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Weiterbildung

Der Weg zur Facharztkompetenz Anästhesiologie: Rahmen der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Richtzahlen, Zuordnung der Kernthemen des E-Learnings und das Weiterbildungskonzept der Klinik.

Rahmen der WBO Westfalen-Lippe

Maßgeblich für Weiterbildungsstätten in Westfalen-Lippe ist die Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) vom 21. September 2019, in der seit 1. Mai 2024 geltenden Fassung. Die Facharzt-Weiterbildung Anästhesiologie dauert 60 Monate unter Befugnis an Weiterbildungsstätten. Davon müssen 12 Monate in der Intensivmedizin abgeleistet werden; bis zu 12 Monate können zum Kompetenzerwerb in anderen Gebieten erfolgen. Die erworbenen Inhalte werden fortlaufend im elektronischen Logbuch dokumentiert und von der befugten Weiterbildnerin oder dem befugten Weiterbildner bestätigt; die Kompetenz wird durch die Prüfung vor der Ärztekammer nachgewiesen. Wer die Weiterbildung vor dem 1. Juli 2020 begonnen hat, kann nach der Ordnung von 2005 abschließen; der Antrag muss dann spätestens am 30. Juni 2027 vollständig vorliegen.

Verweise der Ärztekammer: Weiterbildungsordnung und Richtlinien, Auszug Facharzt Anästhesiologie mit Richtzahlen (PDF) und Weiterbildung von A bis Z mit Hinweisen zum eLogbuch.

Richtzahlen und passende Kernthemen

Richtzahlen der Facharzt-Weiterbildung Anästhesiologie (ÄKWL, Beschluss vom 14.02.2024) und Lerneinheiten
WeiterbildungsinhaltRichtzahlKernthemen im E-Learning
Anästhesieverfahren insgesamt1 800Die erste Narkose: Evaluation, Atemweg, Monitoring und Medikamente; Präoperative Risikoeinschätzung; Narkosetiefe: EEG-Monitoring und Narcotrend
davon bei abdominellen Eingriffen300Perioperative Flüssigkeitstherapie: Kompartimente, Lösungen, Menge und Elektrolyte; Postoperative Überwachung und Schmerztherapie
davon bei ASA 3 bis 5100Multimorbidität; Herz, pulmonale Hypertonie und kardiale Implantate; Begleiterkrankungen: Diabetes, Nebenniere, Schilddrüse und Phäochromozytom
fiberoptische Intubationen (bis zur Hälfte am Simulator)25Schwieriger Atemweg; Evidenzbasierte Atemwegssicherung
videoassistierte Intubationen20Evidenzbasierte Atemwegssicherung; Schwieriger Atemweg
anästhesierelevante Ultraschallverfahren50Ultraschall in der Anästhesie: Bildeinstellung, Bildoptimierung und Punktionstechnik; Gefäßzugänge mit Ultraschall: von der peripheren Vene bis zur ECMO-Kanüle; Notfallsonographie
Mitwirkung bei intrakraniellen Eingriffen25Neuroanästhesie: Hirnphysiologie, Hirndruck, Kraniotomie und Neurotrauma
Anästhesien bei Kindern bis zum vollendeten 5. Lebensjahr50Kinderanästhesie kompakt: Vorbereitung, Einleitung, Volumen und Regionalverfahren; Narkoseeinleitung: inhalativ, intravenös und mit Larynxmaske; Kindlicher Atemweg: Tubus und Larynxmaske
Anästhesieverfahren in der Geburtshilfe50Anästhesie in der Geburtshilfe: Analgesie, Sectio, Blutung und Notfälle
davon bei Kaiserschnitten25Anästhesie in der Geburtshilfe: Analgesie, Sectio, Blutung und Notfälle
Mitwirkung bei intrathorakalen Eingriffen25Thoraxanästhesie: Evaluation, Einlungenbeatmung, Seitentrennung und Analgesie
Anästhesien im Kopf-Hals-Bereich100Schwieriger Atemweg
rückenmarknahe Regionalanästhesien50Rückenmarksnahe Verfahren, Plexusblockaden und Katheteranalgesie; Wirbelsäulennahe Blockaden für Fortgeschrittene: Zugänge, Ultraschall der Wirbelsäule, ESP, MTP und Paravertebralblock
periphere Regionalanästhesien50Die sieben Basisblockaden: Konzept, Neurostimulation und Lokalanästhetika; Basisblockaden der oberen Extremität: axillär und interskalenär; Basisblockaden der unteren Extremität: Femoralis, Trigonum femorale, popliteal, PENG
Anästhesien bei ambulanten Eingriffen50Ambulante Anästhesie: Auswahl, Verfahren, PONV und Entlassung
Intensivpatienten mit Versagen von mindestens zwei Organsystemen100Schockformen, Volumen- und Katecholamintherapie; Sepsis: Definition, Erkennung und die ersten Stunden nach SSC 2026; Hämodynamisches Monitoring in der perioperativen und Intensivmedizin
differenzierte Beatmung und Entwöhnung50Respiratorische Insuffizienz, Beatmungsformen und Weaning: die Grundlagen; Respiratorische Insuffizienz und Beatmung; Driving Pressure messen und bewerten
zentralvenöse und arterielle Zugängeje 30Gefäßzugänge mit Ultraschall: von der peripheren Vene bis zur ECMO-Kanüle
Pleurapunktionen und Pleuradrainagen5Notfallsonographie

Kompetenzkompass

Die Weiterbildungsordnung gliedert die Facharztkompetenz in Blöcke. Die Tabelle ordnet jedem Block die Lerneinheiten zu, die ihn abdecken. Die feine Zuordnung jeder Lerneinheit zu Ausbildungsjahr und Weiterbildungsinhalt zeigt die Seite Kompetenzen.

Weiterbildungsinhalte nach Blöcken der WBO und Lerneinheiten
Block der WeiterbildungsordnungLerneinheiten
Allgemeine Inhalte (Abschnitt B)
Ethik, Recht, Qualität, Kommunikation, Lebensende, Digitalisierung, Point-of-Care-Diagnostik
Patientensicherheit und Human Factors: Fehler, CRM, Kommunikation und Checklisten; Aktuelle Leitlinien; Strukturierte Aufklärungsgespräche; Entscheidungsfindung im interprofessionellen Team; Kommunikation mit Patientinnen, Patienten und Angehörigen; Generative KI in der Anästhesiologie: Evidenz, Anwendungen, Grenzen; Perioperatives Gerinnungsmanagement: Anamnese, Antithrombotika, Viskoelastik und Blutung
Präanästhesiologische Vorbereitung
Risikoevaluation, Atemweg, Dauermedikation, Prämedikation, Nüchternheit, Aufklärung
Prämedikation, Narkoseverfahren, Atemwegssicherung; Präoperative Risikoeinschätzung; Multimorbidität; Begleiterkrankungen: Diabetes, Nebenniere, Schilddrüse und Phäochromozytom; Herz, pulmonale Hypertonie und kardiale Implantate; Strukturierte Echokardiographie in der Prämedikationsambulanz
Anästhesiologische Verfahren und Techniken
Atemweg, Überwachung, Allgemeinanästhesie, Pharmakologie, postanästhesiologische Versorgung
Die erste Narkose: Evaluation, Atemweg, Monitoring und Medikamente; Evidenzbasierte Atemwegssicherung; Schwieriger Atemweg; Narkosetiefe: EEG-Monitoring und Narcotrend; Narkosegerät, Kreissystem und Low-Flow: Aufbau, Gerätecheck und Sicherheit; Pharmakologie zentraler Anästhetika und Analgetika; Inhalationsanästhetika: Wirkung, Aufnahme, MAC und Klimawirkung; Pharmakokinetik, Pharmakodynamik und zielgesteuerte Infusion (TCI); Neuromuskuläre Blockade: Endplatte, Relaxanzien, Relaxometrie und Antagonisierung; Intraoperative Komplikationsprävention; Postoperative Überwachung und Schmerztherapie
Ultraschall in der Anästhesie
Notfallsonographie, TTE, gesteuerte Punktionen
Ultraschall in der Anästhesie: Bildeinstellung, Bildoptimierung und Punktionstechnik; Gefäßzugänge mit Ultraschall: von der peripheren Vene bis zur ECMO-Kanüle; Notfallsonographie; TTE-Ausbildung: drei Regionen, sieben Schnitte, ein System
Neurochirurgische Eingriffe
Hirndruck, Neuromonitoring, Kraniotomie
Neuroanästhesie: Hirnphysiologie, Hirndruck, Kraniotomie und Neurotrauma
Kinderanästhesie
Atemweg, Zugänge, Einleitung, Volumen, Reanimation
Kinderanästhesie kompakt: Vorbereitung, Einleitung, Volumen und Regionalverfahren; Narkoseeinleitung: inhalativ, intravenös und mit Larynxmaske; Kindlicher Atemweg: Tubus und Larynxmaske; Versorgung und Reanimation des Neugeborenen; Kritische Situationen: die 10 C
Schwangere und Geburtshilfe
Analgesie, Sectio, Blutung
Anästhesie in der Geburtshilfe: Analgesie, Sectio, Blutung und Notfälle
Thoraxeingriffe
Einlungenbeatmung, Analgesie
Thoraxanästhesie: Evaluation, Einlungenbeatmung, Seitentrennung und Analgesie
Kardiovaskuläre Anästhesie
Hämodynamik, Klappen, Implantate
Herz, pulmonale Hypertonie und kardiale Implantate; Hämodynamisches Monitoring in der perioperativen und Intensivmedizin
Regionalanästhesie
rückenmarknah und peripher
Einführung in die Regionalanästhesie; Rückenmarksnahe Verfahren, Plexusblockaden und Katheteranalgesie; Die sieben Basisblockaden: Konzept, Neurostimulation und Lokalanästhetika; Faszienblockaden: TAP und Serratus als Basisblöcke, dazu QL, ESP, PECS, Fascia iliaca; Zielgerecht blocken: Evidenz für die Blockwahl in Orthopädie und Unfallchirurgie
Ambulante Anästhesie und außerhalb des OP
Mindestanforderungen, CT und MRT, Transport
Ambulante Anästhesie: Auswahl, Verfahren, PONV und Entlassung; Anästhesie außerhalb des Operationssaals: Sedierung, MRT, Strahlenschutz und Transport
Intensivmedizin
Organversagen, Beatmung, Volumen, Transfusion, Ernährung, Zugänge
Intensivmedizin für das PJ: Sepsis, Polytrauma, Beatmung, Katecholamine; Schockformen, Volumen- und Katecholamintherapie; Sepsis: Definition, Erkennung und die ersten Stunden nach SSC 2026; Respiratorische Insuffizienz, Beatmungsformen und Weaning: die Grundlagen; Respiratorische Insuffizienz und Beatmung; Hämotherapie und Transfusion: Indikation, Durchführung, Reaktionen und Massivtransfusion; Ernährung auf der Intensivstation; Delirmanagement
Schmerzmedizin
perioperative und chronische Schmerzen
Schmerzmedizin für das PJ: Anamnese, Messung, Schmerzformen, PCA und PDK; Multimodale Therapie akuter und chronischer Schmerzen; Zielgerecht blocken: Evidenz für die Blockwahl in Orthopädie und Unfallchirurgie
Notfall, Trauma, Reanimation
Reanimation aller Altersgruppen, Trauma, ossärer Zugang
ACLS und BLS, Atemwegsmanagement im Notfall; Schockraumversorgung und Traumamanagement; Gefäßzugang: venös und intraossär

Konzept der Klinik

Das Weiterbildungskonzept der Klinik beschreibt, wie die Klinik die 60 Monate in fünf Phasen organisiert: Allgemein- und Regionalanästhesie, Geburtshilfe und Notfallmedizin, Intensivmedizin, Kinderanästhesie und schwieriger Atemweg sowie Spezialisierung und Prüfungsvorbereitung, jeweils mit Mentoring, Feedbackgesprächen und den passenden Lerneinheiten. Es konkretisiert den Rahmen der Weiterbildungsordnung für diese Weiterbildungsstätte; verbindlich für die Anerkennung sind die Weiterbildungsordnung und das Logbuch.

Prüfung

Für die Facharztprüfung stehen die Prüfungsfälle Prüfungsfälle Anästhesie: sechs Fälle wie in der Facharztprüfung; Prüfungsfälle Intensivmedizin: sechs Fälle wie in der Facharztprüfung; Prüfungsfälle Schmerz- und Palliativmedizin: sechs Fälle wie in der Facharztprüfung sowie der Prüfungsmodus mit zufällig gezogenen Fragen aus allen Lerneinheiten bereit. Geordnete Wege durch die Module zeigen die Lernpfade.