Nach dem Ohmschen Gesetz (MAD − ZVD = HZV × SVR) entsteht ein niedriger Blutdruck durch zu wenig Fluss (hypovolämischer oder kardiogener Schock) oder zu wenig Widerstand (distributiver Schock). Die Therapie folgt der Ursache, und das Ziel folgt dem Patienten.
| Situation | Pathophysiologie | Therapie und Ziel |
|---|---|---|
| Septischer Schock | hohes HZV, niedriger SVR | Noradrenalin, Volumen nach Reagibilität; MAD ab 65 mmHg |
| Kardiogener Schock | niedriges HZV, kompensatorisch hoher SVR | Inotropie (Dobutamin), vorsichtige Nachlastsenkung, mechanische Unterstützung erwägen |
| Herzinsuffizienz mit reduzierter EF | Pumpe kann hohem SVR kein HZV entgegensetzen | niedrige Nachlast, niedrigere Drücke tolerieren, Perfusion beurteilen |
| Aortenklappenstenose | fixierte Ausflussobstruktion | Hypotonie früh mit Vasopressor behandeln, Sinusrhythmus und Vorlast erhalten; Koronarperfusion |
| Mitralklappeninsuffizienz | hoher SVR steigert das Regurgitationsvolumen | Nachlast senken, Frequenz eher hoch-normal |
| Schädel-Hirn-Trauma | gestörte zerebrale Autoregulation | systolisch über 90 mmHg (Brain Trauma Foundation: 100 bis 110 mmHg je nach Alter), CPP 60 bis 70 mmHg |
| Perioperativ allgemein | Anästhetika senken Tonus und Vorlast | MAD nicht unter 65 mmHg, bei chronischer Hypertonie individuelle Grenze nahe Ausgangswert |

Makro- und Mikrozirkulation können sich entkoppeln: Im septischen Schock sind MAD und HZV oft normal oder hoch, während Endothelschaden, Gerinnungsaktivierung und Shunts die Kapillarperfusion stören. Hinweise: marmorierte Haut, verlängerte Rekapillarisierung, hohes oder schlecht fallendes Laktat, ScvO₂ über 90 % bei Verwertungsstörung. Direkt sichtbar wird die Mikrozirkulation sublingual mit Dunkelfeldmikroskopie (Lerneinheit Mikrozirkulation).




