Fälle, die nicht mit der Diagnose beginnen, sondern mit dem, was der Patient zeigt. Sie entscheiden, welche Information Sie als Nächstes einholen, und tragen die Folgen einer Entscheidung, die Sie ohne vollständiges Bild treffen mussten.
Einführung
Modi, Ablauf, Zeit, Monitor, Reanimation, Nachbesprechung und Quellen. Vor dem ersten Fall lesen.
Alle in den Fällen verwendeten Quellen mit Typ und Prüfvermerk. Stand: 27.09.2026.
Anästhesie und perioperative Medizin
Ein junger, sportlicher Mann, eine entzündete Gallenblase, ein Operateur, der lange insuffliert hat. Das etCO₂ steigt, an den Flanken knistert es, und für fast jeden Befund gibt es eine naheliegende Erklärung. Der Fall reicht vom Saal bis zum nächsten Morgen.
Eine hochbetagte Patientin mit Schenkelhalsfraktur und Aortenklappenstenose, eine Übergabe mit Lücken, ein Operateur, der zementieren will. Eine Minute nach dem Schaft fallen Sättigung und Druck, und die Patientin antwortet nicht mehr. Der Fall endet nicht, wenn der Kreislauf wieder steht.
Eine zierliche Patientin mit Leberzirrhose wird im Aufwachraum unruhig und spricht verwaschen. Delir, Enzephalopathie, Unterzucker, Schlaganfall: Jede Erklärung hat einen Befund, der für sie spricht, und jeder Kollege hat eine Meinung. Wer die richtige Spur findet, ist noch lange nicht fertig.
Ein Mann in der siebten Lebensdekade mit Betablocker und ACE-Hemmer, eine elektive Knieprothese. Nach einer unauffälligen Einleitung bleibt der Blutdruck unten, und die üblichen Handgriffe wirken nur kurz. Was fehlt, ist ebenso wichtig wie das, was da ist, und die Geschichte endet nicht mit der Verlegung.
Eine geplante Re-Sectio, ein gesundes Kind, eine wache Mutter, der plötzlich komisch wird. Was harmlos beginnt, wird zu einer Kette von Entscheidungen unter Zeitdruck, in der fast jede halbe Stunde ein neues Problem auftaucht. Für Anästhesisten, die Kreislauf, Gerinnung und Team gleichzeitig führen müssen.
Ein Fünfjähriger kommt sechs Tage nach einer Operation im Rachen in die Notaufnahme, still, blass, mit normalem Blutdruck. Die Kollegen wollen „gleich kurz“ in den Saal. Ein Fall über beruhigende Zahlen, eine Einleitung ohne Reserve und die Minuten nach der Operation, in denen es noch einmal eng wird.
Ein Anruf aus der Notaufnahme, eine Diagnose, die jemand anderes gestellt hat, und ein Patient, der sich nicht hinlegen will. Die Minuten bis zum Saal entscheiden ebenso wie die Minute, in der alles weiß wird. Der Fall endet nicht, wenn der Tubus liegt.
Ein Patient nach zwei Wochen Sepsis braucht eine Notlaparotomie als RSI. Die Spritzen sind aufgezogen. Welche Informationen aus der Übergabe entscheiden über Relaxans, Hypnotikum und den Kreislauf danach?
Eine Patientin in der fünften Lebensdekade, ein Tumor am Kleinhirnbrückenwinkel, eine Lagerung, die dem Operateur beide Hände freigibt. Ein kleiner Knick in der Kapnographie, dann ein großer. Der Fall endet weder, wenn der Druck zurückkommt, noch, wenn die Haut verschlossen ist.
Eine junge Frau mit bekanntem Asthma wird nach der Intubation in der Notaufnahme mit dem Beutel heraufgebracht, der Blutdruck fällt, und alle im Raum haben eine andere Erklärung. Der Fall verlangt Physiologie am Beatmungsgerät, gute Nerven gegenüber schlechten Blutgaswerten und die Bereitschaft, eine richtige Diagnose wieder in Frage zu stellen.
Eine Frau in der fünften Lebensdekade, ein schwer einstellbarer Hochdruck, „Panikattacken“ und eine Gallenblase, die heute herauskommen soll. Nach dem Tubus steigt der Druck, beim Hochhalten der Leber noch einmal, höher. Ein Kollege hat eine Idee, der Operateur will fertig werden, und der Fall endet nicht im Saal.
Ein Mann in der achten Lebensdekade nach dorsaler Spondylodese in Bauchlage. Er atmet, aber er öffnet die Augen nicht, und für jede naheliegende Erklärung gibt es einen echten Befund. Jede behobene Ursache kostet Minuten, und der Fall endet nicht mit der Diagnose.
Notfall-, Intensiv- und Akutmedizin
Ein älterer Mann ist nachts beim Wasserlassen umgefallen, kurz bewusstlos gewesen und will eigentlich wieder nach Hause. Die Geschichte klingt vertraut, die Werte sind fast normal. Fast.
Ein Mann mit Hypertonie, schlagartiger Brustschmerz, im EKG inferiore ST-Hebungen, das Troponin steigt. Das Katheterlabor ist bereit, die Kardiologin drängt. Was fehlt noch, bevor Gerinnungshemmer fallen?
Schichtwechsel in der Notaufnahme: eine Patientin mit langjähriger Migräne, heute der schlimmste Anfall, die Anfallstherapie liegt aufgezogen bereit. Wie viel an der Übergabe stimmt, zeigt sich erst am Bett. Zwei Varianten mit unterschiedlichem Zeitverlauf.
Wenige Stunden nach einer Notfalloperation steigt die Temperatur eines Patienten auf der Intensivstation über 41 °C. Er ist agitiert, tachykard und steif. Narkose, Neuroleptikum und Peritonitis liefern je eine plausible Erklärung.
Eine Frau in der sechsten Lebensdekade kommt nach zwei Tagen Brechdurchfall verwirrt, hypoton und febril in den Schockraum. Die Sepsis liegt nahe, der Noradrenalinbedarf steigt. Ein Fall über Anamnese, Laborkonstellationen, Narkoseeinleitung im Schock und die Nacht danach.
Ein Patient in der sechsten Lebensdekade liegt nach einer Handoperation in Regionalanästhesie im Aufwachraum. Die Sättigung steht bei 86 Prozent und reagiert auf keine Sauerstoffgabe, während er wach in ganzen Sätzen antwortet. Die Zahlen und das Aussehen passen nicht zusammen.
Eine Schwangere in der 35. Woche mit einem dicken linken Bein, Schmerzen in Leiste und Flanke und ersten Wehen. Die Gefäßpraxis hat am Morgen geschallt und nichts gefunden. Blutdruck, Urin und eine kleine Zyste bieten Erklärungen; die Nacht im Kreißsaal hat noch mehr Fragen.
Ein Mann in der vierten Lebensdekade liegt mit vier Atemzügen pro Minute neben seinem Bett. Das Antidot wirkt, er will nach Hause, der Bekannte beschwichtigt. Ein Fall über Antagonisierung, Beobachtung, Aufklärung und die Nacht danach.
Am Vorabend einer Tumoroperation steht im Aufnahmelabor ein hochsensitives Troponin I von 8396 ng/l. Die Patientin ist müde, sonst beschwerdefrei, die Kardiologie spricht von einem Infarkt, der Operateur von Dringlichkeit. Was ist dieser Wert wert?
Ein Mann in der fünften Lebensdekade kommt mit Kopfschmerz, Herzrasen und einem Blutdruck über 230 mmHg in den Schockraum. Der Kollege hat den Betablocker schon aufgezogen. Ein Fall über Physiologie, Medikamentenanamnese und die Nacht auf der Intensivstation.
Fälle aus der Literatur
Eine junge Frau spricht mit Menschen, die nicht da sind; die Haut glüht. Das erste EKG sieht aus wie eine Kammertachykardie. Wer den Rhythmus behandelt statt der Ursache, macht es schlimmer, und die zweite Substanz steht auf keinem Screening.
Nach der Ligatur blutet es nicht mehr, aber auf dem Anordnungsbogen stehen vier Plasma. Eine Stunde später ringt der Patient nach Luft. Überwässert, allergisch, aspiriert, oder etwas, das nach einer Meldung verlangt?
Eine Stunde nach der Nachfüllung ihrer Morphinpumpe ist die Patientin kaum erweckbar. Naloxon hilft, aber nicht lange. Und sechs Wochen später bringt jede Dosiserhöhung weniger, während das linke Bein nachgibt.
Zum dritten Mal hat er die NIV-Maske abgerissen, er klopft gegen das Bettgitter und spricht kaum Deutsch. Die Pflege sagt Delir und fragt nach Haloperidol. Was er selbst sagen würde, erfährt nur, wer ihn verstehen will.
Ein Platzwart ist während der Arbeit betrunken, unruhig und viel zu schnell. Alles spricht für Alkohol, bis in der Nacht Temperatur und Laktat steigen. Die Antwort steht in einem Geräteschuppen.
Eine Patientin mit Peritonealkarzinose und Harnwegsinfekt wird hypoton. Volumen und Noradrenalin helfen kaum. Der Ultraschall zeigt, was hinter dem linken Vorhof liegt, und die Therapie ist einfacher als jede Eskalation.