskalenär liegt die Rate der Zwerchfellparese nahe bei 100 %, mit stark reduziertem Volumen sinkt sie bei vergleichbarer Analgesie erheblich. Alternativen mit geringerer Phrenikusbeteiligung sind die selektive Blockade des Truncus superior mit kleinem Volumen und die kostoklavikuläre Position. Für die Schulterchirurgie ist zusätzlich die Kombination aus Blockade des N. suprascapularis und des N. axillaris beschrieben.
Messfehler Box, zwei LehrmeinungenZwischen zwei Lehrmeinungen ist zu unterscheiden, und beide sind begründet. Die eine hält den interskalenären Block für das Standardverfahren der Schulterchirurgie, weil er reproduzierbar, gut lehrbar und in der Analgesie zuverlässig ist, und nimmt die passagere Phrenikusparese in Kauf. Die andere verlässt die interskalenäre Position zugunsten einer selektiven Blockade des Truncus superior mit sehr kleinem Volumen und lateralem Injektionsort oder wechselt für Eingriffe in reiner Regionalanästhesie auf die supraklavikuläre Ebene. Wer sich für die zweite Variante entscheidet, muss sonographisch vorher klären, ob der N. phrenicus Anteile aus C5 erhält, denn dann ist eine Teilparese nicht vermeidbar.

Übung 4.1

Übung 4.2

Übung 4.3

Lektion 5

Sonographische Landmarken und Nervenidentifikation

Die anatomische Kenntnis wird erst dann handlungsleitend, wenn sie in sonographische Landmarken übersetzt ist. Für jede Ebene gibt es wenige Strukturen, die zwingend erkannt werden müssen, bevor eine Nadel eingebracht wird.

Tabelle 3: Zwingende sonographische Landmarken je Ebene
EbeneZwingend darzustellenSicherheitsstrukturTypischer Identifikationsfehler
interskalenärQuerfortsatz mit Tuberkelform, Fascia praevertebralis, Rami ventrales, N. phrenicusA. vertebralis, NeuroforamenVerwechslung von C5 mit dem Ramus ventralis aus C4
supraklavikulärA. subclavia, erste Rippe, Pleura, Nervenbündel lateral der ArteriePleuraPleura nicht im Bild, weil die Tiefe zu gering eingestellt ist
infraklavikulärA. und V. axillaris, drei Faszikel, M. pectoralis major und minor, PleuraPleura, V. cephalicaVenen als echofreie Strukturen mit Nervenbündeln verwechselt
axillärSehne des M. latissimus dorsi auf dem M. teres major, A. axillaris, M. coracobrachialisArterie und ihre AbgängeBlockade ohne Darstellung der Sehne, dadurch falsche Höhe
Querfortsätze als Höhenmarke am HalsC5vorderes und hinteres Tuberkel,beide schlankC6sehr prominentes vorderesTuberkel, Tuberculum caroticumC7vorderes Tuberkel rudimentär,A. vertebralis davor sichtbarDer R. ventralis liegt im Sulcus nervi spinalis zwischen den Tuberkeln.Die Form des Querfortsatzes ordnet das Segment zu; die Faszie allein genügt dafür nicht.Schematische Konturen im Querschnitt. Eigene Darstellung, nicht maßstabsgetreu.
Abbildung 4: Formen der Querfortsätze als Höhenmarke am Hals. Eigene Darstellung

Höhenzuordnung am Hals

Die Form des Querfortsatzes ordnet das Segment zu. Der sechste Halswirbel besitzt ein auffällig prominentes vorderes Tuberkel, das klinisch als Tuberculum caroticum bezeichnet wird. Der fünfte Halswirbel hat ebenfalls ein vorderes und ein hinteres Tuberkel, beide jedoch deutlich schlanker. Am siebten Halswirbel ist das vordere Tuberkel nur rudimentär angelegt, dafür ist die A. vertebralis davor sichtbar, weil sie erst ab dem sechsten Halswirbel in das Foramen transversarium eintritt. Der Ramus ventralis liegt jeweils im Sulcus nervi spinalis zwischen den Tuberkeln.

Messfehler Box, SegmentzuordnungDer Ramus ventralis aus C5 liegt immer am nächsten an der Fascia praevertebralis. Wird die Segmentzuordnung jedoch allein über die Faszie und nicht zusätzlich über die Tuberkelform vorgenommen, kann der Ramus ventralis aus C4, der zum Plexus cervicalis gehört, fälschlich für C5 gehalten werden. Die Folge ist eine zu weit kranial gelegene Injektion mit erhöhtem Risiko für den N. phrenicus und für eine Ausbreitung in das tiefe Halsdreieck.

Das tiefe Halsdreieck

Medial des Plexus liegt das Trigonum scalenovertebrale. Erreicht Lokalanästhetikum den M. longus colli, wird der Truncus sympathicus mit dem Ganglion cervicale medium oder inferius erfasst; die Folge ist ein Horner-Syndrom und gegebenenfalls eine Beeinträchtigung der sympathischen Innervation des Herzens sowie des N. laryngeus recurrens. Größere Volumina können bis zur Vagina carotica vordringen und den N. vagus erreichen. Die räumliche Enge in der seitlichen Halsregion erklärt damit unmittelbar, warum hohe Volumina, rasche Injektion und hoher Injektionsdruck an dieser Stelle besonders problematisch sind.

Mechanische Barrieren

In der hinteren Skalenuslücke liegen nicht nur Nerven, sondern auch Arterien, Binde- und Fettgewebe sowie häufig Muskelbrücken zwischen M. scalenus anterior und medius. Seltener findet sich ein M. scalenus minimus, der die ventral gelegene A. subclavia vom dorsal gelegenen Plexus trennt und an der ersten Rippe ansetzt. Alle diese Strukturen behindern die Ausbreitung des Lokalanästhetikums und machen sie in dieser Region schlecht vorhersagbar. Das ist ein weiteres anatomisches Argument dafür, die Injektion gezielt zu platzieren statt auf Ausbreitung zu setzen.

Querschnitt der Achselfalte, Sondenposition am Rand des M. pectoralis majorSchallkopfHaut und SubkutisN. intercostobrachialis und N. cutaneus brachii medialisOberarmfaszie: alles darüber wird infiltriert, alles darunter selektiv blockiertM. coracobrachialisA. axillarisN. medianusN. ulnarisN. radialisN. musculocutaneusSehne des M. latissimus dorsi auf dem M. teres majorzwingende innere Landmarke: alle Zielnerven liegen oberflächlich dazuSchema, nicht maßstabsgetreu; die Nervenlage ist individuell variabel. Eigene Darstellung, nichtmaßstabsgetreu.
Abbildung 5: Sonoanatomie der axillären Ebene mit der Sehne des M. latissimus dorsi als Leitstruktur. Eigene Darstellung

Nervenidentifikation durch Verfolgen

  1. N. medianus: begleitet die Arterie in Richtung Ellenbeuge. Beim Verfolgen ist auf die Rotation um die Arterie zu achten, also darauf, ob der Nerv oberflächlich oder tief zu ihr liegt.
  2. N. ulnaris: verlässt die Arterie und verläuft auf der Faszie des M. triceps brachii zum Sulcus ulnaris; im distalen Drittel des Oberarms ist er besonders deutlich zu erkennen.
  3. N. radialis: steigt mit der A. profunda brachii zum dorsalen Humerus ab. Da der Verlauf nicht gerade ist, muss der Anschallwinkel beim Verfolgen angepasst werden. Dieses Manöver ist das schwierigste der vier.
  4. N. musculocutaneus: tritt in den M. coracobrachialis ein. Da auch die Radix lateralis des N. medianus aus dem Fasciculus lateralis hervorgeht, lässt sich durch Verfolgen des N. medianus nach proximal ein später Abgang des N. musculocutaneus erkennen.
  5. Kleine Hautnerven: auf der Oberarmfaszie verlaufen auch kleine Arterien. Im Zweifel wird zusätzlich zum Verfolgen der Farbdoppler eingesetzt, mit empfindlicher Einstellung und reduziertem Anpressdruck.

Übung 5.1

Übung 5.2

Lektion 6

Anatomieübungen, Funktionsprüfung und Freigabe

Anatomisches Wissen wird geprüft, bevor punktiert wird, und die Blockade wird geprüft, bevor freigegeben wird. Beides lässt sich systematisch trainieren. Die folgenden Übungen sind ohne Patientenkontakt durchführbar und benötigen im Wesentlichen eine Kollegin oder einen Kollegen und ein Ultraschallgerät.

Übung A: Landmarkentechnik ohne Ultraschall

  1. Tasten Sie am Partner das Jugulum, den ventralen Anteil des Akromions und die Mitte dazwischen: Dort liegt der klassische vertikale infraklavikuläre Zugang.
  2. Tasten Sie den hinteren Rand des M. sternocleidomastoideus auf Höhe des Ringknorpels und wandern Sie nach dorsal in die Skalenuslücke.
  3. Tasten Sie den Rand des M. pectoralis major in der Achselfalte und dahinter den Puls der A. axillaris; das ist der äußere Ankoppelpunkt der axillären Blockade.
  4. Markieren Sie mit einem abwaschbaren Stift die Klavikula, das Trigonum clavipectorale und den Verlauf der V. jugularis externa.
  5. Benennen Sie zu jeder Markierung laut, welche Struktur unmittelbar darunter liegt und welche Sicherheitsstruktur in der Nähe ist.

Übung B: Sonoanatomische Verfolgungsübung

  1. Beginnen Sie axillär mit der Sehne des M. latissimus dorsi im Bild und identifizieren Sie die vier Hauptnerven.
  2. Verfolgen Sie jeden Nerv einzeln nach distal, bis er seine charakteristische Leitstruktur erreicht: der N. ulnaris die Trizepsfaszie, der N. radialis den dorsalen Humerus, der N. medianus die Arterie, der N. musculocutaneus den M. coracobrachialis.
  3. Verfolgen Sie danach nach proximal bis in die infraklavikuläre Position und ordnen Sie die Faszikel zu.
  4. Gleiten Sie am Hals von der supraklavikulären Position nach kranial und bestimmen Sie die Höhe allein anhand der Tuberkelform.
  5. Suchen Sie den N. phrenicus auf und beobachten Sie, wie er beim Gleiten nach kaudal scheinbar nach medial wandert.
Aus der Praxis
  • Die Verfolgungsübung wird vor der ersten selbstständigen Blockade einer Ebene mindestens einmal unter Anleitung dokumentiert.
  • Jede Nervenidentifikation wird laut benannt, damit Fehlzuordnungen im Team auffallen.
  • Bei jeder Untersuchung wird zusätzlich die Sicherheitsstruktur der Ebene aufgesucht, auch wenn keine Punktion geplant ist.

Funktionsprüfung nach der Blockade

Tabelle 4: Motorische Prüfung der Hauptnerven am Arm
NervSegmenteAufforderung an den PatientenGeprüfte Muskulatur
N. radialisC5 bis Th1Strecken Sie den Arm im EllenbogengelenkM. triceps brachii
N. medianusC6 bis Th1Greifen Sie mit Daumen und Zeigefinger, drehen Sie die Hand einwärtsM. flexor carpi radialis, Mm. pronator teres et quadratus
N. ulnarisC8 bis Th1Spreizen Sie die Finger, beugen Sie Klein- und RingfingerMm. interossei, M. flexor carpi ulnaris, M. flexor digitorum profundus
N. musculocutaneusC5 bis C7Beugen Sie den Arm im EllenbogenM. biceps brachii, M. brachialis
N. axillarisC5 bis C6Heben Sie den Arm seitlich anM. deltoideus, M. teres minor

Die sensible Prüfung ergänzt die motorische, ersetzt sie aber nicht. Der N. cutaneus brachii medialis und der N. cutaneus antebrachii medialis sind rein sensibel und geben keine motorische Antwort; ihre Prüfung erfolgt ausschließlich über das Hautareal. Umgekehrt sagt eine fehlende Hautempfindung an der Hand nichts darüber aus, ob das Periost am Unterarm betäubt ist.

Freigabe zur Operation

Bei guter sonographischer Sicht, eindeutiger Nervenidentifikation und korrekter Ausbreitung kann die Freigabe unmittelbar erfolgen, sodass die Wartezeit bis zur vollen Wirkung für Lagerung und sterile Vorbereitung genutzt wird. Bei Eingriffen, die ohne durchgehende anästhesiologische Aufsicht stattfinden, wird die Freigabe verzögert, bis die Blockade vollständig ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die maximalen Plasmaspiegel der Lokalanästhetika erst nach etwa 30 Minuten erreicht werden.

Übung 6.1

Übung 6.2

Lektion 7

Fälle, Merksätze und Aufgaben

Fall 1: Schmerz trotz betäubter Haut

Distale Radiusfraktur, axilläre Blockade, Hautempfindung erloschen.

Fall 1

Fall 2: Schulterarthroskopie am wachen Patienten

Reine Regionalanästhesie ohne Allgemeinanästhesie geplant.

Fall 2

Fall 3: Druckschmerz unter der Blutsperre

Axilläre Blockade, Blutsperre am proximalen Oberarm.

Fall 3

Merksätze

  • Jede Ebene erreicht nur, was zu diesem Zeitpunkt noch im Plexus liegt.
  • Nerven werden über ihren Verlauf identifiziert, nicht über Verteilungsmuster.
  • Eine gemeinsame Gefäß-Nerven-Scheide gibt es nicht.
  • Haut, Muskel und Knochen folgen drei verschiedenen Landkarten.
  • Immer motorisch und sensibel prüfen.
  • Die Nn. supraclaviculares liegen oberhalb der Faszie und brauchen eine eigene Injektion.
  • Der N. intercostobrachialis ist nur axillär erreichbar.
  • Die Tuberkelform bestimmt die Halswirbelhöhe, nicht die Faszie allein.
  • Hohe Volumina im engen Halsdreieck erzeugen unkontrollierte Ausbreitung.
  • Die Blutsperre gehört in die Blockadeplanung.

Aufgaben

Aufgabe 1: Zugangswahl begründen

Gegeben:
Geplant ist eine Plattenosteosynthese bei distaler Radiusfraktur. Die Blutsperre liegt am proximalen Oberarm, die Operationsdauer beträgt voraussichtlich 70 Minuten, der Patient soll wach bleiben.

Frage:
Welchen Zugangsweg wählen Sie, und welche Nerven müssen Sie ausdrücklich mitbedenken?

Lösung

Die axilläre Ebene mit selektiver Blockade von N. radialis, N. medianus, N. ulnaris und N. musculocutaneus. Der N. cutaneus antebrachii medialis wird bei der Blockade von N. medianus und N. ulnaris regelhaft miterfasst. Zusätzlich ist eine Infiltration oberhalb der Oberarmfaszie erforderlich, um N. intercostobrachialis und N. cutaneus brachii medialis für die Blutsperre zu erreichen. Alternativ ist die kostoklavikuläre infraklavikuläre Position geeignet, dann fehlt aber der Zugang zum N. intercostobrachialis und die Blutsperre wird schlechter toleriert.

Aufgabe 2: Blockade prüfen

Gegeben:
Nach axillärer Blockade geben Sie zur Freigabe folgenden Befund an: Die Hand ist an der Palmarseite gefühllos, der Patient kann die Finger nicht spreizen.

Frage:
Welche Nerven haben Sie damit geprüft, und welche fehlen noch?

Lösung

Die fehlende Palmarsensibilität spricht für eine Wirkung des N. medianus, das fehlende Fingerspreizen für den N. ulnaris. Nicht geprüft sind der N. radialis über die Streckung im Ellenbogen, der N. musculocutaneus über die Beugung im Ellenbogen sowie die rein sensiblen Hautnerven des medialen Oberarms. Vor der Freigabe müssen alle vier Hauptnerven motorisch und das Blutsperrenareal sensibel geprüft sein.

Aufgabe 3: Unvollständige Schulterblockade

Gegeben:
Nach interskalenärer Blockade mit 20 ml ist die Schulter analgetisch gut versorgt, der Patient klagt jedoch beim Hautschnitt über dem Akromion über Schmerz und berichtet zugleich über Heiserkeit.

Frage:
Wie erklären Sie beide Befunde anatomisch, und was ändern Sie beim nächsten Mal?

Lösung

Der Schmerz über dem Akromion betrifft das Versorgungsgebiet der Nn. supraclaviculares aus dem Plexus cervicalis, die oberhalb der tiefen Halsfaszie liegen und durch eine Injektion unter der Faszie nicht erreicht werden. Die Heiserkeit spricht für eine Ausbreitung nach medial in Richtung Trigonum scalenovertebrale mit Beteiligung des N. laryngeus recurrens, begünstigt durch das hohe Volumen. Beim nächsten Mal Volumen deutlich reduzieren, lateral des Truncus superior injizieren und die Nn. supraclaviculares über denselben Hauteinstich oberhalb der Faszie gesondert blockieren.

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Begriffe und Literatur

BegriffBedeutung
Ramus ventralisvorderer Ast eines Spinalnervs, Ausgangsstruktur des Plexus
TruncusZusammenschluss von Rami ventrales, drei an der Zahl
Divisiovordere oder hintere Aufteilung eines Truncus auf Höhe der Klavikula
FasciculusBündel aus Divisiones, benannt nach der Lage zur A. axillaris
Dermatom, Myotom, Sklerotomsegmentale Versorgung von Haut, Muskel und Knochen
SkalenuslückeRaum zwischen M. scalenus anterior und medius mit den Rami ventrales
Trigonum scalenovertebraletiefes Halsdreieck medial des Plexus mit Grenzstrang und Gefäßen
Tuberculum caroticumprominentes vorderes Tuberkel des sechsten Halswirbels
Fossa infraclavicularisTrigonum clavipectorale, klinisch auch Mohrenheimsche Grube
Spatium axillare subfaszialeRaum unter der Achselfaszie mit den Hautnerven des medialen Oberarms

Literatur

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