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Palliativmedizin

Teil A enthält, was die Weiterbildung zum Facharzt für Anästhesiologie an palliativmedizinischer Basisbehandlung und an Therapieentscheidungen am Lebensende verlangt. Die Teile 1 bis 4 folgen den Inhalten der Zusatz-Weiterbildung Palliativmedizin der Ärztekammer Westfalen-Lippe, neu geschrieben nach der S3-Leitlinie Palliativmedizin 2026 und der aktuellen Rechtslage, mit vielen Fragen und Fällen.

Facharzt Anästhesiologie: palliativmedizinische Basisbehandlung

  • Symptomkontrolle bei unheilbaren Erkrankungen

    Symptome erfassen und behandeln nach der S3-Leitlinie Palliativmedizin 2026: Tumorschmerz, Atemnot, Übelkeit, Obstipation, Unruhe, palliative Sedierung.

    WBJ 3 · ab WBJ 4
  • Kommunikation mit Patientinnen, Patienten und Angehörigen

    Schwierige Gespräche mit SPIKES, vorausschauende Behandlungsplanung, Angehörige, Umgang mit Wünschen nach Lebensbeendigung.

    WBJ 2 · ab WBJ 4
  • Interprofessionelle Versorgung am Lebensende

    Sterbephase erkennen, Maßnahmen beenden und fortführen, Symptome der letzten Tage, Rollen im Team, Begleitung nach dem Tod.

    WBJ 3 · ab WBJ 5
  • Therapiezieländerung und Sterben auf der Intensivstation

    Ethische Grundlagen und prinzipienorientierte Falldiskussion, Indikation und Patientenwille, Überversorgung, Prognose und zeitlich begrenzter Therapieversuch, knappe Ressourcen und Triage nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts 2025, Betreuungsrecht und Ehegattennotvertretung, klinische Ethikberatung, Familienkonferenz, Umsetzung der Therapiebegrenzung mit Symptomkontrolle, Extubation am Lebensende, Organspende, Chirurgie und Notfallmedizin, Belastung des Teams und Qualität der Sterbebegleitung; 56 Fragen und fünf Fälle.

    WBJ 3 · ab WBJ 4

Zusatz-Weiterbildung: Grundlagen und Versorgung

  • Grundlagen der Palliativversorgung, Versorgungsstrukturen und Betreuungskontinuität

    Definition, Grundhaltung und Indikation, Geschichte der Hospizbewegung in Europa und Deutschland, Bedarfserkennung mit Surprise Question, SPICT, IPOS und Basisassessment, Funktionsstatus und Prognosescores, Krankheitsphasen, Intensität und Komplexität, frühe Integration, allgemeine und spezialisierte Versorgung von AAPV und Hospizdienst bis Palliativstation, Palliativdienst und Hospiz, Finanzierung, SAPV-Verordnung, Übergänge und Notfallplan, Versorgungsplanung nach § 132g SGB V; Wegweiser zur Versorgungsebene, 58 Fragen und vier Fälle.

    WBJ 4 · ab WBJ 5
  • Palliativversorgung von Kindern, alten Menschen und Menschen aus verschiedenen Kulturen

    Lebensverkürzende Erkrankungen im Kindesalter, Epidemiologie, ACT-Gruppen und Charta, Kinderhospiz und SAPV für Kinder, Therapiebegrenzung, Todesvorstellungen und Gespräche mit Kindern, Eltern und Geschwister, Symptome und Arzneimittel nach Körpergewicht; geriatrische Palliativversorgung mit Pharmakologie, Polypharmazie, Schmerzirrtümern, Demenz, BESD und PAINAD, Ernährung, freiheitsentziehende Maßnahmen und Pflegeheim; Menschen mit Behinderung, psychischer Erkrankung, im Maßregel- und Strafvollzug; Diversität, Kulturen und Religionen; 58 Fragen und vier Fälle.

    WBJ 5 · ab WBJ 5

Zusatz-Weiterbildung: Symptomlinderung und Krankheitsbilder

  • Symptome erfassen, Therapiepläne erstellen, Arzneimittel in der Palliativmedizin

    Grundlagen der symptomorientierten Behandlung, Symptomerfassung mit MIDOS, IPOS, ESAS und NRS, Phasen der Palliativversorgung, ECOG, Karnofsky und PPS, Gütekriterien von Messinstrumenten, POS, HOPE, Prognoseinstrumente PaP und PPI, kausale oder symptomatische Therapie mit Wegweiser, Therapiezieldiskussion und Therapieplan, subkutane Gabe und Pumpen, Mischbarkeit, Off-label-Gebrauch, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, Serotoninsyndrom, Deprescribing, Betäubungsmittelrecht nach der Reform 2023 und Fahrtüchtigkeit; 58 Fragen und vier Fälle.

    WBJ 4 · ab WBJ 5
  • Tumorschmerz und Opioidtherapie

    Schmerzursachen, Mechanismen und Erfassung auch bei Demenz, Gründe unzureichender Therapie, total pain, WHO-Stufenschema und seine Grenzen, Nichtopioide mit aktueller Sicherheitslage, schwache und starke Opioide im Einzelnen, Titration, Schmerznotfall, Durchbruchschmerz, Opioidwechsel mit erweitertem Umrechnungsrechner, Organinsuffizienz, Nebenwirkungen, Abhängigkeit und Fahrtüchtigkeit, Koanalgetika mit Therapieplänen nach Mechanismus, Strahlentherapie, rückenmarknahe und neurodestruktive Verfahren, Cannabinoide; 62 Fragen und fünf Fälle.

    WBJ 4 · ab WBJ 5
  • Atemnot, Husten, Rasselatmung und thorakale Symptome

    Mechanismen, Ursachen und Erfassung der Atemnot, Atemnotattacken, Sofortmaßnahmen und Atemtechniken, Opioidtitration und Sicherheit, Benzodiazepine, Sauerstoff nur bei Hypoxämie, Mirtazapin und Kortikosteroide nach neuer Evidenz, Husten, Hämoptoe, Nasenbluten, Pleuraerguss, Atemwegsobstruktion, obere Einflussstauung, Rasselatmung, NIV und Beendigung einer Beatmung; 57 Fragen, vier Fälle und ein Wegweiser.

    WBJ 4 · ab WBJ 5
  • Übelkeit, Obstipation, maligne intestinale Obstruktion, Kachexie, Ernährung und Flüssigkeit

    Antiemetika nach Mechanismus und Wirkort, opioidbedingte Obstipation mit Laxanzien und peripheren Opioidantagonisten, Diarrhö, Laxanzien nach Wirkprinzip, Hyperkalzämie, maligne intestinale Obstruktion nach Höhe, Aszites, Mundpflege nach Problem, Singultus, Appetitlosigkeit und Anorexie-Kachexie-Syndrom, künstliche Ernährung und Flüssigkeit am Lebensende; 58 Fragen, vier Fälle, ein Schema und ein Wegweiser.

    WBJ 5 · ab WBJ 5
  • Delir, Angst, Depression, Fatigue und Schlaf; maligne Wunden und Juckreiz

    Delir erkennen und nach Ursachen behandeln, terminales Delir, Formen der Angst, Depression und Trauer, Suizidgedanken, Anpassungsstörung und posttraumatische Belastung, Fatigue, Schlafstörungen und Restless Legs, epileptische Anfälle und Status, maligne Wunden und Dekubitus, Juckreiz, Schwitzen und Lymphödem; 58 Fragen, fünf Fälle, ein Schema und ein Wegweiser.

    WBJ 5 · ab WBJ 5
  • Palliativmedizinische Krisen und Notfälle

    Palliative Krise und vorausschauender Krisenplan mit Notfallbogen, Bedarfsmedikation am Bett und SAPV-Rufbereitschaft; Schmerz- und Atemnotkrise, Massivblutung, Rückenmarkkompression, obere Einflussstauung, Hyperkalzämie, Hyponatriämie, Hirndruck und Anfälle, Hyperglykämie unter Kortikosteroiden, Ileus, Blutung und Sepsis; psychische Krisen; Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst; Symptomkrise statt Notfall, Ursachengruppen, Applikationswege, Betäubungsmittel im Notfall, epileptischer Anfall und plötzliche Eintrübung; Wegweiser, drei Tabellen, 55 Fragen und vier Fälle.

    WBJ 4 · ab WBJ 5
  • Palliativmedizin bei Organinsuffizienz, neurologischen und hereditären Erkrankungen

    Verlaufskurven des Sterbens, Bedarfserkennung mit SPICT und Überraschungsfrage, Herzinsuffizienz mit ICD und LVAD, COPD und Lungenfibrose, Niereninsuffizienz mit konservativer Therapie und Dialyseverzicht, Leberzirrhose, ALS mit Beendigung der Beatmung, Parkinson, Multiple Sklerose, Schlaganfall, Wachkoma, Demenz, Chorea Huntington, Muskeldystrophien und Mukoviszidose; Prognoseunsicherheit, Sauerstoff und Atemtechniken, Beendigung der Beatmung, Pflegeheim, Schmerz bei Demenz und Zwang; Schema, Wegweiser, zwei Tabellen, 54 Fragen und vier Fälle.

    WBJ 5 · ab WBJ 5

Zusatz-Weiterbildung: Sterbephase, Ethik und Recht

  • Sterbephase und palliative Sedierung

    Sterbephase erkennen, mit Angehörigen sprechen, Maßnahmen und Medikamente absetzen, subkutane Standardanordnung für Schmerz, Atemnot, Angst, Delir, Rasselatmung und Übelkeit, Flüssigkeit, Mundpflege und Abschied; palliative Sedierung nach dem EAPC-Rahmen 2023 und der DGP-Handlungsempfehlung mit Indikation, Proportionalität, Medikamenten, Überwachung, Abgrenzung zur Tötung auf Verlangen und Protokoll; Phasen am Lebensende, Sterben zu Hause, Umstellung der Medikation, Rasselatmung und Delir im Detail, Mundpflege und Flüssigkeitsentscheidung, Zeichen des nahenden Todes und Todesfeststellung; Schema, Protokollprüfung, vier Tabellen, 54 Fragen und vier Fälle.

    WBJ 4 · ab WBJ 5
  • Ethik und Recht am Lebensende, Todeswünsche und gesundheitliche Vorausplanung

    Ethik und Moral, Begründungsansätze und medizinethische Prinzipien, prinzipienorientierte Fallbesprechung und Ethikberatung, Paternalismus und informierte Einwilligung, medizinische und ärztliche Indikation, Basisbetreuung, Einwilligungsfähigkeit, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Ehegattennotvertretung, Umsetzung der Therapiebegrenzung einschließlich Flüssigkeit und Beatmung, Handlungsformen am Lebensende, Tötung auf Verlangen mit den Erfahrungen der Niederlande, Rechtslage zur Suizidhilfe seit 2020, freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit, Umgang mit Todeswünschen und Würde, gesundheitliche Vorausplanung; 60 Fragen und vier Fälle.

    WBJ 4 · ab WBJ 5

Zusatz-Weiterbildung: Mensch, Kommunikation und Team

  • Kommunikation: Modelle, schwierige Gespräche und Familiengespräche

    Kommunikationsmodelle, aktives Zuhören, NURSE, Ask-Tell-Ask und Teach-back, Prognosekommunikation mit Hoffen und Vorbereiten, REMAP für Therapiezielgespräche, Aufklärung und partizipative Entscheidung, Gespräche über Fehler, Konfliktgespräche, Familiengespräche, Kommunikation mit kommunikationseingeschränkten Menschen und Dolmetschern, Kinder als Angehörige und als Patienten, schwierige Nachrichten, Prognosegespräche, OPTION, Deeskalation, Todeswunsch im Gespräch, Kunsttherapie; 60 Fragen und vier Fälle.

    WBJ 4 · ab WBJ 5
  • Soziales Umfeld, Angehörige, Spiritualität und Trauer

    Familie als System und wiederkehrende Muster, Familiengespräch, Genogramm mit Übung, Biographiearbeit, Tragfähigkeit des Umfelds, Sterben zu Hause und Organisation der Versorgung, Angehörige nach S3-Leitlinie 3.0, Spiritualität und spirituelle Anamnese, Lebensbilanz, Schuld und existentielle Angst, würdezentrierte Therapie, Sterbe- und Bestattungsriten, Abschied nach dem Tod, Nähe und Sexualität, Trauermodelle, Trauer und Depression, anhaltende Trauerstörung und Kinder als Angehörige; 62 Fragen und vier Fälle.

    WBJ 5 · ab WBJ 5
  • Team, Supervision, Selbstreflexion und Selbstsorge

    Interprofessionelles Team mit Rollen, Teamentwicklung und Leitung, Berufe im Team, Ehrenamt und künstlerische Therapien, Teambesprechung, interprofessionelle Fallbesprechung, kollegiale Beratung, Supervision, Balintgruppe und Ethikkonsil, Konflikte im Team und mit Familien, moralischer Stress, Mitgefühlserschöpfung und Burnout, die Rolle des Arztes mit Schutzmechanismen, Empathie und Hoffnung, eigene Haltung zu Sterben und Tod, Resilienz, Selbstsorge und Abgrenzung; 56 Fragen und vier Fälle.

    WBJ 4 · ab WBJ 5