Die Sectio in Regionalanästhesie ist der häufigste Eingriff, den die Anästhesie in der Geburtshilfe betreut. Diese Einheit setzt die Grundzüge aus der Einheit Anästhesie in der Geburtshilfe voraus und vertieft die Punkte, an denen im Alltag und in der Prüfung Fehler entstehen: die Zusammensetzung der Spinalanästhesie, die Prüfung der Blockade vor dem Schnitt, die Kreislauftherapie, die Uterotonika, der Umgang mit Schmerz während der Operation und die Analgesie danach. Die physiologischen Veränderungen am Termin sind in der Kachel Schwangerschaft und Fetus dargestellt, die Dringlichkeitskategorien der Sectio und die Zeitvorgaben in der Einheit Organisation, Aufklärung und Risikoschwangerschaft.
Welches Verfahren, wann?
Nach der S1-Leitlinie von 2026 ist die Spinalanästhesie bei primärer und sekundärer Sectio das Verfahren der Wahl, wenn kein Periduralkatheter liegt und keine Kontraindikation besteht. Liegt ein gut wirkender Katheter, soll er bei Indikation zur Sectio unverzüglich aufgespritzt werden, nach Testdosis oder fraktioniert. Die Allgemeinanästhesie kann bei Notfallindikationen, bei psychosozialer Indikation wie ausgeprägter Angst oder Traumatisierung und auf ausdrücklichen Wunsch der Schwangeren das geeignetste Verfahren sein.1 Diese Öffnung verlangt eine ehrliche Aufklärung über die Risiken beider Wege: bei der Regionalanästhesie die Möglichkeit einer unzureichenden Blockade und das Ausweichen auf eine Intubation, bei der Allgemeinanästhesie Atemweg, Aspiration und Awareness. Die Allgemeinanästhesie mit dem geburtshilflichen Atemweg behandelt die Einheit Sectio in Allgemeinanästhesie.
Der Vorzug der Spinalanästhesie beruht nicht auf einer einzelnen großen Studie, sondern auf mehreren Vorteilen, die zusammen wirken: kein Eingriff in den Atemweg einer Schwangeren mit verkleinerter funktioneller Residualkapazität und erhöhtem Aspirationsrisiko, eine wache Mutter bei der Geburt ihres Kindes, kaum Übertritt von Medikamenten zum Kind und die Möglichkeit, mit intrathekalem Morphin eine lang wirksame Analgesie mitzugeben (Lehrbuchwissen). Der Preis sind eine regelhafte Hypotonie, ein begrenztes Zeitfenster und die Pflicht, die Wirkung vor dem Schnitt zuverlässig zu prüfen.
Das Lokalanästhetikum: hyperbares Bupivacain
Die Leitlinie empfiehlt eine Kombination aus Bupivacain oder Ropivacain, einem lipophilen Opioid und Morphin; hyperbares Bupivacain ist gegenüber isobarem vorteilhaft.1 Hyperbare Lösungen enthalten Glukose und sind schwerer als Liquor. Ihre Ausbreitung folgt deshalb der Schwerkraft und der Krümmung der Wirbelsäule: Nach der Injektion im Sitzen und dem Umlagern auf den Rücken fließt die Lösung von der Lendenlordose in die thorakale Kyphose, deren tiefster Punkt etwa bei Th5 bis Th6 liegt. Das macht die Ausbreitung vorhersagbarer als bei isobarer Lösung (Lehrbuchwissen).
Wie viel Bupivacain nötig ist, hat eine randomisierte Dosisfindungsstudie untersucht, die bis heute die Referenz ist und als ältere Grundlagenarbeit zitiert wird. Schwangere zur elektiven Sectio erhielten 6 bis 12 mg hyperbares Bupivacain, jeweils mit 10 µg Fentanyl und 200 µg Morphin. Die ED95 für eine beidseitige Blockade bis Th6 innerhalb von zehn Minuten lag bei 11,0 mg, die ED95 für eine Operation ohne periduralen Zusatz bei 11,2 mg; die ED50 lagen bei 6,7 und 7,6 mg. Die Autoren folgerten, dass Dosen unterhalb der ED95, besonders nahe der ED50, nur als Teil eines Katheterverfahrens gegeben werden sollten.2 Daraus erklärt sich die verbreitete Praxis, bei der Single-Shot-Spinalanästhesie im Bereich um 10 bis 12 mg zu bleiben und niedrigere Dosen nur mit einer kombinierten Spinal- und Periduralanästhesie (CSE) zu kombinieren, über deren Katheter nachdosiert werden kann. Größe und Gewicht der Schwangeren erklären die Ausbreitung nur zu einem kleinen Teil; eine feste Dosis im Bereich der ED95 ist deshalb üblich (Lehrbuchwissen).
Opioide: lipophil für den Eingriff, Morphin für danach
Das lipophile Opioid, Fentanyl oder Sufentanil, verbessert die intraoperative Analgesie, vor allem gegen den viszeralen Schmerz bei Zug am Peritoneum und bei der Exteriorisation des Uterus. Die Leitlinie empfiehlt es als Bestandteil der Spinalanästhesie und weist auf den etablierten Off-Label-Gebrauch hin.1 In der zitierten Dosisfindungsstudie wurden 10 µg Fentanyl verwendet.2 Morphin ist hydrophil, wirkt langsam und lange und ist die Grundlage der Analgesie nach der Sectio. Die aktuelle PROSPECT-Empfehlung nennt 50 bis 100 µg intrathekal; oberhalb von 100 µg verbessern sich die Schmerzwerte nicht, während die Nebenwirkungen zunehmen.3 Lektion 6 behandelt die Überwachung, die sich aus dieser Dosis ergibt.
| Bestandteil | Aufgabe | belegte Dosis | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bupivacain 0,5 % hyperbar | chirurgische Anästhesie bis etwa Th5 | ED95 11,0 bis 11,2 mg mit Opioiden 2 | unter der ED95 nur mit Katheterverfahren 2 |
| Ropivacain | Alternative zu Bupivacain | nach lokalem Protokoll | von der Leitlinie als Alternative genannt 1 |
| Fentanyl oder Sufentanil | intraoperativer viszeraler Schmerz | Fentanyl 10 µg in der Referenzstudie 2 | Off-Label-Gebrauch, Bestandteil nach S1 1 |
| Morphin | Analgesie über 12 bis 24 h | 50 bis 100 µg 3 | über 100 µg kein Gewinn, mehr Nebenwirkungen 3 |