Geburtshilfliche Anästhesie, Anästhesie zur Sectio · Stufe WBJ 2

Sectio in Allgemeinanästhesie und der geburtshilfliche Atemweg: RSI, Videolaryngoskopie, OAA/DAS-Algorithmus, Awareness und Extubation

Die Narkose zur Sectio ist selten, schnell und riskant: Sie gelingt, wenn Oxygenierung, Aspirationsschutz und der Plan für das Scheitern vor der Einleitung stehen.

Lernziele
  • Die Indikationen der Allgemeinanästhesie zur Sectio nach der S1-Leitlinie 2026 nennen, einschließlich psychosozialer Indikation und Wunsch der Schwangeren.
  • Häufigkeit und Mechanismus der schwierigen und misslungenen Intubation in der Geburtshilfe mit aktuellen Zahlen wiedergeben.
  • Die Narkose mit Checkliste, Hochlagerung und gemessener Präoxygenierung vorbereiten und die Evidenz zu High-Flow-Sauerstoff einordnen.
  • Die Apnoetoleranz der Schwangeren aus Speicher und Verbrauch abschätzen und die Grenzen dieses Modells erklären.
  • Hypnotikum, Opioid und Relaxans der Blitzeinleitung begründet wählen und den Krikoiddruck kritisch bewerten.
  • Den Algorithmus von OAA und DAS anwenden und die Entscheidung zwischen Aufwachen und Fortführen nach misslungener Intubation begründen.
  • Wachheit während der Narkose vorbeugen, erkennen und nachsorgen.
  • Extubation, Sugammadex, hormonelle Kontrazeption und Stillzeit nach der Narkose richtig beraten und planen.

Zu dieser Lerneinheit

  1. Sechs Lektionen, neun Übungen (davon zwei Rechenaufgaben), ein Apnoetoleranz-Rechner, ein klinischer Fall mit drei Fragen, vier Aufgaben und ein Abschlussquiz.
  2. Setzt Anästhesie in der Geburtshilfe, Atmung und Oxygenierung in der Schwangerschaft und Schwieriger Atemweg voraus.
  3. Passend: Sectio in Regionalanästhesie, Organisation, Aufklärung und Risikoschwangerschaft, Atemweg nach DAS 2025, Geburtsanalgesie und Präeklampsie.

Lektion 1

Wann Allgemeinanästhesie, und wie oft der Atemweg scheitert

Die Allgemeinanästhesie zur Sectio ist selten geworden, und gerade deshalb ist sie gefährlich. Wer im Kreißsaal arbeitet, legt viele Spinalanästhesien und verhältnismäßig wenige Narkosen zur Sectio an, und diese wenigen fallen häufig in die Nacht, unter Zeitdruck, bei einer Schwangeren, die nicht nüchtern ist und deren Atemweg sich durch Ödem, Gewichtszunahme und Wehenarbeit verändert hat. Die deutsche S1-Leitlinie zur geburtshilflichen Analgesie und Anästhesie, deren Neufassung im Juni 2026 erschienen ist, nennt die Spinalanästhesie ohne liegenden Katheter und ohne Kontraindikation das Verfahren der Wahl zur Sectio und behandelt die Allgemeinanästhesie als eigenständige Option mit klaren Indikationen.1 Die Durchführung der Regionalanästhesie steht in der Schwestereinheit Sectio in Regionalanästhesie; hier geht es um den Fall, in dem die Entscheidung auf die Narkose fällt.

Wann die Allgemeinanästhesie das richtige Verfahren ist

Die klassischen Indikationen sind medizinisch. Bei einer Notsectio mit akuter Lebensgefahr für Mutter oder Kind, etwa bei anhaltender fetaler Bradykardie, Nabelschnurvorfall oder Uterusruptur, reicht die Zeit für eine Spinalanästhesie oft nicht, wenn kein wirksamer Periduralkatheter liegt. Kontraindikationen gegen ein rückenmarknahes Verfahren sind eine relevante Gerinnungsstörung, eine Antikoagulation innerhalb der Zeitgrenzen, eine schwere Hypovolämie bei Blutung, eine Infektion an der Punktionsstelle und die Ablehnung durch die Schwangere. Hinzu kommt die misslungene oder unzureichende Regionalanästhesie, die während des Eingriffs in eine Narkose umgewandelt werden muss. Die S1-Leitlinie 2026 nennt darüber hinaus ausdrücklich die psychosoziale Indikation, etwa massive Angst oder eine Traumatisierung, und den ausdrücklichen Wunsch der Schwangeren; in diesen Situationen kann die Allgemeinanästhesie das geeignetste Verfahren sein.1

Diese Aufwertung der Selbstbestimmung verlangt eine sorgfältige Aufklärung. Die Schwangere soll wissen, dass die Narkose zur Sectio mit häufiger schwieriger Intubation, einem Aspirationsrisiko, einer im Vergleich zu anderen Eingriffen höheren Rate an Wachheit während der Narkose und einem späteren ersten Kontakt mit dem Kind verbunden ist, und die Aufklärung wird mit diesen Inhalten dokumentiert. Die Einheit Organisation, Aufklärung und Risikoschwangerschaft behandelt die Aufklärung unter Wehen und die antepartale Vorstellung; die dort beschriebene frühe Anlage eines Periduralkatheters bei Risikoschwangeren ist die wirksamste Strategie, eine Notfallnarkose gar nicht erst zu brauchen.

Wie häufig die Intubation scheitert

Eine Literaturübersicht über geburtshilfliche Allgemeinanästhesien seit 1970 fand eine Rate misslungener Intubationen von 2,6 pro 1000 Narkosen (95-%-KI 2,0 bis 3,2), also etwa 1 zu 390, und von 2,3 pro 1000 bei der Sectio. Diese Rate blieb über die Jahrzehnte unverändert. Auf etwa 90 misslungene Intubationen kam ein mütterlicher Todesfall, und die Todesursachen waren Aspiration oder Hypoxämie infolge einer Verlegung des Atemwegs oder einer ösophagealen Intubation. Notfallkoniotomien waren selten und wurden meist als späte Rettung mit schlechtem Ergebnis für die Mutter durchgeführt.2 Daraus folgt der Grundsatz dieser Einheit: Schwangere sterben nicht an der fehlenden Intubation, sondern an fehlendem Sauerstoff und an Mageninhalt in der Lunge.

Neuere Daten bestätigen die Größenordnung. In einer US-amerikanischen Kohorte aus mehreren Zentren mit 14 748 Allgemeinanästhesien zur Sectio lag die schwierige Intubation bei 1 zu 49 (95-%-KI 1 zu 55 bis 1 zu 44) und die misslungene Intubation bei 1 zu 808 (95-%-KI 1 zu 1276 bis 1 zu 511). Die Risikofaktoren waren überwiegend anatomisch und nicht geburtshilflich: höherer Körpermasseindex, Mallampati III oder IV, kurzer Abstand zwischen Zungenbein und Kinn, eingeschränkter Vorschub des Unterkiefers, eingeschränkte Mundöffnung und Befunde der Halswirbelsäule.3 Eine prospektive Erhebung aus 72 englischen Kliniken mit 3117 geburtshilflichen Narkosen berichtete eine schwierige Intubation bei 1 zu 19 und eine misslungene bei 1 zu 312. Adipöse Schwangere waren häufiger schwierig, aber nicht häufiger misslungen intubiert, und ein Videolaryngoskop kam nur bei 1,9 % zum Einsatz.4

Tabelle 1: Schwierige und misslungene Intubation bei geburtshilflicher Allgemeinanästhesie
QuelleDatenbasisSchwierige IntubationMisslungene IntubationBesonderheit
Literaturübersicht 2015Veröffentlichungen seit 1970nicht einheitlich definiert2,6 pro 1000 (1 zu 390), Sectio 2,3 pro 1000ein mütterlicher Todesfall auf etwa 90 misslungene Intubationen2
Kohorte USA 202214 748 Allgemeinanästhesien zur Sectio1 zu 491 zu 808Risikofaktoren überwiegend anatomisch3
Prospektive Erhebung England 20213117 geburtshilfliche Narkosen in 72 Kliniken1 zu 191 zu 312Videolaryngoskop bei 1,9 %4

Die Unterschiede zwischen 1 zu 49 und 1 zu 19 bei der schwierigen Intubation zeigen vor allem, dass die Definition schwankt: Manche Erhebungen zählen jeden zweiten Versuch, andere nur einen Wechsel des Geräts oder einen schlechten Cormack-Lehane-Grad. Für die Prüfung genügt die Größenordnung. Die schwierige Intubation ist bei Schwangeren häufig, die misslungene selten, aber um ein Vielfaches häufiger als außerhalb der Geburtshilfe, nach der indischen Leitlinie etwa achtmal so häufig wie in der Allgemeinbevölkerung,5 und sie ist tödlich, wenn Oxygenierung und Aspirationsschutz nicht gelingen.

Warum der Atemweg der Schwangeren schwieriger ist

Die Physiologie steht ausführlich in der Einheit Atmung und Oxygenierung in der Schwangerschaft; hier genügt eine Zusammenfassung der Folgen. Die Schleimhaut des oberen Atemwegs ist ödematös, blutet leicht und schwillt unter Wehenarbeit, Pressen, Infusion und Präeklampsie weiter an. Die Brust behindert das Einführen des Laryngoskops. Die funktionelle Residualkapazität ist kleiner und der Sauerstoffverbrauch höher, sodass die Sättigung bei Apnoe rasch fällt. Der untere Ösophagussphinkter ist hormonell geschwächt, und unter Wehen und nach Opioiden entleert sich der Magen verzögert. Schließlich ist die Situation selbst ein Risiko: Zeitdruck, eine ängstliche Schwangere, ein besorgtes geburtshilfliches Team und eine atemwegsführende Person, die diese Narkose vielleicht selten durchführt.

Aktuelle Evidenz: Häufigkeit und Mechanismus

Die Daten sind konsistent. Die misslungene Intubation liegt je nach Erhebung zwischen 1 zu 312 und 1 zu 808, die schwierige zwischen 1 zu 19 und 1 zu 49.3, 4 Die Rate misslungener Intubationen hat sich über vier Jahrzehnte nicht verändert, während sich die Todesfälle verlagert haben: Heute ist nicht die Intubation, sondern die fehlende Oxygenierung und die Aspiration der Mechanismus.2 Die Konsequenz der S1-Leitlinie ist eine Untersuchung des Atemwegs vor jeder Einleitung auf Prädiktoren für schwierige Maskenbeatmung, Laryngoskopie und Intubation, eine Blitzeinleitung mit Intubation und das Videolaryngoskop als primäres Gerät.1

Übung 1.1

Lektion 2

Vorbereitung und Oxygenierung: Checkliste, Lagerung, Präoxygenierung, Apnoetoleranz

Die Sicherheit einer geburtshilflichen Narkose entscheidet sich zum größten Teil vor der Einleitung. Die Leitlinie von Obstetric Anaesthetists’ Association und Difficult Airway Society aus dem Jahr 2015 ist bis heute die einzige Leitlinie, die den geburtshilflichen Atemweg eigens behandelt. Sie besteht aus vier Algorithmen und drei Tabellen. Der erste Algorithmus beschreibt die sichere Allgemeinanästhesie und betont Planung und Kommunikation im Team, die Vermeidung der raschen Entsättigung durch Sauerstoff über die Nase und Maskenbeatmung unmittelbar nach der Einleitung, die Begrenzung auf zwei Intubationsversuche und das frühe Lösen des Krikoiddrucks bei Schwierigkeiten.6 Die indische Atemwegsgesellschaft hat 2025 eine eigene geburtshilfliche Leitlinie mit Konsensverfahren vorgelegt, die diese Grundsätze aufnimmt und für viele Schritte Zahlen nennt.5

Checkliste vor der Einleitung

Eine laut gelesene Checkliste zwingt das Team, auch in der Kategorie 1 die entscheidenden Punkte in wenigen Sekunden durchzugehen. Die folgende Liste fasst zusammen, was die Leitlinien vor der Einleitung verlangen.6, 5, 1

  1. Atemweg beurteilt, Plan A bis D ausgesprochen; vor der Einleitung festgelegt, ob bei misslungener Intubation aufgeweckt oder fortgeführt wird.
  2. Hilfe benannt: erfahrene Person informiert oder im Saal, Atemwegsassistenz eingewiesen.
  3. Material geprüft: Videolaryngoskop mit passendem Spatel, Bougie oder Führungsstab, kleinere Tuben, supraglottischer Atemweg der zweiten Generation, Absaugung eingeschaltet, Koniotomieset griffbereit.
  4. Lagerung: Oberkörper 20 bis 30 Grad hoch oder Rampe, Ohr auf Höhe des Sternums, Uterus nach links verlagert.
  5. Aspirationsprophylaxe gegeben, soweit die Zeit es erlaubt.
  6. Präoxygenierung mit dicht sitzender Maske bis zu einem endexspiratorischen Sauerstoffanteil von mindestens 0,9; Nasenbrille für die Apnoe angelegt.
  7. Medikamente aufgezogen und beschriftet, Vasopressor bereit, Kapnographie läuft, Pulsoxymetrie hörbar.
  8. Geburtshilfliches Team bereit zum Schnitt, Neonatologie informiert.

Zwei Punkte werden in der Praxis häufig übergangen. Der erste ist die vorab getroffene Entscheidung über das Vorgehen bei misslungener Intubation, die nach der Leitlinie von 2015 im Team vor der Narkose getroffen werden soll und in Lektion 4 ausführlich behandelt wird.6 Der zweite ist die Aspirationsprophylaxe. Die S1-Leitlinie empfiehlt, sie vor einer Sectio in Allgemeinanästhesie zu erwägen; bei geplanter Regionalanästhesie kann sie entfallen.1 Weil jede Spinalanästhesie in eine Narkose übergehen kann, spricht vieles dafür, die Prophylaxe bei dringlichen Sectiones unabhängig vom geplanten Verfahren zu geben (Expertenmeinung). Substanzen und Evidenz stehen in der Einheit Organisation, Aufklärung und Risikoschwangerschaft.

Lagerung und Präoxygenierung

Die Hochlagerung des Oberkörpers um 20 bis 30 Grad vergrößert die funktionelle Residualkapazität, verbessert die Präoxygenierung und erleichtert die Laryngoskopie; bei Adipositas wird eine Rampe gebaut, bis der äußere Gehörgang auf Höhe der Drosselgrube liegt.5 Die Präoxygenierung erfolgt mit einer dicht sitzenden Maske und 10 l/min Sauerstoff über drei bis fünf Minuten, bis der endexspiratorische Sauerstoffanteil über 0,9 liegt.5, 6 Entscheidend ist die gemessene Größe und nicht die Uhr: Eine undichte Maske lässt Raumluft einströmen, und der Speicher füllt sich dann nie ganz. In der Kategorie 1 lässt sich die Zeit durch tiefe Atemzüge verkürzen, sofern die Schwangere mitarbeiten kann.

Nach der Einleitung soll die Oxygenierung nicht abreißen. Die Leitlinie von 2015 empfiehlt Sauerstoff über die Nase und eine vorsichtige Maskenbeatmung unmittelbar nach der Einleitung, um die rasche Entsättigung abzufangen.6 Die indische Leitlinie nennt eine Nasenbrille mit 15 l/min oder mehr oder High-Flow-Sauerstoff, sofern verfügbar, als Maßnahme, die die sichere Apnoezeit deutlich verlängert.5 Die DAS 2025 empfiehlt für alle Patienten eine durchgehende Sauerstoffzufuhr während der Laryngoskopie und nennt die Schwangerschaft unter den Zuständen, die den Atemweg physiologisch schwierig machen.7

Aktuelle Evidenz: High-Flow-Sauerstoff in der Geburtshilfe

Ob High-Flow-Sauerstoff über die Nase in der Geburtshilfe mehr leistet als die Maske, hat eine systematische Übersicht aus dem Jahr 2025 untersucht. Von 649 gesichteten Arbeiten erfüllten 11 die Einschlusskriterien. Zur Präoxygenierung war High-Flow der Maske nicht überlegen, wenn das Ziel ein ausreichender endexspiratorischer Sauerstoffanteil war; der arterielle Sauerstoffpartialdruck stieg zum Teil stärker, doch die Befunde zur Verlängerung der Apnoezeit waren uneinheitlich. Nachteile für Mutter oder Kind und Unterschiede im Apgar-Wert fanden sich nicht. Die Autoren halten einen Nutzen bei Schwangeren mit geringem Risiko für unsicher und fordern Studien bei Hochrisikogruppen.8 Eine Modellstudie zeigte, warum: Bei einer Gebärenden mit einem Körpermasseindex von 50 verlängerte High-Flow die sichere Apnoezeit nur um 1,8 bis 8,5 Minuten, bei einem Index von 24 dagegen um mehr als 60 Minuten.9 Für die Praxis heißt das: Präoxygenieren Sie mit der Maske bis zum Zielwert und nutzen Sie die Nase für die Apnoe.

Wie viel Zeit bleibt

Eine Computersimulation hat die Apnoetoleranz nach vollständiger Präoxygenierung beziffert. Bei der Schwangeren am Termin fiel die arterielle Sättigung nach 292 Sekunden unter 90 %, bei einer Gebärenden mit einem Körpermasseindex von 50 schon nach 98 Sekunden. Wehen, Adipositas und Sepsis beschleunigten die Entsättigung, aber auch die Präoxygenierung selbst, weil die hohe Ventilation den kleinen Speicher schneller füllt.10 Diese Zahlen gelten für ideale Bedingungen mit offenem Atemweg und ohne Sauerstoff über die Nase. Der folgende Rechner zeigt dieselbe Bilanz in vereinfachter Form: Speicher geteilt durch Verbrauch. Die Beispielwerte sind Annahmen im Bereich der Lehrbuchangaben und keine Messwerte.

Zeit bis SaO₂ unter 90 % nach vollständiger Präoxygenierung (Simulation)Schwangere am Termin292 sGebärende, BMI 5098 s0120 s240 sIdeale Annahmen: offener Atemweg, vollständige Präoxygenierung, keine Nasensauerstoffzufuhr
Abbildung 1: Zeit bis zum Sättigungsabfall unter 90 % in einer Computersimulation nach McClelland 2009. Eigene Darstellung der publizierten Werte

Apnoetoleranz: Schwangere gegenüber Nichtschwangerer

Vereinfachtes Modell: nutzbarer Sauerstoff gleich funktionelle Residualkapazität mal (endexspiratorischer Sauerstoffanteil minus 0,10), geteilt durch den Sauerstoffverbrauch. Die Schwelle 0,10 steht für einen alveolären Anteil, bei dem die Sättigung etwa 90 % erreicht. Blutspeicher, Shunt, Atelektasen, Rückenlage und die Nachlieferung über die Nase sind nicht abgebildet. Rechenbeispiel mit angenommenen Werten, keine Vorhersage für einzelne Patientinnen.

Beispiel
Nutzbarer Sauerstoff
Zeit bis etwa 90 %
Anteil der Zeit einer Nichtschwangeren

Übung 2.1

Übung 2.2, Rechenaufgabe

Rechenbeispiel: Eine Schwangere am Termin hat nach der Präoxygenierung eine funktionelle Residualkapazität von 1,6 l, die Maske sitzt nicht ganz dicht, der endexspiratorische Sauerstoffanteil beträgt 0,85, der Sauerstoffverbrauch 320 ml/min. Berechnen Sie mit dem Modell des Rechners (Schwelle 0,10) den nutzbaren Sauerstoff und die Zeit bis zu einer Sättigung um 90 %.

Lektion 3

Blitzeinleitung zur Sectio: Hypnotikum, Opioid, Relaxans und Krikoiddruck

Die Blitzeinleitung zur Sectio verfolgt drei Ziele gleichzeitig: eine rasche und sichere Bewusstlosigkeit, gute Intubationsbedingungen in kurzer Zeit und so wenig Wirkung auf das Kind wie möglich. Diese Ziele stehen teilweise im Widerspruch. Eine knapp bemessene Hypnotikadosis schont Kreislauf und Kind, erhöht aber das Risiko der Wachheit; ein Opioid dämpft die Blutdruckspitze der Laryngoskopie, erreicht aber auch das Kind. Die Grundlagen der Blitzeinleitung stehen in den Einheiten zum Atemweg; hier geht es um das, was bei der Schwangeren anders ist.

Hypnotikum: Propofol oder Thiopental

Die S1-Leitlinie lässt zur Einleitung Propofol oder Thiopental zu.1 In der englischen Erhebung von 2017 und 2018 war Thiopental noch bei 52,9 % der Narkosen das Einleitungsmittel und Propofol bei 45,5 %, mit einem deutlichen Wandel zugunsten von Propofol gegenüber früheren Umfragen.4 Die Diskussion um die Wahl des Hypnotikums hat durch dieselbe Kohorte eine neue Grundlage bekommen: Unter den zwölf Patientinnen mit Wachheit während der Narkose war Propofol nur bei zweien verwendet worden (16,7 % gegenüber 45,5 % in der Gesamtgruppe), Thiopental dagegen bei neun (75,0 % gegenüber 52,9 %).11 Das ist eine Beobachtung mit kleinen Zahlen und kein Beweis, aber sie widerspricht der verbreiteten Annahme, Thiopental schütze besser vor Wachheit. Die indische Leitlinie nennt für die kreislaufstabile Schwangere Propofol 1 bis 2 mg/kg und für die instabile Etomidat 0,2 bis 0,3 mg/kg.5 Bei Adipositas soll Propofol nach der S1-Leitlinie nach dem Gesamtkörpergewicht dosiert werden, Relaxanzien dagegen nach dem idealen Körpergewicht.1 Bei Schock, schwerer Blutung oder eingeschränkter Pumpfunktion wird das Hypnotikum titriert und der Vasopressor vorher bereitgestellt.

Opioid bei der Einleitung

Traditionell wurde vor der Entwicklung des Kindes kein Opioid gegeben, um eine Atemdepression beim Neugeborenen zu vermeiden. Diese Regel gilt nicht mehr absolut. Bei Präeklampsie verlangt die S1-Leitlinie, den Blutdruckanstieg bei Laryngoskopie und Intubation mit Opioiden oder Antihypertensiva abzufangen, und eine schwere Hypertonie auch unter fetalem Zeitdruck vor der Operation zu behandeln.1 Hintergrund ist das Risiko einer Hirnblutung bei Blutdruckspitzen; die Pathophysiologie steht in der Einheit Präeklampsie. Eine Metaanalyse von 11 randomisierten Studien mit 645 Schwangeren fand unter Remifentanil einen um 11,73 mmHg niedrigeren mittleren arteriellen Druck bei der Intubation (95-%-KI 2,00 bis 21,46) und einen um 0,35 Punkte niedrigeren Apgar-Wert nach einer Minute (95-%-KI 0,15 bis 0,54), ohne Unterschied nach fünf Minuten und bei den übrigen Ergebnissen für Mutter und Kind.12 Wird ein Opioid gegeben, erfährt das Team der Neugeborenenversorgung das vor der Entwicklung.

Relaxans: Succinylcholin oder Rocuronium

Die europäische Leitlinie zur neuromuskulären Blockade nennt für die Blitzeinleitung Succinylcholin 1 mg/kg oder Rocuronium 0,9 bis 1,2 mg/kg.13 Die indische geburtshilfliche Leitlinie nennt Succinylcholin 1,5 mg/kg und Rocuronium 0,9 bis 1,2 mg/kg und empfiehlt Rocuronium gegenüber Succinylcholin, wenn Sugammadex in ausreichender Dosis, also 16 mg/kg, verfügbar ist.5 In England war Succinylcholin 2017 und 2018 noch bei 86,1 % der geburtshilflichen Narkosen das Relaxans und Rocuronium bei 11,8 %.4 Für Rocuronium sprechen das Fehlen von Faszikulationen und die Möglichkeit, bei gelungener Intubation ohne Wirkungslücke weiterzuarbeiten; für Succinylcholin spricht die kurze Wirkdauer. Die Hoffnung, nach Succinylcholin setze die Spontanatmung rechtzeitig wieder ein, trügt bei Schwangeren oft, weil die Sättigung vorher fällt (Lehrbuchwissen), und die Rückkehr des Muskeltonus kann eine Verlegung des Atemwegs sogar verschlimmern.7 Beide Substanzen sind nur dann sicher, wenn der Plan für das Scheitern feststeht.

Tabelle 2: Medikamente der Blitzeinleitung zur Sectio: Dosisangaben mit Quelle
WirkstoffAngabe in der QuelleQuelleHinweis
Propofol1 bis 2 mg/kg bei stabilem KreislaufAIDAA 20255bei Adipositas nach Gesamtkörpergewicht (S1 2026)1
Etomidat0,2 bis 0,3 mg/kg bei instabilem KreislaufAIDAA 20255Alternative bei Schock
Thiopentalzugelassen nach S1 2026, keine Dosisangabe in den geprüften QuellenS1 20261in der Wachheitskohorte überrepräsentiert11
Succinylcholin1 mg/kg (ESAIC) oder 1,5 mg/kg (AIDAA)ESAIC 2023, AIDAA 202513, 5kurze Wirkung, aber keine verlässliche Rettung
Rocuronium0,9 bis 1,2 mg/kgESAIC 2023, AIDAA 202513, 5nach idealem Körpergewicht (S1 2026)
Sugammadex16 mg/kg zur sofortigen Aufhebung, 3 min nach Rocuronium 1,2 mg/kgFachinformation14Erholung nach etwa 1,5 min laut Fachinformation
RemifentanilDosis in den Studien uneinheitlichMetaanalyse 202612Blutdruckspitze gedämpft, Apgar nach 1 min etwas niedriger

Die Tabelle gibt die Angaben der Quellen wieder und ist keine Dosierungsempfehlung für den Einzelfall.

Krikoiddruck kritisch betrachtet

Der Krikoiddruck gehört in vielen Kliniken fest zur geburtshilflichen Blitzeinleitung, klassisch mit 10 N vor und 30 N nach dem Bewusstseinsverlust. Seine Wirksamkeit ist nicht belegt, und er kann Maskenbeatmung, Laryngoskopie und das Einlegen eines supraglottischen Atemwegs erschweren. Die DAS 2025 bewertet ihn als unsicher belegt und verlangt, ihn zu lösen, sobald ein supraglottischer Atemweg eingelegt werden muss, die Laryngoskopie schwierig ist oder die Patientin erbricht.7 Die geburtshilfliche Leitlinie von 2015 empfiehlt ihn weiterhin, aber mit niedriger Schwelle, ihn bei Schwierigkeiten zu vermindern oder zu lösen.6 Die indische Leitlinie von 2025 formuliert zurückhaltender, dass er erwogen werden kann, und verlangt, ihn vollständig zu lösen, wenn er Maskenbeatmung oder Einlage des supraglottischen Atemwegs behindert.5 Wer Krikoiddruck anwendet, muss die helfende Person einweisen und das Lösen ausdrücklich ansagen.

Übung 3.1

Übung 3.2, Rechenaufgabe

Rechenbeispiel ohne Dosierungsempfehlung: Eine normalgewichtige Schwangere wiegt 70 kg. Berechnen Sie die Rocuroniumdosis bei 1,2 mg/kg und die Sugammadexdosis zur sofortigen Aufhebung bei 16 mg/kg laut Fachinformation.

Lektion 4

Der geburtshilfliche Atemweg: Videolaryngoskop, OAA/DAS-Algorithmus, Aufwachen oder Fortführen

Die S1-Leitlinie 2026 verlangt, die Intubation zur Sectio primär mit dem Videolaryngoskop durchzuführen, bei unerwartet schwierigem Atemweg frühzeitig einen supraglottischen Atemweg zur Oxygenierung einzusetzen und bei erwartet schwierigem Atemweg und ausreichender Zeit wach mit dem flexiblen Endoskop zu intubieren. Schwangere mit Prädiktoren eines schwierigen Atemwegs sollen früh vorgestellt werden.1 Die DAS 2025 empfiehlt die Videolaryngoskopie für alle Erwachsenen, wann immer das möglich ist.7

Das Videolaryngoskop als Erstgerät

Die geburtshilfliche Evidenz ist schmaler als die allgemeine. Eine Metaanalyse fand vier randomisierte Studien mit 428 Schwangeren, neun Beobachtungsstudien und 35 Fallberichte. Bei Schwangeren ohne schwierigen Atemweg unterschied sich der Erfolg im ersten Versuch nicht (relatives Risiko 1,02; 95-%-KI 0,98 bis 1,06), ebenso wenig die Zeit bis zur Intubation. Die Autoren folgern dennoch, dass Videolaryngoskope in der Geburtshilfe unmittelbar als Erstgerät verfügbar sein sollen, weil die Fallberichte ihren Wert bei unerwarteter Schwierigkeit zeigen.15 Die Leitlinie von 2015 verlangte bereits, dass für jede geburtshilfliche Narkose ein Videolaryngoskop sofort verfügbar ist.6 Die fehlende Überlegenheit bei einfachem Atemweg ist kein Argument gegen das Gerät: Die Schwierigkeit ist vorher oft nicht erkennbar, und ein Wechsel des Geräts kostet bei einer Schwangeren Zeit, die sie nicht hat. Die allgemeine Evidenz mit Cochrane-Review und DEVICE-Studie steht in der Einheit Schwieriger Atemweg.

Der Algorithmus von OAA und DAS

Die Leitlinie von 2015 begrenzt die Intubationsversuche auf zwei.6 Die indische Leitlinie erlaubt einen dritten Versuch nur durch eine erfahrene Anästhesistin oder einen erfahrenen Anästhesisten.5 Jeder Versuch muss etwas verbessern: Spatel, Lagerung, Bougie, äußere Kehlkopfmanipulation oder das Lösen des Krikoiddrucks. Zwischen den Versuchen wird über die Maske oxygeniert. Misslingt die Intubation, wird das laut ausgesprochen, Hilfe gerufen und früh ein supraglottischer Atemweg eingelegt, vorzugsweise der zweiten Generation mit Drainagekanal, weil er zugleich oxygeniert und Mageninhalt ableitet.6 Für den supraglottischen Atemweg gelten höchstens zwei Einlageversuche.5 Gelingt die Oxygenierung, folgt der Schritt, der die geburtshilfliche Leitlinie von der allgemeinen unterscheidet: die Entscheidung zwischen Aufwachenlassen und Fortführen der Operation.

Vorbereitung: Plan und Entscheidung im Team,Hochlage 20 bis 30 Grad, etO₂ mindestens 0,9,Sauerstoff über die Nase, VideolaryngoskopBlitzeinleitung und Intubation:höchstens zwei Versuche, bei SchwierigkeitKrikoiddruck lösen, zwischendurch oxygenierengelungen: Kapnographie,Sicht, weiterMisslungen: laut ansagen, Hilfe rufen,supraglottischer Atemweg der zweiten Generation,höchstens zwei VersucheOxygenierung möglich?jainnehalten, entscheiden:aufwachen lassen odermit supraglottischemAtemweg fortführenneinMaskenbeatmung zu zweit, GuedeltubusCICO ansagen: Notfallkoniotomie mit Skalpell;bei mütterlichem Kreislaufstillstandperimortale SectioSchema nach OAA und DAS 2015, vereinfacht; maßgeblich sind die Originalalgorithmen
Abbildung 2: Vereinfachter Ablauf der geburtshilflichen Allgemeinanästhesie bei schwierigem Atemweg nach OAA und DAS 2015. Eigene Darstellung

Aufwachen lassen oder fortführen

Bei einer elektiven Operation lautet die Voreinstellung nach misslungener Intubation Aufwachen.7 Bei der Sectio sind zwei Patienten beteiligt, und das Kind kann ohne sofortige Entbindung sterben. Die Leitlinie von 2015 enthält deshalb eine Tabelle, die Faktoren für diese Entscheidung ordnet: die Dringlichkeit durch mütterliche und kindliche Gefährdung, die Erfahrung der anästhesiologisch tätigen Person, Adipositas, die operative Komplexität, das Aspirationsrisiko, die Möglichkeit einer alternativen Anästhesie und die Durchgängigkeit des Atemwegs nach der Einleitung. Das Team soll diese Faktoren vor der Narkose abwägen und einen vorläufigen Plan für das Scheitern festlegen.6 Die indische Leitlinie konkretisiert: Gelingt die Beatmung über einen supraglottischen Atemweg der zweiten Generation und sind Mutter oder Kind gefährdet, wird die Narkose zur Entbindung fortgeführt; sind beide stabil, wird die Schwangere aufgeweckt.5

Tabelle 3: Faktoren der Entscheidung zwischen Aufwachen und Fortführen nach misslungener Intubation
FaktorSpricht eher für AufwachenSpricht eher für Fortführen
Mütterlicher Zustandstabillebensbedrohliche Blutung oder kardiorespiratorische Gefährdung, die die Entbindung verlangt
Kindlicher Zustandkeine oder behebbare Gefährdunganhaltende schwere Gefährdung, etwa Bradykardie
Erfahrung im Teamwenig Erfahrung, keine Hilfeerfahrene Person am Atemweg
Adipositasausgeprägtkeine
Operative Komplexitätlange oder blutreiche Operation zu erwarteneinfacher, kurzer Eingriff
Aspirationsrisikokürzlich gegessen, keine Prophylaxenüchtern, Prophylaxe gegeben
Alternative AnästhesieRegionalanästhesie möglichRegionalanästhesie kontraindiziert oder misslungen
Atemweg nach EinleitungMaske schwierig, Schwellung, Blutsupraglottischer Atemweg der zweiten Generation dicht, gute Beatmung

Die Tabelle ist eine vereinfachte Lesart der Faktoren aus der Leitlinie von 2015 und ersetzt nicht das Original.6 Sie zeigt, dass es keine automatische Antwort gibt: Ein gefährdetes Kind spricht für das Fortführen, eine Schwangere mit Adipositas, vollem Magen und undichtem supraglottischem Atemweg spricht dagegen. Die Literaturübersicht von 2015 beschreibt, dass bis in die 1990er Jahre meist aufgeweckt wurde, seit Ende der 1990er Jahre dagegen in der Mehrzahl fortgeführt, zunehmend mit supraglottischen Atemwegen der zweiten Generation.2 Wird fortgeführt, gilt nach Lehrbuchwissen: erfahrene operierende Person, Magen über den Drainagekanal entlasten, ausreichend tiefe Narkose und Relaxierung, kein unnötiger Druck auf den Fundus, und nach der Entbindung die erneute Bewertung, ob der Atemweg für den Rest der Operation ausreicht.

CICO und perimortale Sectio

Gelingt weder die Oxygenierung über den supraglottischen Atemweg noch über die Maske, liegt eine Situation vor, in der weder intubiert noch oxygeniert werden kann. Sie wird laut ausgesprochen, und die Notfallkoniotomie folgt ohne Verzögerung. Die Technik mit Skalpell, Bougie und Tubus ist dieselbe wie außerhalb der Geburtshilfe und steht mit Anatomie und Schrittfolge in der Einheit Atemweg nach DAS 2025.7, 5 Die Leitlinie von 2015 ergänzt eine geburtshilfliche Besonderheit: Tritt bei fehlender Oxygenierung ein Kreislaufstillstand der Mutter ein, ist die perimortale Sectio Teil der Reanimation.6 Weil die Koniotomie bei Schwangeren wegen Adipositas und Halsödem schwierig sein kann, lohnt es sich, bei erwartet schwierigem Atemweg die Membran vor der Einleitung zu tasten oder zu schallen.

Übung 4.1

Übung 4.2

Lektion 5

Wachheit, Uterustonus, Extubation, Sugammadex und Stillzeit

Ist der Tubus sicher in der Trachea, beginnt eine Phase, die leicht unterschätzt wird. Zwischen der Einleitung und dem Ende der Operation liegen die Risiken der Wachheit, der Atonie und der Aspiration bei der Ausleitung. Die Beatmungsziele der Schwangeren, mit einem Kohlendioxidpartialdruck um 32 mmHg statt 40 mmHg, stehen in der Einheit Atmung und Oxygenierung in der Schwangerschaft.

Wachheit während der Narkose

Wachheit während der Narkose ist bei der Sectio häufiger als bei den meisten anderen Eingriffen (Lehrbuchwissen). Eine prospektive Kohortenstudie aus 72 englischen Kliniken mit 3115 Patientinnen fand zwölf Fälle mit sicherer, wahrscheinlicher oder möglicher Wachheit, entsprechend 1 zu 256 bei geburtshilflichen Narkosen (95-%-KI 1 zu 149 bis 1 zu 500) und 1 zu 212 bei der Sectio (95-%-KI 1 zu 122 bis 1 zu 417). Von den Betroffenen erlebten 58,3 % belastende Erinnerungen, 41,7 % bemerkten eine Lähmung und 16,7 % Schmerzen. Als Risikofaktoren fanden sich ein Körpermasseindex von 25 bis 30 kg/m² oder unter 18,5 kg/m², Eingriffe außerhalb der Regelarbeitszeit und Ketamin oder Thiopental zur Einleitung. Nach 30 Tagen waren die Werte psychologischer Fragebögen gegenüber Kontrollen erhöht, und bei vier Frauen bestand der Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung.11

Die Gründe liegen im Ablauf. Das Hypnotikum wird als einzelner Bolus gegeben, oft knapp dosiert aus Sorge um Kreislauf und Kind, und die Relaxierung verdeckt jede Bewegung. Der Schnitt folgt unmittelbar, während das volatile Anästhetikum erst anflutet, und eine schwierige Intubation verlängert die Lücke. Die S1-Leitlinie verlangt deshalb, Inhalationsanästhetika von Beginn an mit der Induktion zu verwenden, und sieht nach einem Ereignis eine strukturierte Nachsorge vor.1 Das prozessierte EEG wurde in der Kohorte nur bei 4,7 % eingesetzt, bei keiner der betroffenen Frauen; die meisten Ereignisse fielen in die dynamischen Phasen von Einleitung und Ausleitung, in denen die Anzeige schwer zu deuten ist.11 Eine Narkosetiefenmessung ist daher eine Ergänzung, kein Ersatz für eine ausreichende Dosis, eine lückenlose Überleitung und ein Relaxometrie-gestütztes Vorgehen.

Die Nachsorge beginnt mit der Frage. Fragen Sie jede Patientin nach einer Sectio in Allgemeinanästhesie gezielt nach Erinnerungen an die Narkose, nehmen Sie Berichte ernst, dokumentieren Sie sie wörtlich, und bieten Sie ein Gespräch mit einer erfahrenen Person und bei Bedarf psychologische Unterstützung an. Diese Schritte entsprechen der in der S1-Leitlinie vorgesehenen strukturierten Nachsorge.1

Aufrechterhaltung und Uterustonus

Volatile Anästhetika relaxieren den Uterus dosisabhängig. Nach der Entwicklung des Kindes wird deshalb eine Konzentration gewählt, die eine ausreichende Narkosetiefe sichert, ohne die Kontraktion zu gefährden; ein Opioid kann nun ohne Rücksicht auf das Kind gegeben werden und senkt den Bedarf an Hypnotikum (Lehrbuchwissen). Bei Atonie wird die Konzentration begrenzt oder auf eine intravenöse Aufrechterhaltung gewechselt, aber nicht auf Kosten der Narkosetiefe. Oxytocin wird nach der S1-Leitlinie in einer Dosis von 3 bis 5 IE langsam gegeben.1 Die Uterotonika und ihre Nebenwirkungen stehen in der Einheit Sectio in Regionalanästhesie, die Therapie der Atonie in der Einheit Peripartale Blutung.

Extubation

Die Extubation einer Schwangeren ist so riskant wie die Einleitung. Der Magen ist nicht leerer geworden, der Atemweg kann durch Infusion, Pressen und wiederholte Laryngoskopie weiter geschwollen sein, und Opioide treffen auf eine kleine Reserve. Die Leitlinien verlangen eine vollständig aufgehobene neuromuskuläre Blockade mit einem quantitativ gemessenen Train-of-Four-Verhältnis von mindestens 0,9.13 Nach Lehrbuchwissen wird der Magen über eine Sonde entlastet, und die Schwangere wird wach, mit zurückgekehrten Schutzreflexen und erhöhtem Oberkörper oder in Seitenlage extubiert. War die Intubation schwierig, wird die Extubation wie eine risikobehaftete Extubation geplant, mit erfahrener Person, vollständigem Material und einer Rückfallebene; die Strategie steht in der Einheit Atemweg nach DAS 2025. Die Schwierigkeit wird der Patientin mitgeteilt, dokumentiert und in einem Atemwegsausweis festgehalten.7

Sugammadex, Kontrazeption und Stillzeit

Sugammadex bindet neben Rocuronium auch Steroidhormone. Die Fachinformation beschreibt eine um etwa 34 % verminderte Exposition gegenüber Gestagenen, entsprechend einer vergessenen Tagesdosis eines oralen Kontrazeptivums. Wer die Pille am selben Tag eingenommen hat, folgt den Anweisungen für eine vergessene Einnahme; bei anderen hormonellen Verfahren ist für die folgenden sieben Tage eine zusätzliche nicht hormonelle Verhütung nötig.14 Die amerikanische Fachgesellschaft für geburtshilfliche Anästhesie empfiehlt, Frauen im gebärfähigen Alter entsprechend zu beraten.16 Für die Schwangerschaft mahnt die Fachinformation zur Vorsicht.14 Die Stellungnahme von 2019 rät in der Frühschwangerschaft wegen der Bindung von Progesteron in vitro von Sugammadex ab und hält eine Gabe von 16 mg/kg in der Situation, in der weder intubiert noch beatmet werden kann, für gerechtfertigt, wenn der Nutzen überwiegt.16 Nach der Entbindung spielt die Frage für die laufende Schwangerschaft keine Rolle mehr.

Zur Stillzeit sind die Daten beruhigend. Nach der Datenbank zu Arzneimitteln in der Stillzeit geht Sugammadex nur in vernachlässigbaren Mengen in die Muttermilch über; in einer Untersuchung nach Sectio mit einer medianen Dosis von 2,56 mg/kg war es eine Stunde nach der Gabe in sieben Milchproben nicht nachweisbar und in einer unter der Bestimmungsgrenze von 1 mg/l. Eine orale Aufnahme beim Säugling ist unwahrscheinlich, und die Substanz gilt in der Stillzeit als vertretbar.17 Die Stellungnahme von 2019 hielt Sugammadex bei etablierter Stillzeit für sicher und empfahl unmittelbar nach der Geburt, solange die Laktation beginnt, zurückhaltend eine klassische Antagonisierung, weil Daten fehlten.16 Die amerikanische Fachgesellschaft der Anästhesie empfiehlt seit 2019, in der Fassung von 2024 bestätigt, das Stillen nach einer Narkose wieder aufzunehmen, sobald die Mutter es wünscht, und die Milch nicht zu verwerfen, weil Anästhetika nur in sehr geringen Konzentrationen übergehen.18

Aktuelle Evidenz: Wachheit, Sugammadex und Stillzeit

Wachheit bei der Sectio in Allgemeinanästhesie: 1 zu 212 in einer prospektiven Kohorte, mit Lähmungserleben bei 41,7 % der Betroffenen und Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung bei vier Frauen.11 Sugammadex: Gestagenexposition um etwa 34 % vermindert, sieben Tage zusätzliche nicht hormonelle Verhütung.14 Übergang in die Muttermilch vernachlässigbar, Stillen nach der Narkose ohne Verwerfen der Milch.17, 18

Übung 5.1

Lektion 6

Typische Fehlannahmen und der Blick der Prüfung

Prüfungsfragen zur geburtshilflichen Allgemeinanästhesie prüfen selten Details der Algorithmen, häufig aber Annahmen, die aus älteren Lehrbüchern, aus dem Klinikalltag oder aus Merkformeln stammen. Die folgenden Aussagen klingen vertraut und sind falsch oder unvollständig.

Typische Fehlannahmen
  • „Die Allgemeinanästhesie zur Sectio ist nur bei Notfällen erlaubt.“ Falsch: Die S1-Leitlinie 2026 nennt auch die psychosoziale Indikation und den ausdrücklichen Wunsch der Schwangeren, nach sorgfältiger Aufklärung.
  • „Mit Thiopental ist die Schwangere besser vor Wachheit geschützt.“ Nicht belegt: In der englischen Kohorte war Thiopental bei den Fällen mit Wachheit überrepräsentiert.
  • „Vor der Entwicklung darf kein Opioid gegeben werden.“ Überholt: Bei Präeklampsie verlangt die S1-Leitlinie, die Blutdruckspitze der Laryngoskopie mit Opioiden oder Antihypertensiva zu dämpfen; das Neugeborenenteam wird informiert.
  • „High-Flow über die Nase ersetzt die Maske bei der Präoxygenierung.“ Falsch: Zur Präoxygenierung ist die dicht sitzende Maske nicht unterlegen; High-Flow gehört in die Apnoephase und setzt einen offenen Atemweg voraus.
  • „Das Videolaryngoskop verbessert bei Schwangeren den Erfolg im ersten Versuch.“ Bei einfachem Atemweg nicht nachgewiesen; sein Wert liegt in der unerwarteten Schwierigkeit, weshalb es Erstgerät sein soll.
  • „Nach misslungener Intubation wird immer aufgeweckt.“ Falsch: In der Geburtshilfe kann das Fortführen über einen supraglottischen Atemweg der zweiten Generation richtig sein, wenn Mutter oder Kind gefährdet sind.
  • „Sugammadex löst jede Atemwegskrise.“ Falsch: Die Rückkehr des Muskeltonus öffnet einen verlegten Atemweg nicht zuverlässig, und das Hypnotikum wirkt weiter.
  • „Nach der Narkose muss die Mutter die Milch 24 Stunden verwerfen.“ Falsch: Stillen ist wieder möglich, sobald die Mutter es wünscht.

Die Aussagen beruhen auf den Quellen der vorangehenden Lektionen.1, 11, 8, 15, 6, 7, 18

Der Blick der Prüfung

In einer strukturierten mündlichen Prüfung wird häufig eine Notsectio erzählt und an jeder Stelle gefragt, was jetzt geschieht. Überzeugende Antworten verbinden Physiologie und Entscheidung: „Die Schwangere hat einen kleinen Sauerstoffspeicher und einen hohen Verbrauch; ich lagere sie hoch, präoxygeniere mit dicht sitzender Maske bis zu einem endexspiratorischen Anteil von 0,9, lege eine Nasenbrille an und intubiere mit dem Videolaryngoskop. Vor der Einleitung haben wir entschieden, dass wir bei misslungener Intubation wegen der fetalen Bradykardie über einen supraglottischen Atemweg der zweiten Generation fortführen, sofern die Beatmung gelingt.“ Wer stattdessen nur Medikamente aufzählt, verfehlt die Frage.

Ein zweites Prüfungsthema ist die Einordnung der Leitlinien. Die geburtshilfliche Leitlinie von OAA und DAS stammt aus dem Jahr 2015 und ist nicht ersetzt; die DAS 2025 gilt für alle Erwachsenen und ergänzt die aktuellen Grundsätze zu Videolaryngoskop, durchgehender Oxygenierung und Koniotomie.6, 7 Die S1-Leitlinie 2026 übernimmt Videolaryngoskop, frühen supraglottischen Atemweg und Wachintubation bei erwarteter Schwierigkeit in die deutsche Empfehlung.1 Die indische Leitlinie von 2025 zeigt, wohin sich die Empfehlungen entwickeln: Rocuronium mit verfügbarem Sugammadex statt Succinylcholin, zurückhaltender Krikoiddruck und ausdrückliche Regeln für das Fortführen.5

Evidence Box

Die Evidenz ist ungleich verteilt. Für die Häufigkeit der schwierigen und misslungenen Intubation gibt es große Kohorten und eine Literaturübersicht über vier Jahrzehnte.3, 4, 2 Für die Wachheit gibt es eine prospektive Kohorte.11 Für das Videolaryngoskop in der Geburtshilfe gibt es wenige kleine randomisierte Studien, für High-Flow-Sauerstoff eine systematische Übersicht mit uneinheitlichen Ergebnissen.15, 8 Die Abfolge der Algorithmen und die Entscheidung zwischen Aufwachen und Fortführen beruhen auf Expertenkonsens.6 Für die Prüfung bedeutet das: Zahlen aus Kohorten kennen, Konsensempfehlungen als begründete Voreinstellung vertreten.

Übung 6.1

Lektion 7

Fälle, Merksätze und Aufgaben

Fall 1: Die Notsectio, bei der der Tubus nicht vorangeht

Eine 33-jährige Erstgebärende in der 40. Schwangerschaftswoche, 1,65 m, 112 kg (BMI 41), liegt seit neun Stunden in den Wehen, ohne Periduralkatheter, weil sie ihn abgelehnt hatte. Die fetale Herzfrequenz fällt auf 70/min und erholt sich nicht; es wird eine Notsectio der Kategorie 1 angemeldet. Mallampati III unter Wehen, Mundöffnung 4 cm, Hals kurz. Die Frau hat vor vier Stunden einen Joghurt gegessen. Nach Natriumcitrat und zwei Minuten Präoxygenierung in Rückenlage mit einer Maske, die an einer Seite undicht ist, liegt der endexspiratorische Sauerstoffanteil bei 0,78. Einleitung mit Propofol 200 mg, Rocuronium 100 mg und Krikoiddruck. Erster Versuch mit Videolaryngoskop: nur die Epiglottis sichtbar, SpO₂ nach 55 Sekunden von 99 auf 91 %. Zwischenbeatmung mit Maske unter Krikoiddruck schwierig. Zweiter Versuch mit Bougie: Glottis teilweise sichtbar, der Tubus lässt sich nicht vorschieben, SpO₂ 84 %, Herzfrequenz 118/min, Blutdruck 140/85 mmHg. Die Geburtshelferin fragt, ob sie schneiden kann.

Fall 1, Frage 1

Fall 1, Frage 2

Fall 1, Frage 3

Merksätze

  • Schwangere sterben nicht an der fehlenden Intubation, sondern an Hypoxämie und Aspiration.2
  • Vor der Einleitung steht fest, ob bei misslungener Intubation aufgeweckt oder fortgeführt wird.6
  • Hochlagerung, dicht sitzende Maske, endexspiratorischer Sauerstoff mindestens 0,9, Nase für die Apnoe.5, 6
  • Videolaryngoskop als Erstgerät, höchstens zwei Versuche, früh ein supraglottischer Atemweg der zweiten Generation.1, 6
  • Krikoiddruck lösen, sobald er Maske, Laryngoskopie oder supraglottischen Atemweg behindert.7
  • Inhalationsanästhetikum mit der Induktion beginnen; nach jeder Narkose zur Sectio nach Erinnerungen fragen.1, 11
  • Bei Präeklampsie die Blutdruckspitze der Laryngoskopie dämpfen, auch mit einem Opioid vor der Entwicklung.1
  • Nach Sugammadex sieben Tage zusätzlich nicht hormonell verhüten; Stillen ist erlaubt, sobald die Mutter es wünscht.14, 18

Aufgaben

Aufgabe 1: Apnoetoleranz abschätzen

Gegeben:
Rechenbeispiel: Eine Gebärende mit Adipositas hat eine funktionelle Residualkapazität von 1,2 l, einen endexspiratorischen Sauerstoffanteil von 0,88 und einen Sauerstoffverbrauch von 340 ml/min. Modell wie im Rechner (Schwelle 0,10).

Frage:
Wie lange reicht der Speicher etwa, und welche Maßnahmen verlängern die reale Zeit?

Lösung

Nutzbarer Sauerstoff: 1200 ml mal (0,88 minus 0,10) ergibt 936 ml, geteilt durch 340 ml/min etwa 2,8 Minuten. In der Simulation fiel die Sättigung bei einer Gebärenden mit BMI 50 schon nach 98 Sekunden.10 Verlängern lässt sich die Zeit durch Hochlagerung oder Rampe, eine dicht sitzende Maske bis zum Zielwert und Sauerstoff über die Nase während der Laryngoskopie; der Zugewinn durch High-Flow ist bei Adipositas unter Wehen aber gering.5, 9 Das Modell ist eine Vereinfachung ohne Blutspeicher und Shunt.

Aufgabe 2: Aufwachen oder fortführen

Gegeben:
Elektive Re-Sectio in der 39. Woche, Spinalanästhesie wegen Spondylodese der Lendenwirbelsäule nicht möglich, Allgemeinanästhesie. Nach zwei misslungenen Intubationsversuchen gelingt die Beatmung über einen supraglottischen Atemweg der zweiten Generation. CTG unauffällig, Mutter stabil, BMI 34, nüchtern, Prophylaxe gegeben.

Frage:
Wie entscheiden Sie, und was folgt?

Lösung

Mutter und Kind sind nicht gefährdet, die Operation ist nicht dringlich: Die Faktoren sprechen für das Aufwachen.6, 5 Nach Rocuronium wird die Blockade vollständig aufgehoben, etwa mit Sugammadex 16 mg/kg, sofern kurz zuvor 1,2 mg/kg gegeben wurden (Fachinformation).14 Danach Dokumentation und Atemwegsausweis, Planung einer Wachintubation mit dem flexiblen Endoskop für den neuen Termin, weil der Atemweg jetzt als schwierig bekannt ist.1, 7

Aufgabe 3: Awareness im Aufwachraum

Gegeben:
Eine Patientin berichtet eine Stunde nach einer Notsectio in Allgemeinanästhesie, sie habe Stimmen gehört und sich nicht bewegen können. Einleitung mit Thiopental und Succinylcholin, Sevofluran erst nach der Intubation begonnen, Intubation im zweiten Versuch.

Frage:
Wie ordnen Sie das ein, und was tun Sie?

Lösung

Das Muster passt zu Wachheit in der Phase zwischen Bolus und Anfluten des volatilen Anästhetikums, verlängert durch den zweiten Versuch. Lähmungserleben berichteten 41,7 % der Betroffenen in der englischen Kohorte.11 Den Bericht ernst nehmen und wörtlich dokumentieren, Entschuldigung und Erklärung durch eine erfahrene Person, psychologische Unterstützung anbieten und Nachgespräch vereinbaren, das Ereignis im Team aufarbeiten. Künftig Inhalationsanästhetikum mit der Induktion beginnen und ausreichend dosieren.1

Aufgabe 4: Stillen und Verhütung nach der Narkose

Gegeben:
Eine Frau wird nach einer Sectio in Allgemeinanästhesie mit Sugammadex antagonisiert. Sie möchte sofort stillen und nimmt nach der Geburt wieder eine gestagenhaltige Pille.

Frage:
Was raten Sie?

Lösung

Stillen ist möglich, sobald die Mutter es wünscht; die Milch wird nicht verworfen.18 Sugammadex geht nur in vernachlässigbaren Mengen in die Milch über.17 Die Gestagenexposition sinkt um etwa 34 %; nimmt sie die Pille am selben Tag, gilt die Regel für eine vergessene Einnahme, bei anderen hormonellen Verfahren sieben Tage zusätzliche nicht hormonelle Verhütung.14

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Zum Nachschlagen

Begriffe und Literatur

BegriffBedeutung
RSIBlitzeinleitung, rapid sequence induction; mit Intubation im Englischen auch RSII
OAA/DAS 2015geburtshilfliche Leitlinie von Obstetric Anaesthetists’ Association und Difficult Airway Society zur schwierigen und misslungenen Intubation
Aufwachen oder FortführenEntscheidung nach misslungener Intubation, ob die Schwangere aufgeweckt oder die Sectio über einen supraglottischen Atemweg fortgesetzt wird
ApnoetoleranzZeit von Beginn der Apnoe bis zum Sättigungsabfall; bestimmt von Speicher und Verbrauch
Endexspiratorischer SauerstoffanteilMessgröße der Präoxygenierung; Ziel mindestens 0,9
Apnoische OxygenierungSauerstoffzufuhr über die Nase während der Apnoe bei offenem Atemweg
Supraglottischer Atemweg der zweiten GenerationAtemweg mit Drainagekanal und höherem Dichtungsdruck
CICOcannot intubate, cannot oxygenate; Indikation zur Notfallkoniotomie
AAGAaccidental awareness during general anaesthesia, Wachheit während der Narkose
SugammadexCyclodextrin, das Rocuronium und Vecuronium bindet und Gestagene in der Wirkung mindert

Literatur

  1. Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Berufsverband Deutscher Anästhesisten, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. S1-Leitlinie Die geburtshilfliche Analgesie und Anästhesie, AWMF-Registernummer 001-038, Version 2.0 vom 02.06.2026, gültig bis 01.06.2031. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/001-038
  2. Kinsella SM, Winton AL, Mushambi MC, Ramaswamy K, Swales H, Quinn AC et al. Failed tracheal intubation during obstetric general anaesthesia: a literature review. Int J Obstet Anesth. 2015;24(4):356-374. doi:10.1016/j.ijoa.2015.06.008. PMID 26303751. Grundlagenarbeit
  3. Reale SC, Bauer ME, Klumpner TT, Aziz MF, Fields KG, Hurwitz R et al. Frequency and risk factors for difficult intubation in women undergoing general anesthesia for cesarean delivery: a multicenter retrospective cohort analysis. Anesthesiology. 2022;136(5):697-708. doi:10.1097/ALN.0000000000004173
  4. Odor PM, Bampoe S, Moonesinghe SR, Andrade J, Pandit JJ, Lucas DN et al. General anaesthetic and airway management practice for obstetric surgery in England: a prospective, multicentre observational study. Anaesthesia. 2021;76(4):460-471. doi:10.1111/anae.15250
  5. Ramkumar V, Jain K, Shah AP et al. All India Difficult Airway Association 2025 guidelines for the management of unanticipated difficult airway in obstetrics under general anaesthesia. Indian J Anaesth. 2025;69(11):1142-1166. doi:10.4103/ija.ija_1082_25
  6. Mushambi MC, Kinsella SM, Popat M, Swales H, Ramaswamy KK, Winton AL et al. Obstetric Anaesthetists’ Association and Difficult Airway Society guidelines for the management of difficult and failed tracheal intubation in obstetrics. Anaesthesia. 2015;70(11):1286-1306. doi:10.1111/anae.13260. PMID 26449292. Grundlagenleitlinie ohne neuere Fassung
  7. Ahmad I, El-Boghdadly K, Iliff H, Dua G, Higgs A, Huntington M et al. Difficult Airway Society 2025 guidelines for management of unanticipated difficult tracheal intubation in adults. Br J Anaesth. 2026;136(1):283-307. doi:10.1016/j.bja.2025.10.006
  8. Craig R, Curran L, Bampoe S, Odor P, Blake L, Carvalho B et al. Peri-operative use of high-flow nasal oxygen in obstetric patients: a systematic review. Anaesthesia. 2025;80(10):1247-1253. doi:10.1111/anae.16665
  9. Stolady D, Laviola M, Pillai A, Hardman JG. Effect of variable pre-oxygenation endpoints on safe apnoea time using high flow nasal oxygen for women in labour: a modelling investigation. Br J Anaesth. 2021;126(4):889-895. doi:10.1016/j.bja.2020.12.031. Modellstudie
  10. McClelland SH, Bogod DG, Hardman JG. Pre-oxygenation and apnoea in pregnancy: changes during labour and with obstetric morbidity in a computational simulation. Anaesthesia. 2009;64(4):371-377. doi:10.1111/j.1365-2044.2008.05785.x. PMID 19317700. Grundlagenarbeit, Modellstudie
  11. Odor PM, Bampoe S, Lucas DN, Moonesinghe SR, Andrade J, Pandit JJ et al. Incidence of accidental awareness during general anaesthesia in obstetrics: a multicentre, prospective cohort study. Anaesthesia. 2021;76(6):759-776. doi:10.1111/anae.15385
  12. Zhang J, Chen Y, Hu Y, Jin H. Effect of remifentanil on parturients and newborns undergoing cesarean section with general anesthesia: a systematic review and a meta-analysis. Front Anesthesiol. 2026;5:1854181. doi:10.3389/fanes.2026.1854181
  13. Fuchs-Buder T, Romero CS, Lewald H, Lamperti M, Afshari A, Hristovska AM et al. Peri-operative management of neuromuscular blockade: a guideline from the European Society of Anaesthesiology and Intensive Care. Eur J Anaesthesiol. 2023;40(2):82-94. doi:10.1097/EJA.0000000000001769
  14. European Medicines Agency. Bridion (Sugammadex): Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), Abschnitte 4.2, 4.5 und 4.6. https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/bridion-epar-product-information_en.pdf (abgerufen 28.09.2026)
  15. Howle R, Onwochei DN, Harrison SL, Desai NS. Comparison of videolaryngoscopy and direct laryngoscopy for tracheal intubation in obstetrics: a mixed-methods systematic review and meta-analysis. Can J Anaesth. 2021;68(4):546-565. doi:10.1007/s12630-020-01908-w. PMID 33438172
  16. Willett A, Butwick A, Togioka B, Bensadigh B, Hofer J, Zakowski M. Society for Obstetric Anesthesia and Perinatology Statement on Sugammadex during Pregnancy and Lactation. SOAP, 22.04.2019. https://www.soap.org/assets/docs/SOAP_Statement_Sugammadex_During_Pregnancy_Lactation_APPROVED.pdf. Stellungnahme, keine neuere Fassung
  17. Drugs and Lactation Database (LactMed). Sugammadex. National Institute of Child Health and Human Development, Bethesda; Revision 15.03.2026. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK500924/
  18. American Society of Anesthesiologists, Committee on Obstetric Anesthesia. Statement on Resuming Breastfeeding after Anesthesia. Fassung vom 23.10.2024. https://www.asahq.org/standards-and-practice-parameters/statement-on-resuming-breastfeeding-after-anesthesia

Standardwerke

  • Chestnut DH, Wong CA, Tsen LC et al. (Hrsg.). Chestnut’s Obstetric Anesthesia: Principles and Practice. 6. Aufl. Elsevier; 2020
  • Gropper MA, Cohen NH, Eriksson LI et al. (Hrsg.). Miller’s Anesthesia. 10. Aufl. Elsevier; 2024
  • Hagberg CA (Hrsg.). Hagberg and Benumof’s Airway Management. 4. Aufl. Elsevier; 2018

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