Das Prämedikationsgespräch folgt einem festen Aufbau. Die Anamnese erfasst Vorerkrankungen, die Belastbarkeit im Alltag, etwa das Treppensteigen, frühere Narkosen und deren Komplikationen, die Familienanamnese mit maligner Hyperthermie und Pseudocholinesterasemangel, Allergien sowie Alkohol, Nikotin und Drogen. Die Untersuchung umfasst Herz und Lunge, den Atemweg, die vorgesehenen Punktionsorte für Regionalverfahren und den Venenstatus. Befunde werden nur erhoben, wenn sie eine Konsequenz haben, entsprechend den Empfehlungen der Fachgesellschaften zur präoperativen Evaluation. Die ASA-Klassifikation von I bis VI wird dokumentiert. Und die Aufklärung erklärt Verfahren, Alternativen, typische und schwere Risiken sowie die Verhaltensregeln, rechtzeitig, verständlich und dokumentiert, wobei die Einwilligungsfähigkeit zu prüfen ist.
Scores im Gespräch
| Score | Kriterien | Bewertung |
|---|---|---|
| STOP-Bang (obstruktive Schlafapnoe) | Schnarchen, Tagesmüdigkeit, beobachtete Apnoen, Hypertonie, BMI über 35, Alter über 50, Halsumfang über 40 cm, männlich | 0 bis 2 niedrig, 3 bis 4 mittel, 5 bis 8 hohes Risiko |
| Apfel-Score (PONV, Hintergrund 1999) | weiblich, Nichtraucher, PONV oder Reisekrankheit in der Anamnese, postoperative Opioide | Risiko etwa 10, 20, 40, 60, 80 % bei 0 bis 4 Faktoren; Prophylaxe risikoadaptiert, meist mit zwei oder mehr Wirkprinzipien |
| Clinical Frailty Scale | 1 (sehr fit) bis 9 (terminal krank) | ab 5 gebrechlich: höheres Komplikations- und Delirrisiko |