Intensivmedizin, Werkzeuge

Verlegungsbrief von der Intensivstation

Aufbau, Textbausteine und sieben Beispielbriefe für den strukturierten Verlegungs- und Entlassungsbrief, mit einem Baukasten für den eigenen Entwurf.

So nutzen Sie diese Seite

  1. Die Abschnitte 1 bis 7 folgen dem Aufbau des Briefes und enthalten Musterformulierungen.
  2. Jeder Baustein hat die Schaltfläche In den Entwurf. Er wird im passenden Briefabschnitt des Briefentwurfs (letzter Abschnitt) angefügt und kann dort bearbeitet werden.
  3. Platzhalter in eckigen Klammern, zum Beispiel [Name] oder [Datum], ersetzen Sie im Krankenhausinformationssystem.
  4. Abschnitt 8 enthält sieben vollständige Beispielbriefe zum Lesen.
  5. Die Word-Vorlage mit denselben Inhalten steht im Reiter Werkzeuge des Moduls Intensivmedizin zum Herunterladen bereit (Medienpaket erforderlich).
DatenschutzGeben Sie hier keine Patientendaten ein. Der Entwurf wird nicht gespeichert und nicht übertragen; er verschwindet beim Schließen oder Neuladen der Seite. Den fertigen Text übernehmen Sie in das Krankenhausinformationssystem und ergänzen dort Namen, Daten und Befunde. Die Beispielbriefe sind anonymisiert.
Warum ein strukturierter Brief?Der Brief ist die Brücke zwischen Intensivstation und Weiterbehandlung. Nennen Sie Sepsis, Delir, Beatmungsdauer, Muskelschwäche und Ernährungsstatus ausdrücklich, damit Folgen wie das Post-Intensive-Care-Syndrom erkannt werden; siehe Sepsis (Lektion 6) und Betreuung nach der Intensivstation.

Abschnitt 1

Aufbau des Briefes

Allgemeiner Aufbau

1. Briefkopf / Absender

  • Klinikname, Abteilung (z. B. „Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin“)

  • Adresse, Telefonnummer, ggf. Fax und E-Mail

  • Name und Funktion des entlassenden Arztes/der Ärztin

  • Datum des Schreibens

2. Titel

Entlassungsbrief, Intensivstation
(ggf. ergänzt durch: „zur Weiterbetreuung durch Hausarzt / Pflege / Reha“)

3. Administrative Patientendaten

Angabe Inhalt
Name z. B. Max Mustermann
Geburtsdatum 01.01.1950
Adresse Musterstraße 1, 12345 Musterstadt
Aufnahmedatum z. B. 10.05.2025
Entlassungsdatum z. B. 17.05.2025
Fallnummer z. B. 2025-123456
Weiterbehandler z. B. Hausarzt, Reha-Einrichtung

4. Diagnosen (mit ICD-10)

  • Hauptdiagnose

  • Nebendiagnosen

  • ICU-bezogene Komplikationen (z. B. Delir, Pneumonie)

5. Therapie (mit OPS-Codes, falls relevant)

  • Chirurgische oder interventionelle Maßnahmen

  • Beatmung, Katecholamintherapie

  • Nierenersatzverfahren, Antibiotikatherapie

  • Schmerztherapie (z. B. PDK, PCA)

  • Besonderheiten: Isolation, Sedierung, ECMO etc.

6. Anamnese / Aufnahmegrund

  • Grund der ursprünglichen stationären Aufnahme

  • geplante operative oder interventionelle Maßnahmen

  • Verlauf bis zur ICU-Aufnahme

  • Ursache für die Intensivverlegung

Beispiel für den Textabschnitt „Anamnese / Aufnahmegrund“:

Beispiel 1:

Herr xxxx wurde aufgrund eines vordiagnostizierten Prostatakarzinoms zur definitiven operativen Therapie in unsere stationäre Behandlung aufgenommen. Am xxx erfolgte wie geplant eine robotisch assistierte laparoskopische radikale Prostatektomie mit pelviner Lymphadenektomie.
Nach zunächst komplikationslosem postoperativem Verlauf im Aufwachraum wurde der Patient auf die Normalstation zurückverlegt. Am ersten postoperativen Tag fiel er dort durch ein zunehmendes akutes Abdomen auf. Die daraufhin durchgeführte CT-Diagnostik zeigte freie intraabdominelle Luft, woraufhin noch am selben Tag eine notfallmäßige explorative Laparotomie durchgeführt wurde.
Intraoperativ zeigte sich eine Dünndarmperforation mit ausgedehnter stuhliger Peritonitis, weshalb eine Dünndarmresektion mit primärer Anastomosierung sowie eine ausgedehnte peritoneale Lavage durchgeführt wurde. Postoperativ erfolgte die ungeplante Verlegung auf unsere interdisziplinäre Intensivstation zur weiteren Überwachung und Therapie.

Abschnitt 2

Verlauf

7. Verlauf (ausdifferenziert in klinischen Teilabschnitten)

Empfohlene Untergliederung:

7.1 Aufnahmezeitpunkt und -zustand

Am [Datum] übernahmen wir um [Uhrzeit] einen wachen, extubierten und spontan atmenden Patienten, der respiratorisch unter Raumluft eine suffiziente Spontanatmung zeigte.

7.2 Respiratorischer Verlauf

Der Patient erreichte unter Raumluft einen pO₂ von 69 mmHg und einen pCO₂ von 34 mmHg. Eine invasive Beatmung war nicht erforderlich.

7.3 Hämodynamische Situation

Unter Noradrenalingabe von 0,3 mg/h stellte sich ein stabiler Blutdruck von xxx mmHg ohne Hinweise auf eine periphere oder kardiale Ischämie ein. Die Therapie konnte im Verlauf schrittweise beendet werden.

7.4 Kardiologischer Befund

Das Aufnahme-EKG zeigte einen normofrequenten Sinusrhythmus ohne Hinweise auf Erregungsrückbildungsstörungen.

7.5 Schmerztherapie

Die postoperative Analgesie war durch einen perioperativ eingelegten Periduralkatheter suffizient gesichert. Eine zusätzliche Opioidgabe war nicht erforderlich.

7.6 Bewusstseinslage / Delirstatus

Die Patientin war durchgehend wach, orientiert und zeigte keinen Anhalt für ein hyper- oder hypoaktives Delir.

7.7 Mobilisation

Ab dem zweiten Tag konnte mit passiver und anschließend assistierter Mobilisation begonnen werden.

7.8 Labor / Infektstatus

Es bestanden keine Zeichen einer Infektkonstellation. Leukozyten, CRP und Procalcitonin waren im Normbereich.

Beispiele (für Textbausteine)

Verlaufstyp Beschreibung / Formulierung
Unkomplizierter Verlauf Der Patient zeigte sich über den gesamten Verlauf kreislauf- und respiratorisch stabil. Eine invasive Beatmung war nicht erforderlich. Die Mobilisation konnte frühzeitig unter physiotherapeutischer Anleitung begonnen werden. Laborchemisch zeigten sich keine Auffälligkeiten.
Postoperativ instabil, aber erholt Postoperativ kam es zu einer vorübergehenden Kreislaufinstabilität mit Katecholaminpflichtigkeit, die im Verlauf unter Volumengabe und Noradrenalin ausgeschlichen werden konnte. Die Atmung und pulmonaler Gasaustausch waren suffizient. Die Extubation erfolgte problemlos am zweiten postoperativen Tag.
Schwerer Verlauf mit Organunterstützung Der Patient musste aufgrund einer Sepsis bei intraabdomineller Infektion invasiv beatmet und über mehrere Tage mit Katecholaminen stabilisiert werden. Zusätzlich erfolgte eine antiinfektive Therapie und ein engmaschiges hämodynamisches Monitoring. Eine dialysepflichtige Niereninsuffizienz trat nicht auf.
Delir / neurologische Auffälligkeiten Im Verlauf zeigte sich ein hypoaktives Delir mit intermittierender Desorientierung und Apathie, welches unter Reduktion der Sedierung und gezielter antideliranter Medikation rückläufig war. Ein neurologischer Herd wurde nicht festgestellt.
Infektkomplikation Es kam im Verlauf zu einem nosokomialen Infekt mit Fieber und erhöhten Entzündungsparametern. Eine kalkulierte Antibiotikatherapie mit Piperacillin/Tazobactam wurde eingeleitet und führte zu klinischer und laborchemischer Besserung.
Respiratorische Probleme (z. B. COPD) Bei bekannter COPD GOLD II kam es zu einer Verschlechterung der respiratorischen Situation mit kurzfristiger Notwendigkeit nicht-invasiver Beatmung (NIV). Die Sauerstoffsättigung konnte stabilisiert werden, eine Intubation war nicht erforderlich.
Rehabilitationsfähig und mobil Am Tag 4 konnte die Mobilisation an der Bettkante aufgenommen werden. Ab Tag 5 erfolgte die Mobilisation im Stand unter Anleitung. Die Patientin war bei Verlegung bereits selbstständig mit Gehbock mobilisierbar.

Abschnitt 3

Beatmung und Infektionen

Beispiele für Beatmung in der Intensivmedizin

  • „Die Beatmung erfolgte im assistierten Modus mit kontrollierter Druckunterstützung (PSV).“

  • „Die Extubation erfolgte am [Datum] nach erfolgreicher Spontanatemprüfung.“

  • „Der PEEP wurde stufenweise reduziert, ohne relevante Entsättigung.“

  • „Der Patient tolerierte Maskenbeatmung gut, keine Dekubitusbildung.“

Beatmungsform Indikation / Einsatzgebiet Typische Einstellungen / Besonderheiten Weaning / Verlauf Formulierungsbeispiel Arztbrief
Spontanatmung mit O₂-Gabe Hypoxämie, postoperative Phase, stabile Patienten 1 bis 6 L/min über Nasenbrille oder Maske Verlaufskontrolle per Pulsoximetrie und BGA Die Atmung erfolgte suffizient spontan unter 2 L/min O₂ über Nasensonde.
High-Flow-Oxygen (HFNC) moderate Hypoxämie, Komfortbeatmung bei Vigilanz 30 bis 60 L/min Flow, FiO₂ 0,3 bis 1,0, ggf. mit Wärmung/Befeuchtung Reduktion in Stufen, Übergang auf O₂-Therapie Bei moderater Hypoxämie wurde vorübergehend High-Flow-Oxygen eingesetzt.
NIV (nicht-invasive Beatmung) COPD, kardiales Lungenödem, moderate respiratorische Insuffizienz CPAP oder BiPAP mit PEEP 5 bis 10 cmH₂O, Druckunterstützung 10 bis 15 cmH₂O Weaning bei klinischer Besserung, engmaschige Maskenpausen Eine nicht-invasive Beatmung (BiPAP) war für 48 h notwendig bei COPD-Exazerbation.
Invasive Beatmung ARDS, schwere Sepsis, perioperativ, Vigilanzminderung, Schutzintubation kontrollierte Beatmung (z. B. BIPAP, PCV), TV 6 bis 8 ml/kg, PEEP nach ARDSnet Sedierungspause, Spontanatemversuche, Extubationprüfung Der Patient wurde invasiv beatmet (BIPAP-Modus), Extubation am 3. Tag nach Weaning.
Tracheotomie prolongiertes Weaning, Schutz der Atemwege, reduzierte Vigilanz Cuffdruckkontrolle, Feuchtigkeitssystem, Atemtraining Phasenweise Dekanülierungsversuche bei Weaning-Fortschritt Aufgrund prolongierter Beatmung erfolgte eine dilatative Tracheotomie am 8. Tag.
Weaning-Phase Nach Stabilisierung, Ziel: Extubation oder Dekanülierung PSV, CPAP, Spontanatemphasen steigern tägliche Spontanatemprüfungen, Cuff-Leak-Test, Schluckdiagnostik Das Weaning verlief komplikationslos, der Patient konnte am Tag 5 erfolgreich extubiert werden.

Beispiele für Keime und Behandlung

„Die mikrobiologische Diagnostik ergab den Nachweis von [Keim] mit [Resistenzprofil] in [Material/Ort]. Eine gezielte antiinfektive Therapie mit [Antibiotikum] wurde über [x] Tage durchgeführt. Klinisch und laborchemisch zeigte sich ein regredientes Infektgeschehen.“

Evidence Box, ErgänzungDie Tabelle zeigt Formulierungen, keine Therapieempfehlungen. Maßgeblich sind Antibiogramm, lokale SOP und ABS-Team. Bei Candidämie empfehlen aktuelle Leitlinien für kritisch Kranke initial ein Echinocandin, Fluconazol erst nach Stabilisierung und Empfindlichkeitsprüfung; bei nachgewiesenem ESBL-Bildner ist Meropenem eine gezielte, keine kalkulierte Therapie. Die Einteilung 3MRGN und 4MRGN folgt der KRINKO-Definition. Zur Dosierung siehe Antimikrobielle Therapie.
Keimnachweis Resistenzprofil Diagnose / Infektlokalisation Therapie Formulierung für Arztbrief
Escherichia coli ESBL-bildend Harnwegsinfekt / postoperative Infektion Meropenem i.v. Im Urin wurde ein ESBL-bildender E. coli nachgewiesen. Es erfolgte eine gezielte Therapie mit Meropenem über 7 Tage.
Klebsiella pneumoniae 3MRGN Sepsis / Pneumonie Piperacillin/Tazobactam (initial), dann Umstellung auf Meropenem Nach positiver Blutkultur auf Klebsiella pneumoniae (3MRGN) wurde die antiinfektive Therapie auf Meropenem angepasst.
Pseudomonas aeruginosa empfindlich nosokomiale Pneumonie Ceftazidim i.v. Bei nosokomialer Pneumonie wurde Pseudomonas aeruginosa nachgewiesen. Die Therapie erfolgte gezielt mit Ceftazidim.
Staphylococcus aureus MSSA (sensibel) postoperative Wundinfektion Flucloxacillin i.v. Bei lokaler Wundinfektion mit Nachweis von MSSA erfolgte eine 5-tägige Therapie mit Flucloxacillin.
Staphylococcus aureus MRSA Tracheobronchitis / Katheterinfektion Linezolid oder Vancomycin i.v. Nach MRSA-Nachweis in der Trachealsekretdiagnostik wurde eine gezielte Therapie mit Linezolid eingeleitet.
Enterococcus faecium VRE (Vancomycin-resistent) ZVK-Sepsis Linezolid i.v. Bei VRE-positiver Blutkultur wurde die ZVK entfernt und eine gezielte Therapie mit Linezolid begonnen.
Acinetobacter baumannii 4MRGN beatmungsassoziierte Pneumonie Colistin + Meropenem (Off-Label) Bei beatmungsassoziierter Pneumonie mit Nachweis von 4MRGN Acinetobacter erfolgte eine kombinierte Off-Label-Therapie mit Colistin und Meropenem.
Candida albicans keine relevante Resistenz Katheter-assoziierte Candidämie Fluconazol (oder Caspofungin bei V.a. Organaffektion) Bei Candida-Nachweis in Blutkulturen wurde eine antimykotische Therapie mit Fluconazol eingeleitet.

Abschnitt 4

Delir, Niere, Ernährung, Schmerz

Delir

  • „Delirscreening wurde täglich mittels CAM-ICU durchgeführt.“

  • „Ein Delir wurde frühzeitig erkannt und interdisziplinär behandelt.“

  • „Die Angehörigen wurden über die Delirdiagnose und die Relevanz einer strukturierten Umgebung informiert.“

Intensiv Box, ErgänzungClomethiazol ist auf der Intensivstation wegen Atemdepression und vermehrter Bronchialsekretion nur mit Vorsicht einsetzbar; beim Alkoholentzugsdelir werden Benzodiazepine bevorzugt, ergänzt um Clonidin oder Dexmedetomidin. Thiamin vor Glukose geben.
Typ Klinisches Bild Ursachen / Auslöser Therapie / Management Formulierungsbeispiel Arztbrief
Hyperaktives Delir Agitiert, motorisch unruhig, wechselnd orientiert, Halluzinationen, Schlaflosigkeit Alkoholentzug, Hypoxie, Sepsis, Schmerz, Medikamentenwechsel Clonidin, Dexmedetomidin, ggf. Haloperidol, Reorientierung Im Verlauf entwickelte der Patient ein hyperaktives Delir mit motorischer Unruhe und Schlaflosigkeit, das unter Clonidin-Therapie und strukturierter Reorientierung rückläufig war.
Hypoaktives Delir Teilnahmslos, apathisch, verlangsamte Reaktionen, Desorientierung Sedierung, Organversagen, Elektrolytstörungen, Alter Sedierung reduzieren, frühe Mobilisation, Antidelir-Umfeld Es zeigte sich ein hypoaktives Delir mit Vigilanzminderung, das unter Reduktion der Sedierung und gezielter Dexmedetomidin Therapie rückläufig war.
Gemischtes Delir Phasenweise agitiert, dann wieder verlangsamt und apathisch Multimorbidität, Sepsis, OP-Folgen, Medikamente Multimodales Delirmanagement, Delir-Chart, engmaschige Überwachung Ein gemischtes Delir trat im Verlauf auf. Unter nicht-medikamentösen Maßnahmen und Tagesstrukturierung besserte sich der Zustand deutlich.
Entzugsdelir (Delir tremens) Tremor, Tachykardie, Schwitzen, Halluzinationen, Agitation, Angst Alkoholentzug Clomethiazol, Benzodiazepine (z. B. Lorazepam), Thiamin Aufgrund des bekannten Alkoholabusus entwickelte der Patient ein Delir tremens, das unter Benzodiazepingabe und Vitamin-B1-Substitution stabilisiert werden konnte.

Nierenersatztherapie

  • Beginn und Ende der Nierenersatztherapie:
    „Beginn am [Datum], beendet am [Datum]“

  • Zugang:
    „Nierenersatz über Shaldon-Katheter femoral rechts“

  • Bilanzierung:
    „Tägliche Netto-Entlastung ca. 1500 ml“

  • Monitoring:
    „Elektrolyte, pH, Harnstoff und Kreatinin engmaschig kontrolliert“

Indikation Verfahren Dauer / Modus Verlauf / Wirkung Formulierungsbeispiel für Arztbrief
Anurie, Hyperkaliämie, Azidose Kontinuierliche venovenöse Hämodiafiltration (CVVHDF) 24-h-Betrieb, intermittierend nach Bedarf Azidose und Elektrolytstörungen stabilisiert, Flüssigkeitsbilanz kontrolliert Bei Anurie und therapierefraktärer Hyperkaliämie erfolgte eine CVVHDF über 72 Stunden. Darunter kam es zur Stabilisierung der metabolischen Situation.
Septische AKI mit Volumenüberladung CVVH 48 bis 96 h kontinuierlich Entlastung bei positivem Flüssigkeitssaldo, Katecholaminbedarf rückläufig Im Rahmen einer septischen Nierenschädigung wurde eine CVVH eingeleitet. Unter Therapie normalisierte sich die Diurese und die Kreislaufsituation stabilisierte sich.
Chronische Niereninsuffizienz mit akuter Verschlechterung Intermittierende Hämodialyse (IHD) alle 2 bis 3 Tage Elektrolytkorrektur, klinische Besserung, Harnstoff und Kreatinin rückläufig Es erfolgte eine intermittierende Dialyse bei chronischer Niereninsuffizienz und akuter Entgleisung. Die metabolische Situation besserte sich deutlich.
Rhabdomyolyse mit Myoglobinurie CVVHDF mit High Cut-Off Filter 3 bis 5 Tage kontinuierlich CK und Myoglobin rückläufig, Nierenfunktion verzögert erholt Zur Myoglobin-Clearance bei Rhabdomyolyse wurde eine CVVHDF mit High Cut-Off Filter durchgeführt.
Urämische Enzephalopathie Akut-Hämodialyse Notfall, einmalig oder sequenziell Vigilanz gebessert, Symptome rückläufig nach erster Dialyse Bei urämischer Enzephalopathie wurde eine Notfall-Hämodialyse durchgeführt mit promptem klinischen Ansprechen.

Ernährung und Kostaufbau

  • „Der Kostaufbau erfolgte stufenweise ab dem dritten postoperativen Tag. Die orale Ernährung war zuletzt vollständig bedarfsdeckend.“

  • „Es bestand zwischenzeitlich eine Gastroparese, die unter Prokinetika rückläufig war.“

  • „Die enterale Ernährung wurde nach Refluxkomplikationen auf parenteral umgestellt.“

  • „Aufgrund anhaltender Appetitlosigkeit wurde zusätzlich hochkalorische Trinknahrung gegeben.“

Phase / Situation Ernährungsform Indikation / Verlauf Formulierungsbeispiel für Arztbrief
Nüchternphase nach OP / Peritonitis NPO (nil per os), ausschließlich i.v. Flüssigkeit Postoperativ bei intraabdominellem Eingriff, Schutz vor Ileus und Aspiration Initial war der Patient nüchtern geführt, eine enterale Ernährung wurde noch nicht begonnen.
Frühphase postoperativ Parenterale Ernährung über ZVK / PICC Mangelernährung, Ileusgefahr, kein enteraler Kostaufbau möglich Aufgrund fehlender Darmmotilität wurde vorübergehend eine parenterale Ernährung über zentralvenösen Zugang begonnen.
Kostaufbau ab Tag 2 bis 3 Schluckweise Flüssigkeit, Tee, klare Brühe klinische Erholung, Rückkehr der Darmgeräusche, kein Erbrechen Ab dem 3. postoperativen Tag erfolgte der vorsichtige Kostaufbau mit Flüssigkeit und klarer Brühe.
Weiche Kost / leichte Vollkost Leichte Vollkost oral Stabile gastrointestinale Funktion, keine Übelkeit, aktive orale Aufnahme Die orale Ernährung konnte erfolgreich mit leichter Vollkost etabliert werden.
Standardkost Normalkost ad libitum Volle Belastbarkeit des GI-Trakts Die Ernährung erfolgte zuletzt mit Normalkost, bedarfsdeckend und ohne Beschwerden.
Ergänzende Ernährung Hochkalorische Trinknahrung Appetitmangel, Kachexie, Gewichtsverlust Zur kalorischen Unterstützung wurde zusätzlich Trinknahrung verordnet.
Sondenernährung enteral über nasogastrale / PEG-Sonde prolongierte Vigilanzminderung, fehlender Schluckreflex Die enterale Ernährung erfolgte über eine nasogastrale Sonde.
Supplementierung Vitamin B1, Vitamin D, Spurenelemente chronische Alkoholkrankheit, Mangelernährung, Refeeding-Prophylaxe Eine Substitution von Vitamin B1 sowie Spurenelementen wurde begleitend zur enteralen Ernährung durchgeführt.

Schmerztherapie

  • „Die Schmerzintensität wurde regelmäßig mittels NRS dokumentiert (0 bis 10).“

  • „Eine Überwachung der Vigilanz und Atemfrequenz unter Opiattherapie erfolgte engmaschig.“

  • „Der PDK wurde komplikationslos entfernt am [Datum]“

Verfahren Indikation / Anwendung Wirkstoffe / Technik Monitoring / Besonderheiten Formulierungsbeispiel für Arztbrief
Periduralkatheter (PDK) Große abdominal-/thoraxchirurgische Eingriffe, Bauch-/Beckenchirurgie Ropivacain ± Sufentanil / kontinuierlich oder intermittierend RR-Kontrolle, neurologisches Monitoring, Ausschluss motorischer Blockade Die Analgesie erfolgte suffizient über einen perioperativ angelegten Periduralkatheter mit Ropivacain/Sufentanil.
PCA (Patient-Controlled Analgesia) kontrollierbare Opioidgabe durch den Patienten selbst (nach Extubation) Piritramid, Bedienfähigkeit sicherstellen, Sedierungsgrad, Atemfrequenz überwachen Nach Extubation wurde eine PCA mit Piritramid eingerichtet, die der Patient sicher bedienen konnte.
Intravenöse Bolusgabe (Bedarfsmedikation) ergänzend zu Basisanalgesie, bei Schmerzspitzen Metamizol, Piritramid, Morphin Dokumentation der Wirksamkeit, Intervallkontrolle Bei akuten Schmerzspitzen erfolgte die Gabe von Piritramid i.v. bei Bedarf.
Orale Analgesie (Standard / Stufenschema) bei stabilem GI-Trakt, Übergang von PDK/PCA oder bei leichteren Eingriffen Metamizol, Ibuprofen, Oxycodon Verträglichkeit, Gastrofunktion, Begleitmedikation (z. B. Magenschutz) Die Schmerztherapie wurde bei stabiler gastrointestinaler Funktion auf orale Medikation umgestellt.
Regionale Nervenblockaden OP-nah bei Extremitäten-/Thorax-OP (z. B. Plexus-/PENG-/Interscalenär) Ropivacain / Bupivacain Wirkdauer beachten, motorische Funktion prüfen Zur postoperativen Analgesie wurde ein Ultraschall-gestützter PENG mit Ropivacain durchgeführt.
Stufentherapie (WHO) Kombinationstherapie gemäß Schmerzintensität (Stufe 1 bis 3) Nicht-Opioide ± schwache/starke Opioide Aufklärung über Nebenwirkungen (z. B. Obstipation, Sedierung) Die Schmerztherapie erfolgte analog dem WHO-Stufenschema mit Metamizol und retardiertem Morphin.

Abschnitt 5

ECMO und Komplikationen

Beispiele ECMO-Therapie in der Intensivmedizin

  • Zugang: femorofemoral oder femorojugulär

  • Oxygenator-Parameter: FiO₂, Blutfluss, Sweep-Gas

  • Weaning-Versuch: täglich, schrittweise Reduktion der Sweep / Flows

  • Explantation: nach erfolgreicher Spontanfunktion Lunge/Herz

Beispielhafte Zusatzformulierung:

„Die ECMO-Therapie wurde komplikationsarm über femorofemoralen Zugang durchgeführt. Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine kritische Oxygenatorleistung. Nach pulmonaler Besserung erfolgte die Explantation am Tag 9.“

ECMO-Typ Indikation Funktionsweise Therapiedauer / Verlauf Typische Komplikationen Formulierungsbeispiel Arztbrief
veno-venöse ECMO (vvECMO) ARDS, schwere Hypoxämie bei respiratorischer Insuffizienz Blutoxygenierung und CO₂-Elimination, keine Kreislaufunterstützung meist 7 bis 14 Tage (je nach pulmonaler Erholung), schrittweises Weaning Thrombose, Blutung, Hämolyse, Pneumothorax Bei therapierefraktärem ARDS erfolgte eine vvECMO für 10 Tage. Nach pulmonaler Besserung konnte die ECMO erfolgreich explantiert werden.
veno-arterielle ECMO (vaECMO) kardiogener Schock, Herzstillstand, ECLS, Lungenembolie mit hämodynamischer Instabilität Unterstützt sowohl Oxygenierung als auch Kreislauf (Kreislaufersatzfunktion) häufig <7 Tage, bei kardiologischen Reversibilitätskriterien ggf. länger Ischämie distaler Extremität, LV-Distension, neurologische Komplikationen Im Rahmen eines fulminanten Myokardinfarkts wurde eine vaECMO zur Kreislaufstabilisierung über 5 Tage eingesetzt.
ECPR (ECMO bei Reanimation) Refraktärer Herzstillstand ohne ROSC, unter laufender Reanimation vaECMO mit Notfallindikation Akutphase <72h entscheidend, Überleben abhängig vom Zeitfenster neurologische Folgeschäden, Multiorganversagen Nach prolongierter CPR wurde eine ECPR initiiert. Nach ROSC Stabilisierung unter vaECMO.

Internistische Komplikationen

Komplikation Ursache / Kontext Therapie / Management Formulierungsbeispiel für Arztbrief
Hyperglykämie / Diabetesentgleisung Stresshyperglykämie, Steroidgabe, präexistenter Diabetes Insulintherapie, engmaschige BZ-Kontrolle Im Verlauf kam es zu einer stressbedingten Hyperglykämie mit Bedarf an kontinuierlicher Insulingabe. Der Blutzucker konnte unter Therapie stabilisiert werden.
Hyponatriämie SIADH, Hypovolämie, Diuretikatherapie Flüssigkeitsrestriktion, NaCl-Substitution, Ursachenbehandlung Es bestand eine mäßige Hyponatriämie (Na 128 mmol/l), die unter vorsichtiger Korrektur mit isotoner Lösung rückläufig war.
Hypernatriämie Flüssigkeitsmangel, zentraler / nephrogener Diabetes insipidus Volumensubstitution, DDAVP (bei CDI) Die Hypernatriämie war Ausdruck eines relativen Volumenmangels und besserte sich unter isotoner Rehydratation.
Hypokaliämie / Hyperkaliämie Diurese, Dialyse, Zellzerfall, Medikamente Substitution / Kaliumsenkung (z. B. Insulin-Glukose, Resonium, Dialyse) Im Verlauf trat eine behandlungsbedürftige Hypokaliämie auf, die unter intravenöser Substitution normalisiert werden konnte.
Delir Sepsis, Schmerz, Sedierung, Immobilisation Antidelir-Maßnahmen, Clonidin, Dexmedetomidin, Reorientierung Es entwickelte sich ein hypoaktives Delir, das unter strukturierter Reorientierung und Reduktion der sedierenden Medikation rückläufig war.
Obstipation / paralytischer Ileus Opioide, Mobilitätsverlust, intraabdominelle Eingriffe Laxanzien, Prokinetika, ggf. transanale Entlastung Es bestand eine ausgeprägte Obstipation, die unter Laxanzien und Mobilisation erfolgreich behandelt wurde.
Akutes Nierenversagen (AKI) Sepsis, Hypotonie, nephrotoxische Medikamente Volumentherapie, ggf. Nierenersatzverfahren (CVVH/IHD) Bei septisch bedingtem Nierenversagen war eine vorübergehende CVVH erforderlich. Die Nierenfunktion stabilisierte sich im Verlauf.
Gastrointestinale Blutung Ulkus, Stressulkus, Antikoagulation PPI-Therapie, Endoskopie, Transfusion Es zeigte sich ein melänaartiger Stuhl, endoskopisch konnte ein blutendes Ulkus gesichert und gestillt werden.
Myokardischemie / NSTEMI Sepsis, Tachykardie, Anämie, Atherosklerose internistisch, ggf. Lyse / PCI, Beta-Blocker, Antikoagulation Troponin-T war dynamisch erhöht, im TTE Zeichen einer inferolateralen Wandbewegungsstörung. Die Patientin wurde kardiologisch weiterbetreut.
Thrombose / Lungenembolie Immobilisation, Malignom, Gerinnungsstörung Antikoagulation, ggf. Lyse, supportive Maßnahmen Im Verlauf zeigte sich eine segmentale LE in der CT-Angio. Es erfolgte eine therapeutische Antikoagulation mit NMH.
Differenzierung anhand des Schweregrades

1. Leichtgradige Komplikationen

Messfehler Box, KorrekturIn der Vorlage hieß es beim akuten Nierenversagen „kontinuierliche venovenöse Hämodialyse (CVVH)“; CVVH ist die Hämofiltration, die Hämodialyse wäre CVVHD. Im Beispielbrief Ivor-Lewis wurde „Intermittierende Nierenersatztherapie (CVVHD)“ zu „Kontinuierliche …“ korrigiert.
Komplikation Typischer Verlauf / Formulierung
Stresshyperglykämie Im Rahmen der intensivmedizinischen Behandlung kam es zu einer vorübergehenden Hyperglykämie, die unter subkutaner Insulintherapie gut kontrollierbar war. Eine Entgleisung des HbA1c lag nicht vor.
Leichte Hyponatriämie Laborchemisch zeigte sich eine milde Hyponatriämie (Na 130 bis 132 mmol/l), vermutlich im Rahmen eines SIADH. Unter Flüssigkeitsrestriktion normalisierte sich der Natriumwert spontan.
Obstipation Es bestand eine passagere Obstipation bei verminderter Mobilisation, die unter Gabe von Macrogol und Laxoberal sowie zunehmender Mobilisation rückläufig war.
Leichte Transaminasenerhöhung Bei insgesamt stabiler Leberfunktion fiel laborchemisch eine geringfügige Transaminasenerhöhung auf, ohne klinische Relevanz oder Bild für eine Hepatitis. Verlaufskontrollen unauffällig.

2. Mäßig ausgeprägte Komplikationen

Komplikation Typischer Verlauf / Formulierung
Delir (hypoaktiv) Im Verlauf entwickelte der Patient ein hypoaktives Delir mit vermehrter Tagesschläfrigkeit, Apathie und intermittierender Desorientierung. Unter Reduktion der sedierenden Medikation, strukturierter Tagesplanung und Reorientierungsmaßnahmen besserte sich das Bild schrittweise.
Elektrolytstörungen (z. B. Hypokaliämie, Hypophosphatämie) Im Verlauf kam es zu behandlungsbedürftigen Elektrolytstörungen (z. B. K 3,1 mmol/l), die durch gezielte intravenöse Substitution zeitnah normalisiert werden konnten.
Transaminasenerhöhung bei Sepsis Im Rahmen der Sepsis zeigten sich transiente Transaminasenanstiege (AST/ALT bis 3-fach erhöht), die bei stabiler Gerinnung und unauffälliger Sonografie keiner spezifischen Therapie bedurften.
Beginnende Gastroparese Postoperativ bestand eine mäßige gastrointestinale Entleerungsstörung mit Übelkeit und aufgetriebenem Abdomen. Unter Prokinetikagabe und Nahrungspause kam es zur raschen Besserung.

3. Schwerwiegende internistische Komplikationen

Komplikation Ausführliche Formulierung für den Arztbrief
Akutes Nierenversagen (AKI KDIGO 2 bis 3) Im Verlauf entwickelte sich ein akutes Nierenversagen mit Oligurie, Anstieg der Retentionsparameter (Kreatinin 3,2 mg/dl, Harnstoff 98 mg/dl). Eine kontinuierliche venovenöse Hämofiltration (CVVH) wurde über 5 Tage durchgeführt. Die Nierenfunktion erholte sich partiell, aktuell GFR ~45 ml/min.
Sepsis mit sekundärem Organversagen Es bestand ein septisches Krankheitsbild mit hämodynamischer Instabilität, Leberwerterhöhung und beginnender Enzephalopathie. Die Therapie erfolgte gemäß Surviving Sepsis Campaign mit Volumengabe, Katecholaminen und kalkulierter Antibiotikatherapie (Piperacillin/Tazobactam + Vancomycin).
NSTEMI / Myokardinfarkt Am 4. Behandlungstag zeigte sich ein dynamischer Troponin-T-Anstieg mit thorakaler Drucksymptomatik. Im TTE fand sich eine neu aufgetretene inferiore Hypokinesie. Die Patientin wurde kardiologisch mitbeurteilt, eine PCI war nicht erforderlich. Es erfolgte eine konservative Therapie mit ASS, Betablocker und Antikoagulation.
Therapierefraktäre Hyperkaliämie Bei progredientem Kaliumanstieg (max. 6,8 mmol/l) unter begleitender Azidose erfolgte die Einleitung einer Notfallhämodialyse. Die Situation stabilisierte sich darunter rasch.
Chirurgische Komplikationen
Komplikation Ursache / Kontext Therapie / Management Formulierungsbeispiel für den Arztbrief
Nachblutung / Hämatom Anastomoseninsuffizienz, Gefäßverletzung, Gerinnungsstörung Re-OP, Drainageanlage, Transfusion, Gerinnungsoptimierung Postoperativ kam es zu einer Nachblutung mit Hämatombildung im OP-Gebiet, die operativ revidiert und durch eine Drainage versorgt wurde.
Anastomoseninsuffizienz Mangelnde Durchblutung, Sepsis, erhöhter Druck, technische Probleme Re-OP, Spülung, Anlage eines protektiven Stomas, Antibiose Am 3. postoperativen Tag wurde eine Anastomoseninsuffizienz klinisch und bildmorphologisch diagnostiziert. Es erfolgte eine notfallmäßige Re-Operation mit Anlage eines protektiven Ileostomas.
Wundheilungsstörung / -infektion Adipositas, Diabetes, kontaminierte OP, mangelnde Durchblutung Lokale Wundpflege, ggf. Revision, Antibiotikatherapie Die OP-Wunde zeigte sich lokal gerötet mit seropurulenter Sekretion. Eine lokale Wundbehandlung sowie kalkulierte Antibiose wurden eingeleitet.
Ileus / paralytischer Zustand Post-OP (v. a. Bauchchirurgie), Elektrolytstörung, Schmerzmedikation Nahrungskarenz, Prokinetika, ggf. nasogastrale Sonde Es bestand ein paralytischer Dünndarmverlauf mit aufgehobener Stuhlpassage. Unter medikamentöser Therapie und Mobilisation war eine Besserung erkennbar.
Abszessbildung (intraabdominell) Kontaminierte OP, Peritonitis, zurückgebliebenes Sekret / Hämatom CT-gesteuerte Drainage, ggf. operative Revision, Antibiose In der Verlaufskontrolle wurde ein perikolischer Abszess nachgewiesen. Es erfolgte eine CT-gesteuerte Drainageanlage und eine gezielte antibiotische Therapie.
Stomaanlage-Komplikation Ischämie, Retraktion, Parastomalhernie Reposition, Re-Anlage, Stomapflege Postoperativ traten Zeichen einer Stomaischämie auf. Nach chirurgischer Reintervention konnte eine suffiziente Durchblutung wiederhergestellt werden.
Galleleckage / Pankreasfistel Leber-/Pankreaschirurgie, Resektionsränder, Clips, Drainagen Drainageanlage, Somatostatinanaloga, ggf. Re-OP Es wurde eine Galleleckage über die intraoperativ eingelegte Redon-Drainage nachgewiesen. Unter konservativer Therapie stabilisierte sich die Situation.
Pleuraverletzung / Pneumothorax post-OP Zwerchfellnahe OP, ZVK-Fehllage, Thoraxchirurgie Thoraxdrainage, O₂-Therapie Im postoperativen Verlauf kam es zu einem rechtsseitigen Pneumothorax. Es wurde eine Thoraxdrainage eingebracht mit rascher klinischer Besserung.
Chirurgische Wunddehiszenz Spannung, Infektion, Adipositas, frühzeitige Belastung Nahtrevision, Vakuumtherapie, Sekundärheilung Am 7. postoperativen Tag kam es zu einer Wunddehiszenz mit sichtbarer Faszie. Die Wunde wurde sekundär versorgt.

Abschnitt 6

Zustand bei Verlegung

8. Zustand bei Entlassung

  • Vigilanz:
    Bei Entlassung zeigte sich der Patient wach, voll orientiert zu Person, Ort und Zeit sowie in gutem Allgemeinzustand.

  • Atmung:
    Die Atmung erfolgte spontan und suffizient unter Raumluft, ein zusätzlicher Sauerstoffbedarf bestand nicht.

  • Kreislauf:
    Kreislaufparameter waren im Normbereich, eine Katecholaminunterstützung war zuletzt nicht mehr erforderlich.

  • Mobilisation:
    Der Patient war mit physiotherapeutischer Unterstützung an die Bettkante mobilisierbar und konnte später kurze Strecken im Zimmer zurücklegen.

  • Wundstatus:
    Die postoperativen Wundverhältnisse zeigten sich reizlos, ohne Anzeichen einer lokalen Infektion oder Sekretabsonderung.

  • Schmerz:
    Die Schmerzsymptomatik war unter oraler Analgetikatherapie gut beherrschbar, es bestand kein zusätzlicher Bedarf an Opioiden.

  • Ernährung:
    Die Nahrungsaufnahme erfolgte vollständig oral, die Ernährung war bedarfsdeckend ohne gastrointestinale Beschwerden.

Beispielvorlagen

Kategorie Beispiel 1 (günstiger Verlauf) Beispiel 2 (verzögerte Erholung) Beispiel 3 (eingeschränkt, aber entlassfähig)
Vigilanz Wach, orientiert zu allen Qualitäten Vigilanz intermittierend reduziert, orientiert zur Person Wach, phasenweise leicht desorientiert, aber kooperationsfähig
Atmung Spontan atmend unter Raumluft, kein O₂-Bedarf Spontanatmend unter 2 L/min O₂ über Nasenbrille Kurze Belastungsdyspnoe, aber stabile Spontanatmung bei O₂-Gabe
Kreislauf Kreislaufstabil ohne Katecholaminbedarf Normoton unter Volumensubstitution Kreislaufstabil bei orthostatischer Neigung, kein Katecholaminbedarf
Mobilisation Mobil ohne Hilfsmittel, selbstständig Mobilisiert an Gehbock mit Unterstützung Transfers ins Bett mit Hilfe möglich, Mobilisation eingeschränkt
Wundstatus Wundverhältnisse reizlos, trocken, kein Sekret Leichte seröse Sekretion, ohne Rötung Rötung am Wundrand, keine Fluktuation, regelmäßige Kontrolle empfohlen
Schmerz Schmerzfrei unter oraler Standardanalgesie Leichte Schmerzen bei Bewegung, unter Analgetika gut kontrollierbar Mäßige Schmerzintensität, regelmäßige Analgesie erforderlich
Ernährung Oral bedarfsdeckend, ohne Übelkeit oder Erbrechen Teilweise Appetitlosigkeit, aber ausreichende orale Zufuhr Ernährung eingeschränkt, ergänzend hochkalorische Trinknahrung empfohlen

Zustand bei Verlegung, günstiger Verlauf (Beispielparagraph)

Bei Verlegung auf die Normalstation zeigte sich der Patient in insgesamt gutem Allgemeinzustand. Er war wach, voll orientiert und kooperationsfähig. Die Atmung erfolgte spontan und suffizient unter Raumluft, ein zusätzlicher Sauerstoffbedarf bestand nicht. Kreislaufparameter waren stabil, eine Katecholamintherapie war zuletzt nicht mehr erforderlich.
Die Mobilisation erfolgte unter physiotherapeutischer Anleitung an der Bettkante sowie im Stand, Transfers ins Bett und auf den Stuhl waren selbstständig mit Gehhilfe möglich.
Die chirurgische Wunde zeigte sich reizlos, ohne Hinweis auf Nachblutung oder Entzündungszeichen. Die Schmerztherapie war unter oraler Standardmedikation (z. B. Metamizol und Oxycodon) suffizient. Die Ernährung erfolgte vollständig oral, bedarfsdeckend und ohne gastrointestinale Beschwerden.
Diurese und Stuhlgang waren regelrecht, laborchemisch zeigte sich eine weitgehende Normalisierung der Entzündungsparameter.

Zustand bei Verlegung, verzögerte Erholung (Beispielparagraph)

Bei Verlegung auf die weiterbehandelnde Station präsentierte sich der Patient wach, phasenweise noch leicht verlangsamt in der Reaktion, aber im Wesentlichen orientiert zur Person und zur Situation. Eine vollständige kognitive Reorientierung war im Verlauf jedoch zunehmend zu beobachten. Die Atmung erfolgte spontan unter geringer Sauerstoffunterstützung (2 L/min über Nasenbrille), die Sauerstoffsättigung war stabil.
Hämodynamisch zeigte sich der Patient normofrequent und normoton ohne aktuellen Bedarf an Katecholaminen oder Volumensubstitution.
Die Mobilisation war zum Zeitpunkt der Verlegung auf Transfers an den Bettrand mit Hilfe beschränkt, die Mobilisation im Stand erfolgte unter physiotherapeutischer Unterstützung.
Die chirurgische Wunde war reizlos, kein Anhalt für Nachblutung oder Sekretbildung. Die Schmerztherapie erfolgte oral, war unter Kombination von Nicht-Opioiden ausreichend wirksam.
Die orale Ernährung war möglich, allerdings bestand noch ein reduzierter Appetit, sodass ergänzend hochkalorische Trinknahrung verordnet wurde. Die Diurese war regelrecht, der Stuhlgang noch verzögert. Laborchemisch zeigte sich eine Rückbildung der Entzündungsparameter, Nierenfunktion grenzwertig, aber stabil.

Zustand bei Verlegung, komplexes Szenario mit Infektkomplikationen

Bei Verlegung auf die weiterbehandelnde Station zeigte sich der Patient in reduziertem Allgemeinzustand, aber klinisch kompensiert. Er war wach, intermittierend müde, aber im Wesentlichen orientiert und kooperationsfähig. Die Atmung erfolgte spontan unter Sauerstoffgabe von 3 L/min über eine Nasenbrille, die Sättigung lag dabei stabil über 94 %.
Hämodynamisch war der Patient stabil, eine Katecholamintherapie war in den letzten 48 Stunden nicht mehr erforderlich.
Im Verlauf des intensivmedizinischen Aufenthalts war es zu einem septischen Krankheitsbild mit Nachweis multipler Keime (u. a. Pseudomonas aeruginosa, Enterococcus faecium und Candida albicans) aus Blutkulturen, Trachealsekret und Wundabstrichen gekommen. Entsprechend wurde eine gezielte antiinfektive Therapie mit Meropenem, Linezolid und Caspofungin eingeleitet und über 10 Tage fortgeführt. Die mikrobiologischen Kontrolluntersuchungen zeigten zuletzt kein Keimwachstum mehr.
Die chirurgischen Wundverhältnisse waren stabil ohne floride Entzündung, Drainagen wurden entfernt.
Die Mobilisation war aufgrund des reduzierten muskulären Status nur im Bett und an die Bettkante möglich; der Patient wurde physiotherapeutisch weiter begleitet.
Die Ernährung erfolgte derzeit oral mit ergänzender Trinknahrung, da die Appetitlage noch reduziert war. Die enterale Zufuhr war insgesamt ausreichend.
Die Diurese war erhalten, der Stuhlgang verzögert, aber spontan möglich. Laborchemisch zeigte sich eine rückläufige CRP-Dynamik, Leukozyten zuletzt normwertig. Nierenfunktion stabilisiert sich bei GFR >45 ml/min/1,73 m².

Zustand bei Verlegung, persistierende Erregerlast / Therapieabbruch

Zum Zeitpunkt der Verlegung zeigte sich der Patient in deutlich reduziertem Allgemeinzustand, jedoch klinisch stabil bei fortbestehender Infektkonstellation. Er war wach, zeitweise müde, aber in sich stimmig orientiert. Die Atmung erfolgte unter kontinuierlicher Sauerstoffgabe (4 L/min), mit stabiler Sättigung bei 92 bis 94 %.
Hämodynamisch zeigte sich der Patient normotensiv, ohne aktuellen Bedarf an Katecholaminen.
Im Verlauf des intensivmedizinischen Aufenthalts war es zu einem ausgedehnten infektiösen Geschehen mit nachgewiesener Erregerpersistenz von multiresistentem Pseudomonas aeruginosa (4MRGN) in Trachealsekret und Wundabstrichen gekommen. Trotz kalkulierter Kombinationstherapie mit Meropenem, Colistin und Amikacin zeigte sich keine relevante mikrobiologische oder klinische Besserung.
Aufgrund zunehmender Organtoxizität (Nierenfunktionsverschlechterung, beginnende Leberschädigung) sowie limitierter therapeutischer Optionen wurde in interdisziplinärer Absprache die antimikrobielle Therapie vorzeitig beendet und ein palliativer Therapiezielwechsel mit symptomorientierter Weiterbehandlung festgelegt.
Die Wundverhältnisse zeigten sich weiterhin floride entzündlich, mit nekrotischen Arealen, jedoch ohne Zeichen systemischer Instabilität.
Die Mobilisation war zuletzt nur passiv möglich, Transfers im Bett erfolgten mit Unterstützung.
Die Ernährung wurde auf palliative enterale Basisernährung über PEG-Sonde umgestellt. Flüssigkeits- und Schmerztherapie wurden auf ein bedarfsgerechtes Niveau angepasst.
Laborchemisch persistierten erhöhte CRP- und Procalcitoninwerte. Die Leukozyten waren weiterhin grenzwertig erhöht. Nierenfunktion weiter eingeschränkt (GFR <30 ml/min), Diurese erhalten.

Palliative Zieldefinition, Formulierungsbeispiel für den Arztbrief

Im interdisziplinären Gespräch zwischen Intensivmedizin, behandelnder Fachabteilung, Infektiologie sowie unter Einbeziehung des Patienten (soweit möglich) und der Angehörigen wurde angesichts des therapierefraktären Verlaufs mit persistierender multiresistenter Erregerlast, progredienter Organinsuffizienz sowie limitierter medikamentöser und operativer Therapieoptionen ein Wechsel der Behandlungsziele vorgenommen.

Intensiv Box, VerweisWie kleine Wünsche die Sterbebegleitung auf der Intensivstation verbessern, beschreibt das 3-Wünsche-Projekt in den Intensiv-News.

Ziel der weiteren Behandlung ist nun nicht mehr eine kurative oder maximal invasive Therapie, sondern eine palliative Versorgung mit dem Fokus auf Symptomkontrolle, Schmerzlinderung und Wahrung von Lebensqualität.

Die antiinfektive Therapie wurde entsprechend beendet. Weitere intensivmedizinische Maßnahmen (z. B. invasive Beatmung, Katecholamine, Nierenersatzverfahren) werden im Sinne einer Therapiebegrenzung nicht mehr initiiert.

Es erfolgt eine enge Begleitung durch den palliativmedizinischen Konsiliardienst. Der Patient wird auf eine geeignete Station / Einrichtung mit palliativer Betreuung verlegt. Eine frühzeitige Einbindung des Sozialdienstes, der Seelsorge und, sofern gewünscht, eines ambulanten Hospizdienstes ist initiiert.

Abschnitt 7

Medikation und Empfehlungen

9. Entlassmedikation

  • Medikamente bei Entlassung (inkl. Dosierung und Frequenz)

  • z. B. Analgetika, Antikoagulation, Antihypertensiva

  • Hinweis: Bitte beachten Sie die vorangegangene Therapie mit Metamizol. Bei Auftreten der Symptomtrias: Fieber / Schüttelfrost, Angina Tonsillaris und Stomatitis aphthosa sollte die sehr seltene Nebenwirkung der Agranulozytose ausgeschlossen werden.

10. Empfehlung für Weiterbehandlung

  • Wundkontrollen beim Hausarzt

  • Weiterführung der Physiotherapie

  • Fortsetzung der Thromboseprophylaxe

  • Kontroll-Labor: Hb, Kreatinin, CRP

  • ggf. Reha-Anschlussheilbehandlung oder geriatrische Komplexbehandlung

Beispiele

Beispielbriefe

RALPE mit Komplikationen

Verlegungsbericht Intensivstation

Sehr geehrte Damen und Herren, wir berichten über unseren Patienten Herrn xxx, geb. xxxx, der sich vom [Datum] bis zum [Datum] in unserer intensivmedizinischen Behandlung befand.

1. Akutes Abdomen

2. Dünndarmperforation

3. Stuhlige Peritonitis

4. Kompensierte postoperative Anämie

5. Hypovolämie

6. Gastroparese

7. Hypertensive Entgleisung

8. Prostatakarzinom

9. Z.n. Pbx in domo [Datum]: cT1c; 10/19 positiv (max. 90 %), Gl 7a; PSA 17,6ng/ml

10. Z.n. Pbx [Jahr] (T0)

11. Z.n. fieberhafter Prostatitis nach 20fach PBx transrektal [Jahr] (damals PI-RADS 2)

12. Z.n. mpMRT in domo [Datum]: 3x PIRADS 5

13. Arterieller Hypertonus

14. Adipositas

15. Z.n. Tonsillektomie im Kindesalter

Therapie:

1. Robotisch assistierte laparoskopische radikale Prostatektomie mit Lymphadenektomie am [Datum]

2. Explorative Laparotomie mit Dünndarmresektion und Dünndarmanastomose sowie ausgedehnter Lavage am [Datum]

3. Intensivmedizinische Komplexbehandlung mit Atem- und Physiotherapie

4. Invasive Messung des arteriellen und des zentralvenösen Drucks

5. Mehrfache arterielle und zentralvenöse Blutgasanalysen

6. Komplexe postoperative Akutschmerzbehandlung

Anamnese Herr [Name] habe sich aufgrund eines vordiagnostizierten Prostatakarzinoms zur definitiven operativen Therapie in Ihre stationäre Behandlung begeben. Am [Datum] sei dann wie geplant und zuvor mit dem Patienten besprochen eine robotisch assistierte laparoskopische radikale Prostatektomie mit Lymphadenektomie durchgeführt worden. Nach unkompliziertem postoperativen Aufenthalt im Aufwachraum sei der Patient wieder auf die periphere Normalstation verlegt worden. Dort sei der Patient am ersten postoperativen Tag mit einem zunehmenden akuten Abdomen aufgefallen.

In der daraufhin durchgeführten computertomographischen Diagnostik zeigte sich freie Luft im Abdomen. Unter dem Verdacht einer Hohlorganperforation erfolgte noch am selben Tag eine notfallmäßige explorative Laparotomie. Intraoperativ habe sich eine Dünndarmperforation mit stuhliger Peritonitis gezeigt. Man habe sodann eine Dünndarmresektion mit Dünndarmanastomose und ausgedehnter Lavage durchgeführt. Postoperativ erfolgte die ungeplante Verlegung des Patienten auf unsere interdisziplinäre Intensivstation.

Verlauf Am [Datum] übernahmen wir um [Uhrzeit] einen wachen, extubierten und spontan atmenden Patienten, der hämodynamisch stabil war und unter einer Sauerstoffinsufflation von 2 l/min. einen zufriedenstellenden pulmonalen Gasaustausch hatte. Das Aufnahme EKG zeigte einen normofrequenten Sinusrhythmus ohne höhergradige Erregungsrückbildungsstörungen. Aufgrund der intraoperativ gesicherten stuhligen Peritonitis und den konsekutiv erhöhten laborchemischen Infektparametern begannen wir eine kalkulierte antiinfektive Therapie mit Piperacillin/Tazobactam.

Unter dieser Therapie waren die Infektwerte zuletzt rückläufig.

In den ersten Stunden des postoperativen Aufenthaltes kam es plötzlich zu einer akuten tachykarden Herzrhythmusstörung mit Frequenzen über 180 bpm und hämodynamischer Relevanz. Die elektrokardiographische Untersuchung zeigte einen Bigeminus und kurze selbst-limitierende Episoden von ventrikulären Tachykardien. Herr [Name] selbst war subjektiv darunter beschwerdefrei und verneinte Schwindel, Dyspnoe oder pectanginöse Beschwerden. Die Blutgasanalyse der Elektrolyte, sowie Hämoglobin- und Laktatkonzentration zeigte keine Auffälligkeiten. Auch die laborchemische Analyse der kardialen Marker ergab keinen wegweisenden Befund. Unter einer Therapie mit Magnesium und Amiodaron konnte ein normofrequenter Sinusrhythmus wieder etabliert werden.

Nichtsdestotrotz besteht laut den kardiologischen Kollegen formal die Indikation zur elektiven Herzkatheteruntersuchung im Verlauf.

Der weitere stationäre Verlauf wurde im Wesentlichen durch einen zunächst therapierefraktären arteriellen Hypertonus bestimmt. Durch eine Eskalation der antihypertensiven Therapie nach kardiologischer Rücksprache ließ sich die Symptomatik dann schlussendlich zufriedenstellend behandeln. Eine milde postoperative Gastroparese ließ sich mit einer medikamentösen prokinetischen Therapie ebenfalls erfolgreich behandeln. Darüber hinaus gestaltete sich der weitere stationäre Verlauf ansonsten unauffällig, sodass wir Herrn [Name] heute in Ihre stationäre Weiterbehandlung verlegen können.

Zum Zeitpunkt der Verlegung ist der Patient wach, kooperativ und sowohl respiratorisch als auch hämodynamisch stabil. Anzeichen der relevanten Nachblutung haben sich nicht ergeben. Im Rahmen des stationären Aufenthaltes wurden keinerlei Blutprodukte transfundiert. Der Patient isst und trinkt selbstständig, Diurese und Stuhlgang sind qualitativ und quantitativ ausreichend. Der Patient läuft mit den Kollegen der Physiotherapie über die Stationsflure. Herr [Name] ist subjektiv zufrieden und schmerzfrei.

Hinweis:

Bitte beachten Sie die vorangegangene Therapie mit Metamizol. Bei Auftreten der Symptomtrias:

Fieber / Schüttelfrost, Angina Tonsillaris und Stomatitis aphthosa sollte die sehr seltene Nebenwirkung der Agranulozytose ausgeschlossen werden.

Labor / radiologische Befunde / mikrobiologische Befunde:

Die aktuellen laborchemischen, radiologischen und mikrobiologischen Untersuchungsergebnisse können online in den jeweiligen Systemen eingesehen werden.

Therapie:

Siehe anliegenden Therapieplan Wir empfehlen die kardiologische Mitbetreuung des Patienten, zum Einen bzgl. einer empfohlenen Herzkatheteruntersuchung und zum Anderen zur langfristigen Blutdruckeinstellung.

Wir bedanken uns für die freundliche und prompte Übernahme und stehen für Rückfragen gerne jederzeit zur Verfügung Mit freundlichen Grüßen

Hüft-TEP mit Wundinfektion

Verlegungsbericht von der Intensivstation auf die Normalstation Sehr geehrte Damen und Herren,

wir berichten über unseren Patienten Herrn [Name], geboren am [Geburtsdatum], der sich in der Zeit vom [Datum Aufnahme Intensivstation] bis zum [Datum Verlegung] aufgrund postoperativer Komplikationen nach Implantation einer Hüfttotalendoprothese in unserer intensivmedizinischen Betreuung befand.

Diagnosen

  1. Postoperative Infektion im Bereich der Hüftendoprothese (ICD-10: T84.5)

  2. Serös-eitrige Wundinfektion nach Hüft-TEP (ICD-10: T81.4)

  3. Kompensierte postoperative Anämie (ICD-10: D62)

  4. Hypertensive Entgleisung (ICD-10: I10)

  5. Degenerative Coxarthrose rechts (ICD-10: M16.1)

  6. Zustand nach zementfreier Hüfttotalendoprothese rechts (OPS: 5-820.a0)

  7. Arterieller Hypertonus (ICD-10: I10)

  8. Adipositas (ICD-10: E66.9)

  9. Zustand nach Appendektomie im Kindesalter (ICD-10: Z90.49)

Therapie

  1. Implantation einer zementfreien Hüfttotalendoprothese rechts am [OP-Datum]

  2. Revision des Operationsgebietes mit Wunddébridement, Spülung und Drainageanlage am [Revisionsdatum]

  3. Intensivmedizinische Komplexbehandlung inklusive antiinfektiver Therapie, Kreislaufüberwachung und Schmerzmanagement

  4. Anlage eines zentralvenösen Katheters und invasives hämodynamisches Monitoring

  5. Mehrfache arterielle und zentralvenöse Blutgasanalysen

Anamnese Herr [Name] stellte sich elektiv zur Implantation einer Hüfttotalendoprothese rechts bei fortgeschrittener degenerativer Coxarthrose und ausgeprägten Beschwerden bei Alltagsbelastung vor. Der Eingriff erfolgte komplikationslos am [OP-Datum] in Spinalanästhesie. Postoperativ wurde der Patient zunächst auf die Normalstation verlegt.

Am zweiten postoperativen Tag fiel dort eine zunehmende Rötung im Wundbereich mit lokaler Überwärmung, Druckdolenz und zunehmendem Allgemeinbefinden auf. Zusätzlich wurde ein Anstieg der laborchemischen Entzündungsparameter sowie ein Abfall des Hämoglobins dokumentiert. Im Verlauf entwickelte sich Fieber bis 38,9 °C.

Bei Verdacht auf eine beginnende tiefe Wundinfektion wurde der Patient unverzüglich zurück in den OP gebracht. Dort erfolgte die chirurgische Revision mit Débridement, ausgiebiger Spülung, mikrobiologischer Probenentnahme sowie der Anlage von Vakuumdrainagen. Postoperativ wurde der Patient zur weiteren intensivmedizinischen Überwachung in unsere interdisziplinäre Intensivstation übernommen.

Klinischer Verlauf Bei Aufnahme am [Datum] präsentierte sich der Patient wach, orientiert und kreislaufstabil unter kontinuierlicher Sauerstoffinsufflation. Es bestand eine mäßige Tachykardie bei postoperativer Anämie und systemischer Entzündungsreaktion. Eine invasive arterielle Druckmessung und ZVK-Anlage wurden zur erweiterten Überwachung etabliert.

Es erfolgte eine kalkulierte intravenöse Antibiotikatherapie mit Ampicillin/Sulbactam, welche nach mikrobiologischem Rücklauf auf Flucloxacillin umgestellt wurde (Nachweis eines MSSA in der Wundkultur). Unter dieser Therapie zeigte sich eine kontinuierliche Besserung der Infektparameter.

Die Wunddrainagen wurden über fünf Tage gepflegt und regelmäßig gespült. Die Förderung blieb rückläufig. Eine erneute chirurgische Intervention war nicht erforderlich.

Im weiteren Verlauf gestaltete sich die antihypertensive Therapie zunächst herausfordernd. Unter kardiologischer Rücksprache wurde die bestehende Medikation angepasst und erfolgreich stabilisiert.

Eine transfusionspflichtige Blutung lag zu keiner Zeit vor. Die diuretische Nierenfunktion blieb erhalten, eine parenterale Ernährung war nicht erforderlich. Die Mobilisation konnte ab Tag 4 durch die physiotherapeutischen Kollegen wieder aufgenommen werden.

Zustand bei Verlegung Zum Zeitpunkt der heutigen Verlegung auf die Normalstation zeigt sich Herr [Name] in einem insgesamt stabilen Allgemeinzustand. Der Patient ist wach, voll orientiert, kreislauf- und respiratorisch stabil. Die Körpertemperatur ist normwertig, der CRP-Wert zuletzt deutlich rückläufig.

Die Drainageförderung ist minimal, der Verbandsstatus unauffällig. Die Schmerztherapie ist derzeit gut wirksam und soll im weiteren Verlauf sukzessive auf ein orales Schema umgestellt werden. Der Patient nimmt Nahrung wieder oral zu sich, die gastrointestinale Funktion ist regelrecht. Diurese und Stuhlgang sind suffizient. Die Mobilisation mit Gehhilfen ist bereits auf dem Stationsflur möglich, wobei er subjektiv über eine rasche Besserung seiner Beschwerden berichtet.

Empfohlene Weiterbehandlung

  • Fortführung der intravenösen Antibiotikatherapie mit Flucloxacillin 3× täglich bis einschließlich [Datum]

  • Tägliche Wundkontrolle mit Beobachtung auf lokale Infektzeichen und Verlauf der Drainageförderung

  • Frühzeitige Mobilisation durch Physiotherapie unter Teilbelastung rechts, schrittweise Steigerung gemäß orthopädischer Empfehlung

  • Tägliche Laborkontrollen (CRP, BB, BGA bei Bedarf)

  • Umstellung auf orale Schmerzmedikation bei fortbestehend stabiler Situation

  • Engmaschige Kontrolle des Blutdrucks mit ggf. weiterer medikamentöser Anpassung

Hinweis:
Bitte beachten Sie die laufende Therapie mit Metamizol. Im Falle von Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen oder Schleimhautveränderungen ist an eine mögliche Agranulozytose zu denken und eine Blutbildkontrolle zu veranlassen.

Labor-, mikrobiologische und radiologische Befunde
Alle aktuellen Untersuchungsergebnisse können im elektronischen System eingesehen werden.

Therapieplan
Bitte entnehmen Sie die detaillierte Medikation und Verlaufstherapie dem beigefügten Therapieplan.

Wir bedanken uns für die freundliche und reibungslose Übernahme der Weiterbehandlung und stehen Ihnen für Rückfragen jederzeit gerne zur Verfügung.

Whipple-OP unkompliziert

Verlegungsbericht von der Intensivstation auf die Normalstation Sehr geehrte Damen und Herren,

wir berichten über unseren Patienten Herrn [Name], geboren am [Geburtsdatum], der sich in der Zeit vom [Datum Aufnahme Intensivstation] bis zum [Datum Verlegung] nach komplikationsloser Durchführung einer pankreatikoduodenalen Resektion (Whipple-Operation) in unserer intensivmedizinischen Behandlung befand. Aufgrund eines stabilen postoperativen Verlaufs konnte die Verlegung auf die Normalstation am heutigen zweiten postoperativen Tag erfolgen.

Diagnosen

  1. Malignom der Papilla Vateri (ICD-10: C24.1)

  2. Zustand nach pyloruserhaltender pankreatikoduodenaler Resektion (OPS: 5-524.4)

  3. Kompensierte postoperative Anämie (ICD-10: D62)

  4. Arterieller Hypertonus (ICD-10: I10)

  5. Zustand nach Cholezystektomie (ICD-10: Z90.49)

Therapie

  1. Durchführung einer pyloruserhaltenden Whipple-Operation am [OP-Datum]

  2. Intraoperative Anlage eines thorakalen Periduralkatheters (Th7/8) zur postoperativen kontinuierlichen Analgesie

  3. Postoperative intensivmedizinische Überwachung mit hämodynamischem Monitoring, Flüssigkeitstherapie und Atemphysiotherapie

  4. Invasive arterielle Blutdruckmessung und zentralvenöser Zugang

  5. Regelmäßige arterielle Blutgasanalysen zur Überwachung der respiratorischen Situation

  6. Postoperative Infektprophylaxe und Thromboseprophylaxe

Anamnese Herr [Name] wurde aufgrund eines histologisch gesicherten Adenokarzinoms im Bereich der Papilla Vateri elektiv zur operativen Versorgung in unsere Klinik aufgenommen. Nach interdisziplinärer Tumorkonferenz und entsprechender Vorbereitung wurde die Indikation zur Durchführung einer pyloruserhaltenden pankreatikoduodenalen Resektion gestellt.

Der Eingriff wurde am [OP-Datum] komplikationslos durchgeführt. Im Anschluss wurde der Patient zur engmaschigen Überwachung auf unsere interdisziplinäre Intensivstation übernommen, wo er sich insgesamt in stabilem Zustand präsentierte.

Klinischer Verlauf auf der Intensivstation Bei Aufnahme auf der Intensivstation war Herr [Name] extubiert, wach, orientiert und hämodynamisch stabil. Die Atmung erfolgte spontan und suffizient unter einer Sauerstoffinsufflation von 2 l/min über Nasenbrille. Die initiale arterielle Blutgasanalyse ergab einen paO₂-Wert von 92 mmHg bei einer Sauerstoffsättigung von 97 %. Die CO₂-Elimination war normwertig (paCO₂ 38 mmHg), der pH-Wert lag bei 7,42.

Die hämodynamische Situation war durchweg stabil. Die invasive arterielle Blutdruckmessung zeigte systolische Werte im Bereich von 120 bis 135 mmHg bei normfrequenter Herzfrequenz. Ein normfrequenter Sinusrhythmus wurde im EKG dokumentiert.

Die postoperative Analgesie erfolgte über einen thorakalen Periduralkatheter mit kontinuierlicher Infusion von Ropivacain 0,25 % in Kombination mit Sufentanil.

Die Diurese war adäquat, die Elektrolyte sowie Nierenretentionsparameter lagen im Normbereich. Der Hb-Wert sank postoperativ auf 10,4 g/dl, eine Transfusionsindikation bestand nicht.

Die Drainageförderung war gering und serös. Die nasogastrale Sonde wurde am ersten postoperativen Tag entfernt, orale Flüssigkeit wurde gut toleriert. Eine erste Mobilisation an der Bettkante mit physiotherapeutischer Begleitung erfolgte am Morgen des zweiten postoperativen Tages komplikationslos.

Zustand bei Verlegung Zum Zeitpunkt der Verlegung auf die Normalstation präsentiert sich Herr [Name] in einem guten Allgemeinzustand. Er ist wach, voll orientiert, kreislauf- und respiratorisch stabil, schmerzfrei unter laufender epiduraler Analgesie. Die Sauerstoffsättigung unter Raumluft liegt bei 96 %, eine O₂-Zufuhr ist nicht mehr erforderlich.

Die Drainagen sind weiterhin reizlos und zeigen rückläufige seröse Förderung. Der Abdomenstatus ist unauffällig, die Temperatur lag zuletzt konstant im Normbereich. Der Patient toleriert klare Flüssigkeiten, die gastrointestinale Funktion beginnt sich zu normalisieren. Die Mobilisation wird auf der Normalstation fortgeführt.

Empfohlene Weiterbehandlung

  • Fortführung der kontinuierlichen Periduralanalgesie mit Ropivacain 0,25 % und Sufentanil; tägliche Überprüfung der Katheterlage und neurologischen Funktion

  • Frühmobilisation mit physiotherapeutischer Begleitung

  • Tägliche Kontrolle der Drainagen (Förderung, Farbe, Entzündungszeichen)

  • Steigerung der oralen Nahrungszufuhr nach Toleranz, ggf. diätetische Mitbetreuung

  • Tägliche Laborparameter (inkl. BB, CRP, Leberwerte, Lipase) zur Verlaufskontrolle

  • Weiterführung der Thromboseprophylaxe mit Enoxaparin 40 mg s.c. 1× täglich

Hinweis:
Der Patient erhält Metamizol im Rahmen der Basisanalgesie. Bei Auftreten von Fieber, Halsschmerzen oder Schleimhautveränderungen ist eine mögliche Agranulozytose differenzialdiagnostisch auszuschließen.

Labor- und Befundlage:
Alle aktuellen laborchemischen, mikrobiologischen und bildgebenden Befunde sind in der digitalen Patientenakte dokumentiert und einsehbar.

Therapieplan:
Bitte entnehmen Sie die aktuelle Medikation und postoperativen Maßnahmen dem beiliegenden Verlaufs- und Therapieplan.

Wir bedanken uns für die freundliche und verlässliche Übernahme der weiteren Betreuung und stehen für Rückfragen jederzeit gerne zur Verfügung.

Ivor-Lewis-Ösophagektomie mit komplexem Verlauf

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir berichten über unseren Patienten Herrn [Name], geboren am [Geburtsdatum], der sich vom [Aufnahmedatum Intensivstation] bis zum [Verlegungsdatum] auf unserer interdisziplinären Intensivstation in intensivmedizinischer Behandlung befand.

Diagnosen

  1. Ösophaguskarzinom, mittleres Drittel (ICD-10: C15.3)

  2. Zustand nach Ivor-Lewis-Ösophagektomie mit Magenhochzug (OPS: 5-424.21)

  3. Anastomoseninsuffizienz mit mediastinalem Infekt (ICD-10: T81.4, J85.1)

  4. Sekundäre Peritonitis (ICD-10: K65.0)

  5. Akutes Nierenversagen mit passagerer Dialysepflicht (ICD-10: N17.9)

  6. Sepsis mit pulmonalem Fokus (ICD-10: A41.9)

  7. Arterieller Hypertonus (ICD-10: I10)

  8. Zustand nach Cholezystektomie (ICD-10: Z90.49)

Therapie

  1. Durchführung einer Ivor-Lewis-Ösophagektomie mit Zweihöhlenzugang am [OP-Datum]

  2. Postoperative intensivmedizinische Überwachung und Komplexbehandlung

  3. Zwei chirurgische Revisionen mit Débridement und Drainage bei Infektkomplikationen

  4. Anlage von Thoraxdrainagen beidseits

  5. Antibiotische Eskalationstherapie mit kalkulierter und später erregerspezifischer antiinfektiver Behandlung

  6. Kontinuierliche Nierenersatztherapie (CVVHD) vom [Datum Beginn Dialyse] bis [Datum Ende Dialyse] bei akuter Niereninsuffizienz

  7. Invasive Beatmung für insgesamt 3 Tage, Extubation am [Datum]

  8. Fortführung der Analgesie über Periduralkatheter mit Ropivacain 0,25 % und Sufentanil

Anamnese Herr [Name] wurde aufgrund eines histologisch gesicherten Adenokarzinoms des mittleren Ösophagusdrittels zur operativen Therapie in unsere Klinik aufgenommen. Nach Abschluss der neoadjuvanten Radiochemotherapie erfolgte elektiv die geplante Ivor-Lewis-Ösophagektomie mit Magenhochzug über transabdominellen und transthorakalen Zugang.

Der Eingriff wurde am [OP-Datum] primär komplikationslos durchgeführt, postoperativ wurde der Patient auf die interdisziplinäre Intensivstation zur weiteren Überwachung verlegt.

Klinischer Verlauf auf der Intensivstation Bei Aufnahme auf der Intensivstation war der Patient wach, orientiert und zunächst spontan atmend unter Sauerstoffinsufflation über Nasenbrille mit 2 l/min. Die arterielle Blutgasanalyse ergab einen paO₂-Wert von 92 mmHg, bei einem paCO₂ von 38 mmHg und einer Sauerstoffsättigung von 97 %. Die Kreislaufsituation war stabil mit einem Blutdruck von 125/72 mmHg und einer Herzfrequenz von 84/min. Das Laktat lag initial bei 1,3 mmol/l.

Das zu diesem Zeitpunkt abgeleitete EKG zeigte einen normfrequenten Sinusrhythmus ohne Hinweise auf relevante Erregungsrückbildungsstörungen.

Die postoperative Schmerztherapie erfolgte mittels thorakalem Periduralkatheter mit kontinuierlicher Gabe von Ropivacain 0,25 % in Kombination mit Sufentanil. Der Patient äußerte sich schmerzfrei bei erhaltener motorischer Funktion.

Am zweiten postoperativen Tag kam es zu einem klinischen Deteriorieren mit Fieber bis 39,1 °C, ansteigenden Entzündungsparametern, respiratorischer Verschlechterung und Kreislaufinstabilität. In der CT-Diagnostik zeigte sich ein mediastinaler Flüssigkeitsraum mit Verdacht auf eine Anastomoseninsuffizienz, woraufhin eine notfallmäßige chirurgische Revision mit Débridement und Drainage durchgeführt wurde.

In der Folge war eine erneute Intubation notwendig, unter der der Patient für insgesamt drei Tage invasiv beatmet wurde. Die antiinfektive Therapie wurde entsprechend dem Erregernachweis von Pseudomonas aeruginosa auf Meropenem und Tobramycin umgestellt.

Ab dem dritten postoperativen Tag entwickelte sich ein akutes Nierenversagen mit Oligurie und Anstieg der Retentionswerte, sodass vom [Datum Beginn Dialyse] bis [Datum Ende Dialyse] eine kontinuierlich-venovenöse Hämodialyse (CVVHD) durchgeführt wurde.

Am 6. postoperativen Tag wurde eine weitere Revisionsoperation aufgrund eines ausgeprägten Peritonismus notwendig. Intraoperativ bestätigte sich eine sekundäre Peritonitis ohne Hinweis auf eine enterale Perforation. Es erfolgte eine ausgedehnte Lavage mit Drainageanlage.

Die Extubation gelang am 8. Tag. Zu diesem Zeitpunkt war der Patient wieder wach, kooperativ und atmete suffizient spontan unter Raumluft. Die Blutgasanalyse zeigte einen paO₂-Wert von 85 mmHg, einen paCO₂-Wert von 40 mmHg und eine Sauerstoffsättigung von 96 %. Die Kreislaufsituation war erneut stabil mit einem arteriellen Druck von 120/68 mmHg und einem Laktat von 1,1 mmol/l.

Ernährungsmedizinisch wurde der Patient zunächst parenteral versorgt. Ab dem 7. postoperativen Tag wurde mit einer vorsichtigen enteralen Flüssigkeitsgabe über nasojejunal eingelegte Ernährungssonde begonnen. Nach erfolgreicher Prüfung der Schluckfähigkeit und Rücksprache mit dem Ernährungsteam konnte ab dem 9. Tag die orale Flüssigkeitsaufnahme gestartet werden. Diese wurde vom Patienten gut toleriert, sodass mit dem Kostaufbau begonnen werden konnte.

Die erste Mobilisation im Rollstuhl erfolgte ebenfalls am 10. postoperativen Tag.

Zustand bei Verlegung Zum Zeitpunkt der Verlegung präsentiert sich Herr [Name] in gutem Allgemeinzustand. Er ist wach, voll orientiert, kreislauf- und respiratorisch stabil. Die letzte arterielle BGA unter Raumluft ergab einen paO₂-Wert von 88 mmHg, einen paCO₂-Wert von 38 mmHg und eine Sauerstoffsättigung von 97 %. Der Blutdruck lag bei 122/70 mmHg, die Herzfrequenz bei 76/min. Der Laktatwert war mit 1,0 mmol/l im Normbereich.

Die Drainageförderung ist rückläufig, die Wundverhältnisse unauffällig. Der Patient erhält aktuell eine orale Schmerztherapie mit Metamizol und Tilidin/Naloxon, unter der er sich schmerzfrei äußert. Die enterale Ernährung wurde vollständig durch orale Flüssigkost abgelöst, die weitere Ernährung wird nach diätetischer Empfehlung schrittweise auf leichte Vollkost erweitert. Die Mobilisation wird durch das physiotherapeutische Team fortgeführt.

Empfohlene Weiterbehandlung

  • Fortführung der kalkulierten Antibiotikatherapie (Meropenem) gemäß Antibiogramm bis einschließlich [Datum]

  • Tägliche Kontrolle von Entzündungsparametern, Nierenfunktion und Elektrolyten

  • Weiterer Kostaufbau unter ernährungsmedizinischer Supervision

  • Physiotherapie mit Ziel der Vertikalisierung und Mobilisation über mehrere Meter

  • Weiterführung der oralen Schmerztherapie bei Bedarf

  • Tägliche Wund- und Drainagekontrollen mit Entfernung nach Rücksprache

  • Thromboseprophylaxe mit Enoxaparin 40 mg s.c. 1× täglich

Hinweis:
Bitte beachten Sie die laufende Therapie mit Metamizol. Bei Auftreten von Fieber, Halsschmerzen oder Schleimhautveränderungen ist differentialdiagnostisch an eine Agranulozytose zu denken.

Befunde:
Alle aktuellen laborchemischen, mikrobiologischen und bildgebenden Befunde sind vollständig im klinikinternen System dokumentiert und dort einsehbar.

Therapieplan:
Die vollständige Medikation sowie alle bisher durchgeführten Maßnahmen entnehmen Sie bitte dem beigelegten Verlauf und Therapieplan.

Wir bedanken uns für die Übernahme der weiteren Behandlung und stehen bei Rückfragen jederzeit gerne zur Verfügung.

Radikale Zystektomie mit Ileumconduit , N TEMI am 2. postoperativen Tag

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir berichten über unseren Patienten Herrn [Name], geboren am [Geburtsdatum, z. B. 17.06.1950], der sich vom [Datum Aufnahme Intensivstation] bis zum [Datum Verlegung] in intensivmedizinischer Betreuung auf unserer interdisziplinären Intensivstation befand.

Diagnosen

  1. Harnblasenkarzinom (ICD-10: C67.9)

  2. Zustand nach radikaler Zystektomie mit Anlage eines Ileumconduits (OPS: 5-576.3)

  3. Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI) am 2. postoperativen Tag (ICD-10: I21.4)

  4. Diabetes mellitus Typ 2 (ICD-10: E11.9)

  5. Arterielle Hypertonie (ICD-10: I10)

  6. Zustand nach Appendektomie (ICD-10: Z90.49)

Therapie

  1. Radikale Zystektomie mit Ileumconduit-Anlage am [OP-Datum]

  2. Postoperative intensivmedizinische Überwachung und Komplexbehandlung

  3. Interventionelle Diagnostik bei NSTEMI (Koronarangiographie ohne Interventionspflicht)

  4. Antithrombozytäre und antiischämische Therapie nach kardiologischer Rücksprache

  5. Kontinuierliches hämodynamisches Monitoring mit arterieller Druckmessung

  6. Komplexe Schmerztherapie mittels Periduralkatheter (Ropivacain 0,25 % + Sufentanil)

  7. Blutzuckereinstellung unter intensivierter Insulintherapie

Anamnese Herr [Name] stellte sich aufgrund eines muskelinvasiven Harnblasenkarzinoms zur Durchführung einer radikalen Zystektomie mit Ileumconduit elektiv in unserer Klinik vor. Bei vorbekanntem Diabetes mellitus Typ 2 und arterieller Hypertonie wurde präoperativ ein interdisziplinäres Risikomanagement etabliert.

Die Operation erfolgte am [OP-Datum] komplikationslos. Postoperativ wurde der Patient zur erweiterten Überwachung auf unsere interdisziplinäre Intensivstation übernommen.

Klinischer Verlauf auf der Intensivstation Bei Aufnahme auf der Intensivstation war der Patient wach, orientiert und atmete suffizient spontan unter Sauerstoffgabe über Nasenbrille mit 2 l/min. Die arterielle Blutgasanalyse ergab einen paO₂-Wert von 94 mmHg, einen paCO₂-Wert von 36 mmHg sowie eine Sauerstoffsättigung von 98 %. Die Kreislaufsituation war stabil mit einem arteriellen Blutdruck von 128/74 mmHg, die Herzfrequenz lag bei 76/min. Der initiale Laktatwert betrug 1,2 mmol/l.

Im EKG zeigte sich ein normfrequenter Sinusrhythmus ohne Hinweise auf relevante Erregungsrückbildungsstörungen.

Die Schmerztherapie erfolgte über einen thorakalen Periduralkatheter mit kontinuierlicher Infusion von Ropivacain 0,25 % und Sufentanil. Die postoperativen Schmerzen waren unter dieser Medikation gut kontrolliert.

Am 2. postoperativen Tag kam es zu retrosternalem Druckgefühl bei diskretem Blutdruckabfall (RR 100/60 mmHg) und ansteigender Herzfrequenz (bis 98/min). Die Kontrolle der kardialen Marker zeigte einen dynamischen Anstieg von Troponin I. In der 12-Kanal-EKG-Ableitung fand sich eine horizontale ST-Senkung in den Ableitungen V4–V6 ohne ST-Hebungen, bei persistierendem Sinusrhythmus.

Unter der Verdachtsdiagnose eines NSTEMI wurde die Indikation zur sofortigen Koronarangiographie gestellt. Diese zeigte eine koronare Zweigefäßerkrankung ohne akute Interventionspflicht. In Abstimmung mit der Kardiologie erfolgte die Umstellung der Medikation auf duale Plättchenhemmung (ASS + Clopidogrel) sowie eine antiischämische Therapie mit Betablockern und Nitrat bei engmaschigem Monitoring.

Im weiteren Verlauf war der Patient hämodynamisch stabil, echokardiographisch zeigte sich eine leicht reduzierte linksventrikuläre Funktion (EF ca. 50 %) ohne relevante regionale Wandbewegungsstörungen.

Die enterale Ernährung erfolgte anfangs über eine transnasale Ernährungssonde mit langsam gesteigerter Flüssigkeitszufuhr. Ab dem 4. postoperativen Tag wurde die orale Flüssigkeitstoleranz getestet und als gut bewertet. Die Ernährung wurde in enger Abstimmung mit Diätassistenz und Diabetesberatung stufenweise auf leichte, diabetesadaptierte Kost erweitert. Die Blutzuckerwerte wurden mit einem intensivierten Insulinschema gut eingestellt.

Am 5. Tag nach Operation konnte der Periduralkatheter entfernt und die Schmerztherapie erfolgreich auf orale Medikation umgestellt werden. Die Mobilisation mit physiotherapeutischer Anleitung war ab dem 6. Tag im Rahmen der kardiologischen Belastbarkeit möglich.

Zustand bei Verlegung Zum Zeitpunkt der Verlegung präsentiert sich Herr [Name] wach, kooperativ und orientiert. Er atmet suffizient spontan unter Raumluft. Die letzte arterielle Blutgasanalyse ergab einen paO₂-Wert von 86 mmHg, einen paCO₂-Wert von 38 mmHg sowie eine Sauerstoffsättigung von 97 %. Die Kreislaufsituation ist stabil (RR 118/70 mmHg, HF 72/min), der Laktatwert liegt bei 1,0 mmol/l.

Er ist schmerzfrei unter oraler Medikation (Metamizol + Tilidin/Naloxon) und ernährt sich aktuell mit diabetesadaptierter leichter Vollkost. Flüssigkeitstoleranz und enterale Aufnahme sind stabil. Der Patient ist mit Unterstützung mobil und beteiligt sich aktiv an der Frühmobilisation.

Empfohlene Weiterbehandlung

  • Kardiologische Mitbetreuung im weiteren Verlauf, inklusive Verlaufskontrolle von Troponin, EKG und Echokardiographie

  • Fortführung der dualen Plättchenhemmung (ASS 100 mg + Clopidogrel 75 mg)

  • Weiterführung der antihypertensiven Medikation gemäß Vorbefund

  • Physiotherapie mit Ziel der vollen Mobilisation

  • Diabetologische Begleitung unter weiterhin intensivierter Insulintherapie

  • Aufbau der enteralen Ernährung mit fortlaufender diätetischer Anleitung

  • Thromboseprophylaxe mit Enoxaparin 40 mg s.c. 1× täglich

Hinweis:
Bitte beachten Sie die laufende Metamizolgabe. Bei Auftreten von Fieber, Halsschmerzen oder Schleimhautveränderungen ist eine Blutbildkontrolle zum Ausschluss einer Agranulozytose angezeigt.

Befundlage:
Alle aktuellen laborchemischen, mikrobiologischen und bildgebenden Befunde sind im digitalen Krankenhausinformationssystem dokumentiert.

Therapieplan:
Bitte entnehmen Sie die aktuelle Medikation und alle bisherigen Maßnahmen dem beigelegten Verlauf und Therapieplan.

Wir bedanken uns für die Übernahme der weiteren Betreuung und stehen für Rückfragen jederzeit gerne zur Verfügung.

Hüft-TEP unkompliziert mit PENG Block

Verlegungsbericht von der Überwachungseinheit auf die Normalstation Sehr geehrte Damen und Herren,

wir berichten über unseren Patienten Herrn [Name], geboren am [Geburtsdatum], der sich vom [Aufnahmedatum] bis zum [Verlegungsdatum] zur postoperativen Überwachung auf unserer Überwachungseinheit befand.

Diagnosen

  1. Coxarthrose rechts (ICD-10: M16.1)

  2. Zustand nach zementfreier Totalendoprothese des rechten Hüftgelenks (OPS: 5-820.a0)

  3. Arterielle Hypertonie (ICD-10: I10)

Therapie

  1. Implantation einer zementfreien Hüfttotalendoprothese rechts am [OP-Datum]

  2. Präoperativ ultraschallgesteuerter PENG-Block rechts in Analgosedierung

  3. Postoperative Überwachung

  4. Multimodale Schmerztherapie (PENG-Block, Metamizol i.v. 4×1 g, Targin® 10/5 mg p.o. 2× täglich)

  5. Frühmobilisation durch physiotherapeutisches Team

Klinischer Verlauf Die Operation verlief ohne Komplikationen. Präoperativ wurde ein ultraschallgesteuerter PENG-Block rechts in Analgosedierung durchgeführt, der postoperativ eine sehr gute regionale Analgesie ermöglichte.

Postoperativ erhielt der Patient ein festes multimodales Schmerztherapieschema bestehend aus Metamizol 1 g intravenös viermal täglich sowie Targin® 10/5 mg oral zweimal täglich.

Nach Verlegung auf die Überwachungseinheit war der Patient wach, orientiert und atmete suffizient spontan unter Raumluft. Die Kreislaufwerte blieben durchgehend stabil (zuletzt RR 126/72 mmHg, HF 78/min).

Das bei Aufnahme abgeleitete EKG zeigte einen normfrequenten Sinusrhythmus ohne Hinweise auf Erregungsrückbildungsstörungen.

Die enterale Ernährung wurde noch am Operationstag mit klaren Flüssigkeiten begonnen und am Folgetag problemlos auf leichte Kost erweitert.

Bereits am ersten postoperativen Tag konnte der Patient mit Unterstützung des physiotherapeutischen Teams an den Bettrand und im weiteren Verlauf auch mit dem Gehwagen mobilisiert werden. Es traten keine relevanten Komplikationen auf.

Zustand bei Verlegung Herr [Name] ist wach, voll orientiert, schmerzarm unter laufender Analgesie und mobilisierbar. Die Vitalparameter sind stabil (RR 124/68 mmHg, HF 74/min). Die enterale Ernährung wird gut toleriert, es bestehen keine Hinweise auf kardiale, pulmonale oder infektiöse Komplikationen.

Empfohlene Weiterbehandlung

  • Fortführung der oralen Schmerztherapie mit Targin® 10/5 mg 1-0-1 sowie Metamizol 4×1 g

  • Weiterführung der physiotherapeutischen Mobilisation

  • Kontrolle der Wunddrainagen, ggf. Entfernung nach Verlauf

  • Thromboseprophylaxe mit Enoxaparin 40 mg s.c. 1× täglich

  • Tägliche Laborkontrollen (Hb, CRP, Elektrolyte)

Hinweis:
Bitte beachten Sie die laufende Therapie mit Metamizol. Bei Auftreten von Fieber, Halsschmerzen oder Schleimhautveränderungen sollte differentialdiagnostisch an eine Agranulozytose gedacht und umgehend ein Blutbild veranlasst werden.

Befundlage:
Alle aktuellen laborchemischen und bildgebenden Befunde sind im digitalen Krankenhausinformationssystem dokumentiert.

Wir bedanken uns für die weitere Betreuung des Patienten und stehen bei Rückfragen jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

RZE mit hochkomplexem Verlauf und Versterben

Sehr geehrte Damen und Herren, wir berichten über unseren Patienten xxxx, geb. am xxx, der sich vom xxxx bis zu seinem Tod am xxxx in unserer intensivmedizinischen Behandlung befand.

Diagnosen mit ICD-10-Codes

  1. High-risk nicht-muskelinvasives Urothelkarzinom der Harnblase, C67.9

  2. Zustand nach radikaler Zystoprostatektomie mit Lymphadenektomie, Appendektomie und Ileum-Conduit, Z90.49, Z93.6

  3. Hämorrhagischer Schock bei akuter Blutung, R57.1, K66.1

  4. Sepsis und septischer Schock, A41.9, R57.2

  5. Akutes Lungenversagen (ARDS), J80

  6. Respiratorische Globalinsuffizienz, J96.0

  7. Tachyarrhythmia absoluta, I48.0

  8. Akut auf chronisches Nierenversagen, N17.9 + N18.9

  9. Aspirationspneumonie, Bronchopneumonie, J69.0, J18.0

  10. Vigilanzminderung, hyporeaktives und hyperaktives Delir, F05.0

  11. Critical illness Polyneuropathie und Myopathie, G62.8, G72.8

  12. Influenza- und SARS-CoV-2-Infektion, J10.1, U07.1

  13. Schluckstörung mit Aspiration, R13.1

  14. Koronare Herzkrankheit, I25.10

  15. Zustand nach PTCA, Stent und Bypass, Z95.1, Z95.5

  16. Diabetes mellitus Typ 2, E11.9

  17. Arterielle Hypertonie, I10

  18. Periphere arterielle Verschlusskrankheit, I70.2

  19. Zustand nach Apoplex, I63.9

Therapien mit OPS-Codes (Auszug)

  1. Radikale Zystoprostatektomie, 5-576.1

  2. Lymphadenektomie, 5-401

  3. Appendektomie, 5-470.0

  4. Anlage eines Ileum-Conduits, 5-576.3

  5. Invasive maschinelle Beatmung >96h, 8-718.9

  6. Epidurale Schmerztherapie, 8-918.7

  7. Notfallintubation, 8-701.0

  8. Zentrale Venenkatheteranlage, 8-831.0

  9. Arterielle Kanülierung, 8-830.0

  10. Explorative Relaparotomie, 5-469.0

  11. Anlage von Nephrostomien, 8-854.2

  12. Thoraxdrainage, 8-144.2

  13. Bronchoskopie mit Lavage, 1-632.1

  14. CT Abdomen/Thorax, 3-204, 3-208

  15. CT Schädel, 3-200

  16. Transthorakale Wechsellagerung bei ARDS, 8-706.2

  17. Endoskopische Schluckuntersuchung (FEES), 1-653.2

  18. Palliative Sedierung, 8-982.0

  19. Transfusion von Erythrozytenkonzentraten, 8-800.0

Anamnese Herr xxx wurde aufgrund eines Urothelkarzinoms der Harnblase mit bereits mehrfach durchgeführter BCG-Instillation zur definitiven operativen Therapie in stationäre Behandlung in die hiesige Klinik für Urologie aufgenommen. Dort erfolgte wie geplant und zuvor mit dem Patienten besprochen eine radikale Zystoprostatektomie mit Lymphadenektomie, Appendektomie und Anlage eines Ileum-Conduits. Postoperativ wurde der Patient auf unsere interdisziplinäre Intensivstation übernommen.

Klinischer Verlauf

Aufnahme und initiale Stabilisierung

Postoperativ wurde Herr xxx extubiert mit suffizienter Spontanatmung unter Raumluft auf unsere interdisziplinäre Intensivstation übernommen. Zur hämodynamischen Stabilisierung war initial eine kontinuierliche Vasopressortherapie mit Noradrenalin erforderlich. Das EKG zeigte einen normofrequenten Sinusrhythmus ohne Hinweise auf höhergradige Erregungsrückbildungsstörungen. Die postoperative Schmerztherapie erfolgte über einen liegenden Periduralkatheter. Unter liberaler Volumentherapie konnte die Vasopressorgabe noch am Aufnahmetag beendet werden.

Frühe postoperative Phase

Die ersten Tage des postoperativen Aufenthalts verliefen initial komplikationslos. Der Patient war wach, schmerzarm, tolerierte Flüssigkeiten, und die Mobilisation gestaltete sich regelhaft. Unter prokinetischer Therapie traten im weiteren Verlauf Übelkeit und abdominelle Beschwerden auf. Eine CT von Thorax und Abdomen zeigte beidseitige pneumonische Infiltrate sowie distendierte Darmschlingen ohne Nachweis eines mechanischen Ileus. Eine kalkulierte antiinfektive Therapie mit Piperacillin/Tazobactam wurde begonnen.

Erste respiratorische Krise mit Intubation und ARDS

Im weiteren Verlauf kam es zu schwallartigem Erbrechen mit Aspiration. Aufgrund rasch progredienter respiratorischer Insuffizienz erfolgte die notfallmäßige Intubation und invasive Beatmung. Zeitgleich trat eine Tachyarrhythmia absoluta auf, die unter Amiodarontherapie erfolgreich konvertiert werden konnte. Unter Beatmung mit einem Spitzendruck von 28 mbar, einem PEEP von 15 mbar, FiO₂ 1,0 und einer Atemfrequenz von 15/min wurden folgende Blutgaswerte erreicht: paO₂ 87,9 mmHg, paCO₂ 37,9 mmHg, pH 7,41, BE –1,0 mmol/l, Bicarbonat 23,7 mmol/l. Es bestand ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt bei schwergradiger Oxygenierungsstörung im Sinne eines akuten Lungenversagens. Eine dorso-ventrale Wechsellagerungstherapie wurde eingeleitet, die antiinfektive Therapie auf Meropenem und Linezolid eskaliert. Darunter besserte sich der pulmonale Gasaustausch deutlich. Eine Extubation konnte komplikationslos erfolgen.

Anämie, Blutungsverdacht und Relaparotomie

Nachfolgend fiel der Patient durch einen Abfall der Hämoglobinkonzentration auf, was eine rezidivierende Transfusion erforderte. Insgesamt wurden elf Erythrozytenkonzentrate appliziert. Sonographisch und CT-morphologisch zeigte sich freie abdominelle Flüssigkeit mit hämorrhagischen Anteilen, jedoch ohne eindeutige Blutungsquelle. Aufgrund persistierender Klinik erfolgte eine explorative Relaparotomie mit Hämatomausräumung und Darmdekompression. Eine aktive Blutung zeigte sich nicht. Aufgrund des Nachweises von Hefepilzen wurde Caspofungin hinzugefügt. Der Kreatiningehalt in der abdominellen Drainage wies auf eine Urinleckage hin. Beidseitig wurden perkutane Nephrostomien angelegt.

Zweite Intubation, Delir, neurologische Diagnostik

Erneut kam es zu respiratorischer Insuffizienz, was eine zweite notfallmäßige Intubation und maschinelle Beatmung erforderlich machte. Nach erfolgreicher Extubation imponierte ein hyperaktives Delir mit Desorientierung und Halluzinationen, teils abgelöst von Vigilanzminderung. Eine Schädel-CT zeigte keinen pathologischen Befund. Die Einleitung einer Therapie mit Haloperidol und Dexmedetomidin sowie reorientierender Maßnahmen zeigte keine durchgreifende Besserung.

Iatrogener Pneumothorax, Schluckstörung und funktionelle Dekonditionierung

Im Rahmen eines zentralvenösen Katheterwechsels kam es zu einem iatrogenen Pneumothorax rechts, der mit einer Thoraxdrainage in Bülau-Position versorgt wurde. Eine endoskopische Untersuchung des Schluckakts ergab eine ausgeprägte Dysphagie mit Aspirationsneigung. Tägliche logopädische Beübung wurde initiiert. Eine relevante körperliche Besserung blieb aus. Es bestand ein generalisiertes Kraftdefizit, persistierende Vigilanzminderung sowie eine critical illness Polyneuropathie und Myopathie, die eine therapeutische Mitwirkung unmöglich machten.

Rezidivierende Bronchopneumonie, respiratorische Dekompensation, Therapiezieländerung

Im weiteren Verlauf traten erneut respiratorische Insuffizienzzeichen auf, laborchemisch unterstützt durch steigende Infektkonstellation. Eine Bronchoskopie bestätigte eine putride Bronchopneumonie. Trotz nicht-invasiver CPAP-Therapie und eskalierter antiinfektiver Behandlung kam es zur respiratorischen Dekompensation mit ausgeprägter Azidose.

Vor Einleitung einer geplanten Reintubation wurde in ausführlichem Gespräch mit der Ehefrau des Patienten, unter Berücksichtigung der Patientenverfügung, die Maßnahme abgelehnt. In Übereinstimmung mit dem mutmaßlichen Patientenwillen und nach Rücksprache mit den betreuenden Fachabteilungen wurde eine Therapiezieländerung vorgenommen und ein palliatives Behandlungskonzept eingeleitet.

Versterben Der Patient verstarb unter laufender palliativer Sedierung friedlich auf der Intensivstation im Beisein seiner Ehefrau.

Befunde:
Sämtliche relevanten Labor-, mikrobiologischen, radiologischen und endoskopischen Befunde sind im Krankenhausinformationssystem dokumentiert.

Dokumentation:
Der Verlauf einschließlich Medikation und Maßnahmen ist im beigefügten digitalen Intensivverlauf vollständig nachvollziehbar.

Wir bedauern den Tod unseres Patienten und stehen für Rückfragen jederzeit zur Verfügung

Werkzeug

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© 2026 Ulrich Frey. Alle Rechte vorbehalten. Die Musterformulierungen ersetzen keine ärztliche Prüfung im Einzelfall; Diagnosen, Kodierung und Medikation sind im Krankenhausinformationssystem zu dokumentieren und zu verantworten. Stand: September 2026.