Die transthorakale Echokardiographie ist in der Anästhesie etabliert. Ihr Nutzen steht und fällt jedoch mit der Qualität der Durchführung. Wenn jede Lehrende und jeder Lehrende nach eigener Methode unterrichtet, entstehen widersprüchliche Aussagen, unsichere Lernende und Befunde, die sich weder zwischen Untersuchern noch im Verlauf vergleichen lassen. Ein Ausbildungskonzept löst dieses Problem nicht durch mehr Schnitte, sondern durch weniger: Wenige Schnitte werden standardisiert, auf hohem Niveau beherrscht und systematisch auseinander entwickelt.
Warum die subxiphoidale Region besonders zählt
In der Anästhesie und auf der Intensivstation liegen die Patientinnen und Patienten in Rückenlage und werden häufig beatmet. Die ideale Lagerung für die Echokardiographie, die Linksseitenlage, lässt sich oft nicht herstellen. Die subxiphoidale Anlotung wird deshalb im perioperativen Setting mit drei Schnittebenen besonders gewichtet, während sie in kardiologischen Protokollen eine geringere Rolle spielt. Zugleich bleibt die parasternale lange Achse der Referenzschnitt, weil nur dort die Herzachse eindeutig definiert ist.
Lagerung und Ankopplung
Die Linksseitenlage bringt das Herz näher an die Thoraxwand und verdrängt Lungenanteile aus dem Schallfenster; der linke Arm wird unter oder über den Kopf gelagert, um die Zwischenrippenräume zu weiten. Für die parasternale Anlotung liegt der Schallkopfmarker in Richtung der rechten Schulter, auf dem Bildschirm erscheint er rechts. Ein geeignetes Schallfenster findet sich meist im dritten oder vierten Interkostalraum; bei beatmeten Patientinnen und Patienten mit hohem positivem endexspiratorischem Druck kann auch der fünfte Interkostalraum geeignet sein. Erst wenn die Echogenität gut ist, beginnt die Feineinstellung durch definierte Sondenmanöver.
| Manöver | Bewegung | Wirkung im Bild | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|
| Gleiten | Verschieben des gesamten Schallkopfs auf der Haut | der Anlotungspunkt wandert, die Schnittebene bleibt ähnlich | Wechsel von parasternal nach apikal in der Herzachse |
| Kippen | Neigen über die lange Kante des Schallkopfs | die Schnittebene wandert parallel durch das Organ | Durchfahren der Kurzachsenebenen von apikal bis zur Aorta |
| Wippen | Neigen über die kurze Kante des Schallkopfs | der Schnitt zentriert sich innerhalb derselben Ebene | Zentrieren der Mitralklappe im Sektor |
| Rotieren | Drehen um die Sondenachse | die Schnittebene dreht sich um den Bildmittelpunkt | 90 Grad von der langen in die kurze Achse, 120 Grad von A3C in den A4C |
- Phased-Array-Sonde mit kleinem Fenster, kardiales Preset, EKG zur Triggerung anschließen.
- Bildschirmtiefe zunächst so wählen, dass die Aorta descendens im parasternalen Längsschnitt mit abgebildet ist.
- Sektorbreite reduzieren, sobald die Zielstruktur gefunden ist; das erhöht die Bildwiederholrate.
- Jede Untersuchung beginnt parasternal, auch wenn die klinische Frage eine andere Ebene betrifft.
