Sepsis ist eine lebensbedrohliche Organdysfunktion, verursacht durch eine fehlregulierte Wirtsantwort auf eine Infektion (Sepsis-3). Klinisch wird die Organdysfunktion als akuter Anstieg des SOFA-Scores um mindestens 2 Punkte erfasst. Der septische Schock ist die Untergruppe, in der trotz ausreichender Volumengabe ein Vasopressor nötig ist, um einen mittleren arteriellen Druck von mindestens 65 mmHg zu halten, und das Laktat über 2 mmol/l liegt; die Krankenhaussterblichkeit liegt dann über 40 %.
| Organ | Messgröße | Beispiel für Dysfunktion |
|---|---|---|
| Lunge | PaO₂/FiO₂ | unter 300 mmHg, mit Beatmung unter 200 mmHg |
| Gerinnung | Thrombozyten | unter 150 000/µl |
| Leber | Bilirubin | ab 1,2 mg/dl |
| Kreislauf | MAD, Vasopressoren | MAD unter 70 mmHg oder Vasopressorbedarf |
| Zentralnervensystem | Glasgow Coma Scale | unter 15 |
| Niere | Kreatinin, Urinmenge | ab 1,2 mg/dl oder unter 500 ml/Tag |
Screening: welches Werkzeug?
Die SSC 2026 empfehlen stark, bei akut kranken Patientinnen und Patienten im Krankenhaus NEWS, NEWS2, MEWS oder SIRS statt des qSOFA als alleiniges Screeninginstrument zu nutzen. Der qSOFA (Atemfrequenz ab 22/min, veränderte Bewusstseinslage, systolischer Druck bis 100 mmHg) sagt die Sterblichkeit voraus, ist für das Erkennen aber zu wenig sensitiv. Ein positiver qSOFA soll trotzdem an Sepsis denken lassen.
Sepsis ist eine klinische Diagnose; ein einzelner Biomarker bestätigt oder widerlegt sie nicht. Laktat wird bei möglicher Sepsis gemessen (bedingte Empfehlung); venöses und arterielles Laktat sind für das Screening gleichwertig.