Frage 1
Erklären Sie den Mechanismus der Unterdruckatmung beim Menschen.
Zwerchfell und äußere Interkostalmuskeln vergrößern den Thorax; über den Pleuraspalt folgt die Lunge, der intrapleurale Druck wird negativer (etwa −5 auf −8 cmH₂O), der Alveolardruck fällt unter den Atmosphärendruck, und Luft strömt ein. Maschinelle Beatmung kehrt das um: Überdruckbeatmung, mit Folgen für venösen Rückstrom und V/Q.
Frage 2
Was ist der Unterschied zwischen Brust- und Bauchatmung, und welche Muskeln sind beteiligt?
Bauchatmung: Zwerchfell kontrahiert und tritt tiefer, der Bauch wölbt sich vor; in Ruhe der Hauptanteil. Brustatmung: äußere Interkostalmuskeln heben die Rippen; bei Belastung und Dyspnoe zusätzlich Atemhilfsmuskeln (Mm. scaleni, sternocleidomastoideus).
Frage 3
Welche Rolle spielt der Pleuraspalt mit seinem Flüssigkeitsfilm?
Der Flüssigkeitsfilm koppelt Lunge und Thoraxwand durch Adhäsion, erlaubt Gleiten und überträgt den Unterdruck. Dringt Luft ein (Pneumothorax), geht die Kopplung verloren und die Lunge kollabiert durch ihre Eigenelastizität.
Frage 4
Warum ist die Ausatmung in Ruhe passiv?
Die elastischen Rückstellkräfte von Lunge (Gewebe und Oberflächenspannung) und Thorax treiben die Luft ohne Muskelarbeit aus. Aktive Exspiration mit inneren Interkostal- und Bauchmuskeln braucht es bei Belastung oder Obstruktion.
Frage 5
Was ist der stärkste Atemreiz, und wie wird er erfasst?
Der arterielle CO₂-Partialdruck, erfasst über den pH des Liquors an zentralen Chemorezeptoren der Medulla; periphere Chemorezeptoren tragen etwa 20 bis 30 % der CO₂-Antwort bei.
Frage 6
Worin unterscheiden sich zentrale und periphere Chemorezeptoren?
Zentral: Medulla, reagieren langsamer auf CO₂ und H⁺ im Liquor, den Großteil der CO₂-Antwort. Peripher: Glomus caroticum und aorticum, schnell, reagieren auf PaO₂ (vor allem unter 60 mmHg), PaCO₂ und pH.
Frage 7
Nennen Sie die drei Transportwege für CO₂ im Blut mit Anteilen.
Als Bikarbonat etwa 70 %, an Hämoglobin gebunden (Carbamino) etwa 20 bis 23 %, physikalisch gelöst etwa 7 bis 10 %.
Frage 8
Beschreiben Sie den Bohr-Effekt und seine Bedeutung.
CO₂ und H⁺ senken die Sauerstoffaffinität des Hämoglobins und verschieben die Dissoziationskurve nach rechts. Im stoffwechselaktiven Gewebe wird dadurch mehr Sauerstoff abgegeben, in der Lunge mehr aufgenommen.
Frage 9
Was kennzeichnet eine obstruktive Lungenerkrankung funktionell?
Erhöhter Atemwegswiderstand mit reduziertem FEV₁ und FEV₁/FVC unter 0,7 (bzw. unter der unteren Normgrenze); häufig Überblähung mit erhöhtem RV und TLC.
Frage 10
Was ist die Herausforderung großer Höhe, und welche Sofortreaktion folgt?
Der fallende Luftdruck senkt PiO₂ und PAO₂ bei gleicher FiO₂; die sofortige Reaktion ist die Hyperventilation über periphere Chemorezeptoren mit respiratorischer Alkalose.