Jeder Patient verbraucht Energie, bildet Wärme und muss sie wieder abgeben, und jede Narkose greift in beides ein. Die Kachel führt vom Energieumsatz über Wärmebildung, Wärmeabgabe und Thermoregulation zu Fieber und Hypothermie und weiter durch Magen, Darm, Pankreas und Leber bis zur Physiologie des Fastens und der Ernährung.
Lerneinheiten
Energieumsatz als Leistung des Organismus mit Grundumsatz, Ruheumsatz, Leistungsumsatz und nahrungsinduzierter Thermogenese; physikalischer und physiologischer Brennwert der Nährstoffe; direkte und indirekte Kalorimetrie mit kalorischem Äquivalent, respiratorischem Quotienten und Weir-Formel; Richtung des Umsatzes bei Narkose, Fieber, Sepsis und Verbrennung; indirekte Kalorimetrie am beatmeten Intensivpatienten mit ihren Fehlerquellen, der Näherung über die Kohlendioxidabgabe und der aktuellen Evidenz zur kalorimetriegesteuerten Ernährung.
Aerober und anaerober Stoffwechsel auf Organebene mit den bevorzugten Brennstoffen von Gehirn, Herz, Skelettmuskel, Leber, Niere und Erythrozyten; Substratwahl nach Mahlzeit, im Fasten, bei Arbeit und unter Stress; Laktat als Brennstoff, Vorstufe der Gluconeogenese und Warnzeichen mit seinen hypoxischen und nicht hypoxischen Ursachen; Sauerstoffdefizit und Sauerstoffschuld; die Energiespeicher des Körpers; Hunger, Sättigung und Körpergewicht mit Leptin, Ghrelin, GLP-1 und Insulin sowie der Wirkung der GLP-1-Agonisten.
Wärmebildung der Organe in Ruhe und bei Arbeit mit dem Wechsel von den Rumpforganen zur Muskulatur; Kältezittern und zitterfreie Thermogenese über Thermogenin im braunen und beigen Fettgewebe beim Neugeborenen und beim Erwachsenen; Kern und Schale als funktionelles Modell mit der Umverteilung nach Narkoseeinleitung; Wärmetransport mit dem Blut, arteriovenöse Anastomosen und Gegenstromaustausch; Durchblutungsverteilung zwischen Leistung und Wärmeabgabe; Messorte der Kerntemperatur mit ihrer Genauigkeit nach Leitlinie und Metaanalysen.
Die Wärmebilanz des Körpers mit den vier Wegen der Wärmeabgabe und ihren Anteilen bei 20 und bei 36 Grad; Strahlung und die Bedeutung der umgebenden Flächen; Leitung, Konvektion und Windchill; Verdunstung, Perspiratio insensibilis, cholinerg gesteuertes Schwitzen und Luftfeuchte; Wärmeverluste im Operationssaal über Hautoberfläche, offene Körperhöhle, Infusionen, Blutprodukte, Spülungen und Atemgase mit Überschlagsrechnung; passive und aktive Wärmung und Vorwärmen physikalisch begründet und nach Leitlinie und Studienlage.
Kerntemperatur und Sollwert mit Tagesgang, zentrale und periphere Thermosensoren und die Integration im Hypothalamus; das Modell aus Schwellen, Interschwellenbereich und Reihenfolge der Abwehr; Vasokonstriktion, aktive Vasodilatation, Schwitzen, Kältezittern, zitterfreie Thermogenese und Verhalten mit ihren Efferenzen; thermoneutrale Zone und Kältebelastung im Operationssaal; Wirkung von Allgemein- und Regionalanästhesie auf die Schwellen und die Umverteilungshypothermie in drei Phasen mit der Begründung des Vorwärmens.
Fieber als Verstellung des Sollwerts über Pyrogene und Prostaglandin E2 mit seinen drei Phasen; Nutzen, Kosten und Studienlage der Fiebersenkung beim Intensivpatienten und das Temperaturmanagement nach Reanimation; perioperative Hypothermie mit ihren Folgen für Wundheilung, Herz, Gerinnung und Arzneimittelwirkung, Zielwerte, Wärmung und postoperatives Kältezittern; akzidentelle Hypothermie mit klinischer Einstufung und den Besonderheiten der Reanimation; Hitzschlag, medikamentös ausgelöste Hyperthermie und die Abgrenzung der malignen Hyperthermie.
Der Magen-Darm-Trakt im Überblick und der Magen als Speicher, Mischer und Pförtner mit rezeptiver Relaxation, antraler Mühle und Pylorus; die getrennte Entleerung von Flüssigkeit und fester Kost mit duodenaler Rückkopplung als Grundlage der Nüchternheitsgrenzen; Magensäure und Schleimhautschutz; enterisches Nervensystem, Vagus, Sympathikus und Darmhormone einschließlich GLP-1 und Motilin; Opioide, GLP-1-Rezeptoragonisten, Magenultraschall, postoperative Darmatonie und die Physiologie der Übelkeit.
Der Dünndarm mit Oberflächenvergrößerung, Epithelerneuerung und Motilitätsmustern; der exokrine Pankreas mit Enzymen und Bicarbonat unter der Steuerung von Vagus, Cholecystokinin und Sekretin und die akute Pankreatitis als vorzeitige Enzymaktivierung mit Schweregrad nach Organversagen und maßvoller Volumentherapie; Galle und enterohepatischer Kreislauf; Verdauung und Resorption von Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett mit Mizellen und Chylomikronen; Wasser- und Elektrolytresorption, Diarrhö, Verluste nach Ort und die Darmbarriere beim kritisch Kranken.
Die Leber als Stoffwechselorgan: doppelte Blutversorgung über Pfortader und Leberarterie mit der hepatischen arteriellen Pufferantwort und der Zonierung des Läppchens; Glucosepuffer und Laktatverwertung mit der Hyperlaktatämie durch verminderte Clearance; Fett- und Eiweißstoffwechsel, Harnstoffzyklus, Glutaminbildung und hepatische Enzephalopathie; Albumin, Gerinnungsfaktoren und Plasmacholinesterase; Biotransformation, Extraktionsrate und hepatische Clearance der Anästhetika; akutes Leberversagen, Zirrhose, Child-Pugh und MELD als Messgrößen des Operationsrisikos.
Fastenphysiologie in Phasen von der postabsorptiven Phase mit dem Leberglykogen als Tagesreserve über die Gluconeogenese aus Laktat, Glycerin und Muskeleiweiß bis zur Ketose als Eiweißschutz, abgegrenzt vom Stressstoffwechsel; präoperative Nüchternheit für Erwachsene und Kinder und die Evidenz zur Kohlenhydratgabe; früher oraler Kostaufbau und die Darmbarriere; enterale gegenüber parenteraler Ernährung physiologisch begründet, mit den Situationen, in denen die frühe enterale Ernährung aufgeschoben wird.